Rund 80 Minuten hatte die Frankfurter Eintracht im Signal Iduna Park gut gegen Borussia Dortmund mitgehalten. Am Ende reiste man aber doch mit leeren Händen ab. Auch weil Maximilian Beier mit einem sehenswerten Schlenzer seine Mannschaft zum Sieg schoss. Dementsprechend haderte SGE-Cheftrainer Adi Hütter mit dem Ergebnis, blickte aber auch sehr positiv auf die Leistung seiner Mannschaft.
„Gratulation an den BVB und dir, lieber Niko, zu den drei Punkten“, zeigte sich Adi Hütter auf der Pressekonferenz nach der Bundesliga-Partie in Dortmund gewohnt sportsmännisch. In der ersten Halbzeit sah der 56-Jährige ein ausgeglichenes Spiel. Dabei haderte er mit den Möglichkeiten der SGE, denn hier hätten die Frankfurter durchaus auch in Führung gehen können. Aufgrund der zweiten Halbzeit seien die Punkte für Dortmund aber verdient. „Wir haben es nicht mehr ganz geschafft alles weg zu verteidigen und für Entlastung zu sorgen. Man ärgert sich immer, wenn man verliert. Vom Ergebnis bin ich enttäuscht. Trotzdem sehe ich einen Schritt nach vorne, was uns betrifft.“ Dabei sprach der Österreicher vor allem über die Defensivleistung seiner Mannschaft, gerade im Vergleich zum 0:6-Debakel in Leipzig. „Ich finde schon, dass sich die Mannschaft seit diesem Spiel gefestigt hat. Wir haben gegen Köln kein Tor bekommen und heute nur eins.“ Für den Frankfurter Trainer gehe es in erster Linie darum, dass er eine Entwicklung sehe. „Da habe ich das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Hütter und richtete direkt den Fokus auf das Pokalspiel in Hamburg am kommenden Dienstag. „Da erwartet uns auch eine große Kulisse. Da geht es nur darum eine Runde weiter zu kommen.“
Sonderlob für Aseko: „Er scheißt sich nichts“
Etwas überraschend startete Elias Baum auf der linken Seite in der Viererkette. Dabei wollte das Trainerteam vor allem den starken Flügelverteidigern des BVB rund um Julian Ryerson Paroli bieten. Keita Kosugi, der in den letzten Wochen eigentlich starke Leistungen gezeigt hatte, musste dafür auf die Bank rotieren. „Er hat physisch einen Nachteil aufgrund seiner Größe. Dazu hat Elias Baum schon im ganzen Nachwuchs auf der linken Verteidigerseite gespielt. Deswegen haben wir so entschieden. Ich finde, er hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Hütter das Eigengewächs der Eintracht. Dazu geriet der Österreicher auch über Noel Aseko ins Schwärmen. „Das war heute sein viertes Bundesliga-Spiel. Hier in Dortmund. Für mich war er der auffälligste Spieler in der ersten Halbzeit.“ Der 20-Jährige war in der Vorbereitung lange verletzt. Das erkläre vielleicht auch, warum er aktuell seine Leistung noch nicht über die volle Zeit bringen könne. Die Arbeit mit dem Mittelfeldspieler mache aber großen Spaß. „Er ist ein sehr talentierter Spieler. Mir gefällt sehr gut, dass er schnell lernt. Auch beim Defensivverhalten.“ Dabei sprach der Frankfurter Cheftrainer symbolisch über eine Szene gegen Köln, in der der Sommerneuzugang im Vollsprint in die Defensivbewegung ging und einen gefährlichen Schuss blockte. „So stelle ich mir das vor. Auch von seinem Naturell her: Er scheißt sich einfach nichts. Das gefällt mir. So wie er privat ist, so tritt er auch auf dem Feld auf.“ Wenn er gesund bleibe, prophezeit Hütter ihm eine gute Karriere.
Die Eintracht nahm erst in der 77. Minute die ersten Wechsel vor. Dabei musste das Sturmduo aus Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib weichen. Bei dem Doppelwechsel dachte Hütter auch schon an das kommende K.o.-Spiel. „Da wir auch unter Druck waren, war meine Idee, dass die Kombination mit Ansgar Knauff und Can Uzun uns gut tut. Ansgar ist unser schnellster Spieler, Can kann die Bälle festmachen.“ Das späte Tor habe dann mit den Auswechslungen nichts zu tun gehabt.
Leidenschaft und Gier in der Defensive
Eintracht Frankfurt zeigte in dieser Saison viele verschiedene Gesichter. Auch bei der Taktik und bei den Spielsystemen lassen sich zwischen den jeweiligen Auftritten teils große Unterschiede erkennen. Für Hütter bleibt der erste Durchgang gegen Augsburg die bisher beste Halbzeit der Saison. „Da waren wir klar dominant, mit und ohne Ball. Trotzdem haben wir 4:1 verloren.“ Man müsse heutzutage in den Spielen auch das ein oder andere taktisch anpassen und anders machen. Die Mannschaft befinde sich nach wie vor in der Findung. So spiele man noch nicht ganz den Fußball, den das Frankfurter Trainerteam sehen wolle. „Aber in erster Linie geht es jetzt erst einmal darum, uns hinten zu stabilisieren. Wir haben viel zu viele Gegentore bekommen.“ Dabei gehe es in der Defensive vor allem darum, Leidenschaft und Gier zu entwickeln. „Da haben wir natürlich den Finger in die Wunde gelegt und den Hebel angesetzt. Man muss klar ansprechen, dass bestimmte Dinge nicht gehen.“ Zum anderen müsse man die Inhalte natürlich auf dem Platz umsetzen und üben. Hier macht er seiner Mannschaft aber ein Kompliment: „Wie gut und wie schnell sie das verstanden hat. Die Jungs haben sich jetzt besser gefunden.“
Neben der Partie am Samstagabend ging der Blick aber auch nach München. Bayerns Cheftrainer Vincent Kompany war am Freitag zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Hütter schätzt seinen Trainerkollegen und wünscht ihm nur das Allerbeste. „Als Trainer will man immer zurück zur Mannschaft. Der Körper hat ihm vielleicht gezeigt, dass es zu früh war. Das Wichtigste ist, dass er sich gut auskuriert.“ Der Belgier hatte schon zuvor mit einer Virus-Infektion zu kämpfen gehabt. „Ich glaube, die Wertschätzung bekommt er von uns allen. Ich finde, dass er nicht nur ein toller Trainer ist, sondern auch ein super Typ. Aber jetzt ist das Wichtigste, dass er wieder gesund wird und aus dem Vollen schöpfen kann.“






2 Kommentare
weiter so kämpfen und mit etwas glück machen wir auch 2 tore
unser torwart einfach nur geil.
alles in allem super leistung
Über die tolle Leistung von Baum habe ich mich sehr gefreut.
Wie groß sein Potential ist, erkennt, man daran wie er die eigentlich "falsche Seite"
gemeistert hat.
Was viele hier wohl nicht mehr wissen: Baum hat als ganz junger Bursche die ersten
Einsatzminuten jeweils im Mittelfeld bekommen.
Zur Überraschung Vieler sollte er dann in Elversberg auf der Aussenbahn spielen
und ist so bei Toppmöller und jetzt auch bei Hütter in die Schublade "Verteidiger"
gerutscht.
Dafür ist er (ähnlich wie bei Brown) zu schade.
Wir haben im defensiven Mittelfeld Onysdika und Aseko. Chaibi gibt sich Mühe,
aber das wird auf Dauer nicht reichen.
Baum könnte perfekt als dritte Kraft aufgebaut werden und Aseko noch weiter vorne spielen.
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