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Patrick Glöckner war zufrieden mit der Leistung der U21 der SGE gegen den FSV Frankfurt. Foto: IMAGO / Rene Schulz

Glöckner schwärmt nach Derbysieg: „Die erste Halbzeit war makellos

Die U21 von Eintracht Frankfurt befindet sich weiter im Aufwind. Nach dem 2:1-Erfolg gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern in der Vorwoche legten die Jungadler am vergangenen Wochenende nach und entschieden das Frankfurter Stadtderby beim FSV Frankfurt ebenfalls mit 2:1 für sich. Vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte die Mannschaft von Cheftrainer Patrick Glöckner mit einer dominanten Vorstellung, hoher Aggressivität und großer Spielfreude. Einzig die Chancenverwertung verhinderte einen noch deutlicheren Erfolg. Nach dem zweiten Sieg in Folge zeigte sich der 49-Jährige bei „Eintracht TV“ entsprechend begeistert vom Auftritt seiner Schützlinge, fand trotz aller Zufriedenheit aber auch einige Kritikpunkte.

Glöckner begeistert: „Eigentlich wie aus dem Lehrbuch“

Die Freude über den Derbysieg war Patrick Glöckner nach dem Schlusspfiff deutlich anzumerken. Seine Mannschaft hatte sich gegen einen erfahrenen Regionalligisten durchgesetzt und dabei insbesondere vor der Pause einen Auftritt gezeigt, der den Vorstellungen des Trainers nahezu vollständig entsprach. „Wir haben heute eine richtig geile Partie hingelegt. Die erste Halbzeit war makellos. Also eigentlich wie aus dem Lehrbuch“, schwärmte der U21-Coach. Tatsächlich waren die Jungadler von Beginn an die aktivere Mannschaft. Bereits in den ersten Minuten erspielte sich die SGE gute Abschlussmöglichkeiten, ehe Julian Etse nach einer Ecke von Nico Ochojski in der 18. Minute per Kopf für die verdiente Führung sorgte. Die Frankfurter bestimmten über weite Strecken das Geschehen und stellten die Gastgeber mit ihrem aggressiven Anlaufen und schnellen Offensivaktionen immer wieder vor Probleme.

Besonders beeindruckt zeigte sich Glöckner davon, wie konsequent seine Mannschaft die Vorgaben umsetzte und mit welcher Intensität sie in die Zweikämpfe ging: „Wir haben eine extreme Spieldominanz gehabt. Eine super Aggressivität und Zweikampfverhalten, was man halt auch bei so einem Derby braucht.“ Gerade in einem Stadtduell, in dem neben den spielerischen Qualitäten auch Einsatzbereitschaft und Leidenschaft gefragt sind, habe seine Mannschaft die richtige Einstellung gezeigt. Für Glöckner war deshalb klar, dass sich die Eintracht den Erfolg verdient hatte: „Und deswegen sind wir am Ende ganz klar als Sieger auf dem Platz gegangen.“

Chancenverwertung bleibt das große Manko

Bei aller Begeisterung über die Leistung seiner Mannschaft gab es allerdings einen Punkt, der dem Trainer überhaupt nicht gefiel: die mangelnde Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Obwohl sich die Eintracht zahlreiche gute Möglichkeiten erspielte, gelang ihr im ersten Durchgang lediglich ein Treffer. Aus Sicht Glöckners hätte die Begegnung bereits zur Pause deutlich entschieden sein können: „Das Einzige, was uns nicht gefallen hat, war die Torchancenverwertung. Da hätten wir drei, vier, fünf Tore machen müssen in der ersten Halbzeit.“

Tatsächlich boten sich den Frankfurtern mehrere Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Unter anderem scheiterten die Jungadler am stark reagierenden FSV-Torhüter Lucas Becker oder verfehlten mit ihren Abschlüssen das Ziel. Die mangelnde Effizienz sorgte dafür, dass der FSV trotz der spielerischen Überlegenheit der Gäste weiterhin im Spiel blieb. Zwar gestand Glöckner den Gastgebern ebenfalls vereinzelte gefährliche Aktionen zu, insgesamt sah er seine Mannschaft aber deutlich überlegen. „Die Gegner kamen zu ein, zwei Torchancen“, erklärte der Trainer mit Blick auf die erste Halbzeit.

Für den U21-Coach ist die Chancenverwertung deshalb ein Bereich, in dem seine junge Mannschaft noch Entwicklungspotenzial besitzt. Die spielerischen Voraussetzungen seien vorhanden, doch die Konsequenz im Abschluss müsse weiter verbessert werden.

Auch nach der Pause fehlt die letzte Konsequenz

Kurz nach dem Seitenwechsel schien die Eintracht zunächst dort weiterzumachen, wo sie vor der Pause aufgehört hatte. Marvin Dills erhöhte in der 49. Minute mit einer starken Einzelaktion auf 2:0 und brachte die Jungadler damit früh im zweiten Durchgang auf die Siegerstraße. In der Folge verlagerte sich das Spielgeschehen jedoch zunehmend. Der FSV versuchte, den Rückstand aufzuholen, während die Eintracht kompakter verteidigte und auf schnelle Gegenangriffe setzte. Gerade diese Umschaltmomente hätte Glöckner gerne konsequenter ausgespielt gesehen: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der zweiten Halbzeit die Konter besser ausspielen, dann ist das Spiel auch vorzeitig entschieden.“ Aus Sicht des Trainers hätte die Eintracht das Spiel deutlich früher entscheiden können: „Wir hätten jederzeit das Dritte nachlegen können.“

Stattdessen blieb die Partie offen. Als Cas Peters in der 86. Minute per Foulelfmeter auf 1:2 verkürzte, musste die SGE in der Schlussphase noch einmal um den Sieg zittern. Torhüter Amil Šiljević verhinderte mit wichtigen Paraden den späten Ausgleich. Dass es überhaupt noch einmal spannend wurde, führte Glöckner vor allem auf die fehlende Konsequenz im letzten Drittel zurück: „Das sind halt Dinge, wo wir noch ein bisschen Zeit brauchen, um diese Dinge zu finalisieren und das Spiel zu entscheiden.“

Dabei machte er deutlich, dass sich die Probleme nicht ausschließlich auf die zweite Halbzeit beschränkten: „Da sind wir noch ein bisschen nachlässig mit den Chancen. Egal, ob es jetzt im Umschaltspiel war, zweite Halbzeit oder vom Herausspielen der Torchancen in der ersten Halbzeit.“ Die Eintracht müsse lernen, ihre Überlegenheit häufiger auch in Tore umzumünzen. Gerade bei einer jungen Mannschaft sei dies allerdings Teil des Entwicklungsprozesses.

Junge Eintracht besteht gegen erfahrenen Gegner

Besonders hoch bewertete Glöckner den Erfolg auch aufgrund der Voraussetzungen. Während die U21 der Eintracht mit zahlreichen jungen Spielern antritt, verfügt der FSV Frankfurt über eine erfahrene Mannschaft, die mit den Anforderungen der Regionalliga bestens vertraut ist. „Trotzdem, der FSV ist eine gestandene Herrenmannschaft. Hier auswärts zu spielen, ist auch nicht so einfach als junge Mannschaft“, betonte Glöckner.

Gerade in solchen Begegnungen kommt es für die Nachwuchsspieler darauf an, sich gegen körperlich robuste und erfahrene Gegenspieler durchzusetzen. Dass die Frankfurter dabei nicht nur mithalten konnten, sondern über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft waren, dürfte den Trainer besonders zufriedenstellen. Neben den drei Punkten ist der Derbysieg deshalb auch ein wichtiges Erfolgserlebnis für die individuelle Entwicklung der Spieler. Die jungen Adlerträger haben gezeigt, dass sie ihre spielerischen Qualitäten auch gegen einen etablierten Regionalligisten auf den Platz bringen können.

Klare Abläufe geben der Mannschaft Sicherheit

Einen wesentlichen Grund für die starke Vorstellung sah Glöckner in der taktischen Disziplin seiner Mannschaft. Die Spieler hätten genau gewusst, wie sie gegen den FSV auftreten müssen. Sowohl beim Anlaufen des Gegners als auch in der tieferen Defensivarbeit seien die Abläufe klar gewesen: „Ich denke, die Abläufe waren klar. Wir waren sehr selbstbewusst im Spiel.“ Besonders wichtig sei gewesen, dass seine Mannschaft in unterschiedlichen Spielsituationen die richtigen Lösungen gefunden habe: „Wir haben genau gewusst, wie wir anlaufen müssen. Wir haben gewusst, wie wir kompakt verteidigen, aus der tieferen Zone heraus.“

Diese Klarheit habe den jungen Spielern die nötige Orientierung gegeben, um auch in einem emotionalen Derby selbstbewusst aufzutreten: „Und dieses Gesamtkonstrukt hat den Jungs extreme Sicherheit gegeben.“ Damit unterstrich Glöckner, wie wichtig funktionierende mannschaftliche Abläufe gerade für eine junge Mannschaft sind. Wenn die Spieler wissen, welche Aufgaben sie in den verschiedenen Spielphasen übernehmen müssen, können sie ihre individuellen Qualitäten wesentlich besser einbringen. In Frankfurt scheint dieser Prozess zunehmend Früchte zu tragen. Nach dem Erfolg gegen Kaiserslautern gelang es der U21 nun auch im Stadtderby, ihre taktischen Vorgaben über weite Strecken erfolgreich umzusetzen.

„Die Jungs waren extrem heiß“

Neben der taktischen Vorbereitung spielte für Glöckner auch die emotionale Komponente eine wichtige Rolle. Bereits vor dem Anpfiff habe er gespürt, wie groß die Vorfreude seiner Spieler auf das Stadtduell war: „Sie waren aber auch vor dem Spiel schon extrem heiß, weil wir wussten, dass es halt ein Derby ist.“

Diese besondere Motivation war der Mannschaft auf dem Platz anzumerken. Die Jungadler agierten von Beginn an mit hoher Intensität, suchten die Zweikämpfe und zeigten sich entschlossen, die Partie für sich zu entscheiden.

Für Glöckner war die Mischung aus taktischer Disziplin, spielerischer Dominanz und der richtigen Mentalität letztlich der Schlüssel zum Erfolg.

Mit dem zweiten Sieg in Folge hat sich die U21 nicht nur wichtige Punkte in der Regionalliga Südwest gesichert, sondern auch weiteres Selbstvertrauen getankt.

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