Die Saison der Frauenmannschaft der Frankfurter Eintracht neigt sich dem Ende entgegen. Am kommenden Sonntag steht gegen Union Berlin der letzte Spieltag an. Dabei wird es für die Adlerträgerinnen vor allem darum gehen, den dritten Platz und damit die Qualifikation für die Champions League zu verteidigen. Intern laufen natürlich schon die Planungen für die kommende Spielzeit auf Hochtouren. Dabei hat die SGE am heutigen Dienstag den Abschied von vier Spielerinnen bekannt gegeben. Géraldine Reuteler, Nicole Anyomi, Nadine Riesen und Elisa Senß werden den Verein im Sommer verlassen. „Die Abgänge sehen wir natürlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, wird Sportdirektorin Babett Peter in der Vereinsmeldung zitiert. „Gerne haben wir unsere Leistungsträgerinnen bei der Eintracht und sind traurig, wenn diese uns verlassen. Gleichzeitig wissen wir um die Dynamik des Marktes und können sehr realistisch einschätzen, dass sich Spielerinnen auch für einen anderen Weg entscheiden können und das respektieren wir. Wenn dieser Weg für die Spielerinnen den nächsten Schritt in ihrer Karriere darstellt, sind wir stolz und wissen, dass wir gemeinsam in der Vergangenheit sehr vieles richtig gemacht haben.“ Über die zukünftigen Stationen machte die Eintracht keine Angaben. Die Kommunikation würde durch die aufnehmenden Vereine erfolgen. Allerdings brodelt bereits seit einigen Wochen die Gerüchteküche.
Die Spuren führen nach Frankreich und auf die Insel
Die langjährigste Adlerträgerin ist Reuteler. Sie wechselte bereits 2018 aus Luzern nach Frankfurt. Die Mittelfeldspielerin absolvierte seitdem 183 Pflichtspiele und auch in dieser Saison stand sie 34 Mal auf dem Feld. Dabei gelangen der Schweizerin starke neun Tore und acht Vorlagen. Nach acht Jahren findet ihre Zeit am Main nun zumindest vorerst ein Ende. Die 28-Jährige wird sich einer neuen Herausforderung stellen und ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Bei ihr führt die Spur wohl auf die Insel zum FC Arsenal. Der „hr“ berichtet, dass ihre Vertragsunterschrift bei den Gunners bereits vor einigen Wochen über die Bühne gegangen sein soll. Die „Bild“ bestätigt dies. Schon im Sommer 2025 stand Reuteler kurz vor einem Wechsel nach England. Damals schob die SGE dem Wechsel allerdings noch einen Riegel vor.
Auch Nicole Anyomi hat in ihrer Frankfurter Zeit definitiv ihre Spuren hinterlassen. Die 26-Jährige wechselte im Jahr 2020 von der SGS Essen an den Main und hat seitdem einige wichtige Tore für den Verein erzielt. In der aktuellen Runde ist sie mit wettbewerbsübergreifend 21 Treffern und 13 Vorlagen die Topscorerin der Eintracht. Zuletzt laborierte sie an einer Oberschenkelverletzung. Die deutsche Nationalspielerin hat damit bereits ihr letztes Spiel mit dem Adler auf der Brust absolviert. Auch sie wird ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängern, obwohl die Hessinnen lange, um ihre Stürmerin gekämpft hatten. Auf Instagram hat sich Anyomi bereits von den Fans verabschiedet: „Frankfurt war für mich nie nur ein Verein. Diese Stadt, dieser Klub und vor allem ihr Fans habt mir das Gefühl gegeben, Zuhause zu sein.“ Die „Sport Bild“ berichtet, dass es die Angreiferin wohl zu Paris FC oder Paris-Saint Germain ziehen wird, wobei PSG wohl die Favoritenrolle innehat.
Senß zieht Ausstiegsklausel
In der aktuellen Saison etablierte sich Nadine Riesen endgültig als Stammspielerin bei der SGE. Sie kam vor drei Jahren aus Zürich nach Frankfurt. Die Außenverteidigerin bestritt in diesem Jahr insgesamt 32 Pflichtspiele. Beim 3:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg Ende April gelang ihr sogar ihr Debüttor für die Eintracht. Auch die Schweizer Nationalspielerin hat sich gegen eine Vertragsverlängerung am Main entschieden. Ihre Zukunft ist noch völlig offen. Anders scheint es bei Elisa Senß zu sein. Die 28-Jährige kam 2024 aus Leverkusen und wurde auf Anhieb Stammspielerin. In ihren zwei Jahren mit dem Adler auf der Brust verpasste sie in der Bundesliga nur drei Spiele. Im Vergleich zu ihren drei Mannschaftskolleginnen besitzt die deutsche Nationalspielerin eigentlich noch Vertrag bis 2027. Sie macht von einer Ausstiegsklausel Gebrauch. Diese soll im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen. Laut der „Bild“ gilt der FC Bayern München als Favorit auf eine Verpflichtung, aber auch englische Vereine sollen ihre Fühler nach der Mittelfeldspielerin ausgestreckt haben. Zuletzt soll ebenfalls Real Madrid Interesse hinterlegt haben. Senß wird am Sonntag mit einer Gelbsperre fehlen.
Eintracht Frankfurt steht damit im Sommer vor einer großen Herausforderung. Vier große Lücken in der ersten Elf müssen geschlossen werden. Auch weitere Abgänge können zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Bei der SGE blickt man aber auch mit viel Stolz auf die Transfers. „Für uns sind Abgänge dann eine Auszeichnung, wenn Spielerinnen bei uns so wachsen, dass sie die Möglichkeit bekommen, sportlich den nächsten Schritt zu gehen“, erklärt Katharina Kiel, Direktorin Frauenfußball. „Wenn Spielerinnen uns verlassen und zu internationalen Topklubs wechseln, die uns in der Entwicklung noch einen Schritt voraus sind, ist das ein Kompliment für unsere Arbeit, aber auch für die Leistung der Spielerinnen. Als Klub bedanken wir uns herzlich bei Géry, Nici, Nadine und Elisa, die jede für sich in den vergangenen Jahren den Weg von Eintracht Frankfurt mitgeprägt hat. Allen vier Spielerinnen wünschen wir für ihren weiteren Weg alles Gute.“






6 Kommentare
Wenn ich jahrelang nicht über den 3ten. Platz hinaus komme muss ich mich nicht wundern wenn die Leistungsträgerinnen den Verein verlassen. Dann aber herzugehen und zu sagen alles richtig gemacht zu haben finde ich schon dreist. Bin gespannt wie es mit den Mädels weitergeht.
Sehe ich auch so. Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass Eintracht mehr in die Frauen investieren muss. So bleiben wir gehobenes Mittelmaß, maximal. Sehr Schade
Ich finde 3. Platz und Teilnahme an der CL (Quali) ist schon deutlich mehr als gehobenes Mittelmaß. Aber ja, ein bisschen mehr zu investieren wäre sicher gut, zumal die Beträge, um die es da aktuell geht noch halbwegs überschaubar sind. Ärgerlich ist aber auch eher, dass 3 von 4 ablösefrei gehen.
Klar, das ist schade.
Nun haben die Leistungsträgerinnen und Stammspielerinnen es in der Hand gehabt, auf dem zweiten Platz einzulaufen oder international weiter zu kommen. Das hat nicht einfach nur mit Geld zu tun. Dritter ist aller Ehren wert. Klar, gerade in Frankfurt sind wir mit SG Praunheim und FSV andere Erfolge gewohnt gewesen. Aber andere Standorte haben halt mittlerweile auch Anziehungskraft. Ich finde es durchaus bemerkenswert und ein Zeugnis guter Arbeit, dass in Frankfurt Spielerinnen so reifen, dass sie anderen, leider besser betuchten Vereinen, ins Auge fallen. Leverkusen hat sich sicher die Haare gerauft, als Sennß bei uns so abging.
Ich fürchte, dass Elisa Senß sich auch den Bayern anschließen wird. Die sind leider Lichtjahre weg und in kürzester Zeit zur unangefochtenen Nummer 1 aufgestiegen, in dieser Saison komplett ohne Niederlage und mit Torrekord.
Gruß SCOPE
Übrigens noch sind wir nicht sicher Dritter
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