Makoto Hasebe denkt aktuell noch nicht ans Aufhören. (Bild: Heiko Rhode)

Nach dem Claudio Pizarro in diesem Sommer mit 41 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat, ist Eintracht-Ikone Makoto Hasebe in dieser Saison der älteste Bundesliga-Profi . In einem Interview auf „Eintracht.de“ äußerte sich der 36-Jährige in einem langen Gespräch über seine Fitness, seine Familie aber auch seine Zukunft und was ihm die Eintracht bedeutet.

Sein erstes Geheimnis, wieso er in so hohem Fußballer-Alter noch spielen kann, hält Hasebe nicht lange zurück: „Fußballer müssen gut essen! In den über 15 Jahren, in denen ich Bundesliga-Profi bin, habe ich fast kein Alkohol getrunken. Stattdessen esse ich sehr viel Gemüse und Salate. Das hat mir auch sehr gut geholfen bislang!“ Geht es nach dem Japaner, dann kann seine Karriere noch gerne länger andauern. Sein großes Vorbild sei der Japaner Kazuyoshi Miura, wie er verriet. Miura ist mit aktuell 53-Jahren immer noch als Fußballer aktiv und damit der älteste Fußball-Profi der Geschichte. Hasebe und er seien gute Freunde, so der Adlerträger weiter, Miura habe ihm gesagt, dass Fußballer stets gut essen, gut schlafen und gut regenerieren müssten. „Das habe ich alles von ihm gelernt.“ Auch wenn der Frankfurter Defensivspezialist am liebsten noch sehr lange weiterspielen würde, so bleibt er dennoch realistisch. „Die Bundesliga hat natürlich eine enorm hohe Qualität. Hier spielen sehr gute Spieler und es kommen dauernd junge Profis nach. Das macht es sehr schwierig, aber ich gebe mein Bestes.“ 

Hasebe habe bisher sein gesamtes Leben dem Fußball untergeordnet. Natürlich sei es sehr schwierig, 24 Stunden am Tag nur für den Fußball zu leben. Vor allem auch, weil er Familie in Frankfurt habe. „Meine Kleine ist drei Jahre alt. Sie möchte auch gerne mal mit mir in den Park oder irgendwo anders hingehen. Aber dann muss ich manchmal auch einfach absagen, weil es gerade nicht in meinen Fußball-Alltag passt. Aber natürlich werde ich nach meiner Karriere überall mit meiner Tochter hingehen, wo sie will.“ Selbstverständlich sei ihm seine Familie wichtig, so Hasebe weiter, aber Fußball sei ihm eben auch sehr wichtig. „Fußball ist für mich alles. Es ist mein Hobby, mein Beruf und mein Leben!“ 

Hütter adelt Hasebe

Da kann auch Cheftrainer Adi Hütter nur zustimmen, der Hasebe regelrecht adelt: „Ich glaube, Hasebe ist der beste Profi, den ich jemals trainiert habe. Ich habe schon mit vielen tollen Profis zusammen gearbeitet. Aber wenn ich sehe, wie alt er schon ist und welche Professionalität er an den Tag legt, dann ist das schon etwas besonderes. Wenn er spielt, ist er für mich eine absolute Augenweide, aber auch wenn er nicht auf dem Platz steht und ich sehe wie professionell er sich verhält, dann ist das schon einzigartig.“ Hasebe sei ein wahnsinnig mannschaftsdienlicher Spieler und auch seine Qualitäten auf dem Platz dürfe man bei allem drumherum nicht vergessen. „Seine Spieleröffnung, seine Technik, aber auch sein Spielverständnis. Er denkt vom Kopf her schneller, als die gegnerischen Stürmer, die fast alle schneller laufen können als er.“ Man könne, so Hütter, in der Deutschen Bundesliga in einem so hohen Alter nicht mehr bestehen, wenn man nicht eine top professionelle Einstellung mit besonders guter spielerische Qualität vereine. 

Doch natürlich merkt auch Hasebe mittlerweile, dass er kein Jugendspieler mehr ist. „Natürlich merke ich mein Alter. Wenn ich mal 90 Minuten durchgespielt habe, dann fühle ich mich am nächsten Tag wie ein Stein“, sagt er lachend. Dass er mehr Zeit für die Regeneration braucht, sei ihm dabei vollkommen bewusst. Deswegen lasse er sich auch jeden Tag professionell behandeln. 

Ob er nach dieser Saison schon endgültig aufhören möchte, will Hasebe jetzt noch nicht entscheiden.  „Nachdem ich 31 oder 32 Jahre alt geworden bin dachte ich mir jedes Jahr: ‚Diese Saison wird meine letzte‘. Aber Gott sei Dank kann ich mit mittlerweile 36 Jahren immer noch weiterspielen.“ Daher mache sich der bescheidene Japaner auch derzeit überhaupt keinen Kopf darum aufzuhören, sondern konzentriere sich voll und ganz auf seine Aufgabe. „Ich kann nie sagen, was nächstes Jahr ist. Ich kann immer nur sagen, was jetzt gerade ist .“ 

„Ich will Fußball verstehen und nicht nur spielen“

Aber Fakt ist, dass es auch ein Leben nach der Karriere gibt. Und auch, wenn Hasebe lieber im Hier und Jetzt lebt, muss er sich langsam aber sicher darüber Gedanken machen. Und das tut er:  „Darüber denke ich viel nach und stelle mir die Frage: ‚Wo sehe ich mich?‘ Ich würde gerne in Deutschland meinen Trainerschein machen, weil das hier auf sehr hohem Niveau möglich ist. Außerdem bin ich jetzt schon Markenbotschafter von Eintracht Frankfurt und habe mich bereits intensiv mit der Marketingabteilung ausgetauscht, auch was internationale Kooperationen betrifft. Eine Position als Teammanager wäre für mich interessant. Aber wo es genau hingeht, ist noch offen.“

Mit Adi Hütter tausche sich Hasebe oft über den Job als Trainer aus. Das sei sehr lehrreich und habe ihm deutlich gemacht, dass Trainer und Spieler zu sein zwei gänzlich unterschiedliche Dinge sind. Aber Hasebe ist inzwischen in einem Alter, in dem er auch als Spieler versucht, sich in den Kopf eines Trainers hineinzuversetzen. Während er bis er Mitte 20 war noch wenig nachgedacht habe und einfach nur auf dem Platz stehen und spielen wollte, setzt er sich heute mit den Geschehnissen auf dem Feld intensiver auseinander: „Mittlerweile denke ich viel mehr über unsere Taktik und meine Disziplin nach. Ich beobachte auch genau, wie Adi uns trainiert und versuche zu verstehen, warum wir manche Dinge so trainieren. Ich will Fußball verstehen und nicht nur spielen.“

- Werbung -

22 Kommentare

  1. Ein Musterprofi! Wo manch anderer Berufskicker wäre, wenn die äußeren Faktoren so optimiert werden würden…

  2. Ist für mich immer unser „wahrer“ oder insgeheimer Capitano gewesen .Freue mich über jede Vertragsverlängerung mit unserem Hase und würde mir wünschen, einige würden sich eine Scheibe von seiner Persönlichkeit abschneiden….Möge er noch lange gesund und fit für unsere SGE bleiben.

  3. Hasebe ist schon wirklich ein absolutes Unikat. Ich habe außer Pirlo und eventuell Alonso niemanden gesehen, der Fußball so gut versteht, so gut fühlt wie er. Es ist wirklich als wüsste er schon vor dem Gegner, wohin dieser gleich den Ball spielt, stellt sich dort hin und wartet auf den Ball. Wer hätte gedacht, was für eine unverzichtbare Größe er in unserem Team wird, als er vor über sechs Jahren ablösefrei aus Nürnberg zu uns kam.

    Ich hoffe, dass er uns noch möglichst lange als Spieler und danach in anderer Funktion im Verein erhalten bleibt. Ich habe mal gelesen, dass es seiner Frau in Frankfurt sehr gut gefällt.

  4. Musterprofi, und absolut symphatisch. Das er am Freitag schnellster Spieler mit 34,etwas km/h war ist verblüffend.

  5. Eintracht-Denkmal verdächtig, ihn zu binden, und zwar nicht nur als Markenbotschafter, wäre toll.

  6. Der sollte junge Nachwuchsspieler coachen was es heisst nachhaltig gut Profifußball zu spielen

  7. Dr. Hammer, könnte passieren. Scheint so, als ob er noch ein paar Jahre im Tank hat

  8. Ich glaube dass das Forum nirgends so einig ist, wie bei der Hochachtung von Hase. Ein echtes Vorbild.

    Adlermachts Vorschlag, dass er nach seiner Karriere zu Einstellung und Verhalten auf und besonders neben dem Platz eine Coachingfunktion einnehmen sollte, finde ich sehr gut. Aber warum auf Nachwuchsspieler beschränken? Davon können doch auch junge Profis profitieren – und tun sie vermutlich bereits.

  9. aus jahrzehtelanger Erfahrung im Beruf mit viel Führungsverantwortung kann ich nur sagen : Ja zum Coaching !
    Grundsätzlich machst du damit die Menschen und deren Leistungen besser, …. wenn diese es aber auch annehmen.
    Doch was du niemals erwarten kannst, dass plötzlich alle „beste Rennpferde“ werden.
    Die letzten Prozent, die dich zum Vorbild machen, zum Leistungsträger und Musterprofi, das muss in der DNA, im Leben und Fühlen vorhanden sein und du musst es mit jeder Faser wollen.
    Danke dafür : Makoto
    Forza SGE !

  10. Hoffe inständig, dass es Rönnow zu einem anderen Club als Schalke zieht, damit wir wenigstens noch eine ordentliche Ablöse bekommen. Schalke wäre ohnehin nur eine Leihe drin, ein Tausch mit Schubert wäre eh vom Tisch. Was bringt uns eine Leihe, wir müssen die neue Baustelle schließen!

  11. Rönnow, wenn es so läuft wie in der Gerüchteküche, sind hier wohl alle zufrieden!??!

    Die Nummer zwei der Eintracht wird es wohl zum FC Schalke 04 ziehen. Laut der dänischen Zeitung ‚BT‘ wird der Deal innerhalb der nächsten 48 Stunden über die Bühne gehen. Anders als zuvor von der ‚Bild‘ berichtet, soll es sich nicht um einen Spielertausch mit Schalke-Ersatzkeeper Markus Schubert, sondern um eine einjährige Leihe handeln.

  12. Hoffe ja doch noch auf Überraschungstranfer, obwohl alles dagegen spricht. Einer wie Maximilian Philipp, hätte was.

  13. Moin, eben auf SKY der Schubert ist auch vom Training freigestellt!
    Irgendwie schade, zuerst Gonca und jetzt Rönnow!
    Nur die SGE

  14. Jovic steht kurz vor einer Leihe zu AS Rom, Inter oder Manchester United. Er geht also dahin wo entsprechend gezahlt wird. Wer hätte das gedacht? 😉

  15. @ 17. sge2785. Ich finde es immer wieder spannend wie so Spitzen in den Raum gestellt werden und einem Menschen quasi Geldgier unterstellt wird ohne das man weiß was eigentlich los ist.
    Wer sagt denn das Real Ihn zu einem Club verleit der nicht international spielt und über Möglichkeiten verfügt ihn anschließend evtl. zu kaufen?
    Zudem finde ich es auch schade das man einem EX-Adler der viel geleistet hat so einen schlechten Charakter unterstellt.

  16. @18
    Als hier viele von Jovic sprachen, schrieb ich, dass ich mich zwar sehr freuen würde, diesen Wechsel allerdings für absolut unrealistisch halte, weil wir ihn schlichtweg nicht finanzieren können. So ist es dann ja auch gekommen. Bei Götze, der hier ja auch immer wieder erwähnt wird, sehe ich den Fall ähnlich. Außerdem bleibt Kostic (unabhängig von seiner Verletzung) nur bei uns, weil in der aktuellen Corona Krise niemand den geforderten Betrag bezahlen wollte und nicht weil er unsere Fans so toll findet und den Adler auf seiner Brust küsst.

    „Geldgier“ und „schlechten Charakter“ habe ich Jovic zu keiner Zeit unterstellt (bin einer seiner größten Fans), das war wohl eine fälschliche Interpretation deinerseits. Es ist nur so, dass auch bei Jovic die normalen Mechanismen gelten.

  17. @ 19. Die Aussagen finde ich schon relistischer. Es las sich für mich so wie ich dann eben darauf geantwortet habe. Dafür iist es ja ein Forum zum Diskutieren;-). Also nichts für ungut.

  18. Alles gut. Ein Spieler der irgendwo ca. 10mio verdient, ist für uns in einem Corona Sommer leider völlig illusorisch (selbst wenn er bisschen verzichtet). Sowas können sich nur Vereine mit Investoren oder CL Einnahmen leisten. Götze setzt sich auch lieber für ein Bayern-Gehalt (wenn die ihn wollen) auf die Bank, bevor er für ein SGE-Gehalt regelmäßig spielt.

  19. Götze erinnert mich ein wenig an Sebastian Deisler. Keine Frage ein begnadeter Fußballer, doch in dem Geschäft mit dem Druck überfordert. So mein Gefühl. In München war die Erwartungshaltung zu hoch, genauso wie in Dordmund weil man hoffte das er zu dem wird was er mal für den BVB war. Letztlich schade.

Kommentiere den Artikel

- Werbung -