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Jeremiaha Maluze hat sich seinen Platz im Profikader der Eintracht über ein Jahr bei der U21 erarbeitet. Foto: IMAGO / Jan Huebner

U21: So profitiert die Eintracht von der Wiedereinführung ihrer Zweitvertretung

Knapp zwölf Jahre ist es her, dass die Frankfurter Eintracht aus wirtschaftlichen Gründen den Spielbetrieb ihrer damaligen Zweitvertretung eingestellt hat. Eine Entscheidung, die es jungen Spielern in den folgenden Saisons schwer machte, Spielpraxis außerhalb des Jugendfußballs zu sammeln. In den kommenden Jahren schafften kaum noch Talente aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die Bundesliga. Einzig der 2016 hochgezogene Aymen Barkok konnte sich zeitweise im Frankfurter Bundesligateam etablieren.

Zur Saison 2021/22, also sieben Jahre nach Abschaffung der Zweitvertretung, stellte die Eintracht Markus Krösche als neuen Sportvorstand ein. Schon im Januar 2022 verkündete die SGE dann, ab der kommenden Saison mit einer neuen U21 im regulären Ligabetrieb starten zu wollen. Der Antrag beim Hessischen Fußball-Verband (HFV), direkt in der Hessenliga zu beginnen, wurde wenig später genehmigt. „Für unsere weitere strategische Ausrichtung im Nachwuchsbereich und als Übergang zur Profimannschaft ist es wichtig, einen starken Unterbau zu haben“, begründete Krösche damals diese Entscheidung. Aber ist das auch gelungen?

In ihrer ersten Spielzeit erreichte die Eintracht-U21 ihr Saisonziel und stieg als Hessenligameister direkt in die Regionalliga Südwest auf. In der vierthöchsten Spielklasse sammelte dann Kaua Santos seine ersten Spielminuten im Tor der Eintracht. In der Innenverteidigung spielte außerdem der im Sommer von Borussia Dortmund verpflichtete Nnamdi Collins, der im Folgejahr seinen Durchbruch in der Bundesliga schaffen sollte, für die U21. Als Rechtsverteidiger lief Elias Baum auf. Im Angriff stürmten Nacho Ferri und Noel Futkeu, die mit insgesamt 26 Toren maßgeblich zum Erreichen des sechsten Tabellenplatzes in der Regionalliga beitrugen.

Futkeus Weg in die Bundesliga

Mit seinen Leistungen weckte Futkeu das Interesse anderer Vereine. Im Sommer 2024 wechselte er für 250.000 Euro zum Zweitligisten Spvgg Greuther Fürth, wobei sich die Eintracht eine Rückkaufoption für 1,3 Millionen Euro sicherte. Diese zog die SGE in diesem Sommer, nachdem Futkeu in der abgelaufenen Saison trotz des Fürther Fast-Abstiegs Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde. Mit einem Kaderplatz für den Angreifer hat die SGE offensichtlich trotzdem nicht geplant. Noch vor Saisonbeginn verlieh sie ihn für eine Leihgebühr von 1 Million Euro an den Bundesligaaufsteiger SV Elversberg, der sich außerdem eine Kaufoption sicherte.

Futkeus ehemaliger Sturmpartner Ferri hat über zwei Stationen in Belgien mittlerweile den Sprung zum niederländischen Spitzenteam Feyenoord Rotterdam geschafft. Am ersten Spieltag der Champions-League-Ligaphase durfte er bei der 1:5-Niederlage gegen den FC Barcelona 63 Minuten lang mitwirken. Auch für ihn war kein Platz im Frankfurter Bundesligakader.

Nachdem Collins und Santos dauerhaft zu den Profis hochgezogen wurden, Ferri und Futkeu die Eintracht verlassen hatten und Baum zum damaligen Zweitligisten aus Elversberg verliehen wurde, brach in der Saison 2024/25 ein schwieriges Jahr für die U21 der SGE an. Am Ende stiegen die Adlerträger als Tabellensechzehnter zurück in die Hessenliga ab.

Kosugi und Maluze nutzen Spielpraxis in der U21

Der direkte Wiederaufstieg gelang in der letzten Saison. Teil der Mannschaft war ab der Rückrunde unter anderem Keita Kosugi. Der Japaner hatte in der Bundesliga Nathaniel Brown vor sich, konnte aber in der U21 reichlich Spielminuten sammeln. Aktuell ist der 20-Jährige unter Trainer Adi Hütter gesetzt und zeigte bereits vielversprechende Leistungen.

In der Innenverteidigung machte zudem Jeremiaha Maluze wiederholt positiv auf sich aufmerksam. Den 21-Jährigen verpflichtete die Eintracht vor der Saison für 170.000 Euro von Rot-Weiß Erfurt. Ein Wechsel, der ohne die U21 wohl kaum zustande gekommen wäre, da Maluze vergangenes Jahr noch keine Aussicht auf Spielzeit bei den Profis hatte. In der Sommervorbereitung unter Hütter nutzte der Innenverteidiger seine Chance und beeindruckte den Österreicher so sehr, dass er nun als fester Bestandteil des Bundesligakaders gilt. Bei den Auswärtsspielen gegen Union Berlin und den FSV Mainz 05 stand er bereits in der Startelf, wobei er jeweils überzeugende Auftritte hinlegte.

Neben Maluze verteidigte in der U21 Fousseny Doumbia. Der ebenfalls 21-Jährige Innenverteidiger ist aktuell an den Zweitligisten Energie Cottbus ausgeliehen und kehrt nach Ende der Saison zur Eintracht zurück. Mit Elias Baum hat ein Spieler aus der eigenen Jugend bereits über die U21 und eine Leihe in die 2. Bundesliga den Schritt zum Stammspieler in der Bundesliga geschafft. Auf ein erfolgreiches Jahr in Elversberg folgte bei der Eintracht jedoch eine durchwachsene Saison 2025/26. In der neuen, noch jungen Saison stand der 20-Jährige Rechtsverteidiger bisher bei allen Pflichtspielen in der Startelf.

Zahlreiche Talente im aktuellen U21-Kader

Wenn man einen Blick auf den aktuellen Kader der U21 wirft, fallen einem mehrere Spieler ins Auge, denen ein ähnlicher Weg zuzutrauen ist. In die Regionalliga Südwest ist das Team von Cheftrainer Patrick Glöckner zehn Punkten aus acht Spielen für einen Aufsteiger solide gestartet. Julian Etse, Ebu Bekir Is, Niklas Scheller, Marvin Dills, Keito Kumashiro und der momentan leider verletzte Nilo Neuendorff sind dabei einige Namen, die bundesweit bald größere Bekanntheit erlangen könnten.  Hinzu kommt der erst 15-Jährige Niko Ilicevic, der erst ab seinem Geburtstag am 30. Oktober für den Erwachsenenfußball spielberechtigt ist. Außerdem verfügt die U21 der SGE mit Amil Siljevic über einen Torhüter aus der eigenen Jugend, dem der Sprung in den Profifußball zuzutrauen ist.

Von der Wiedereinführung der U21 könnte in dieser Saison zudem der im Sommer vom FC Midtjylland verpflichtete Malik Pimpong profitieren. Der 18-Jährige Stürmer wird es in diesem Jahr bei den Profis wohl noch schwer haben, sich gegen Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt durchzusetzen. Dafür bietet sich in der Regionalliga für ihn die Möglichkeit, auf einem ordentlichen Niveau Erfahrung zu sammeln. Funktioniert hat das bereits beim 3:0-Sieg gegen den VfR Aalen am dritten Spieltag, als Pimpong den Führungstreffer erzielte.

Es bleibt festzuhalten, dass die Zweitvertretung der SGE bereits in den wenigen Jahren seit ihrer Wiedereinführung der Eintracht mehreren jungen Spielern auf ihrem Weg zum Profi geholfen hat. Für die Eintracht ist die U21 eine nützliche Option geworden, um Spieler aus dem eigenen NLZ behutsam aufzubauen. Krösche hat in der Abschluss-Pressekonferenz der letzten Saison bereits angekündigt, den Profikader verkleinern zu wollen, um Spielern aus dem eigenen Nachwuchs den Weg in die Bundesliga zu erleichtern. In Anbetracht der Kaderverdünnung des vergangenen Transferfensters und der Menge an vielversprechenden Talenten im U21-Kader ist die SGE bereits jetzt auf einem vielversprechenden Weg in diese Richtung.

5 Kommentare

Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. Boris 23. September 26, 17:17 Uhr

An sich gut geschrieben, aber da hat sich ein Fehler eingeschlichen:

"(...)die mit insgesamt 26 Toren maßgeblich zum Erreichen des sechsten Tabellenplatzes beitrugen."

Es war offensichtlich der erste Platz, mit dem sechsten wären sie ja nicht aufgestiegen. In der Hessenliga steigt nur der erste direkt auf und der zweite kann vielleicht in die Ausscheidungsspiele gegen andere süddeutsche Qualifikanten.

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2. Gastautor Nils Gniza 23. September 26, 19:22 Uhr Zitat - Boris An sich gut geschrieben, aber da hat sich ein Fehler eingeschlichen: "(...)die mit insgesamt 26 Toren maßgeblich zum Erreichen des sechsten Tabellenplatzes beitrugen." Es war offensichtlich der erste Platz, mit dem sechsten wären sie ja nicht aufgestiegen. In der Hessenliga steigt nur der erste direkt auf und der zweite kann vielleicht in die Ausscheidungsspiele gegen andere süddeutsche Qualifikanten. Path

Danke für den Hinweis. Gemeint war der sechste Platz in der Regionalliga-Saison nach dem Aufstieg. Ich habe den Teil zum besseren Verständnis leicht umformuliert.

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Fallback Avatar 3. sgeromeo 23. September 26, 19:41 Uhr

Die Wiedereinführung der U21 ist für unsere neue Ausrichtung mehr Spieler aus der eigenen Jugend in die Profimannschaft zu integrieren unabdingbar.

Sicherlich werden es nicht alle Spieler schaffen, aber wir verkaufen auch für ein Paar Euros unsere Spieler zu anderen Vereinen, so dass auch Einnahmen sein werden, welche auch den Nachwuchsbereich finanzieren und in deren Etat einfließen können.
Die U21 bedeutet nicht, das wir keine Spieler an ambitionierte Zweit- oder Drittligisten verleihen, welches sicherlich bei dem ein oder anderen Spieler sinnvoll sein kann.

Für unser Fortbestehen ist die gesamte Nachwuchsarbeit essentiell und man sieht, das wir nach Wiedereinführung bereits einige Spieler aus der eigenen Jugend im Profifußball ranführen und etablieren können. Wesentlich wichtiger ist, das auch bereits der ein oder andere Spieler in unserem Profibereich auch Einsätze bekommen hat und noch weitere folgen werden.

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Fallback Avatar 4. oberursel1 23. September 26, 21:32 Uhr

Ich finde es sollte zur Pflicht werden als Bundesligist eine U21 zuhaben.

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Fallback Avatar 5. mainhesse 24. September 26, 14:15 Uhr

Wie schwachsinnig die Abschaffung der U21 war konnte man ja auch daran erkennen, das ansonsten kaum ein Bundesligist das ebenso gemacht hat.
Selbst die Bayern, die eigentlich jeden Spieler den sie wollen auch kaufen können, haben ihre zweite Mannschaft.
Auch wenn Krösche bei der Kaderzusammenstellung seine Schwächen hat, für die Behebung dieses Fehlers gebührt im Dank.

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