Die Vorbereitung von Eintracht Frankfurt biegt langsam, aber sicher auf die Zielgerade ein – und die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter scheint immer besser in Fahrt zu kommen. Beim deutlichen 5:1-Erfolg im Stadtduell gegen den FSV Frankfurt zeigte die SGE vor allem offensiv erneut eine ansprechende Vorstellung. Einer, der dabei unter anderem auf ungewohnter Position zum Einsatz kam, war Ansgar Knauff. Der eigentliche Offensivspieler begann als Rechtsverteidiger und konnte der neuen Aufgabe durchaus etwas abgewinnen. Viel wichtiger ist für den 24-Jährigen aber die Entwicklung der gesamten Mannschaft: Knauff spürt innerhalb des Teams eine neue Energie.
„Es ist ein super Gefühl, hier zu spielen“, erklärte Knauff nach dem Testspielsieg bei „Eintracht TV“. Trotz des deutlichen Ergebnisses gehe es in dieser Phase nicht in erster Linie um Resultate: „Am Ende ist es in der Vorbereitung wichtig, die Spiele anzunehmen, den Gegner ernst zu nehmen und Schritte nach vorne zu machen.“ Das sei der Eintracht auch gegen den FSV gelungen: „Ich glaube, es war wieder eine gute Leistung von uns.“ Vor allem die offensive Ausrichtung gefällt Knauff: „Wir spielen gut nach vorne, aggressiv nach vorne und sind da auf einem guten Weg.“ Einen kleinen Makel fand er dann aber doch. Der Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 4:1 sei „etwas unnötig“ gewesen. „Aber Kritik findet man immer“, so Knauff.
Defensive Stabilität als großes Ziel
Dass der 24-Jährige ausgerechnet das Gegentor anspricht, kommt nicht von ungefähr. Die Defensive war in der vergangenen Spielzeit eine der größten Frankfurter Problemzonen. In der Vorbereitung präsentiert sich die SGE bislang deutlich stabiler und kassierte gegen den FSV erst ihr zweites Gegentor. „Wir haben in der letzten Saison einfach zu viele Gegentore kassiert, das ist ganz klar“, betonte Knauff. Unter Hütter soll sich das ändern: „Das wollen wir besser machen und daran arbeiten wir. Das gilt es mit in die Saison zu nehmen und es einfach besser zu machen.“ Knauff selbst könnte seinen Teil dazu künftig sogar aus einer defensiveren Rolle beitragen. Gegen den FSV lief er als Rechtsverteidiger auf und besetzte damit eine Position, auf der bisher vor allem Elias Baum überzeugte. Für Knauff war die Aufgabe zwar ungewohnt, durch Hütters Spielidee bekam er trotzdem viele Möglichkeiten, seine offensiven Stärken einzubringen. „In solch einem System kann ich die Position spielen. Dadurch, dass wir keinen offensiven Flügel nominell besetzt haben, ist immer viel Platz und ich hatte gute Aktionen nach vorne“, erklärte er, betonte aber allgemein, dass er sich als variablen Spieler sehe: „Es ist etwas Neues für mich, aber ich nehme es an und spiele da, wo der Trainer mich aufstellt. Ich bin überall da, wo man mich aufstellt. Ich mag es, neue Herausforderungen anzunehmen.“
Knauff: „Ein ganz anderer Spirit wieder da“
Dass Hütters Vorstellungen mittlerweile in der Mannschaft angekommen sind, davon ist Knauff überzeugt: „Ich glaube, wir sind relativ weit. Ich glaube, man hat es in den letzten Spielen gesehen, dass die Spielidee bei allen angekommen ist.“ Natürlich funktioniere zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alles: „Es gibt immer noch Rädchen, die nicht perfekt ineinandergreifen, aber das ist normal.“ Entscheidend sei vielmehr, wie die Mannschaft die neue Ausrichtung annehme. Und hier erkennt Knauff einen deutlichen Unterschied: „Alle nehmen es an, es macht viel Spaß im Training und im Spiel. Wir entwickeln uns von Woche zu Woche weiter und wollen diesen Weg alle gemeinsam weitergehen.“ Auch Knauff selbst kommt Hütters Ansatz entgegen: „Ich mag es sehr gerne, intensiv Fußball zu spielen, da liegen auch meine Stärken.“ Doch es gehe nicht nur um taktische Vorgaben. Innerhalb der Mannschaft habe sich nach der enttäuschenden vergangenen Spielzeit etwas verändert. „Man merkt es auch im Team, es ist ein ganz anderer Spirit wieder da und wir haben Spaß daran, was wir machen“, schwärmte Knauff und unterstrich: „Wir haben Bock auf jedes Spiel und freuen uns auf die Saison.“
Brentford als Gradmesser
Bevor es im DFB-Pokal erstmals ernst wird, wartet allerdings noch ein echter Härtetest. Am Samstag trifft die Eintracht in London auf den Premier-League-Klub FC Brentford. Für Knauff wird die Partie eine wichtige Standortbestimmung: „Ich sehe uns schon relativ weit, aber am Samstag wird es ein guter Gradmesser, um zu sehen, wo wir stehen.“ Nach zwei weiteren Trainingstagen gehe es gegen einen „Top-Gegner“ und eine „gute Mannschaft“. Dann soll sich zeigen, wie stabil die zuletzt erarbeiteten Abläufe bereits sind. „Es kommt darauf an, dass wir die Sachen, die wir uns taktisch und physisch erarbeitet haben, auf den Platz bringen“, erklärte Knauff. Danach sollte die Eintracht aus seiner Sicht bereit sein für die neue Spielzeit.
Fans sorgen für zusätzlichen Push
Dabei kann die Mannschaft weiterhin auf die Unterstützung ihrer Anhänger bauen. Mehr als 10.000 Zuschauer kamen zum Testspiel an den Bornheimer Hang. Auch während der bisherigen Vorbereitung war das Interesse der Eintracht-Fans trotz der enttäuschenden Vorsaison groß. Überrascht ist Knauff davon nicht: „Ich kenne den Klub schon etwas länger und ich weiß, wie besonders die Fans sind.“ Umso schöner sei es, „dass man gerade nach einer nicht so erfolgreichen Saison trotzdem in der Vorbereitung sieht, dass viele Fans im Training und bei den Spielen dabei sind und die Fans sich mit uns freuen.“
Die neu entstandene Euphorie soll nun möglichst bis in die Pflichtspiele getragen werden. Knauff jedenfalls weiß, welche Wirkung die Unterstützung haben kann: „Das gibt uns einen Push für dieses Jahr.“






20 Kommentare
Ein Superlativ jagt den Nächsten.
Alles andere als verlustpunktefrei durch die Saison zu marschieren und die CL zu gewinnen wäre eine Überraschung 😉
Was man auf jeden Fall sehen kann ist, dass Lauf- und Kampfbereitschaft zurück sind. Selbst bei Freundschaftsspielen gegen unterklassige Gegner war mehr Biss drin als in der letzten Saison.
Wie weit wir wirklich sind und wie stark unser Kader ist, sehen wir erst in ein paar Wochen.
Jubelmeldungen in dieser hohen Frequenz und von solcher Üppigkeit, wie sie hier rausgeblasen werden, sind selbst für die Wochen vor dem Saisonstart sehr ungewöhnlich.
Erinnert schon fast an das Nachrichten-Trommelfeuer im Sozialismus zur Plan-Übererfüllung. Adolf Hennecke hat am 13. August 1948 statt der üblichen 6,3 Kubikmeter schließlich auch 24,4 Kubikmeter Kohle gehauen und sich so ein Jahr später den Nationalpreis der DDR 1. Klasse gesichert.
Der hatte auch richtig Bock.
Die Realität ist meist anders. Ich hoffe, unserer Eintracht bleibt eine harte Landung erspart.
„Am Ende des Weges mag der Pessimist vielleicht recht bekommen, aber unterwegs hat es der Optimist leichter.“
In diesem Sinne: Auf geht´s SGE...das wird ne geile Saison!!!
Ist das Glas halb leer, oder halb voll?
Egal wie man es sieht, wenn das Glas 300 ml Fassungsvermögen hat ( Bayern München), sind wir bei 150 ml.
Und das ist die Realität.
Für was 150 ml Äppler reichen, hängt von den Gläsern der Konkurenz ab, dem Trinkverhalten und dem Alkoholgehalt.
Zum Wohle!
Finde Deine Kommentare echt immer spitze!! Da muss ich auch mal ein Lob aussprechen. 😀😀😀
Ich erwarte nicht, dass wir jetzt alles in Grund und Boden spielen, aber die positive Grundstimmung ist wieder da und die Vorfreude aufs Stadion. Zum Teil war der Weg zum Stadion letzte Saison mit körperlichen Schmerzen verbunden.
OT: Kalimuendo hat gestern gegen B04 übrigens wieder genetzt, den können wir m.E. abschreiben, zu teuer wenn Forest ihn überhaupt abgibt....
Kali will wohl nur nach Nizza - wobei jeder weiß, dass Nizza keine Ablöse zahlen kann und nur ne Leihe anstrebt.
Alter... Setzt den nen Jahr auf die Tribüne. Ist ja bodenlos was der mit uns über die ganze Zeit veranstaltet hat.
Die Aussage "es ist wieder ein ganz anderer Spirit da und wir haben Spaß daran, was wir machen" ist eine Ohrfeige für die Vorgänger von Adi.
Ich nehme an du meinst Wahi....
Ups, natürlich
Du könntest mich aufklären, ich muss da etwas verpasst haben.
Was genau hat er veranstaltet und aus welchem Grund sollte man ihn auf die Tribüne setzen ?
Das was ich mitbekommen habe ist, dass er zwar nicht seine Leistung gebracht hat, aber nie ernsthaft Stunk gemacht hat. Man hat ihm seine Verunsicherung direkt angesehen.
Er hat einen Vertrag, welcher für beide Seiten Rechte und Pflichten bedeutet.
Sein Engagement war stets grenzwertig, Chance hat er zu genüge bekommen. Es hat ganz neutral betrachtet nicht geklappt - das ist der Fakt. Das weiß er, das weiß die Eintracht.
Also sollte man die Liaison beenden. Auch Fakt. Wenn jetzt aber er noch übertriebene Ansprüche hat, nicht auch mal kleinere Brötchen backen möchte - wieso sollten wir ihm entgegen kommen?
Er hat einen Vertrag, er bekommt Gehalt, alles schon und gut und richtig. Trainieren muss er, wenn's vertraglich zulässig ist, ab in die U21 - und wenn nicht soll er nen sabbatical auf der Tribüne machen.
Warum sollte man ihm nochmal entgegen kommen?
Das neue Ausweichtrikot aka Bembel Trikot. Im Prinzip so hässlich, dass es hinnerum schon wieder geil ist.
https://images.bild.de/6a7d5ee50773f8de24672346/756318520b689f0b68e5f7157285b2f6,f2bb6cee?w=6000
Danke dir, Kollesch! 😉🦅
Fehlen nur noch Heinz Schenk und Frau Rauscher als Logo auf der Vorder- und Rückseite.
Hast du mit Wahi gesprochen oder woher kennst du seine „Forderungen“. Wie er tickt, hätte man schon im Voraus erkennen können. Er scheint halt jemand zu sein, der sich in seinem Umfeld wohl fühlen muss. Ich bin mir sicher, dass er dann auch Leistung bringt. Wir haben es nie geschafft, dieses Umfeld zu schaffen oder wollten es auch nicht. Dann sollte man die Finger von solchen Spielern lassen.
Am Beispiel von Otavio und Santos kann man geradezu spüren, wie wichtig es ist, einen Kumpel im Team zu haben.
Zurück? Letztes Jahr war die Mannschaft „schwach, wie eine Flasche leer“. Mit anderen Worten, wenn der Tank leer ist, kann man nicht mehr herausholen.
Mal schauen, wie es diese Saison ist. Ich gehe mal davon aus, dass heuer wesentlich mehr Wert auf Physis gelegt wird, als unter Toppmöller. Hinzu kommt, dass wir diese Saison nur in zwei Wettbewerben aktiv sind und kurze Anreisen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob wir diesen aggressiven Fußball spielen könnten, wenn wir an allen drei Wettbewerben teilnehmen würden.
Wär ja schön.
Aber zumindest die CL können wir noch nicht mal theoretisch gewinnen. Oder meinst Du die Mädels?
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