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Timmo Hardung ist seit 2021 bei der SGE. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Hardung über Riera, Transfers und den Eintracht-Weg: „Mutig bleiben – auch wenn es unpopulär ist!“

Sportdirektor Timmo Hardung gehört zu den Architekten des Frankfurter Erfolgsmodells – seit 2021 ist er bei der Frankfurter Eintracht an Board. Zunächst war er Leiter des Lizenzbereichs, 2023 stieg er zum Sportdirektor auf. Im Interview mit „web.de“ spricht er über die Zusammenarbeit mit Trainer Albert Riera, den immer härter werdenden Transfermarkt – und warum Eintracht Frankfurt auch in Zukunft mutige Entscheidungen treffen muss.

Die viel zitierte Aussage Rieras, seine Spieler würden für ihn „vom Balkon springen“, ordnet Hardung dabei direkt ein – mit einem Augenzwinkern: „Ich glaube, das ist eher metaphorisch gemeint. Wenn es darauf ankommt, würden Albert und ich gemeinsam auch durch Wände gehen. Aber vom Balkon springen muss man dafür nicht.“ Viel wichtiger sei die tägliche Zusammenarbeit, die er als „sehr bodenständig, eng und sehr konstruktiv“ beschreibt. Dass Riera als besonders selbstbewusst wahrgenommen wird, überrascht Hardung nicht: „Für einen Cheftrainer in der Bundesliga ist Selbstbewusstsein eine Grundvoraussetzung.“ Dabei werde dieses Selbstbewusstsein in Deutschland oft missverstanden: „Selbstbewusstsein wird schnell mit Arroganz verwechselt. Aber es bedeutet ja zunächst einmal nur, an die eigene Qualität zu glauben.“ Auch die öffentliche Diskussion über Rieras Auftreten bewertet er gelassen: „Fußball lebt von Brisanz, er polarisiert – und das soll er auch.“ Entscheidend sei ohnehin etwas anderes: „Am Ende wird er als authentisch wahrgenommen. Und das ist entscheidend.“ Gerade im Umgang mit der Mannschaft sieht Hardung große Stärken beim neuen Trainer. „Er bringt viel Leidenschaft und Temperament für den Fußball mit“, sagt er, betont aber auch die andere Seite: „Er hat einen guten Humor, ein offenes Ohr und ist empathisch.“ Auf dem Trainingsplatz sei Riera dagegen klar und direkt: „Er spricht Dinge offen an, immer ehrlich und ohne große Umschweife – auch wenn die Wahrheit im ersten Moment vielleicht nicht angenehm ist.“ Gleichzeitig habe er eine klare Idee: „Er hat eine sehr klare Vorstellung davon, wie seine Mannschaft Fußball spielen soll. Er will unsere Spieler besser machen.“

Der Trainerwechsel war die Folge einer schwierigen sportlichen Phase. Rückblickend sieht Hardung weniger einzelne Ursachen als vielmehr eine Entwicklung. „Wir arbeiten mit Menschen und nicht mit Maschinen, deshalb sind Schwankungen auch ein Stück weit einkalkuliert.“ Entscheidend sei gewesen, dass die Eintracht nicht schnell genug aus dieser Phase herauskam: „Überrascht hat uns eher, dass sich die Probleme über einen längeren Zeitraum gezogen haben.“

Ein zentrales Thema bleibt in Frankfurt der Transfermarkt – und der wird immer anspruchsvoller, wie Hardung erklärte. „Der Markt ist heute viel transparenter, es gibt deutlich mehr Daten und Informationen“, so der 36-Jährige. Die Erfolge der SGE seien nicht unbeobachtet geblieben, viele Klubs haben das Frankfurter Modell kopiert – mit Folgen: „Dadurch ist die Konkurrenz in den Märkten deutlich größer geworden. Es reicht nicht, einfach die bisherigen Standardprozesse weiterlaufen zu lassen.“ Es sei nun wichtig, dass die SGE sich weiterentwickeln wird: „Wenn man langfristig erfolgreich sein will, muss man sich weiterentwickeln und mutig bleiben.“ Mut bedeute auch, Entscheidungen zu treffen, die nicht sofort auf Zustimmung stoßen. „Gerade in der Öffentlichkeit wirken manche Transfers im ersten Moment unpopulär, weil ihnen der offensichtliche Leistungsnachweis fehlt. Aber genau das gehört zu unserem Weg“, erklärte er.  Besonders deutlich wird das im Markt für junge, entwicklungsfähige Spieler – einem Bereich, in dem die Eintracht lange erfolgreich war. „Dieser Markt ist inzwischen sehr umkämpft“, erklärt Hardung. „Früher ist vielleicht ein Klub in ein Land gereist, heute sitzen mehrere Vereine auf denselben Tribünen.“ Die Folge ist logisch: „Dann steigt mit der Nachfrage der Preis – das ist ganz normale Marktwirtschaft.“ Für Frankfurt bedeutet das vor allem eines: Disziplin. „Wir definieren klar den Wert eines Spielers. Wenn der Markt deutlich mehr verlangt, gehen wir diesen Preis nicht zwangsläufig mit.“ Ein „Geheimnis“ hinter dem Frankfurter Erfolgsmodell sieht Hardung ohnehin nicht. „Es gibt kein wirkliches Geheimnis“, sagt er. Entscheidend sei vielmehr, sich nicht von äußeren Einflüssen treiben zu lassen: „Wenn Zeitungen schreiben, wen man verpflichten sollte, darf man sich davon nicht leiten lassen. Wichtig ist, dass man genau weiß, was man will – und diesem Prozess treu bleibt.“

Dabei spielen Daten eine große Rolle, ersetzen aber keine Entscheidung. „Wir nutzen Daten, um den Markt zu strukturieren und Spieler einzuordnen“, erklärt Hardung. Am Ende brauche es jedoch immer eine Abwägung: „Wir sammeln Eindrücke, analysieren, diskutieren – und irgendwann muss jemand entscheiden, obwohl es nie vollkommen sicher ist.“ Ein großer Pluspunkt für Eintracht Frankfurt sei dabei das Gesamtpaket. „Die Entwicklungsmöglichkeiten spielen eine große Rolle – und die kann man sich nicht einfach nur mit Geld kaufen.“ Neben der sportlichen Perspektive nennt Hardung auch das Umfeld: „Die Stadt, die Region und die Atmosphäre rund um den Klub emotionalisieren viele Spieler.“

Dass Spieler den Verein früher oder später verlassen, gehört für ihn zur Realität. „Es gibt Klubs, die regelmäßig um große Titel spielen. Für manche Spieler ist es reizvoll, sich auf dieser Ebene zu messen.“ Dennoch sieht er die Identität der Eintracht nicht gefährdet, sie „wird von den Menschen getragen, die ihn jeden Tag leben.“ Gerade Frankfurt sei in dieser Hinsicht „im positiven Sinne“ besonders. Auch Spekulationen über ein mögliches Ende der Erfolgsgeschichte weist Hardung zurück. „Wenn man sich anschaut, was dieser Klub in den vergangenen Jahren erreicht hat, sieht man doch, dass wir uns immer wieder gegen große Widerstände behauptet haben.“ Für ihn ist klar: „Das ist keine abgeschlossene Geschichte, sondern ein Konzept, das immer weitergeführt werden muss.“ Dabei gehe es vor allem darum, die Balance zu halten: „Ein Traditionsverein mit klaren Werten zu sein – und gleichzeitig offen für Veränderungen zu bleiben.“ Genau das sei Teil der Eintracht-DNA: „Keine Angst vor der Zukunft zu haben.“

Auch sportlich ordnet Hardung den Klub realistisch ein. „Von außen sind wir entweder kurz vor dem Abstieg oder kurz vor der Meisterschaft“, sagt er lachend und führt weiter aus: „Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.“ Die regelmäßige Teilnahme am internationalen Geschäft zeige jedoch, wo die Eintracht steht. „Um das zu erreichen, müssen wir oft überperformen – und das ist eine große Leistung.“ Sein Blick in die Zukunft fällt entsprechend optimistisch aus: „Ich bin überzeugt, dass der Klub gut aufgestellt ist und auch in fünf Jahren um die europäischen Plätze mitspielen kann.“

8 Kommentare

Avatar 1. okocha4life 27. März 26, 09:02 Uhr

Seit 5 Jahren im Verein und noch immer weiß Ich nicht so recht, was er da überhaupt macht. Er scheint mir ein überbezahlter Assistent von Krösche zu sein, noch nie war ein Sportdirektor so "unsichtbar". Seine floskelhaften Aussagen machen es nicht besser, denn für die Disbalance im Kader ist er mitverantwortlich, sofern er überhaupt irgendwelche Entscheidungen treffen kann, was ich bisher nicht mitbekommen habe. Komischer Typ, der Timmo

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Fallback Avatar 2. sge2785 27. März 26, 10:46 Uhr

Folgende Spieler sollten gehen:

Zetterer und Santos (beide schlecht, Santos evtl. verleihen).
Collins, Höjlund, Chaibi, Skhiri, Götze, Dahoud, Batshuayi, Wahi (alle schlecht), Arrhov (verleihen).

Bahoya und Amenda (nicht schlecht, aber der richtige Zeitpunkt um mit ihnen Geld zu verdienen).

Realistisch gesehen werden uns leider auch Brown und Larsson auf eigenen Wunsch verlassen.

Dafür dann 14 neue Spieler holen und einen besseren Trainer. Das wäre der Umbruch, den es braucht. Wenn Götze bleibt 13.

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Fallback Avatar 3. PeKa 27. März 26, 10:56 Uhr Zitat - okocha4life Seit 5 Jahren im Verein und noch immer weiß Ich nicht so recht, was er da überhaupt macht. Er scheint mir ein überbezahlter Assistent von Krösche zu sein, noch nie war ein Sportdirektor so "unsichtbar". Seine floskelhaften Aussagen machen es nicht besser, denn für die Disbalance im Kader ist er mitverantwortlich, sofern er überhaupt irgendwelche Entscheidungen treffen kann, was ich bisher nicht mitbekommen habe. Komischer Typ, der Timmo Path

Du weißt zwar nicht, was er macht, aber für den Kader ist er Deiner Meinung nach schon verantwortlich. Und dass er ein komischer Typ sei, das weißt Du auch ganz genau, ob wohl Du ihn nicht kennst.
Ich finde ja auch, dass der Kader nicht so ganz optimal zusammengestellt ist, aber vor der Saison ist da von uns keiner drauf gekommen.
Jetzt den Mann so zu beurteilen, halte ich zumindest für voreilig.

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Fallback Avatar 4. PeKa 27. März 26, 11:00 Uhr Zitat - sge2785 Folgende Spieler sollten gehen: Zetterer und Santos (beide schlecht, Santos evtl. verleihen). Collins, Höjlund, Chaibi, Skhiri, Götze, Dahoud, Batshuayi, Wahi (alle schlecht), Arrhov (verleihen). Bahoya und Amenda (nicht schlecht, aber der richtige Zeitpunkt um mit ihnen Geld zu verdienen). Realistisch gesehen werden uns leider auch Brown und Larsson auf eigenen Wunsch verlassen. Dafür dann 14 neue Spieler holen und einen besseren Trainer. Das wäre der Umbruch, den es braucht. Wenn Götze bleibt 13. Path

Am Besten wir verticken alle und kaufen eine neue Mannschaft zusammen, so verstehe ich Deinen Post.
Damit wir dann gegen Ende der kommenden Saison wieder feststellen, dass das alles Graupen sind, der Kader schlecht zusammengestellt ist und MK ja sowieso keine Ahnung hat.
Kann man machen, muss man aber nicht.

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Fallback Avatar 5. sge2785 27. März 26, 11:03 Uhr Zitat - PeKa Am Besten wir verticken alle und kaufen eine neue Mannschaft zusammen, so verstehe ich Deinen Post. Damit wir dann gegen Ende der kommenden Saison wieder feststellen, dass das alles Graupen sind, der Kader schlecht zusammengestellt ist und MK ja sowieso keine Ahnung hat. Kann man machen, muss man aber nicht. Path

Nein, ich bin pro Krösche und dafür, dass er bleibt. Bin guter Dinge, dass er wieder ein paar Pachos und Larssons aus dem Hut zaubert. Beim Rest gehe ich mit: alle verticken. Es braucht den größten Umbruch der letzten Jahre. Die Mannschaft braucht ein komplett neues Gesicht.

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Fallback Avatar 6. hovawart 27. März 26, 11:21 Uhr

Selten so einen Mist gelesen wie in den Beiträgen von Euch - im letzten Jahr habt ihr die Spieler hochgelobt und jetzt wo es nicht ganz so gut läuft wollt ihr sie vom Hof treiben. Frage was hat Zetterer verbrochen war er doch in den letzten Spieler immer einer der Leistung gebracht hat. Sicherlich braucht die Mannschaft Veränderungen und auch Spieler die im Mittelfeld Verantwortung übernehmen aber das wird bei wohl nicht vorhandenen Mitteln schwierig deshalb einen Spieler wie Dahoud halten.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Der User ist ein Dauersupporter und drückt seine Wertschätzung gegenüber SGE4EVER.de durch einen monatlichen oder jährlichen Betrag aus - der Bembel ist also stets gefüllt - Prost! 7. zeno 27. März 26, 11:53 Uhr Zitat - sge2785 Folgende Spieler sollten gehen: Zetterer und Santos (beide schlecht, Santos evtl. verleihen). Collins, Höjlund, Chaibi, Skhiri, Götze, Dahoud, Batshuayi, Wahi (alle schlecht), Arrhov (verleihen). Bahoya und Amenda (nicht schlecht, aber der richtige Zeitpunkt um mit ihnen Geld zu verdienen). Realistisch gesehen werden uns leider auch Brown und Larsson auf eigenen Wunsch verlassen. Dafür dann 14 neue Spieler holen und einen besseren Trainer. Das wäre der Umbruch, den es braucht. Wenn Götze bleibt 13. Path

Ach, schmeißen wir einfach alle raus.
Die können alle nichts, vom Platzwart bis zum Präsidenten

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Fallback Avatar 8. sge2785 27. März 26, 11:56 Uhr Zitat - zeno Ach, schmeißen wir einfach alle raus. Die können alle nichts, vom Platzwart bis zum Präsidenten Path

Welchen Präsident? Ich sehe und höre keinen seit Fischer weg ist. Auch das ist eins der Probleme.

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