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Patrick Glöckner ist wieder bei der Eintracht. Foto: IMAGO / Hartenfelser

„Es ist ein Stück weit ein Nachhausekommen“: Glöckner zurück bei der Eintracht

Mit Patrick Glöckner hat Eintracht Frankfurt einen alten Bekannten als neuen Cheftrainer der U21 verpflichtet. Bei seiner offiziellen Vorstellung sprach der 49-Jährige über seine Rückkehr an den Riederwald, seine Spielidee und die Aufgabe, Talente an den Profibereich heranzuführen. Auch Sportdirektor Timmo Hardung erklärte, warum sich die Eintracht für Glöckner entschieden hat und welche Rolle die U21 künftig im Ausbildungskonzept des Vereins spielen soll.

Für Hardung war die Trainersuche klar strukturiert. „Es war ein sauberer, transparenter Prozess“, erklärte der Sportdirektor. Schnell sei deutlich geworden, dass Glöckner das passende Profil mitbringt und den Klub kenne. Besonders wertvoll sei dabei seine Erfahrung auf verschiedenen Ebenen des Fußballs: „Er bringt sowohl im Profi- als auch im Jugendbereich Erfahrungen mit.“ Genau diese Kombination sei für die U21 entscheidend. „In dem Bereich, in dem wir uns mit der U21 befinden, ist es wichtig, aus beiden Welten Expertise mitzubringen“, sagte Hardung. Deshalb sei man überzeugt, dass Glöckner die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortsetzen könne: „Patrick wird das Erbe von Dennis Schmitt – bei dem ich mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bedanken und dem ich alles Gute in Monaco wünschen möchte – erfolgreich antreten und seine eigene Handschrift einbringen.“

Für Glöckner selbst fühlt sich die Rückkehr nach Frankfurt besonders an: „Ich bin sehr happy, wieder hier zu sein. Es ist ein Stück weit ein Nachhausekommen.“ Die Verbindung zur Eintracht sei trotz seiner Stationen bei anderen Vereinen nie abgerissen. „Aufgrund meiner langjährigen Vergangenheit hier ist die Eintracht immer ein Verein gewesen, den ich auch aus der Ferne immer beobachtet und begleitet habe“, erklärte er. Auch die Gespräche mit den Verantwortlichen hätten ihn in seiner Entscheidung bestärkt. „Ich kenne die Verantwortlichen und Strukturen“, erklärte Glöckner. Vor allem die Gespräche mit Markus Krösche, Timmo Hardung, Alexander Richter und Nino Berndroth hätten gezeigt, „dass wir für die U21 gemeinsame Ziele haben“. Entsprechend groß ist seine Vorfreude: „Ich freue mich unwahrscheinlich auf die Aufgabe.“

Einen ersten Eindruck von seiner neuen Mannschaft konnte sich Glöckner bereits verschaffen. „Ich habe von meiner Mannschaft bisher einen sehr guten Eindruck gewonnen“, berichtete er. Die kommenden Testspiele sollen nun weitere Erkenntnisse liefern. „In der kommenden Woche haben wir drei Testspiele, unter anderem gegen einen Drittligisten.“ Einige Spieler würden allerdings erst noch zur Mannschaft stoßen. Inhaltlich setzt Glöckner dabei bewusst auf die Entwicklung junger Spieler. „Generell geht es darum, dass wir auf unsere Talente bauen und diese einsetzen“, sagte der Trainer. Erfahrung sei zwar hilfreich, aber nicht das entscheidende Kriterium: „Es geht nicht immer darum, erfahrene Spieler zu haben, sondern Spieler, die durch ihre charakteristischen Eigenschaften vorangehen können.“ Auch junge Fußballer könnten Führungsverantwortung übernehmen: „Erfahrene Spieler sind kein Nachteil, aber auch junge Spieler können Führungspositionen einnehmen.“

Genau diese Entwicklung vom Nachwuchs- in den Profibereich steht auch für die Eintracht im Mittelpunkt. „Das große Ziel, Spielern den Weg in den Profibereich zu ebnen, ist uns in den vergangenen Jahren immer besser gelungen“, erklärte Hardung. Seit der Wiedereinführung der U21 hätten „fast 50 Prozent der Spieler den Sprung in eine Profiliga geschafft“. Dennoch bleibt der Anspruch höher: „Die Königslösung ist es aber natürlich, die Spieler für unsere Profimannschaft aufzubauen.“ Glöckner sieht seine Aufgabe deshalb vor allem darin, den Übergang möglichst einfach zu gestalten. „Die Durchlässigkeit generell in den Profibereich ist gegeben“, sagte der 48-Jährige. Zahlreiche Beispiele aus den vergangenen Jahren würden dies belegen. Nun gehe es darum, die Talente individuell weiterzuentwickeln. „Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Sprung so klein wie möglich ausfällt.“ Dafür finde die U21 „hervorragende Bedingungen“ vor.

Auch fußballerisch verfolgt Glöckner klare Vorstellungen. Seine Spielidee passe gut zur Philosophie der Eintracht. „Grundsätzlich geht es um die Spielprinzipien des Vereins“, erklärte er. Gleichzeitig wolle er den Spielern ermöglichen, „ihre bestmögliche Leistung abzurufen“. Seine persönliche Handschrift beschreibt der neue Coach eindeutig: „Meine Idee ist generell immer offensiv geprägt.“ Ziel sei es, „mit einem spielerischen Aspekt schnell vor das gegnerische Tor zu kommen“. Die Zuschauer sollen attraktiven Fußball sehen: „Wir wollen auch athletisch und technisch die Voraussetzungen schaffen, dass wir einen offensiven, attraktiven Fußball auf den Platz bringen.“ Dabei weiß Glöckner allerdings auch um die Herausforderungen der Regionalliga Südwest. „Wir wissen, dass die Regionalliga Südwest eine sehr herausfordernde Liga ist“, sagte er. Gerade deshalb sei sie ein wichtiger Entwicklungsschritt für junge Spieler. „Es ist ein guter Step für die Jungs, sich mit diesen Mannschaften zu messen.“

Eine zusätzliche Entwicklungsmöglichkeit sieht die Eintracht künftig in der neuen Bundesliga Talent Series. Hardung begrüßt den Wettbewerb ausdrücklich. „Er bringt nochmal neue Potenziale für junge Spieler mit, sich auf dem besten nationalen Niveau zu messen“, erklärte der Sportdirektor. Besonders wichtig sei dabei die größere Flexibilität. „Er gibt uns die Möglichkeit, Talenten mehr Spielzeit zu geben, ohne den absoluten Ergebnisdruck zu haben.“ Gleichzeitig könnten Spielorte und Kader flexibler gestaltet werden: „Wir freuen uns auf den Wettbewerb und müssen auch erst einmal Erfahrungswerte sammeln.“ Auch Glöckner sieht darin eine wertvolle Ergänzung. „Die Bundesliga Talent Series ist ein ergänzender Wettbewerb, den wir dankend annehmen“, sagte er. Je häufiger sich seine Mannschaft auf hohem Niveau messen könne, desto besser sei das für die Entwicklung. „Je mehr hochkarätige Vergleiche wir haben, desto besser für uns.“

Zum Abschluss äußerte sich Hardung auch noch einmal zum größten Nachwuchstalent des Vereins, Niko Iličević. Dabei trat er auf die Euphoriebremse. „Die Erwartungshaltung wird von außen kreiert“, sagte der Sportdirektor. Zwar bringe der 15-Jährige außergewöhnliche Qualitäten mit, dennoch müsse er behutsam aufgebaut werden. „Wir entwickeln ihn Schritt für Schritt und bieten ihm den bestmöglichen Rahmen.“ Besonders imponiert Hardung dabei die Einstellung des Youngsters. „Niko ist ein talentierter Junge, der enorm viel Ehrgeiz hat.“ Fußballerisch bringe er ohnehin „total viel mit“. „Auf dem Platz ist er in seinem Element.“

Die Aussagen von Hardung und Glöckner zeigen deutlich, welchen Weg die Eintracht mit ihrer U21 künftig einschlagen möchte: junge Talente individuell entwickeln, den Übergang zu den Profis weiter verkürzen und dabei offensiven, mutigen Fußball spielen.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. cl2021sge 13. Juli 26, 09:57 Uhr

Ich finde den Ansatz den die Eintracht sehr gut und hoffe darauf, dass die jungen Spieler auch ihre Einsätze in der 1. Mannschaft erhalten wenn sie soweit sind. In einer intakten 1. Mannschaft können ruhig auch mal Fehler in Kauf genommen werden da auch das zu der Entwicklung eines Spielers beiträgt.

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