Heute war der Tag der Entscheidung. Im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde wollten die Frauen von Eintracht Frankfurt den Einzug in die Champions League klarmachen. Doch mit einem 5:1 im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain nach 120 Minuten ist der große Traum von der Königsklasse geplatzt. Die Tore für die Französinnen erzielten Merveille Kanjinga (2x), Sakina Karchaoui (2x) und Rasheedat Ajibade. Für Frankfurt erzielte Rebecka Blomqvist den zwischenzeitlichen Ausgleich. Die Mannschaft von Niko Arnautis musste zudem ab der 66. Minute zu zehnt agieren.
Für das Rückspiel am Campus PSG musste der Coach der Hessinnen auf Larissa Mühlhaus verzichten, die sich beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg verletzt hatte. Die Torjägerin wurde durch Hayley Raso ersetzt. Mit dieser Elf ging es ins Rückspiel: Altenburg – Lührßen, Östenstad, Ilestedt, Krumbiegel – Acikgöz, Bennison, Memeti – Freigang, Raso, Blomqvist. Arnautis änderte auf sechs Positionen, nachdem er bei der Generalprobe gegen Nürnberg die Rotationsmaschine angeschmissen hatte.
Munterer Start
Den besseren Start ins Spiel erwischte PSG. Hanna Bennison ließ sich im Spielaufbau viel zu leicht den Ball abluchsen. Der Gegner schaltete schnell über die linke Seite. Torschützin aus dem Hinspiel Naomi Feller bediente nach erfolgreichem Dribbling gegen Paulina Krumbiegel Sakina Karchaoui im Rückraum. Hinter dem Schuss der Offensivspielerin war aber zu wenig Dampf. Lina Altenburg im Tor konnte die Kugel locker aufnehmen (2.). Deutlich gefährlicher wurde es dann auf der anderen Seite. Nina Lührßen schlug eine Flanke vom linken Halbfeld, die Marthine Ostenstad am zweiten Pfosten fand. Die Innenverteidigerin kam völlig frei zum Schuss, brachte die Kugel aber nicht richtig aufs Tor, sodass Paris die Situation entschärfen konnte (8.). Im Gegenzug prüfte Joe Echegini mit einem flachen Schuss Altenburg. Die Keeperin machte sich lang und schnappte sich die Murmel. Die Französinnen setzten immer wieder über die Außen Nadelstiche. Linksverteidigerin Tara Gilbert setzte sich gut durch und probierte es aus spitzem Winkel. Der Ball rollte knapp am langen Pfosten vorbei.
PSG kontert SGE aus: Kajinga im Nachsetzen zur Führung
In der 36. Minute war es dann aus Sicht der Heimmannschaft soweit. Frankfurt geriet nach einer Standardsituation in einen Konter. Einen tiefen Pass auf Kajinga konnte Krumbiegel nicht klären. Kajinga nahm Tempo auf, die Hintermannschaft von Niko Arnautis kam nicht rechtzeitig hinterher. Im Eins-gegen-eins umkurvte die Kongolesin Altenburg, traf aber zunächst nur den Pfosten. Der Ball landete zurück in den Füßen der schnellen Flügelspielern. Im Nachsetzen zappelte der Ball schlussendlich im Netz. Die nicht unverdiente Führung für PSG. Kurz vor der Halbzeit fasste sich Karchaoui ein Herz. Ihr Schuss aus der zweiten Reihe war letztlich zu ungefährlich, Altenburg war zur Stelle (45.). Mit knappen Rückstand ging es für die SGE-Damen in die Halbzeit.
Blomqvist gleicht in Unterzahl aus
Für beide Teams ging es unverändert in die zweiten 45 Minuten. Viel hat sich am Spielgeschehen zunächst nicht verändert. Erst in der 57. Minute passierte was. Die Eintracht hatte ihre beste Chance des Spiels. Die dribbelstarke Ereleta Memeti setzte sich im Strafraum gegen Paulina Dudek und Elisa de Almeida durch und schloss mit der Pike ab. Doch Katarzyna Kiedrynek reagierte gut und parierte zur Ecke. In der 66. Minute schwächten sich dann die Gäste aus der Mainemetropole selbst. Im Kampf um den Ball traf die bereits verwarnte Raso Karchaoui leicht an der Hacke. Die australische Nationalspielerin sah die zweite Gelbe Karte und wurde frühzeitig von Schiedsrichterin Emanuela Rusta zum Duschen geschickt. Nach mehr als einer Stunde musste der Bundesligist in Unterzahl agieren. Niko Arnautis reagierte und brachte in der 70. Minute Noemi Ivelj für Bennison.
Zehn Zeigerumdrehungen später fiel der überraschende Ausgleich. Die Pariser Abwehr ließ die rechte Seite komplett frei. Das Team von Arnautis nutzte das aus und kombinierte sich in Unterzahl durch. Rebecka Blomqvist setzte Memeti in Szene. Die Kosovarin behielt die Übersicht und bediente die freistehende Mittelstürmerin. Blomqvist fackelte nicht lang und busgierte die Kugel ins lange Eck (76.). Der immens wichtige Ausgleichstreffer für die Adler. Doch beinahe wären die Gastgeberinnen wieder in Front gegangen. Echegini nutzte eine Unachtsamkeit der Frankfurter Hintermannschaft aus und steckte auf Kanjinga durch. Frei vorm Tor scheiterte sie jedoch an Altenburg, die mit einer klasse Fußabwehr das zweite Gegentor und damit den wahrscheinlichen K.o.-Schlag verhinderte (82.). Nächster Wechsel für die anstehende Verlängerung: Dilara Acikgöz machte Platz für den Neuzugang vom FC Liverpool Sofie Lundgaard (90.). Bis auf die Riesenchance von Kajinga hielt die SGE seit dem 1:1 gut dagegen und hatte sogar in Unterzahl mehr vom Spiel. Der Ausgleich war inzwischen verdient. Und weil keine Entscheidung innerhalb der regulären Spielzeit fiel, ging es nach insgesamt zähen und chancenarmen 90 Minuten in die Verlängerung.
PSG geht erneut in Führung
Nach einer kurzen Pause pfiff Schiedsrichterin Rusta zu den ersten 15 Minuten an. In der 95. Minute folgte der bittere Rückschlag für die Eintracht. Ein Echegini-Freistoß von links landete bei Kanjinga. Krumbiegel störte ihre Gegenspielerin im Zweikampf nicht energisch genug. Auch Altenburg kam nicht raus, sodass die Pariserin den Ball ins Tor beförderte und das 2:1 erzielte. Erneut mussten die Hessinnen mit einer Spielerin weniger einem Rückstand hinterherrennen. Jetzt wurde es knüppeldick für die Gastmannschaft. Vorausgegangen war ein langer Schlag von de Almeida. Ilestedt zwar zunächst vor Karchaoui am Ball, grätschte jedoch unglücklich an der Murmel vorbei. Karchaoui hatte dadurch freie Fahrt und schob die Kugel an Altenburg vorbei über die Linie. Die Vorentscheidung. Jetzt wurde es zu einer Mammutaufgabe für die Eintracht.
Paris macht den Deckel drauf
In der zweiten Halbzeit der Verlängerung ging den Gästen aus Frankfurt die Kräfte aus. Paris spielte das klug herunter und setzte immer wieder Nadelstiche. Ilestedt erwischte einen unglücklichen Tag. Nachdem sich die Schwedin beim 1:3 unklug angestellt hatte, verursachte sie einen Elfmeter. Ilestedt brachte die steil geschickte Ajibade per Grätsche zu Fall. Schiedsrichterin Rusta zeigte sofort auf den Punkt. Karchaoui nahm sich der Sache an und platzierte das Spielgerät lässig ins flache linke Eck. Altenburg war machtlos. Sack zu. Arnautis brachte für die Schlussphase nochmal frische Kräfte. Neuzugang Vivienne Lia und Ainhoa Alguacil betraten für Memeti und Torschützin Blomqvist das Feld. PSG spielte die sichere Führung bis zum Ende souverän runter. Für die SGE ging es nur noch darum, Schlimmeres zu verhindern. Einen hatte Paris allerdings noch in petto. Bei einem langen Ball von Marie Lafontaine eilte Altenburg heraus, rechnete aber nicht mit Abijade. Die Nigerianerin reagierte schnell und gelang vor der Torhüterin ans Spielgerät. Aus der Distanz beförderte sie das Leder ins verwaiste Tor. 5:1. Zum Ende hin wurde es zu einem Debakel für Eintracht Frankfurt.
Trotz hartem Kampf in Unterzahl scheitert die SGE an abgezockte Pariserinnen. Die erste Niederlage der neuen jungen Saison 2026/27 bedeutet für Frankfurt das Aus in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League. Nach Hin- und Rückspiel steht in der Summe ein 6:2 zugunsten von Paris Saint-Germain zu Buche. Für die Adlerträgerinnen geht es wie in der Vorsaison im Europa Cup weiter.






7 Kommentare
Und ewig grüsst das Murmeltier. Schade, weil schlechter waren wir nicht, nur ineffizient. Frage mich warum Arnautis erst zur 2ten Hälfte der Verlängerung wechselt.
Schade :( Das war schon ein echtes CL Spiel, hätten mehr davon verdient...
The same procedure as last year, the same procedure as every year. Sicher kein schlechtes Spiel, aber im entscheidenden Moment bekommt es eine von Arnautis gecoachte Mannschaft einfach nicht hin. Und wieder hat der Trainer sein Team durch die ewige Sturheit nicht wechseln zu wollen, im Stich gelassen. Es macht langsam einfach keinen Spaß mehr...
@1&3 Das mit den Wechseln sehe ich auch so. Wir haben schliesslich eine sehr gute Bank. Ich koennte mir zudem vorstellen, dass Raso fuer die folgende Auswechslung vorgesehen war. Frueher zu wechseln haette demnach einen gravierenden impact gehabt.
Da hat de Willi doch Rescht gehabt. Die fange sisch fünf Dinger:
https://www.sge4ever.de/memeti-selbstbewusst-dann-werden-wir-psg-ein-bisschen-auf-die-fuesse-treten/
(Kommentar #2, @willideville)
War mir aach völlisch klar vorher.
Schad. Isch hätt's unserne Bobbelscher gegönnt. Aber mit dem Trainer werd's nix.
Kein Wunder, wenn so viele Stammspielerinnen gehen und nur ungenügend ersetzt werden. Allein Memeti mit besonderer Qualität - ganz im Gegensatz zum Trainer. Mit Arnautis wird das nichts mehr. Fehlende Kondition, zu wenig Ideen, falsche oder zu späte Auswechselungen. Die Mannschaft braucht einen Trainer, der Leidenschaft vermittelt.
Das Team wurde schon super verstärkt, ohne die Rote Karte hätten sie gute Chancen gehabt.
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