Martin Hinteregger spielte eine bemerkenswerte Rückrunde im Eintracht-Trikot.

Als Martin Hinteregger am 31. Januar diesen Jahres zur Frankfurter Eintracht wechselte, wussten viele Anhänger rund um die SGE nicht, was sie vom Transfer des Österreichers halten sollen. Zwar war der 26-Jährige aus Augsburg und Mönchengladbach als beinharter Innenverteidiger bekannt, allerdings waren die Umstände seines Abgangs aus der Fuggerstadt Augsburg, wo er nach einem fragwürdigen Interview suspendiert wurde, vielen Fans noch im Kopf.

Heute, rund dreieinhalb Monaten später, ist von diesen Vorbehalten nichts mehr übrig. Hinteregger bedankte sich mit überragenden Leistungen bei den Verantwortlichen der SGE für das Vertrauen, das ihm entgegen gebracht wurde und entwickelte sich innerhalb dieser kurzen Zeit zu einem der Publikumslieblinge im Waldstadion. Diese Sympathie der Fans stößt bei Hinteregger auf Gegenliebe, wie der 26-Jährige im Interview mit dem Radiosender „hr3“ verriet. Ihm sei es vor allem zu Beginn leichtgefallen, sich in der Mannschaft zurechtzufinden: „Ich bin in eine fantastische Mannschaft mit einem Top-Trainer gekommen. Ich wollte das Vertrauen zurückgeben, nachdem mir Frankfurt die Chance gegeben hat. Ich hatte mit meiner Karriere fast schon abgeschlossen, da kommt Frankfurt daher und gibt mir noch einmal eine Chance. Ich habe von Anfang an gedacht: Als Dank gebe ich euch alles zurück, was ich habe.“

Besondere Beziehung zu den Fans

Und genau diese Einstellung zeigt der Innenverteidiger auch auf dem Platz. Seit er bei der SGE ist, absolvierte er zwanzig Spiele, in denen er auch zwei Tore erzielte: Zum Einen ein wichtiges Auswärtstor in der Europa League bei Schachtar Donezk, zum anderen den 1:0-Siegtreffer im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Aber nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive fällt der Österreicher auf. Knallharte Tacklings, präzise Pässe und überragendes Kopfballspiel – so spielte er sich in die Herzen der Fans. Zu eben diesen hat der Linksfuß mittlerweile ein ganz besonderes Verhältnis, welches man nach dem Rückspiel beim FC Chelsea sehen konnte, als er trotz eines verschossenen Elfmeters gefeiert wurde. Ein Umstand, der den ehemaligen Gladbacher durchaus stolz macht: „Nach dem Spiel in Chelsea gab es viel Leere und Enttäuschung. Aber wenn man das Bild, in dem ich von einem Fan umarmt werde, anschaut, zeigt es, wie es mir ergangen ist. Ich war enttäuscht, aber ich war auch stolz. Wenn man den Fans in die Augen geschaut hat, hat man gesehen, dass sie irgendwie auch glücklich waren, obwohl wir verloren haben. Wir kriegen die Unterstützung der Fans natürlich mit. Wir haben sie auf dem Weg ins Stadion schon mitbekommen. Das war keine normale Anreise, das waren pure Emotionen. Du hast das Feuer in den Augen der Leute gesehen. Das hat uns so sehr in das Stadion getragen, dass wir dann auch so eine Leistung abrufen konnten. Ohne die Fans wäre das nicht möglich gewesen.“

Ein Beweis für die besondere Beziehung ist der Fan-Song „Hinti Army“, der seit Wochen rund um die SGE zu hören ist. „Das ist einfach unbeschreiblich. Ich habe von dem Song  in der Länderspielpause erfahren und wusste noch gar nicht, was es damit auf sich hat. Mittlerweile werde ich jeden Tag mit der Hinti Army konfrontiert“, zeigte sich Hinteregger stolz. Dabei sei das Lied mittlerweile so populär, dass er sogar in der Mannschaft Ohrwurm ist. „Das aktuellste Beispiel: Heute lag ich bei der Behandlung, da kam Marco Russ rein und stimmt das Lied an. Neben mir lag Simon Falette und sang sofort mit. Wie oft ich Spieler erwische, die unter der Dusche kurz das Lied summen. Ich bin schon gespannt, wann er in Österreich in den Charts landet“, scherzte er.

Der Wunsch nach dem Verbleib

Bei all den tollen Leistungen haben verständlicherweise viele Fans recht, wenn sie befürchten, dass der Österreicher die SGE am Ende der Saison wieder verlassen muss, schließlich ist er nur vom Ligakonkurrenten FC Augsburg an die Eintracht ausgeliehen. Der Abwehrmann selbst betont aber, dass es sein Wunsch sei, bei den Hessen zu bleiben: „Ich habe so viel Spaß daran, hier in diesem Stadion zu spielen und die ganzen Emotionen mitzunehmen. Mein Wunsch ist allen klar. Wie mich hier alle von Anfang an aufgenommen und ins Herz geschlossen haben, so war es bei mir auch. Mein Wunsch und meine Bitte steht. Aber ab jetzt kann ich keinen Einfluss mehr nehmen.“ Ein großer Pluspunkt – und wohl auch einige Millionen mehr für die Ablösesumme – wäre der erneute Einzug der Eintracht in das internationale Geschäft. Für dieses Vorhaben brauchen die Adlerträger aber wohl mindestens einen Punkt im kommenden und letzten Saisonspiel beim FC Bayern München. Für Hinteregger ist das kein Ding der Unmöglichkeit. „Die Bayern und die Meisterschaft interessieren uns gar nicht. Was wir dieses Jahr in Europa erlebt haben, wollen wir wieder. Das war außergewöhnlich. Und deswegen wissen wir, was wir in München zu tun haben. Genau so werden wir das Spiel angehen. Bayern ist keine einfache Mannschaft. Aber gegen Chelsea haben wir bewiesen, dass wir gegen solche Mannschaften gut drauf sind“, zeigte sich der Verteidiger optimistisch.

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10 Kommentare

  1. Dein Wort in Gottes Ohr.
    Hinti muss am Samstag auf jeden Fall die „0“ stehen.
    Auf gehts Eintracht!

  2. Hinti, bist für mich der legitime Nachfolger von Gaetano Scirea <3, und das bedeutet absolut ganz oben, ernsthaft. Ihn zu erreichen bedeutet sehr sehr viel. Für mich hast Du diese Qualität!

    Hoffe er bleibt, Hinti brutalst Identifikationsmensch für SGE und uns Fans! Der darf nirgendwo hin, ausser zur SGE 🙂 !

    https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/eintracht-frankfurt-trapp-kuendigt-wohnung-vertrag-fuer-rode-61914828.bild.html

    habt ihr schon gesehen?

    Trapp kündigt Mietvertrag – PSG-Rückkehr bahnt sich an

    Drei-Jahres-Vertrag für Rode?

    sowie Chelsea… klar, die haben auch eine von Luka eingeschenkt bekommen 🙂

    sowie https://www.sport.de/news/ne3641934/eintracht-frankfurt-fuer-luka-jovic—chelsea-will-transfersperre-aushebeln/

  3. zu Trapp: klar kündigt er die Wohnung. Entweder geht es zurück nach Paris, oder er bekommt einen längerfristigen Vertrag bei uns. Dann wird er sich hier was kaufen 🙂

    Bei Jovic werden wir noch viel lesen. Und am Schluss bleibt er

  4. Hinti stellt am Sa (hoffentlich) den Polen kalt, dann sehe ich ne Chance auf en Punkt.
    Ich seh Lewandowski schon wieder dauernd hinfliegen, weil er kein Land sieht und wenigstens – wie immer – en Elfer schinden will…

  5. Leude…es ist echt langweilig schon zu dieser frühen Zeit (es ist noch 1 brutal wichtiges Spiel zu absolvieren!) jeden Tag von irgendwelchen Schreiberlingen von irgendwelchen windigen Sportportalen irgendwelche zumeist erfundenen Gerüchte zu lesen. Wer will wen wann und warum oder warum net bla bla bla….
    Mir wäre es eindeutig lieber man beschäftigt sich mit dem 34. Spieltag!
    Diese aufgeblasene Möchtegern-Medienwelt wo jeder von jedem abschreibt kotzt mich manchmal echt nur noch an…

  6. Gute Besserung Seppl! OP gut alles gut! Komm schnell wieder, am liebsten im Eintracht-Trikot!

  7. Ja die Gerüchte. Drauf gesch…..

    Aber schön, das mit Hinti zu lesen. Bei ihm kann man hinter allem einen grünen Haken machen. Es gibt kein Negativum. Er bringt nur Gutes mit im Gepäck

    Ja, die Frage kommt auf, ob man sich ihn leisten kann. Ich frage mich eher, ob man es sich leisten kann, auf ihn zu verzichten. Eigentlich nicht.

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