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Patrick Glöckner ordnete die Derbyniederlage gegen den OFC ein. Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH

Glöckner nach Derby-Pleite: „45 Minuten reichen nicht“

Es war ein besonderes Spiel für die Frankfurter U21, doch am Ende herrschte Ernüchterung. Mit 2:4 unterlagen die jungen Adlerträger den Offenbacher Kickers am Bornheimer Hang und mussten damit die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Vor allem die schwache erste Halbzeit wurde den Hessen dabei zum Verhängnis. Zwar zeigte die Mannschaft von Trainer Patrick Glöckner nach dem Seitenwechsel eine deutliche Leistungssteigerung und kämpfte sich zurück in die Begegnung, doch für eine erfolgreiche Aufholjagd reichte es nicht mehr. Nach dem Abpfiff fand der Eintracht-Coach bei „Eintracht TV“ deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft. Gleichzeitig wollte er die positiven Ansätze nicht unter den Tisch fallen lassen.

Dass die Frankfurter im Hessenderby zunächst große Probleme hatten, war auch Glöckner nicht entgangen. Seine Mannschaft habe vor der Pause nahezu alles vermissen lassen, was sie in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte. „Wir sind überhaupt nicht gut ins Spiel reingekommen. Wir haben die ersten 45 Minuten nicht das gezeigt, was wir können“, stellte der 49-Jährige unmissverständlich fest. Gerade in einem Derby komme es neben spielerischen Qualitäten auch auf die richtige Einstellung und die notwendige Zweikampfhärte an. Genau daran habe es seiner jungen Mannschaft zunächst gefehlt: „Bei so einem Derby geht es halt auch darum, dass man seine Zweikämpfe gewinnt, dass man auch ein bisschen eklig spielt und mit einem gewissen Selbstvertrauen im Ballbesitz den Gegner ins Laufen bringt.“

Stattdessen überließen die Frankfurter den Gästen zu häufig die Initiative und fanden kaum zu ihrem eigenen Spiel. Die Offenbacher präsentierten sich griffiger und erspielten sich die besseren Möglichkeiten. „Und das haben wir einfach nicht geschafft“, ärgerte sich Glöckner. An der Pausenführung des OFC gab es für den Eintracht-Trainer deshalb auch nichts zu deuteln: „Das muss man zugeben, dass der Gegner in der ersten Halbzeit die besseren Chancen hatte und auch verdient in die Pausenführung gegangen ist.“

„Dann wäre das Spiel nochmal extrem heiß geworden“

Nach dem Seitenwechsel zeigte die Eintracht allerdings ein anderes Gesicht. Die jungen Hessen gingen energischer in die Zweikämpfe, hatten mehr Ballbesitz und schafften es zunehmend, den Gegner unter Druck zu setzen. Für Glöckner war das zumindest eine Reaktion, auf der sich aufbauen lässt: „In der zweiten Halbzeit haben wir dann unser Gesicht gezeigt und sind mit wesentlich besseren Spielanteilen, aber auch mit einem besseren Zweikampfverhalten rausgekommen.“ Phasenweise gelang es den Frankfurtern, die Begegnung wieder offener zu gestalten. Trotz des Rückstands gab sich die Mannschaft nicht auf und suchte weiter den Weg nach vorne. „Wir haben das Spiel immer wieder phasenweise in die richtige Richtung lenken können“, erklärte der Coach.

Besonders eine Szene in der Schlussphase beschäftigte ihn im Nachgang. In der 82. Minute bot sich der Eintracht vom Elfmeterpunkt die Gelegenheit, den Rückstand weiter zu verkürzen. Doch der Strafstoß wurde vergeben. Glöckner war überzeugt, dass ein Treffer dem Derby noch einmal eine völlig neue Dynamik hätte verleihen können: „Leider konnten wir den Anschlusstreffer durch den verschossenen Elfmeter in der 82. Minute nicht mehr erzielen. Ich glaube, dann wäre das Spiel nochmal extrem heiß geworden.“ Angesichts der Druckphase seiner Mannschaft hielt der Trainer sogar einen Punktgewinn noch für möglich. Letztlich blieb es allerdings bei der Niederlage.

„Das kann man nicht auf Jugend oder Erfahrung zurücksetzen“

Trotz der Enttäuschung wollte Glöckner seiner Mannschaft nicht sämtliche positiven Aspekte absprechen. Besonders die Reaktion nach der Pause stimmte ihn zuversichtlich: „Das Positive ist auf jeden Fall, dass wir in der zweiten Halbzeit ein Gesicht gezeigt haben, was wir sehen wollen.“ Allerdings machte der Trainer deutlich, dass die Leistungssteigerung allein nicht ausreiche, um die schwachen ersten 45 Minuten zu relativieren: „Aber natürlich muss man auch über die erste Halbzeit reden und das kann man nicht auf Jugend oder Erfahrung zurücksetzen.“

Damit sprach Glöckner einen zentralen Punkt der Frankfurter Nachwuchsarbeit an. Zwar gehört die Entwicklung junger Spieler zum wichtigsten Auftrag der U21, doch entbindet das die Mannschaft nicht von sportlichen Ansprüchen. Gleichzeitig zeigte der Trainer Verständnis dafür, dass ein Derby vor größerer Kulisse gerade für junge Fußballer eine besondere Herausforderung darstellen kann: „Das sind die Spiele, vielleicht auch das erste Mal vor ein paar mehr Zuschauern, wo man vielleicht einen gewissen Respekt hat in jungen Jahren.“ Dennoch erwartet Glöckner, dass seine Spieler lernen, mit solchen Situationen umzugehen und ihre Leistung über die gesamte Spielzeit abzurufen: „Wir haben heute wieder eine sehr, sehr junge Mannschaft auf dem Platz gehabt, aber wir erwarten dann natürlich über 90 Minuten eine konstante Leistung.“

Mit der Niederlage gegen die Kickers musste die Eintracht nach dem zuvor verlorenen Spiel gegen Freiburg den nächsten Rückschlag hinnehmen. Für Glöckner wäre es allerdings falsch, beide Ergebnisse über einen Kamm zu scheren. „Man muss die Niederlagen auch differenzieren. Es gibt Niederlagen, die sind verdient und es gibt Niederlagen, die sind absolut unverdient“, sagte er.  Während seine Mannschaft gegen Offenbach vor allem in der ersten Halbzeit deutliche Schwächen gezeigt habe, sei die vorherige Niederlage gegen Freiburg aus seiner Sicht völlig anders zu bewerten. Dort habe die Eintracht eine starke Leistung gezeigt und zahlreiche Möglichkeiten herausgespielt, sich für den Aufwand aber nicht belohnt: „Wenn wir Freiburg nehmen, da hätten wir das Spiel 5 oder 6:1 oder 6:2 gewinnen können, da waren wir so gut gewesen und da kannst du der Mannschaft gar keinen Vorwurf machen.“

Gegen den OFC sei dagegen insbesondere die mangelnde Konstanz zum Problem geworden: „Und heute gegen eine abgezockte Mannschaft, da reichen 45 Minuten nicht.“ Trotzdem möchte Glöckner vermeiden, dass die Kritik an der ersten Halbzeit die gesamte Aufarbeitung bestimmt. Schließlich gehe es bei einer U21 nicht nur um Ergebnisse, sondern vor allem darum, die Spieler auf ihrem Weg in den Profifußball weiterzubringen: „Trotzdem versuchen wir den Finger natürlich nicht nur in die Wunde zu legen, sondern auch die Situation in der zweiten Halbzeit rauszufiltern, damit die Jungs sich auch in Ruhe weiterentwickeln können.“

Für die Frankfurter U21 gilt es nun, die richtigen Lehren aus dem Derby zu ziehen. Die zweite Halbzeit hat gezeigt, welches Potenzial in der jungen Mannschaft steckt. Die erste allerdings ebenso deutlich, woran noch gearbeitet werden muss.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. pit3157 03. November 26, 17:49 Uhr

immer weiter jungs habe da keine angst das die einbrechen

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