Die Frauen von Eintracht Frankfurt schlugen am vierten Bundesliga-Spieltag die TSG Hoffenheim spektakulär mit 4:2. Damit bleibt die SGE weiter ungeschlagen und unterstreicht ihre hohen Ambitionen. Durch den dritten Saisonsieg springen die Adler vorerst auf den zweiten Tabellenplatz. Meister FC Bayern München kann morgen gegen Bayer Leverkusen an den Frankfurterinnen vorbeiziehen. Die Mannschaft von Niko Arnautis geriet trotz Überzahl zwischenzeitlich in Rückstand. Doch die Eintracht nutzte ihre Feldvorteile in der Folge konsequent und setzte sich letztlich verdient durch. Die Tore für die Frankfurt erzielten Nina Lührßen, Laura Freigang, Danique Tolhoek und Ereleta Memeti.
Gegenüber dem minimalistischen 1:0-Erfolg bei Union Berlin änderte Cheftrainer Niko Arnautis seine Startelf auf drei Positionen. Marthine Östenstad, Paulina Krumbiegel und Hanna Bennison rückten für Sara Doorsoun, Pia-Sophie Wolter und Noemi Ivelj in die Anfangsformation.
Lürhßen-Blitztreffer und früher Platzverweis
Die Gastgeberinnen legten los wie die Feuerwehr. Keine zwei Minuten waren gespielt, da klingelte es bereits im Tor der Hoffenheimerinnen. Vorausgegangen war ein Angriff über die rechte Seite. Laura Freigang stürmte in den Strafraum und legte quer auf Rebecka Blomqvist. Den Schuss der schwedischen Mittelstürmerin wehrte Laura Dick direkt vor die Füße von Nina Lührßen ab. Beim Rebound der Linksverteidigerin war die Hoffenheimer Schlussfrau dagegen machtlos (2.). Die frühe Führung für die Hessinnen, die nur wenige Minuten später Glück hatten: Ein Schuss von Chiara Hahn aus gut 18 Metern knallte an die Latte. Lina Altenburg war bereits geschlagen (9.). Dann schwächte sich das Auswärtsteam allerdings selbst. Bereits in der 18. Minute stoppte Svenja Vöhringer die durchgestartete Blomqvist per Notbremse. Schiedsrichterin Angelika Söder zeigte der Innenverteidigerin ohne zu zögern die Rote Karte. Damit waren die Frankfurterinnen bereits früh in der Partie in Überzahl. Doch der Tabellendritte der Vorsaison schaffte es bis zur Halbzeitpause nicht, aus der Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen und die Führung auszubauen.
Erst der Schock, dann die Wende
Stattdessen schlugen die Hoffenheimerinnen in Hälfte zwei zurück. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erzielte Hahn, die zuvor noch die Latte getroffen hatte, den überraschenden Ausgleich. Die Mittelfeldspielerin konnte ungestört in den Sechzehner eindringen und schlenzte den Ball ins lange Eck (50.). Arnautis reagierte und brachte nach knapp einer Stunde Wolter für Krumbiegel sowie Tolhoek für Raso. Doch zunächst war es wieder der Gegner, der zuschlug und den Rückstand in Unterzahl drehte. Laia Martret wurde nicht angegriffen und schlug eine Flanke von rechts. Am zweiten Pfosten lauerte Svenja Fölmli, die die Kugel ins Tor köpfte (62.). Altenburg verschätzte sich bei der Flanke und gab in dieser Szene keine gute Figur ab. Lange brauchte die Eintracht aber nicht, um sich von diesem doppelten Schock zu erholen. Nur sechs Minuten später flankte Memeti von der rechten Seite auf den Kopf von Freigang. Die Kapitänin bugsierte die Murmel wuchtig ins lange Eck zum 2:2-Ausgleich. Fortan machte sich die numerische Überlegenheit der SGE bemerkbar, denn sie drückte aufs Gaspedal und belohnte sich in der 72. Minute. Nach einem Ballgewinn setzte Lührßen Tolhoek in Szene. Im Strafraum schüttelte sie ihre Gegenspielerin mit einer Körpertäuschung ab und chippte die Murmel an Dick vorbei ins Tor. Spiel gedreht. Nun hatte die Heimmannschaft alle Trümpfe in der Hand.
Memeti macht den Deckel drauf
Nur 60 Sekunden nach dem Führungstreffer nutzte Arnautis die Gelegenheit erneut, einen neuen Impuls zu setzen. Dilara Acikgöz machte Platz für Noemi Ivelj. Lange passierte anschließend wenig. Für die Schlussphase nahm der Coach einen Doppelwechsel vor. Jamila Ranking und Ainhoa Alguacil kamen für Lührßen und Bennison aufs Feld. Erst in der 88. Minute setzte Memeti den Schlusspunkt. Nach Vorarbeit der eingewechselten Alguacil dribbelte sich Memeti durch die halbe Hoffenheimer Mannschaft. Ihren tollen Sololauf krönte die kosovarische Nationalspielerin mit einem lässigen Abschluss zum 4:2.
Nach spektakulären 90 Minuten setzte sich Eintracht Frankfurt gegen zehn Hoffenheimerinnen durch und rangiert mit zehn Punkten vorerst auf dem zweiten Tabellenplatz. Am kommenden Freitag sind die Hessinnen zu Gast beim Aufsteiger 1. FSV Mainz 05, ehe die SGE fünf Tage später in der zweiten Qualifikationsrunde zum Europa Cup bei FH Hafnarfjörður gastiert.






Ein Kommentar
Ein wildes Spiel, unnötig spannend nach dem Platzverweis. Irgendwann war der Rasen sehr tief und der Ball unberechenbarer. Aber 4 Tore sind gut, schön dass Laura wieder zuverlässig trifft.
Gruß SCOPE
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