Stefan Ilsanker fehlt das „normale“ Training derzeit sehr. (Bild: imago images / Jan Huebner)

Noch immer ist unklar, ob und wann der Ball in der Fußball-Bundesliga diese Saison wieder rollt. Die Mannschaften versuchen sich dennoch unter Berücksichtung der strengen Corna-Auflagen fit zuhalten und sich auf den Tag X vorzubereiten. Das ist aber gar nicht so einfach, wie Stefan Ilsanker die Tage erzählte. „Momentan bin ich bestimmt zwei oder drei Wochen von meiner Wettkampfform entfernt. Zweikämpfe oder den Druck vom Gegner kann man einfach nicht simulieren. Das fehlt uns sehr. Man möchte sich auch im Training mit den anderen Profis messen und das ist momentan leider weiterhin nicht möglich. Wenn es weitergeht, werden wir das alles schnellstmöglich aufholen, um wieder wettkampffähig zu sein“, berichtet er aus dem Trainingsalltag bei der Frankfurter Eintracht.

Prinzipiell glaubt der Österreicher, dass eine Fortsetzung der Saison möglich ist. Die DFL habe „alles dafür gegeben, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen“. Nun liege die Entscheidung bei der Bundesregierung. „Wenn wir die Saison jetzt nicht fortsetzen, dann können wir auch nicht im August spielen. Bis dahin wird sich nichts ändern, auch im August werden wir noch keinen Impfstoff haben. Deshalb sollten wir meiner Meinung nach so früh wie möglich starten. Sollte das in die Hose gehen, kann man die Saison immer noch abbrechen“, meint er und appelliert gleichzeitig an die Fans: „Jeder Fan hat eine Eigenverantwortung, die Spiele zu Hause zu schauen und sich nicht mit mehreren Leuten in eine Kneipe zu setzen.“

Schon jetzt steht fest: Sollte die Saison fortgesetzt werden, dann wird das nur mit Spielen ohne Zuschauer passieren. Dies ist auch Ilsanker bewusst, der offenkundig zugibt, dass er keinen Spaß daran hat, vor leeren Rängen zu spielen. Niemandem mache dies Spaß. Aber: „Aktuell geht es einfach nicht um uns Spieler. Wenn man die schwere Zeit ohne Zuschauer überbrücken kann, dann werden wir das so annehmen. Trotzdem macht es den Fußball aus, in einem vollen Stadion zu spielen, mit den Fans zu feiern und die Atmosphäre aufzusaugen. Ich hoffe, dass das bald wieder möglich sein wird.“

„Im DFB-Pokal sind es noch zwei Spiele bis zum Titel“

Unabhängig davon, verfolgt die SGE natürlich weiterhin ihre Saisonziele – sofern es denn in allen drei Wettbewerben weitergeht. Der Abwehrspieler glaubt, dass sowohl in der Liga, im DFB-Pokal und auch in der Europa League noch viel möglich wäre. „Im DFB-Pokal wären es nur noch zwei Spiele zum Titel. In der Bundesliga ist für viele Vereine nach unten und oben alles möglich. In der Tabelle ist es eng und ausgeglichen. Sportlich gesehen ist es eine sehr spannende Saison. Ich hoffe, dass wir sie zu Ende spielen und noch einiges erreichen können“, sagt der 30-Jährige, der sehr froh ist, im Winter an Main gewechselt zu sein. „Ich denke, die Fans haben von Anfang an gespürt, dass ich unbedingt zur Eintracht kommen und alles für den Verein geben möchte. Ich wurde von der Mannschaft und den Fans super aufgenommen und habe mich sofort sehr wohlgefühlt. Ich hoffe, ich konnte ihnen das mit Leistungen auf dem Platz zurückzahlen.“

Der Abwehrspieler hat sich tatsächlich erstaunlich schnell in die Mannschaft integriert. Anlaufprobleme hatte er keine. Er ist froh, dass er mit seinen Kollegen in der Defensive dafür sorgen kann, dass viele Räume beim Umschalten entstehen. „Wir haben sehr gute Umschaltspieler in der Mannschaft. Deshalb denke ich, dass ich sehr gut ins Team passe“, ist er überzeugt. Noch steht allerdings in den Sternen, wann er dies auf dem Platz wieder unter Beweis stellen kann.

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2 Kommentare

  1. Zu Ilsanker’s Aussage:
    „Sollte das in die Hose gehen, kann man die Saison immer noch abbrechen“, meint er und appelliert gleichzeitig an die Fans: „Jeder Fan hat eine Eigenverantwortung, die Spiele zu Hause zu schauen und sich nicht mit mehreren Leuten in eine Kneipe zu setzen.“

    1. Stellt sich mir die Frage, wo die Leute ohne Vertrag mit Sky – DAZN und wenn auch abgeschlagen aber evtl. bei Eurosport sehen können.
    Die öffentlich rechtlichen Sender werden maximal Zusammenfassungen übertragen………
    Vor allem viele Dauerkarteninhaber und Vielfahrer (Auswärts) werden möglicherweise kein solches Abonnement haben……..wozu auch?….
    2. In welcher Kneipe soll ich das bitte gucken??
    Möglicherweise werden irgendwann auch wieder Kneipen öffnen dürfen, aber dies wäre für mich gleichzusetzen mit der Öffnung der Stadien für Zuschauer.
    Alles andere ergäbe für mich sonst keinen Sinn.

  2. Jetzt warten wir erstmal ab, was aus den Geschehnissen rund um Köln wird. Ist aber schon recht merkwürdig, wenn angeblich alle BL Clubs schon seit 4 Wochen „strikte Regeln“ einhalten und dann gleich 4 Fälle ??? Gut mit den Tests, aber trotzdem mehr Fragen als Antworten.
    Nur gut, dass offensichtlich unsere Eintracht aus den Corona Fällen zum Anfang der Pandemie richtige Schlüsse gezogen hat und Verhaltensweisen befolgt werden, alle Tests negativ, das beruhigt mich etwas.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nochmal meine volle Sympathie und Unterstützung für die Auf Jetzt Aktion nennen, toll wie die Spieler und Funktionäre auftreten, weiter so.
    Forza SGE !

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