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Patrick Glöckner steht mit der U21 der SGE vor dem Saisonstart in der Regionalliga. Foto: IMAGO / Hartenfelser

Glöckner vor Regionalliga-Start: „Werden mit breiter Brust auftreten müssen“

Nach dem souveränen Aufstieg aus der Hessenliga beginnt für die U21 von Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag das Abenteuer Regionalliga Südwest. Um 14 Uhr wartet mit dem Auswärtsspiel bei Hessen Kassel direkt eine anspruchsvolle Aufgabe auf die junge Mannschaft von Neu-Trainer Patrick Glöckner. Kurz vor dem Saisonstart zeigte sich der Coach mit der Entwicklung seiner Mannschaft äußerst zufrieden – und vor allem vom Zusammenhalt und der Energie innerhalb des Teams angetan.

Die vergangenen Wochen dienten nicht nur dazu, die Mannschaft körperlich auf das höhere Niveau in der Regionalliga vorzubereiten. Mit Glöckner kam ein neuer Cheftrainer, gleichzeitig rückten mehrere Talente aus der U19 auf und externe Neuzugänge mussten integriert werden. Trotzdem zieht der 48-Jährige bei „Eintracht TV“ ein positives Vorbereitungs-Fazit: „Ich denke, dass wir eine gute Vorbereitung gespielt haben. Ich bin mit den Leistungen in den Testspielen, aber auch mit den Trainingsleistungen sehr zufrieden.“ Vor allem die Geschwindigkeit, mit der die junge Mannschaft seine Vorstellungen angenommen habe, gefällt dem neuen Coach. „Die Jungs haben sich wirklich gut zusammengerauft, auch gut zusammengefunden. Es ist eine Mannschaft mit sehr viel Energie. Natürlich eine junge Mannschaft, aber eine Mannschaft, die unwahrscheinlich schnell adaptiert hat“, so der ehemalige 1860-Coach. Auch bei den letzten Testspielen habe sich gezeigt, dass die Spieler die erarbeiteten Inhalte bereits auf den Platz bringen können. Entsprechend groß sei die Vorfreude: „Ich hoffe, dass wir in dem Meisterschaftsspiel eine ähnliche Leistung abrufen können wie jetzt in der Vorbereitungszeit.“

Glöckner sieht Niederlagen als wichtigen Lernprozess

Dass während der Vorbereitung nicht jedes Testspiel gewonnen wurde, betrachtet Glöckner dabei keineswegs als Nachteil. Im Gegenteil: Gerade für eine neu zusammengestellte und sehr junge Mannschaft seien solche Erfahrungen wertvoll: „Es ist genau das passiert, was bei der Mannschaft passieren soll. Man versucht, sich zu arrangieren. Man versucht, viele Dinge miteinander zu erleben, durchzumachen.“ Selbst die eine oder andere Niederlage habe ihm wichtige Erkenntnisse geliefert. Entscheidend sei weniger das Ergebnis als der Umgang damit gewesen: „Deswegen waren auch die ein oder andere Testspielniederlage gar nicht schlecht gewesen, weil die Art und Weise des Spiels trotzdem gut war.“ Für den Trainer ging es vor allem darum, zu beobachten, wie seine Spieler auf schwierige Situationen reagieren – sowohl während als auch nach den Partien. Dabei habe ihn seine Mannschaft überzeugt: „Dann geht es darum: Wie sind die Reaktionen im Spiel auf einen Rückstand oder nach dem Spiel auf eine Niederlage? Wie bewertet die Mannschaft das gesamte Szenario dann im Nachgang? Und wird mit den Fingern aufgezeigt, oder machen wir das als Team?“ Die Antwort darauf fiel für Glöckner eindeutig aus: „Wir haben das immer als Team gerockt, und das fand ich ganz geil.“ Besonders wichtig sei ihm eine Atmosphäre, in der die jungen Spieler Fehler machen dürfen. „Die Spieler untereinander haben das Verständnis, Fehler machen zu dürfen, und das sollen sie auch. Aber die Reaktion darauf war immer positiv.“ Auch charakterlich habe die neu formierte Mannschaft deshalb einen starken Eindruck hinterlassen: „Ich kann nur sagen, dass ich charakterlich auch tolle neue Leute hier kennengelernt habe.“

Direkt ein Härtetest zum Auftakt

Nun beginnt allerdings der Ernst des Regionalliga-Alltags – und das Auftaktprogramm hat es in sich. Zunächst geht es am Samstag zu Hessen Kassel, anschließend wartet mit den Stuttgarter Kickers bereits der nächste namhafte Gegner. Angst vor dem anspruchsvollen Start hat Glöckner allerdings nicht: „Es ist natürlich ein hochkarätiges Auftaktprogramm, aber letztendlich müssen wir gegen jeden spielen.“ Der Coach freut sich sogar auf die Herausforderung: „Je größer die Herausforderung ist, desto schöner ist es für mich als Trainer, das Spiel anzugehen. Weil die Jungs sich ja genau mit diesen Spielern und mit diesen Vereinen messen wollen und auch müssen.“ Genau darum geht es schließlich bei der U21: Die Talente sollen auf möglichst hohem Niveau gefordert werden und sich an die Anforderungen des Profifußballs herantasten.

Für den Auftakt in Kassel hat sich das Trainerteam bereits intensiv mit dem Gegner beschäftigt und die eigenen Abläufe entsprechend angepasst. Glöckner warnt vor allem vor der Erfahrung der Nordhessen: „Der Gegner ist eine gute, starke Heimmannschaft mit sehr viel Erfahrung.“ Trotzdem soll sich seine Mannschaft nicht vom eigenen Weg abbringen lassen. „Wir müssen schauen, dass wir in unserem Entwicklungsprozess und in unserem Spiel bei uns bleiben und auch nur auf uns gucken“, betont Glöckner. Zwar werde man die eigene Ausrichtung auf den Gegner abstimmen, die grundsätzliche Idee soll aber unverändert bleiben: „Wir wollen schon schauen, dass wir unsere Prinzipien, unsere Basics auf den Platz bringen, natürlich angepasst auf den Gegner, der schwer zu bespielen ist auswärts.“

Nach dem Aufstieg aus der Hessenliga wartet damit direkt die erste echte Standortbestimmung auf die jungen Adler. Verstecken will sich der Neuling in der Regionalliga Südwest aber keineswegs. Glöckner gibt die Richtung für Samstag jedenfalls klar vor: „Wir sind da guter Dinge und werden mit breiter Brust auftreten müssen.“

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