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Morgen steht für die Mannschaft von Patrick Glöckner das erste Heimspiel der neuen Saison an. Foto: IMAGO / Hartenfelser

Glöckner nimmt U21 der SGE in die Pflicht: „Die Jungs müssen ihren Mann stehen“

Am vergangenen Wochenende verlor die U21 der Eintracht den Saisonauftakt in der Regionalliga Südwest. Bei Hessen Kassel unterlag die Mannschaft von Patrick Glöckner unglücklich mit 0:3. Die entscheidende Szene der Partie ereignete sich bereits in der Anfangsphase: Nach einer frühen Roten Karte für Torhüter Amil Šiljević musste die Eintracht fast die komplette Partie in Unterzahl bestreiten. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ blickte Glöckner nun auf den missglückten Start zurück und sprach dabei unter anderem über die schwierige Saisonplanung, die Herausforderungen in der Regionalliga sowie die weitere Entwicklung seiner Spieler.

Junge Mannschaft vor großer Herausforderung

Für den 49-jährigen Trainer war die Niederlage in Kassel besonders ärgerlich. Nach einer intensiven Vorbereitung sei die Mannschaft mit viel Selbstvertrauen und der gewünschten Spannung in die Partie gegangen. Nach gerade einmal fünf Minuten änderte sich die Ausgangslage jedoch grundlegend: Šiljević hatte einen Schuss außerhalb des Strafraums mit der Hand abgewehrt und sah dafür die Rote Karte. „85 Minuten bei den Temperaturen“ in Unterzahl zu spielen, sei gerade für eine junge Mannschaft eine enorme Herausforderung gewesen, erklärte der gebürtige Bonner. Vor allem bedauerte der Trainer, dass seine Mannschaft dadurch nie die Möglichkeit bekam, die eigene Leistung über neunzig Minuten im Spiel elf gegen elf zu zeigen. Beim morgigen Heimauftakt gegen die Stuttgarter Kickers soll die Mannschaft nun die Gelegenheit bekommen, sich unter normalen Bedingungen zu beweisen.

Dabei gibt es für die U21 bereits zum Saisonstart einige Herausforderungen. Vor allem der Ausfall erfahrener Spieler, wie zum Beispiel von Kapitän Benjamin Kirchhoff, macht Glöckner die Aufgabe nicht leichter. Insgesamt verfügt der Kader nur über wenige Akteure mit umfangreicher Regionalliga-Erfahrung. Entsprechend bezeichnet der Coach seine Mannschaft als „blutjung“. Gerade in Spielen wie in Kassel, vor großer Kulisse, könnten die fehlenden Erfahrungswerte eine zusätzliche Rolle spielen. Hinzu kommt die besondere Situation der U21 beim hessischen Bundesligisten: Zahlreiche Spieler trainieren regelmäßig bei den Profis oder werden kurzfristig für deren Kader benötigt. Dadurch kann sich die Zusammensetzung der Mannschaft teilweise erst kurz vor dem Spiel endgültig klären. Für Glöckner sei dies jedoch keine Ausrede, denn diese Flexibilität gehört zum Konzept der Eintracht dazu. Er könne nachvollziehen, dass Adi Hütter und dessen Trainerteam auf die Talente zurückgreifen. Schließlich sei genau das der Sinn der U21. „Wir wollen das ja genauso haben“, stellt der Trainer klar. Die Spieler und das Trainerteam wüssten, dass sich die Kaderkonstellation jederzeit verändern könne. Für den ehemaligen Mittelfeldspieler sind solche Situationen Teil des Entwicklungsprozesses. Die jungen Spieler müssten „ihren Mann stehen“ und gemeinsam als Mannschaft Lösungen finden. Gleichzeitig sei es wichtig, ihnen erfahrene Akteure an die Seite zu stellen, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen und die jüngeren Mitspieler an die Hand nehmen.

Hoffnung auf den Sprung zu den Profis

Besonders gespannt blickt Glöckner daher auf den Start der Bundesliga-Saison. Wenn der Profikader endgültig steht, wird sich zeigen, welche Talente dauerhaft bei den Profis mittrainieren dürfen und welche Spieler regelmäßig zur U21 zurückkehren. „Zu sehen, wer von unseren Jungs noch ein bisschen im Training der Profis mitmischen darf“, mache für ihn einen besonderen Reiz aus.

Der Weg in den Profifußball sei heute allerdings schwieriger als früher. Der internationale Spielermarkt biete den Bundesligisten eine enorme Auswahl, gleichzeitig seien die Ansprüche bei der SGE deutlich gestiegen. Mit den Europapokalteilnahmen und Erfolgen der vergangenen Jahre sei auch die Leistungsdichte im Profikader gewachsen. Für einen U19-Spieler sei es deshalb nur selten möglich, sofort den Sprung zu schaffen. „Es gibt natürlich das ein oder andere Ausnahmetalent“, sagt der 49-Jährige. Dabei handle es sich allerdings um Spieler, die man nur sehr selten vorfinde. Für die meisten Talente brauche es dagegen Zeit und weitere Entwicklungsschritte. Genau hier komme die U21 ins Spiel: Sie soll den Spielern ein zusätzliches Entwicklungsjahr ermöglichen und ihnen die Chance geben, sich an den Männerfußball heranzuarbeiten.

Auch der Austausch mit dem Profitrainerteam soll dabei künftig eine wichtige Rolle spielen. Mit Hütter selbst habe es bislang noch kein ausführliches Gespräch gegeben, was Glöckner angesichts der laufenden Saisonvorbereitung nachvollziehen kann. Dafür steht der Trainer bereits mit dem neuen Co-Trainer Alex Meier im Austausch. Der „Fußballgott“ kennt viele der Talente noch aus seiner Trainerzeit im Nachwuchsbereich und kann deshalb wichtige Einschätzungen liefern. Auf ein erstes gemeinsames Gespräch mit Hütter freue sich Glöckner bereits.

Klassenerhalt und Talente entwickeln

Bei den Saisonzielen hält sich der Coach nicht mit großen Tabellenprognosen auf. Für die U21 gehe es vor allem „um den Klassenerhalt“. Gleichzeitig soll die Mannschaft weiterhin ihrer eigentlichen Funktion gerecht werden: Talente für höhere Aufgaben zu entwickeln. Dabei müsse der Blick nicht zwangsläufig auf die Frankfurter Profimannschaft gerichtet sein. Auch eine Entwicklung, die später zu einem Wechsel zu einem anderen Bundesligisten oder Profiklub führt, könne für alle Beteiligten wertvoll sein. Im Mittelpunkt stehe zunächst die Entwicklung des Spielers – sowohl auf als auch neben dem Platz. Gleichzeitig müsse die Eintracht davon profitieren, dass die Ausbildung ihrer Talente langfristig Früchte trägt.

Stuttgarter Kickers zum ersten Heimspiel

Viel Zeit zum Aufarbeiten der Niederlage bleibt der U21 nicht. Bereits am morgigen Samstag um 14 Uhr steht das erste Heimspiel der neuen Regionalliga-Saison an. Mit den Stuttgarter Kickers wartet dabei direkt ein ambitionierter Gegner. Der Traditionsklub gewann sein Auftaktspiel mit 4:2 gegen den SSV Ulm und zählt für Glöckner zu den Aufstiegsfavoriten. Für seine jungen Spieler komme es deshalb darauf an, mit Selbstvertrauen aufzutreten und gleichzeitig die eigene „jugendliche Leichtigkeit“ zu bewahren. Fehler seien bei einer jungen Mannschaft normal, entscheidend sei es, daraus zu lernen. Gegen die Stuttgarter Kickers wartet nun die erste Gelegenheit, den schwierigen Auftakt abzuhaken und im ersten Heimspiel die ersten Punkte der neuen Regionalliga-Saison einzufahren.

Ein Kommentar

Avatar 1. SGE-SCOPE 15. August 26, 10:40 Uhr

Auf geht's, die Kickers haben vorgelegt, wir brauchen einen Dreier.

Gruß SCOPE

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