Hätte man einen Drehbuchautor gefragt, wie ein erfolgreiches und gleichzeitig spannendes Debüt für Albert Riera mit Eintracht Frankfurt aussähe, würde die Geschichte wie folgt ablaufen: Lange steht es 0:0, beide Kontrahenten liefern sich einen offenen Schlagabtausch ab. Die SGE präsentiert sich insgesamt, vor allem defensiv deutlich verbessert, die Spieler wirken selbstbewusster und in der 83. Minute schießt Nene Brown das goldene Tor zum ersten Sieg im neuen Jahr. Dass sich die Eintracht dann noch ein unnötiges Gegentor fängt und die Führung aus der Hand gibt, wäre sicherlich nicht Teil dieser Geschichte und würde dem Konzept des „Happy Ends“ gehörig widersprechen. Nun, da die Realität aber kein Film ist und sie eine andere Sprache spricht, steht am Ende ein leistungsgerechtes, aus Adler-Sicht dennoch ein bitteres, ärgerliches 1:1 gegen Union Berlin zu Buche. Zwischen neuer Euphorie und erneuter Ernüchterung lagen nur zwei Zeigerumdrehungen, ein Spiegelbild der bisherigen Eintracht-Saison.
Keine Rüge für Højlund: „Ich liebe meine Spieler“
Kaum bejubelte Albert Riera den vermeintlichen Siegtreffer, zeigte Sören Storcks nicht nur zu Recht auf den Punkt, sondern schickte den bereits gelb-vorbelasteten Oscar Højlund nach einem Klammergriff an Rani Khedira vorzeitig zum Duschen. Umso bitterer, da der Däne eigentlich bis dahin eine ansprechende Leistung gezeigt hatte. „Ich kann ihn nicht für sowas bestrafen. Ich liebe meine Spieler. Ich muss sie unterstützen. Ich muss ihnen Lösungen geben, und nicht ihnen die Fehler unter die Nase reiben. Nein, ich zeige ihnen Möglichkeiten. Ich habe ihm gesagt, dass er daraus lernen soll“, nahm Riera seinen Schützling in Schutz. Über Einzelaktionen wie über einzelne Spieler wolle der Fußballlehrer ohnehin nicht reden. „Fehler gehören zum Fußball dazu. Derjenige gewinnt, der weniger Fehler macht. Wir versuchen anhand von Konzepten die Fehler, die wir machen, zu reduzieren.“ Genau der eine Fehler war aber einer zu viel, der den Hessen zum wiederholten Male wichtige Punkte kostete. Wieder brachte sich die Eintracht durch einen individuellen Patzer selbst um den Lohn, und am Ende muss man sogar noch froh sein, dass man nach dem Platzverweis nicht komplett mit leeren Händen dasteht. Das ist das Paradoxe an der Geschichte. „Wir waren nah dran, das Spiel zu gewinnen. Wir haben es nicht gewonnen, weil wir ein Geschenk verteilt haben. Wir hätten das Spiel gewinnen können“, ärgerte sich auch der Spanier. Trotz eines verbesserten Auftritts, vor allem defensiv, ist es nur ein magerer Punkt, den die Adler aus der Hauptstadt entführen. Für den Trainer, der nicht nur auf Ergebnisse schaut, war die gestrige Leistung trotzdem ein Schritt nach vorne. „Ich habe meinen Spielern in der Kabine gesagt, dass ich es liebe, zu sehen, wie sie das Spiel genießen. Lange Zeit hatten sie nicht das Gefühl, der Boss, der Protagonist und dominant auf dem Platz zu sein“, schwärmte Riera.
„Selbstbewusstsein ist die Basis“
Die Einstellung stimmte, die Spieler wirkten deutlich selbstbewusster, befreiter und agierten erstmals seit Langem als Mannschaft. „Das ist die Basis, weil sie das, was sie machen, genießen müssen. Das Zweite, was ich von ihnen will, ist, dass sie mit dem Ball selbstbewusst sind. Wir haben den Gegner viel laufen lassen.“ Der Coach habe viele positive Dinge gesehen, aber „natürlich können wir es noch besser machen. Wir sind auf dem Weg, es besser zu machen. Wir haben den Gegner analysiert. Wir mussten den tiefen Abwehrblock knacken. Ich finde, du hast viele Momente, viele Positionswechsel gesehen. Wir sind ein Team, das nicht auf die Struktur achtet, sondern darauf, auf dem Platz Überlegenheit zu schaffen.“ Defensiv war die Abwehrreihe um Brown, Arthur Theate, Robin Koch und Rasmus Kristensen über weite Phasen sattelfest, offensiv fehlte es aber an Durchschlagskraft. In der ersten Halbzeit gaben die Gäste zudem keinen Torschuss ab. „Ich finde, dass die Spieler ruhiger agieren können. Sie hätten ein wenig mehr Chancen kreieren können. Aggressivität ist nicht nur ohne den Ball, sondern auch mit dem Ball wichtig, um mehr zu provozieren.“ Dass es seiner Mannschaft in den kommenden Spielen gelingt, davon ist Riera überzeugt. „Das kommt mit der Zeit, wenn du positive Ergebnisse erzielst, wenn du ein positives Gefühl hast. Ich bin mir sicher, dass sich die Spieler verbessern werden.“
Mit der gesamtmannschaftlichen Leistung und vor allem mit der Umsetzung seines Konzeptes, worauf Riera unheimlich viel Wert legt, ist der 43-Jährige zufrieden. „Generell war das ein Spiel, das wir unter Kontrolle hatten.“ Diese Kontrolle zeichnete sich bereits in den ersten 45 Minuten ab, sodass der Ex-Profi nur Kleinigkeiten anpassen musste. „In der Halbzeit haben wir die Struktur geändert, weil wir viel Platz hatten und wenn du viel Platz hast, dann kannst du den Gegner locken, indem er presst. Deshalb haben wir gesagt, dass Højlund offener und Götze mehr als Zehner agiert, weil wir ihn für den letzten Pass finden mussten.“ Ansonsten war der Coach mit allem, „mit der Energie, mit der Leidenschaft, die meine Spieler gezeigt haben, denn das ist das Mindeste, was ich verlange“, sehr zufrieden. Der Schlüssel ist, und das hat Riera mehrmals klargemacht, das Selbstvertrauen, das die Spieler brauchen und zurückerlangen müssen. „Allgemein ist es schön, wenn die Spieler das Gefühl haben, dass sie das Spiel kontrollieren. Nochmal, sie brauchen Selbstbewusstsein, wenn man bedenkt, wo sie herkommen. Wir brauchen das.“ Das sei die Grundlage, „den Spielern das Selbstbewusstsein zu geben, um den Gegner wehzutun und laufen zu lassen. Das haben wir über weite Strecken getan, bis zum Gegentor und dem Platzverweis.“ Die Einstellung, die Mentalität, das Frankfurter Selbstverständnis, alles scheint beim Europa League-Sieger von 2022 wieder zu stimmen. Jetzt müssen diese Errungenschaften in positive Resultate, sprich in Siege, münden. Am kommenden Samstag können die Adler mit kriselnden Fohlen aus Mönchengladbach den nächsten Gegner wehtun, um es mit Rieras Worten zu sagen.






36 Kommentare
Das Spiel nächste Woche wird unheimlich wichtig. Gegen Gladbach muss ein Sieg her, danach geht es gegen die Bayern.
Vielleicht ist ja Jonny dann zumindest eine Alternative und Knauf wird wieder dabei sein. Ich bin jetzt mal ganz vorsichtig um nicht zuviel Kritik zu äußern....mit Doan, Götze und Chaibi war das offensiv schon sehr behäbig und ungefährlich. So eine Aktion wie von Jupp vor dem 1:0 habe ich von keinem gesehen. Deshalb und Achtung nur meine Meinung, vielleicht mal Jupp für Doan gegen Gladbach, kann aber jeder gerne anders sehen
Zitat Albert Riera:"Ich liebe meine Spieler. Ich muss sie unterstützen. Ich muss ihnen Lösungen geben, und nicht ihnen die Fehler unter die Nase reiben."
Die Lösungen müssen der Trainer und sein Team geben. Aber ansonsten wäre es schön, wenn sich viele hier seine Worte zu eigen machen würden.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich zum Deppen mache, aber wer ist Jupp?
Heute schaue ich die Konferenz seit langer Zeit unter anderen Vorzeichen...früher habe ich mich über die Patzer von BvB, Stuttgart, Leipzig etc. gefreut. Jetzt bin ich eher dankbar, wenn die Mannschaften hinter uns verlieren würden und gerade sieht das nicht so gut aus ;-)
ayoube-amaimouni-echghouyab
Genannt Jupp....
So schreiben ihn die Heynckes-Fans ;) :-D
Da er Ayoube heißt, find ich 'Youb' macht mehr Sinn. Kann natürlich jeder machen, wie er will...'Ayoube' ist auch nicht sooo schwierig.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab, unser neuer Mann auf dem Flügel. Macht jedes Mal, wenn er reinkommt, tierisch Alarm. Und ist in dieser Zeit meist gefährlicher als Doan. Klasse Typ.
Klingt zwar abgedroschen, aber wenn gegen Gladbach (natürlich alles andere als einfach) nicht gewonnen wird...wann dann? In München, daheim gegen Freiburg, in Pauli und dann erst daheim gegen Heidenheim? Leider machen seit Wochen die Narren aus Rheinlandpfalz vor, wie man aus der Krise kommt.
Gestern war ein guter Neubeginn (zwei Bundesligaspiele zu spät), Vertrauen in den neuen Trainer, aber hoffentlich haben wir dann auch das notwendige Spielglück und hoffentlich ist Jonny am Samstag schon wieder einsatzfähig. Viel hoffentlich, aber hoffentlich klappt's auch.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab, kurz "Jupp". Wobei "Amaimouni" eigentlich auch noch ganz flüssig über die Lippen geht.
-„Ich habe meinen Spielern in der Kabine gesagt, dass ich es liebe, zu sehen, wie sie das Spiel genießen. Lange Zeit hatten sie nicht das Gefühl, der Boss, der Protagonist und dominant auf dem Platz zu sein“, schwärmte Riera.
Ich hoffe mit diesem positiv verrückten Fußball- Lehrer aus Spanien kommt die Wende. An Motivation mangelt es ihm jedenfalls nicht. Und gg Union lief auch schon vieles besser, bevor wieder so ein Totalaussetzer kam. Das unnötige Holjund Foul und das anschließende Nicht- halten des haltbarsten Elfmeter ever, das alles kommt einem irgendwie vor wie verhext.
Ein Sieg gg Gladbach wäre so wichtig...
Man kann natürlich auch überall etwas hineininterpretieren..)
Ich war mal beim Training und da haben ihn die Mitspieler halt immer Jupp gerufen.
Glaube, dass es tatsächlich intern so als Gag gerufen wird, 'youb' würde man dann wohl etwas weicher aussprechen. Vielleicht diskutiert ihr das mal direkt mit den Spielern aus. Ich bin da raus...)
In der jetzigen Verfassung (man reißt sich alles mit dem Hintern ein) brauchen wir gar nicht von Europa reden. Der Blick sollte eher nach hinten gerichtet werden
Jawohl Herr Lehrer!
Wir werden jetzt nur noch Gedichte und Aufsätze schreiben, die Deinem Gemüt schmeicheln, das Team lieben und den Trainer bewundern.
Besser so?
Auch ich kannte, wie die anderen Wissbegierigen hier, auch nicht den Spieler Jupp.
Jupp find ich gut, als Namen und als Spieler. Wenn der so weiter macht, haben Krösche und Co. sehr gut gescoutet. Der machte gestern in wenigen Minuten so richtig Alarm.
Ich versuche immer Verständnis zu haben, wenn Spieler schlechte Leistungen bringen. Aber Doan, jetzt nicht mehr mit den zu großen Defensivaufgaben betrachte, spielt weiterhin unterirdisch. Riera wird's mitbekommen haben.
Ich hab es letzte Woche schon gesagt und nach den Spielen heute gilt das jetzt erst Recht. Der Blick muss auch nach unten gehen, die Mannschaften von hinten kommen immer näher. Jetzt gewinnt auch St. Pauli noch, Mainz sowieso. Aber unsere Offiziellen reden immer von Europa. Ich hoffe, dass sie das intern erwas realistischer sehen. Gegen Gladbach entscheidet sich der weitere Verlauf.
Ich Blicke doch nicht 13, in Worten dreizehn, Spieltage vor Schluss auf die Mannschaften vor und hinter uns. Das macht man 2-3 Spiele vor Saisonende. Es gibt noch 39 Punkte zu holen. Daher schaue Ich nur auf uns. Und schon in Spiel eins unter Riera sah man vieles was weitaus besser war, als davor. Also werden noch einige der 39 möglichen Punkte auf unserem Konto landen. Wir können auch ein Jahr ohne Europa. Aber nicht noch eine spielerisch so absurde Saison wie diese hinlegen. Daher sollte, und wird glaube ich auch von den Veranwortlichen so gesehen, der Fokus auf das antrainieren und einspielen der neuen Taktiken liegen. Damit die nächste Saison wieder eine richtige SGE auf dem Platz steht.
Dazu muss dann aber halt auch mal die Mannschaft gehalten werden, ansonsten bringt das anlernen jetzt für die nächste Saison nicht viel.
Tatsächlich denkt man ohne Europa werden uns einige verlassen wollen, auf der anderen Seite nach so einer Saison auch für den Spieler nicht die besten Voraussetzungen für den nächsten Schritt....eigentlich ist für Larson und Co erst mit Sitzenbleiben angesagt
Mal was anderes, habt ihr den Elfer von Mainz gesehen?
Vergleicht mal diese Berührung (wenn überhaupt) mit der von Andrich gegen uns....Das ist Wahnsinn
Hab ich mir vorhin auch gedacht, der Augsburger hat ihn gar nicht getroffen und nach 3 Minuten VAR gibt's Elfer für Mainz. Unerklärlich wie die Szene Andrich gegen Kali anders entschieden werden konnte!
4 oder wieviele Tage hatte Riera?
Trotz aller Tristesse nach vorne (und ich habe mich während des Spiels geärgert) habe ich einige Fortschritte gesehen. Augenscheinlich: Wir haben nur ein Tor kassiert, durch einen Elfer. Wenig zugelassen, außer als Robin oder Santos Union eingeladen haben.
Zudem waren wir vertikaler (nicht in allen Phasen), haben aber sehr wenig nach vorne geschafft.
Dennoch haben wir den Torhüter deutlich weniger ins Abwehrspiel eingebunden und mehr Passoptionen angeboten, also mehr Laufarbeit,Tempowechsel einiger etc.
Negativ sind mir dabei Doan aufgefallen, der sich oft versteckt und wenig bewegt hat - er sollte durch den deutlich gradlinigeren Amaimouni ersetzt werden, zudem Chaibi, quasi als Geist unterwegs, Larsson - deutlich neben Hojlund abgefallen.
Über Bahoya und Santos brauchen wir nicht mehr zu reden. Die Liga und Welt weiß, dass wir quasi die einzige Truppe sind, deren Torwart in jedem Spiel mehrfach patzt. So hat er einen lächerlichen Elfer reingelassen und am Ende durch seinen Fehlpässe fast noch das Spiel verloren. Auch vorher schon im Strafraum rumgeirrt. Hier muss ein Wechsel erfolgen!
Insgesamt habe ich trotzdem sehr viel Positives gesehen.
Ich würde mir wünschen, dass Brown auf der 6 neben Hojlund spielt, da beide Spieler überlaufen und so für Freiraum sorgen können, Kosugi nach links geht und rechts außen Amaimouni für Doan spielt, genauso wie Zetterer für Santos reinsollte.
Das Spiel war ein deutlicher Schritt nach vorne.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab hat den Spitznamen "Jupp" seiner Zeit in Erkenschwick erhalten. Dat geht hier ´n bissken flüssicher über de Lippen.
Von Auftritten auf Pressekonferenzen können wir uns natürlich nichts kaufen. Aber ich möchte trotzdem mal erwähnen, dass ich eine Sache bei unserem neuen Trainer wirklich sehr feiere. Er weigert sich beharrlich, über einzelne Spieler zu sprechen, er möchte lieber über das Team, über das Kollektiv sprechen. Das tut echt gut, auch wenn es einige Journalisten noch nicht verstanden haben.
Zum Beispiel Herr Durstewitz, den ich zugegebenermassen nicht besonders leiden kann, weil er immer so hinterhältig fragt. Auch gestern wieder: Können Sie uns erklären, warum Santos den Ball nicht gehalten hat. So eine saublöde Frage. Schön, dass Riera da nicht drauf einsteigt.
Und noch was finde ich wohltuend. Im Gegensatz zu vielen Leuten möchte Riera nicht so gerne über Probleme sprechen oder über das was nicht funktioniert, sondern lieber über Lösungen und Möglichkeiten.
Eckhart von Hirschhausen hat mal sinngemäss gesagt, dass es viel effizienter ist, an seinen Stärken zu arbeiten und darin zu investieren als sich mit seinen Mängeln zu beschäftigen. Ich weiß nicht, ob man das komplett auf Fußball übertragen kann. Geht wahrscheinlich nicht ganz, aber die Idee dahinter finde ich richtig gut. Und Riera scheint auch in die Richtung zu gehen.
Danke hatte es eben auch gegoogelt. Dachte mir bevor ich jetzt als Bauer dastehe und mich belehren lassen muss, dass es doch vielleicht abwertend gegen ihn ist( man sollte ja vorsichtig sein).
Scheint auch neben dem Platz ein geiler Typ zu sein, nach dem Bericht den ich gefunden habe, kam er beim ersten Training in Hoffenheim an und stellte sich als Jupp vor.
Wer hat dir denn in den Frühstückskaffee gespuckt?
Fürn Uffpasser haste erstaunlich wenig uffgepasst
Da gebe ich Dir und Hirschhausen recht und ich glaube auch, dass unser neuer Trainer vor allem auch diesen Ansatz wählt, um schnell das Selbstvertrauen zu stärken. Ich glaube tatsächlich, dass dies auch das größte Problem ist, wahrscheinlich auch in kaum einem Bereich so wichtig wie im Sport.
Allerdings wird intern zukünftig natürlich anders gesprochen, denn genau zb Højlund zeigt in aller Brutalität, dass es vor allem gilt an Fehler zu arbeiten. Der beste Spieler wurde durch einen Fehler zur tragischen Figur. Und nüchtern betrachtet ist natürlich jedem Sportler klar, dass Santos wenn er sich nicht fängt nach der Saison einen Schnitt braucht. Egal welche Brille man auf hat, einen solchen unruhe Herd im eigenem Tor habe ich in der Bundesliga selten gesehen. Dies sage ich mit großem bedauern, da ich ihn sehr mag und er mir irgendwie auch leid tut.
Ich glaube dies wird vom Trainer schon sehr gut gemacht, nach außen alle stärken und selber etwas polarisieren. Kann natürlich für ihn sehr blöd ausgehen.
Sorry sollte auf Nr.21 sein , hat er irgendwie nicht übernommen
Habe gerade das Leverkusen Spiel in Gladbach gesehen. Das ist wohl der Ballbesitzfussball, den Toppmöller eigentlich spielen wollte. Wenn ich dieses triste Ballgeschiebe sehe, will ich bei allem Erfolg, den Leverkusen meisten damit hat, nie nie nie, dass unsere Eintracht so spielt - grausam. Auch hier hat das hintenrum gespiele mit dem Torwart nicht geklappt, wie so oft bei uns auch. Ich verstehe diese Taktik einfach nicht, habe sie auch bei Toppmöller nie verstanden.
Das ist doch mal wieder so ein typisches Beispiel dafür, dass man seinen Spitznamen als Trikotbeflockung nehmen können sollte. Das wäre für alle gut, für den Spieler, die Schiris, alle Verantwortlichen, die Moderatoren und die Fans. Nur Deutschland sträubt sich mal wieder dagegen weil "haben wir schon immer so gemacht". Was zum Teufel spricht denn dagegen? Vielmehr wäre das für die internationale Vermarktung, wenn man nicht irgendwelche internationalen Moderatoren und mögliche Fans zwingen würde, Namen wie "Błaszczykowski" auszusprechen, obwohl der Mann den super-eingängigen Spitznamen "Kuba" hat. Bei "Błaszczykowski" muss wahrscheinlich selbst ein Pole jedes Mal googlen, wie man das nochmal schreibt, das macht doch überhaupt keine Sinn. Im portugiesischen praxchruam ist es normal, das man sich einfach einen coolen Spitznamen wie "Hulk" verpassen kann, vermutlich weil die in Wirklichkeit fast alle ewig lange Nachnamen haben. Das wär doch geil, "Jupp, "Icke", "Dr.Hammer" usw.. "Zecke" Neuendorf hat extra Bilder gemalt, die an Hertha-Fans versteigert und sich das als Künstlernamen angemeldet, sosnt hätte er das auch nicht gedurft...
Der Ballbesitzfußball, den viele anstreben, ist eher der von Leverkusen unter Alonso, jetzt bei Bayern, ManCity oder Arsenal bzw. Frankreich 1998, Spanien 2010-aktuell etc., . In der Kurzzusammenfassung sieht das dann oft gut aus nach einem 3:0, es muss einem aber immer klar sein, dass auch bei denen das Spiel 90 Min.+ geht und in den anderen 87 Minuten ja auch noch was passiert ist, da geht auch viel schief, es wird vorher gestört oder in die Wolken geschossen etc.. Ich habe oft das Gefühl, dass jeder Moment, in dem es mal nicht von Erfolg gekrönt war, immer gleich dazu führt, dass Leute das gesamte Konzept infrage stellen. Dabei träumt ja wohl niemand ernsthaft vom Union-Zerstörer-Fußball, jedes Team würde Gegner gerne dominieren, für Bayern/ManCity-Fußball müsste man allerdings die formstärksten, fertig ausgebildeteten Spieler immer behalten und mehr zukaufen, sie nicht jedes Mal direkt wieder abgeben, wenn sie den Peak erreicht haben. Das ist jedoch alternativlos, die Kohle hat die Eintracht nicht, nur so kann man derart große Talente verpflichten, die Lücke zu den Top 20 Europas schließen und eventuell ein paar Plätze aufholen.
Das Konstrukt basiert jedoch nicht nur auf Transfererlösen, es ist komplex.
Bayer und Wolfsburg sind Werksvereine, haben z.B. Ausnahmegenehmigungen bzgl. der 50+1 Regelung, Bayern hat in der Tat ein fettes "Festgeldkonto". Zwar hält der Verein selbst ca. 75 Prozent in der Bayern AG, aber die restlichen Anteile halten große Player.
Unseren hohen Einnahmen aus Ablösesummen stehen jedoch auch u. A. hohe Ausgaben für Spieler gegenüber, die "floppten". Z.B. ca. € 25 Mio im Soll für Wahi
sind für uns sehr schmerzhaft und hemmten uns ja auch jetzt schon in der Winter-Transferphase. Es ist ein schmaler Grad und auch nur eine Saison ohne zusätzliche europäischen Einnahmen tuen Klubs wie uns schon richtig weh. Es ist glücklicherweise nicht nur das große Geld, um Erfolge möglich zu machen, nehmen wir den FC Freiburg als Beispiel. Aber grundsätzlich hast du natürlich Recht, der Erfolg im Profifußball/Profisport ist höchst finanzdominiert.
Klasse Kommentar. In wenigen Worten sehr wesentliche Sachen gut zusammengefasst.
"Es ist glücklicherweise nicht nur das große Geld, um Erfolge möglich zu machen, nehmen wir den FC Freiburg als Beispiel."
Auch wenn das ein bisschen OT ist, muss ich da trotzdem einhaken. Ich lebe ja seit fast fünfzehn Jahren hier im Exil im SC Land (zu Deinem Schreibfehler, den Freiburger FC gab es übrigens auch mal, das ist der Stadtrivale vom SC; und sogar einen FC Schwalbe Freiburg = witzigerweise, der Vorgängerverein vom SC, aber das ist eine andere Geschichte).
Es ist natürlich eine Frage, wie man Erfolg und großes Geld definiert. Ergebnistechnisch sind sie auf jeden Fall seit einigen Jahren echt gut dabei. Aber die Spielweise des SC ist einfach grauenhaft. Ich werde mir am Montag wieder von meinen lieben Kollegen ganz andere Sachen anhören dürfen. Wie toll der SC am Wochenende gespielt hat, werden sie sagen, gegen ein ebenfalls grauenhaftes Bremen, ich habe das Spiel komplett gesehen. Da war einfach nur nichts, was einen selbst als neutraler Zuschauer von den Sitzen gerissen hätte. Der SC hat gegen ein grottenschlechtes Werder nichts auf die Reihe gebracht. Wie immer beim SC.
Dieser Verein kann nur zerstören und nicht spielen. Einfach nur Antifussball. So was möchte ich bei der Eintracht bestimmt nicht sehen. Und auch wenn wir in den letzten Monaten von der Spielweise her nicht verwöhnt wurden, so wollen wir doch in eine andere Richtung gehen (hoffentlich).
Zum großen Geld. Da hast Du natürlich Recht, ganz groß ist es beim SC nicht. Aber 171 Millionen Marktwert (= 8. Platz) ist auch nicht gerade Nichts, oder?
Dieses Märchen vom SC, was Sie hier gerne bedienen: wir sind die Kleinen, wir sind die Kleinsten in der Bundesliga. Bei uns wird noch richtig Fußball gelebt. Fußball mit Herz ... bla bla bla, ist nicht ganz richtig. Hier geht's auch um harte Währung und hier wird auch gewildert, nur halt bei den Vereinen, die eine Nummer kleiner sind. Viel aus der 2. Bundesliga, Schweiz und regional natürlich. Im Prinzip dasselbe Prinzip.
Es passt gut zum Narrativ der Gegend hier. Wir sind die Guten und Freiburg ist halt auch nun mal das Herz das Gutmenschentum in Deutschland. Hier sind die Grünen grüner, die Linken linker und Bio bioer ... Es geht angeblich um Gleichheit, Toleranz und Liberalität, und sonst nichts anderes, aber bei der Verteidigung der Toleranz und der Liberalität darf es auch ruhig untolerant und unliberal zugehen. Das ist dann legitim.
Und natürlich ist auch der geliebte SC das Allerreinste und es geht wirklich nur um Fussballromantik.
Seit Jahren blenden die sehr erfolgreich die ganze Nation und stellen sich als die Lieben, Armen aus dem Südwesten dar. Fans und Tradition haben die eh nicht. 75% der Leute (gefühlte Schätzung meinerseits, sorry) die ins Stadion gehen waren in den letzten 20 Jahren "Fan" von einer anderen Mannschaft ( Bayern, HSV, Dortmund, Köln etc.). Weil es Hipp ist, Fußball in der Nähe zu sehen, rennen alle hin .
Dieser Verein und das Umfeld "profitiert" auch von einer seit Jahren völlig unkritischen Presse, die nichts aber auch gar nichts an diesem Verein in Frage stellt.
Seit ich hier unten lebe durchschaue ich das immer mehr, es ist doch ein wenig einseitig, und, Pardon, auch teils ganz schön verlogen.
Danke für deine eigenen Einblicke und die ausführliche Schilderung.
Und sorry für meinen Schreibfehler
(es war definitiv keine Analogie zu
"Schalke 05").
Klar, SC Freiburg
Schönen Sonntag noch.
Wenn jonny wieder fit ist würde ich versuchen youb rechts (knauff) und mal doan auf links und Flanken Flanken Flanken.
Das ist bei uns zur Zeit gar nix (ist ja keiner im Zentrum).
Deshalb finde ich es doan auf rechts bissi verloren. (er hat auch nicht die Geschwindigkeit wie robben)
Danke Dir. Klar, das ist natürlich nur meine Sicht.
Das mit dem Schreibfehler war ja kein Ding. Ich fand es nur witzig und hab den Ball aufgegriffen.
Gleichfalls einen schönen Sonntag.
Ich könnte mir vorstellen, dass das seit langem mal eine relativ ruhige Woche wird (Eintracht mäßig). Kein Spiel zwischendrin, kein neuer Trainer, kein Transfer.
Ich freue mich und hoffe darauf, dass die Woche Riera mit der Mannschaft noch viele weitere Fortschritte erzielt. Und das wenigstens ein Verletzter zurückkommt.
Da halte ich dagegen. Mein ganzes denkendes Leben lebe ich in der Randregion des SC, seit 18 Jahren fast mittendrin.
Das Wie und Miteinander sowie die Fankultur wird meiner Erfahrung nach schon ewig so zelebriert.
Da sehe ich bei der Eintracht einen deutlich stärkeren Zuwachs von Erfolgsfans (soll nicht abwertend sein, sondern damit gemeint sein, dass Sympathien mit dem Erfolg zu mehr wurden und damit auch der Anspruch).
Wenn du Streich mehrfach auf dem Fahrrad auf dem Weg ins Stadion angetroffen hast, mitbekommst, wie auch die Spieler im Leben der Stadt teilnehmen, sehe ich beim SC einen herzlichen in der Gegend tief verwurzelten Traditionsverein und nichts Verlogenes.
Was das Gebashe mit grüner, linker und mehr Bio soll, verstehe ich nicht. Wenns dir nicht gefällt, zwingt dich niemand da zu leben. Jede Region tickt anders, das muss weder besser noch schlechter sein, einfach anders und machts bunter. Der Vergleich habe ich mit Freunden und Familie überall in D verteilt.
Guuude!
Das sehe ich absolut genauso wie Du.
Kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, mit meinem Vater ins Waldstadion gegangen zu sein und die Tickets an der Tageskasse geholt zu haben. Fußball ist halt spätestens seit der WM 2006 so richtig angesagt und für jedermann ein Event da auch mal ins Stadion zu gehen. Das ist in Freiburg nicht anders als bei uns oder in Köln oder Hamburg.
Ich kenne ein paar Freiburg Fans und war mit denen bei einem Auswärtsspiel als es zu Beginn so schlecht lief für die. wie die sc fans nach ihrem verkorksten Saisonstart reagiert haben. Das war schon phänomenal, ganz nach dem Motto: "tja, dann spielen wir diese Saison gegen den Abstieg. Ist dann eben so. War auch klar, dass es uns irgendwann wieder passieren wird." da wurde nicht Mannschaft, Verein oder Trainer in Frage gestellt. Da wurde ruhig geblieben. Und das ist für mich ein Hauptgrund, warum die jetzt wieder um Europa spielen als um den Abstieg...Klar ist auch einfacher, mit der Medienlandschaft dort. Aber trotzdem auch ein Großteil der Supporter scheint ruhig und besonnen zu bleiben...
Denke viele Vereine und Fans sollten sich da ne Scheibe von abschneiden...
Dass wir ne Situation bekommen, wie wir sie jetzt haben. Das war sowas von vorhersehbar und klar. Ich hätte auch an Dino festgehalten und versucht Ruhe zu bewahren. Erwartungshaltung bisschen realistischer kalibrieren. Wir sind nicht bvb oder Bayern.... Dahinter geht's extremst eng zu und wäre vermessen zu meinen, man hätte jedes Jahr internationalen Fußball quasi in der Tasche.
Bin persönlich zufrieden, wenn wir dieses Jahr im Mittelfeld bleiben und mir ziemlich sicher, dass es dann nächste Saison besser wird. Aber nur wenn man Ruhe bewahrt und nicht direkt alles hinterfragt und kaputt redet...
Guuuuuuuuuuuude
Wieso, was spricht denn dagegen, Fan von 2 oder mehr Vereinen zu sein? Wieso sollten das deswegen "scheinheilige" Erfolgsfans sein? Wenn einer aus Hamburg kommt oder da Verwandtschaft hat, wird er vielleicht immer ein bisschen mit dem HSV mitfiebern. Das heißt ja nicht, dass er dann nicht ehrlich für Freiburg ist, wenn er inzwischen seinen Lebensmittelpunkt da hat und höchstens bei Spielen gegeneinander ein wenig hin- und hergerissen ist.
Freiburg kauft natürlich auch Spieler dazu, aber hat 6 Spieler aus den eigenen Reihen in der Startelf. Die Jugendteams spielen deutschlandweit seit über 30 Jahren eine wichtige Rolle. Also davon kann die Eintracht doch nur träumen. Wir haben jetzt jahrelang einen aus der eigenen Jugend im Team gehabt mit Chandler bzw. eher einen halben, da Chandler nicht spielt und eher dem Betreuerstab zuzuordnen ist. Burkhardt ist immerhin mal einer aus Hessen. Jetzt kommt einer mit Ebnoutalib dazu, der zwar aus Frankfurt kommt, aber nicht bei der Eintracht ausgebildet wurde, na toll... Da ist es ja wohl blanker Hohn, wenn du den Freiburgern die Authentizität absprichst. Die Eintracht ist auf einem guten Weg, inzwischen wurde im Jugendbereich einiges nachgebessert, aber es ist noch ein sehr weiter weg bis zu einem Output wie bei Freiburg. Der Fokus ist auch deutlich mehr auf dem Wildern, vor allem im Ausland.
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