Bekommen männliche Fußballer zu viel Geld? (Bild: IMAGO / MIS)

Es ist kein Geheimnis, dass im Frauenfußball weniger Geld fließt als bei den Männern. Zuschauereinnahmen, Fernsehgelder, Gehälter und Ablösesummen liegen weit hinter den Finanzgeschäften der Männer zurück. Aber wie groß ist die Lücke zwischen den beiden Geschlechtern wirklich? Allein bei den Weltmeisterschaften lässt sich ein deutlicher Unterschied erkennen. 2019 sahen laut „deutschlandfunk.de“ zwischen sechs und acht Millionen Zuschauer die fünf WM-Spiele der deutschen Frauen. Die drei deutschen Partien der Männer im Vorjahr erreichten in der „ARD“ und „ZDF“ zwischen 25 und 27 Millionen Menschen vor dem Fernseher. Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick groß und schaut man sich die Marktwerte und Spielergehälter genauer an, wächst die Lücke noch mehr.

Männliche Profis im neunstelligen Bereich

Stürmer Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain ist aktuell der wertvollste Spieler der Welt. Der 22-jährige Franzose ist 180 Millionen Euro wert. Dahinter folgen Neymar (128 Mio.) und vier Spieler aus der englischen Premier League mit einem Marktwert von jeweils 120 Mio. Euro. Bester Bundesligist ist Dortmunds Erling Haaland (110 Mio.) und wertvollster Deutscher in der Rangliste ist Joshua Kimmich (90 Mio.) vom FC Bayern München auf Platz 13.
soccerdonna.de“ ist ein Frauenfußball-Portal, dass man mit „transfermarkt.de“ gleichsetzen kann. Auf dem Portal werden seit wenigen Monaten auch die Spielerinnen der deutschen Profi-Ligen aufgelistet und regelmäßig aktualisiert.

Rekordablösesumme beträgt weniger als eine halbe Million

Pernille Harder wechselte letzten Sommer für eine Rekordablöse zu Chelsea. (Bild: IMAGO / PA Images)

Wenn man jetzt den Blick auf die Frauen richtet, darf man schon mal die Augenbrauen hochziehen. Pernille Harder wechselte im Sommer 2020 für die Rekordablösesumme von etwa 330.000 Euro vom VfL Wolfsburg zum FC Chelsea. Die Dänin gilt derzeit als die beste Fußballerin der Welt. Wie viel sie in London verdient, ist unbekannt, es wird aber längst nicht das große Millionengehalt wie von Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi sein. Ada Hegeberg von Olympique Lyon war 2019 laut „France Football“ mit einem Jahresgehalt von 400.000 Euro die bestbezahlte Fußballerin der Welt. Als wertvollste Deutsche wurde vor kurzem Lena Oberdorf vom VfL Wolfsburg bezeichnet. Die 19-Jährige gilt als Top-Talent im Weltfußball und ist mit geschätzten 250.000 Euro doppelt so viel wert wie Eintracht-Top-Torschützin Laura Freigang. In Frankfurt folgen nach Freigang Torhüterin Merle Frohms mit einem Marktwert von 67.500 Euro und Nationalspielerin Sophia Kleinherne mit 55.000 Euro.

Frauen Männer
Wertvollste/r Spieler/in Pernille Harder (330.000 €) Kylian Mbappé (180 Mio. €)
Wertvollste/r Spieler/in der Bundesliga Lena Oberdorf (250.000 €) Erling Haaland (110 Mio. €)
Wertvollste/r Deutsche/r Lena Oberdorf (250.000 €) Joshua Kimmich (90 Mio. €)
Wertvollste/r Frankfurter/in Laura Freigang (125.000 €) André Silva (37 Mio. €)

Der DFB hinkt Fidschi und Neuseeland hinterher

Es ist ein absolut richtiges Argument, dass sich die Mehrheit der Fußballfans nicht für Frauenfußball interessiert, wodurch es weniger Zuschauereinnahmen gibt und weniger Geld im Umlauf ist. Und daher ist die Kluft zwischen Männern und Frauen, so betrachtet, auch gerechtfertigt. Zumindest auf Vereinsebene. Sobald es aber um die Nationalverbände geht, sollte man die Diskussion um die Gleichberechtigung aus einer anderen Perspektive betrachten. Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft sind die Männer, als auch die Frauen Vorbilder für jüngere Generationen. Wie die „Süddeutsche“ schreibt, sind andere Länder bei diesem Thema dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Schritt voraus. Australien, Brasilien, England, Fidschi, Finnland, Neuseeland und Norwegen bezahlen ihren beiden Nationalteams das gleiche Gehalt. Für den DFB ist es an der Zeit, sich in diese Reihe einzufügen. Es wäre ein wichtiges Signal und auch eine Frage des Respekts den Frauen gegenüber. Schließlich sammelte das Frauen-Team vom DFB bei Europa- und Weltmeisterschaften insgesamt drei Titel mehr als die Männer.

Es fehlen die Möglichkeiten als Fan oder Interessent

Niemand soll gezwungen werden, sich von heute auf morgen für Frauenfußball zu interessieren. Bei Eintracht Frankfurt ist seit dieser Saison ein gestiegenes Interesse an der „neuen“ Mannschaft zu erkennen. Aber selbst für diejenigen, die sich gerne ein Spiel der Frauen-Bundesliga anschauen möchten, ist dies nicht einfach. Live-Übertragungen sind Mangelware, wodurch es verständlicherweise schwer fällt, das Interesse zu halten oder herzustellen. Hier liegt der Spielball in den Händen der Medien. Ausgerechnet im Jahr der Fusion trifft eine globale Pandemie die Welt, wodurch auch die Besuche im Stadion wegfallen. Dass die Zuschauerzahlen im Frauenfußball in den nächsten Jahren steigen, gilt laut dem DFB als wahrscheinlich. Um zu denken, dass sich dadurch an der finanziellen Lage etwas ändert, muss man schon ein gutgläubiger Optimist sein.

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13 Kommentare

  1. Genauso wie im Männerbereich die Zahlen abartig hoch sind , sind sie bei den Frauen zu niedrig

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  2. Ja, Fußball und Fußball lassen sich gut vergleichen. Bei beiden gibt es Training, Spieltag und mitunter internationale Belastung. Am Ende zählt: Ist das Produkt beliebt? Und nicht die Leistung.
    Wie viele andere Sportarten massiv gefördert werden müssen, selbst die Weltspitze kann nicht davon leben und ist noch Sportsoldat oder bei der Bundespolizei- das ist so traurig und beschämend, da erfreue ich mich lieber schnell an der Tatsache, dass die Eintracht schon wieder spielt. :/

    Gruß SCOPE

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  3. Das ist der Unterschiede gibt ist logisch, und auch vollkommen okay. Aber wie krass es auseinandergeht, das steht in keiner Relation für mich.

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  4. Australien, Brasilien, England, Fidschi, Finnland, Neuseeland und Norwegen bezahlen ihren beiden Nationalteams das gleiche Gehalt.

    Unsere Versicherung AXA (vermögenswirksame Leistung) hat das Delta zwischen Männer & Frauen auch angepasst!
    Sie haben sich auf das Minimale geeinigt – beide Geschlechter haben jetzt gleich viel – oder wenig (Abwertung für die Männer)! Schon gerecht, aber die Mitte wäre vielleicht kundenfreundlicher gewesen….?

    …und ansonsten bestimmt`s der Markt!

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  5. Ja, dann sage ich doch mal „Danke Mainz“, dass ihr den Pillen noch 2 Punkte abgenommen habt 🙂

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  6. Ja, Leverkusen und Dortmund liefen gut. Morgen noch Union gegen Gladbach Unentschieden, und wir mit einem Sieg gegen Köln

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  7. Ja und Hoppenheim hat sich in Dortmund auch wacker geschlagen 😉

    Ja und noch einen: Die Herta rutscht auch immer mehr dahin, wo Bobic bestimmt nicht hin will 🙂

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  8. Zumindest ist der Spieltag nicht verkehrt gelaufen!
    Ich hoffe die Mannschaft verschenkt gegen die Teams unter uns nicht die wichtigen Punkte und kann relaxt in die direkten Duelle gehen. Beim Sieg gegen Köln 6 Punkte Vorsprung auf Dortmund ist schon mal nen Polster.

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  9. @7 Lieber Joe,
    Union spielt heute gegen Schalke und die Radkappen morgen gegen Gladbach. Aber ein Unentschieden oder Sieg für Gladbach könnte bei einem Sieg gegen Köln schon ein nettes Tabellenbild erzeugen.

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  10. Wenn man’s genau nimmt, ist es einfacher ein Frauen Bundesligaspiel zu sehen als eines der Männer. Eurosport zeigt mehr Spiele der Frauen Bundesliga im Free TV als es Männer Bundesliga im Free TV gibt.
    Bei Magenta im Abo gibt es auch viele Spiele. Ich glaube nicht alle. Aber für alle Männer Spiele brauch man ja auch Sky und DAZN.

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  11. @10: die Verwechslung fiel mir zu spät auf. Bei dem Spiel am Sonntag wäre mir ein unentschieden zwischen den beiden am liebsten und natürlich einen Sieg von uns. Dann hätten wir die ein hinter uns gelassen, ohne dass die Gladbacher zu sehr gepunktet hätten.

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  12. @2. Zchadadse

    Sehe ich auch so. Aber die Bundesligisten können den Markt ja auch ändern. Aktiver Werbung machen, Medien zur Kooperation bewegen. Ich persönlich würde mich da sehr freuen. Und ich denke da ist auch Potential.

    Ausnahme ist da die Nationalmannschaft. Dort bin ich sehr dafür, dass die Frauen da an die Männer angeglichen werden. Die NM steht halt nicht so stark im Markt, das wünsche ich mir jedenfalls. Das muss gehen.

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