Die Entwicklung der Frankfurter Eintracht in den vergangenen Jahren hat auch bei Christian Seifert Eindruck hinterlassen. Der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) äußerte sich beim traditionellen Sportstammtisch von BILD Sport Südwest im Waldstadion ausführlich über die SGE – und traut den Hessen langfristig eine feste Rolle in der Spitzengruppe der Bundesliga zu.
Dabei blickt Seifert keineswegs nur aus der Distanz auf die Eintracht. Der 57-Jährige lebt seit mehr als 20 Jahren in der Region, auch seine Familie hat Verbindungen zum Verein. „Meine Töchter haben im Eintracht e.V. Sport getrieben. Frankfurt ist also eine Art 1b- beziehungsweise 2a-Lieblingsstruktur“, erklärte er mit einem Augenzwinkern, wie die „Bild“ ihn zitiert.
Vor allem die sportliche und strukturelle Entwicklung der vergangenen zehn Jahre bewertet der frühere DFL-Chef äußerst positiv. Diese sei aus seiner Sicht „herausragend gut“. Als Beleg führte Seifert unter anderem die regelmäßigen Platzierungen in der oberen Tabellenhälfte und die zahlreichen Teilnahmen am internationalen Wettbewerb an. Gleichzeitig habe die Eintracht trotz ihres Aufstiegs vergleichsweise viel Kontinuität auf der Trainerposition bewahrt. Während Frankfurt in diesem Zeitraum – mit einer kurzen Ausnahme – auf ungefähr fünf Trainer gekommen sei, hätten andere große Traditionsvereine deutlich häufiger gewechselt. „Bayern hatte in dieser Zeit sieben Trainer, Hertha, Schalke und der HSV zehn bis zwölf“, so der heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe.
Durch Kontinuität zum Erfolg
Für den ehemaligen DFL-Geschäftsführer ist diese Kontinuität kein Zufall, sondern Ausdruck der Arbeit in den Führungsgremien. Dabei hob er ausdrücklich die Entwicklung auf Ebene des Aufsichtsrats hervor: „Das hat Frankfurt in den vergangenen Jahren herausragend gut gemacht. Angefangen mit Wolfgang Steubing, dann Philip Holzer und jetzt Mathias Beck.“ Auch der Vorstand habe sich aus seiner Sicht „sehr gut entwickelt“.
Aus der erfolgreichen Entwicklung der vergangenen Jahre leitet Seifert zugleich einen hohen Anspruch für die Zukunft ab. Entscheidend sei dabei, dass die Eintracht die notwendige Disziplin und Kontinuität beibehalte beziehungsweise wiederfinde. Dann sieht der langjährige Spitzenfunktionär im deutschen Profifußball für die Hessen eine klare Perspektive: „Wenn in Frankfurt diese Disziplin wieder einzieht, hat der Klub meiner Meinung nach auf Dauer ganz klar das Potenzial, ein Top-5-Klub in Deutschland zu sein und zu bleiben.“
Damit formuliert Seifert ein durchaus bemerkenswertes Urteil. Die Eintracht hat sich in den vergangenen 15 Jahren von einem Klub, der regelmäßig gegen den Abstieg kämpfte, zu einem konstanten Anwärter auf den internationalen Wettbewerb entwickelt. Nach Ansicht des früheren DFL-Chefs muss diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen sein: Gelingt es den Verantwortlichen, die gewachsene sportliche und wirtschaftliche Substanz mit der Kontinuität der vergangenen Jahre zu verbinden, sieht Seifert die SGE dauerhaft unter den fünf besten Klubs Deutschlands.






7 Kommentare
Ich bin dafür, das man unsere Eintracht einfach mal machen lässt. Wir gehen unseren Weg und der ist nicht verkehrt. Ob es für TOP 5 reicht oder eben nicht, werden wir sehen.
Solange wir in Ruhe arbeiten können und unser Potential mit unserer Infrastruktur ausschöpfen bin ich hier sehr guter Dinge, das hier etwas gutes entstehen kann.
Die letzte Saison hat gezeigt, wie schnell es auch wieder nach unten gehen und vorbei sein kann. Der Weg in die Top 5 bleibt eine riesen Herausforderung. Ich bin mit dem Europacup zufrieden und vielleicht passt das einfach besser zu uns! Und ich hoffe, dass wir das wieder erreichen. Bescheiden bleiben, nicht alle "Stars" verkaufen, mehr Kontinuität und Identität und dann werden wir unseren Weg gehen!
Block42 100% agree...ob top 5 oder nicht, da bin ich sehr entspannt, ich will nur endlich mal wieder EINTRACHT Fussball sehen, kein Bellbesitz-Geschiebe wie die letzten Jahre, Erfolg hin oder her, natürlich kein Abstiegskampf, zur Not halt auch mal Mittelfeld, und ich würde mir wünschen, dass wir aus den vielen jungen Talenten endlich mal auch eine MANNSCHAFT entwickeln, nicht nur Einzelspieler, eine Mannschaft, die sich auch mal einspielen kann und 2-3 Jahre auch mal zusammenbleibt oder sich nur punktuell verändert, eine Mannschaft, die sich mit Frankfurt identifiziert, leider kommt da immer der finanzielle Druck von außen, das ist mir schon klar, aber wenn eine Mannschaft erfolgreich ist, dann kann man auch gute Preise erzielen, auch punktuell
Dino wurde von Lens freigestellt, weil er sich vor seinen Co-Trainer "gestellt" hat, als dieser gefeuert werden sollte...nun sind beide weg.
Quelle: L’Équipe, BILD, SKY und Consorten
Wenn wir jährlich unsere Top Spieler verkaufen müssen, damit wir Tranfererlöse erzielen, werden wir sicher kein dauerhafter Top 5 Club. Dafür muss man seine Mannschaft zusammenhalten, oder zumindest gleichwertig ersetzen.
Man muss auch nicht immer alles schlecht reden. Wenn man einen Spieler für 50-100 Mio. verkauft, ist natürlich der Marktwert zu Saisonbeginn erstmal deutlich geringer. Das war schon immer so und hat die Entwicklung nie dauerhaft aufgehalten. Nach dem Kolo Abgang und wenigen Neuzugängen war man beispielsweise zwischenzeitlich auf 170 Mio. Kaderwert runter. Wie das nach dem Abgang der Büffelherde war, das weiß ich nicht mehr genau, aber damals war der Gesamtwert des Kaders in der Breite noch viel geringer, deswegen war es sicherlich noch weniger.
gl eichwertig ersetzen" ist halt Utopie. Die Eintracht hat immer
Hier die Fortsetzung, bin gestern zu früh auf den "Senden" Button gekommen:
Nur ganz wenige Vereine in Europa können überhaupt Spieler direkt "gleichwertig" ersetzen. Bei manchen Spielern ist das schon wegen ihrer individuellen Fähigkeiten unmöglich. Selbst bei Dortmund, die immer noch in jedem durchschnittlichen Jahr mit ca. 600 Mio. deutlich mehr einnehmen als die Eintracht mit max. 400 Mio., können Spieler wie Dembelé oder Haaland selbstverständlich nie 1:1 ersetzt werden. Spieler immer direkt gleichwertig zu ersetzen, wäre also sogar mit deutlich höheren Einnahmen oft nicht möglich. Ohne internationales Geschäft und Verkäufe nimmt die Eintracht gerade mal um die 240 Mio. ein, der BVB hat also ungefähr doppelt so hohe Einkünfte. Deswegen halte ich es auch für komplette Traumtänzerei, wenn Leute denken, die Eintracht wäre drauf und dran, den BVB zu überholen. Einfach Nein, das ist aus der Luft gegriffen, da fehlt noch ganz viel. Wenn das neue Stadion in ferner Zukunft fertig ist, dann rückt man ein Stückchen näher dran.
Und wen sollte die Eintracht den bittesehr holen, um Brown zu ersetzen? Vielleicht Cucurella?? Es gibt kaum Spieler mit seinem Profil und Leistungsvermögen und die würde sich die Eintracht nicht leisten können. Wenn überhaupt, dann könnte man alternde Stars holen, die oft dennoch gewaltige Gehaltsvorstellungen haben und aufgrund von vorherigen Verletzungen ein schwer kalkulierbares Risiko darstellen (Guerreiro, Alaba?) und zudem jungen Spielern die Chance verbauen, was dann auch nicht sonderlich nachhaltig wäre.
Die Eintracht hat in den letzten 10 Jahren zumeit Spieler erst groß gemacht, sie kamen nicht fertig her. Oft waren sie entweder noch jung und unerfahren, hatten woanders keine faire Chance gekriegt oder aus anderen Gründen den Durchbruch noch nicht geschafft. Als Kolo weg war, konnte der natürlich in der damaligen Form niemals 1:1 ersetzt werden. Marmoush kam eigentlich als Niemand. Wenn man die Bundesliga verfolgt, war einem der Name ein Begriff und er hatte auch schon ab und zu mal ein schönes Tor geschossen, aber machte eben mehr den Eindruck eines ewigen Talents. Tolle Dribbler, denen irgendwie der Biss fehlt, gibt es ja immer mal wieder. Er hatte sich niemals vorher irgendwo dauerhaft durchsetzen können. Ekitiké war bei PSG aussortiert worden. Ndicka kam aus der zweiten französischen Liga, Pacho aus Belgien, die waren vorher auch "nur" vielversprechende Talente, wenn die fertige Spieler gewesen wären, dann hätte sie die Eintracht schlichtweg niemals gekriegt. Junge Talente zu holen und aufzubauen ist der einzige Weg, den es in der Situation für die Eintracht gibt, da führt kein Weg daran vorbei. Es gibt einfach nicht die Möglichkeit, mit anderen Vereinen mitzuhalten, die um die Spieler konkurrieren, sobald sie auf dem Peak sind. Wenn sie bereits auf dem Level sind, kommt die Eintracht nicht mehr in Frage, wenn sie bei der Eintracht groß geworden sind, kann man sie nur rechtzeitig mit viel Gewinn abstoßen. Sonst läuft es wie bei Ndicka, wegen Corona wollte niemand investieren und dann geht er ablösefrei für ein dickes Handgeld und die Eintracht geht leer aus.
Die Verträge leistungsbezogen zu staffeln ist die beste Option. Doch wenn der eine Verein dem Spieler Summe X nur bieten kann, wenn man 40 Spiele die Saison gemacht hat und sie die internationalen Plätze erreichen, der andere Verein dem Spieler diese Summe X schon als fixes Grundgehalt plus Boni zahlt, dann ist er halt normalerweise wieder weg oder kommt gar nicht erst.
Deswegen finde ich diese Forderungen nach Sofortverstärkungen mit Erfahrung in den Top-5-Ligen und internationaler Erfahrung, die vor jeder Saison immer wieder hochgekramt werden, ziemlich weltfremd. Es bringt doch rein gar nichts, unmögliche Dinge zu fordern, das ist reine Zeitverschwendung. Nur weil man es immer wieder auftischt, wird es ja nicht richtiger. Aufstrebende Spieler mit Ambitionen aus den B-Ligen und den zweiten Ligen, das ist die Kategorie, in der die Eintracht shoppen gehen kann. Das ist mir deutlich lieber als alternde Stars, die verletzungsanfällig, langsam und satt sind und dann nur noch abbauen.
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