Vor dem sogenannten Rhein-Main-Duell mit dem 1.FSV Mainz 05 konnte sich die Bilanz seit dem Amtsantritt von Albert Riera sehen lassen. In sechs Spielen holte die Frankfurter Eintracht unter der Regie des Nachfolgers von Dino Toppmöller drei Siege, zwei Remis und eine verkraftbare und erwartbare Niederlage bei Rekordmeister FC Bayern München. Defensiv schaute es seit dem Trainerwechsel viel besser aus, zuletzt konnte dreimal in Serie die Null gehalten werden. Nur in der Allianz Arena und bei Union Berlin gab es Gegentore. Mit zuletzt sieben Punkten aus drei Partien schossen sich die Hessen zurück ins Rennen ums internationale Geschäft. Das ist die eine Seite der Medaille.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Riera kriegt es bisher nicht gebacken, ein Offensivkonzept zu entwickeln, mit dem seine Mannschaft genügend Torgefahr ausstrahlen kann. Zu oft wird der Ball hin- und hergeschoben oder lieber nach hinten gespielt. Mut zum Risiko? Fehlanzeige! Fortschritte? Auch. Eher das Gegenteil. Unter Vorgänger Toppmöller erspielte sich die SGE pro Spiel 5,4 Chancen. In der letzten Saison betrug der Wert noch 7,0. Unter Riera verbucht das Team dagegen nur vier Chancen pro Spiel. In den Spielen gegen die Kellerkinder St. Pauli und Heidenheim kam die Eintracht noch mit einem blauen Auge davon, doch spätestens beim Gastspiel in Mainz ist sie endgültig wieder in alte Muster verfallen, defensiv wie offensiv. Statt für eine Aufbruchstimmung zu sorgen ist die Pleite gegen den Rivalen aus Rheinhessen ein echter Stimmungskiller und ein herber Rückschlag. Hinten offen wie ein Scheunentor, vorne an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Es ist das alte Bild, die SGE findet gegen tiefstehende Gegner immer noch keine Lösungen. Leverkusen hat mit dem 3:3 in Heidenheim überraschend eine Steilvorlage geliefert, die Eintracht hätte wortwörtlich den Ball ins leere Tor schieben müssen. Einmal traf sie auch, bringt aber nichts, wenn der Gegner ein Tor mehr auf der Anzeigetafel stehen hat. Man hätte der Werkself auf die Pelle rücken können, stattdessen hat sich der Abstand auf neun Punkte vergrößert und zu allem Überfluss muss in den Rückspiegel geschaut werden. Im Nacken hat man den SC Freiburg, der nur noch ein Punkt von den Hessen entfernt ist.
Riera-Aussagen irritieren
Die Anfangseuphorie, die Albert Riera an Tag eins auslöste, scheint fürs Erste verflogen zu sein, denn „Sky“ will erfahren haben, dass der Fußballlehrer intern immer mehr in die Kritik gerät. Moniert wird zu einem die bereits angesprochenen ideenlosen Auftritte im Spiel nach vorne. Zum anderen seien seine taktischen Vorgaben zu komplex und die regelmäßigen Teamsitzungen gehen mehr als eine Stunde, was zu einer Überfrachtung der Spieler führt. Zudem überraschte Riera mit der Kader-Ausbootung von Vizekapitän Mario Götze, der fit war. Außerdem fiel er mit Aussagen im Anschluss an das Mainz-Duell negativ auf. Gegenüber „DAZN“ stellte er seine Mannschaft an den Pranger, indem er ihre Qualität hinterfragte. So sagte er: „Im letzten Viertel geht es immer um Qualität. Wenn wir ein Top-Team sein wollen, müssen wir das auch in der Defensive sein.“ Beides soll bei Teilen des Teams nicht gut angekommen sein. Jonny Burkardt etwa konnte die Nicht-Berufung seines Mitspielers nicht nachvollziehen. „Ich war überrascht. Mario ist ein wichtiges Teammitglied, ihn kann man immer gebrauchen. Ich fand es sehr schade für ihn.“ Auf Nachfrage der „Bild“, warum Götze nicht Teil des Kaders war und wie er das aufgenommen hat, reagierte Riera auf der Pressekonferenz ziemlich genervt. „Wen soll ich rausnehmen, um Platz für Mario zu schaffen? Erzähl mir.“ Auch dass der Coach entgegen der Gepflogenheiten seinem Gegenüber, Urs Fischer, nicht zum Sieg gratulierte, wie es sich eigentlich traditionell gehört, wirft teilweise Fragen auf. Vor einer Woche präsentierte er sich als guter Gewinner, indem er Trainer-Urgestein des 1.FC Heidenheim, Frank Schmidt, adelte. Zumindest sollte man erwarten, dass auch im Falle einer Niederlage diese Traditionen ausgelebt werden. Auch mit seiner Aussage, dass ein Sieg in Mainz mit Verweis auf die Horrorbilanz von einem Sieg in 21 Auswärtsspielen ein Wunder wäre, dürfte er ziemlich alleine dastehen. Ja, es ist richtig, dass die Formkurve seit der Übernahme von Urs Fischer nach oben zeigt und ja, es stimmt, dass es für die Adler traditionell selten was in Rheinhessen zu holen gibt. Von einem Wunder spricht man aber bei Weitem nicht, wenn Eintracht Frankfurt als Favorit mit hohen Ambitionen gegen einen abstiegsgefährdeten 1.FSV Mainz 05 als Sieger vom Platz geht. So eine schlechte Bilanz sollte nicht als Ausrede angeführt werden, sondern vielmehr als Motivation dienen, diesen Bann zu brechen.
Zwischen Motivation und Demontage: Rieras schmaler Grat
Mit der Verpflichtung von Albert Riera wurde klar, dass ein komplett neuer Wind im Stadtwald wehen wird. Der 43-Jährige gilt als sehr polarisierend, nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht vor einer markigen und martialischen Rhetorik. Der „Meine Spieler würden vom Balkon springen, wenn ich ihnen das befehlen würde“– oder der „Meine Spieler sind wie hungrige Haie, die das Blut riechen“-Spruch sind da zwei mittlerweile populäre Beispiele. Zum ersten Mal nach einer vermeidbaren und empfindlichen Niederlage zeigt sich der extrovertierte Coach von einer anderen Seite. Der Auftritt war zwar etwas unglücklich, aber bei Weitem nicht so dramatisch, wie er letztlich dargestellt wird. Riera ist nun mal eine ehrliche Seele, der das ausspricht, was ihm auf dem Herzen liegt. Die Götze-Degradierung kam überraschend, aber hatte auch, wie er selbst anführte, ihre Gründe. Die Aussagen hinsichtlich der Qualität kann so verstanden werden, dass er sich zur Aufgabe nimmt, dafür zu sorgen, dass seine Mannschaft auch offensiv überzeugt. In seinen Instagram-Storys verdeutlichte er nochmal den Teamspirit und seine Zuneigung zu seiner Mannschaft mit markanten und aufmunternden Parolen. Etwa schrieb er: „Es ist Teil des Spiels, man kann nicht immer gewinnen, aber wir lieben uns alle und wir halten zusammen, egal ob wir gewinnen oder verlieren“ und postete dabei ein Bild, worauf er Jonny Burkardt umarmt. Fakt ist aber: Riera muss einerseits sportlich in den kommenden Wochen Lösungen finden, um die Spielweise und vor allem die Offensive anzukurbeln, sonst könnte es für ihn ungemütlicher werden. Andererseits muss er an seiner Rhetorik Anpassungen vornehmen, Sätze wie „Wer besser flankt, ist ein 50-Millionen-Spieler, und wer nicht, ist ein 5-Millionen-Spieler“ sorgen nicht für Vertrauen innerhalb der Mannschaft und Trainerteam.






14 Kommentare
8 Tage Urlaub. Braucht mir niemand erzählen, dass das normal ist. Noch nie habe ich sowas gehört die letzten 30 Jahre. Lächerlich.
Wenn man nur mal DT so schnell angezählt hätte... Ich frag mich was die Erwartungshaltung war... umschalten und wir sind wieder CL Aspirant?
Gegen Köln rennt Sturmrakete Kalimuendo wieder im eigenen 16er dem Gegner hinterher anstatt umgekehrt. Super Trainer.
DT wurde gefühlt ab Tag 1 angezählt. Selbst bei Erfolgen haben viele gesagt, dass sie trotz und nicht wegen DT erzielt worden seien
Von Dino hätte man sich früher trennen müssen. Das war wahrscheinlich der Kardinalfehler diese Saison vor dem nächsten Riera, der Kali, Doan und Larsson falsch aufstellt und skandalös(!) 8-Tage Urlaub gibt. Nach dem 0:6 in Leipzig war Schluss. Die Mannschaft war fertig mit ihm. Saison abgeschenkt aus Dankbarkeit für das Jahr davor.
Was ist mit Dir falsch gelaufen? staenkerst hier nur rum. Bewirb dich doch als Trainer damit Du es besser machen kannst....
Wenn es unter drei Trainern schlecht läuft könnte es auch an der Mannschaft liegen.
Collins und theate in der Abwehr fliegt uns um die Ohren. Theate mit fürchterlichem Stellungsspiel.
Kein 6er der das Spiel aufbauen kann.
Kein 10er (da Uzun verletzt war und er ist hier meine Hoffnung).
Ein halbes Jahr kein Stürmer, da Burkardt immer wieder verletzt und wahi keine Leistung bei uns gezeigt hat, warum auch immer.
Vielleicht haben wir dich nicht die Qualität auf dem Platz wie wir dachten.
Bei mir wäre Kalimuendo bestimmt kein Rechtsverteidiger und Doan weder Schienenspieler noch 8er. Auch Larsson hätte einen 6er hinter sich, sowie in der Zeit, als er weltklasse gespielt hat. Collins LV, obwohl sein linker Fuß noch schlechter ist als sein rechter, wäre bei mir auch keine Option. Wahnsinnige 8-Tage Urlaub, gäbe es, wie bei allen anderen Trainern dieses Planeten, auch nicht.
Ja, wäre besser wenn ich coachen würde. Absolut.
kommt denn wirklich niemand auf den gedanken, dass riera urlaub gegeben hat, weil ohnehin einige spieler bei den nationalteams sind und in verbindung mit den fehlen der verletzen ein effektives einstudieren/trainieren ohnehin nur teilweise möglich ist, falls überhaupt?
es riera anzukreiden, dass wir ausgerechnet in mainz (mal wieder) nichts geholt haben - muss jeder selber wissen.
süffisant gesagt, scheint einigen auch der santos als grundsätzlicher sündenbpck zu fehlen!
Lauter Minimum hier. Echt, selbst der Autor schreibt, dass Riera anders ist als 0815, das war von Beginn an klar, weshalb das nun verwundert erschließt sich mir nicht.
Er hat doch recht… wir haben keinen 50 mio Mann der Flanken schlägt, wir haben 5 Millionen Männer fiecdas machen, deshalb kommt da auch nix. Klar ist es mangelnde Qualität. Was denn sonst. Soll er es muschihaft umschreiben? Dann lästern doch durchleuchten wieder. Er sagt wie es ist. Fertig aus basta.
8 Tage frei. Na und? Glaubt ihr fievgehrn nun alle möglichen na Kino Pommes essen? Die werden ihre einheizen selbst laufen müssen. Jede Bewegung wird registriert werden. Emre: glaubst wirklich die liegen nun 8 Tage faul rum bei Pizza und Bier, so wie wir das machen? Im Leben nicht. Die werden den Kopf voll haben. Er hat nen hohen Anspruch und hohe Ansprüche setzt man nicht um indem man tagtäglich draufhaut und ständig neues hinzufrachtet. Er hat in den letzten Wochen wenig frei gegeben und hat sich den arsch aufgerissen. Ein Großteil des Lasers ist eh unterwegs und da kommt die „Pause“ bei Chips und Bier mal gut. Meine Güte.
Man sucht aber in den Krümeln und legt alles negativ aus.
Er ist unser Mann. Er hat hinten dicht gemacht und vorne keine Alternative gehabt. Jetzt sind die Alternativen theoretisch da, praktisch aber natürlich nicht bei 100%. Wie denn auch. Es wird schon klappen. Er wird bei uns erfolgreich sein und den ewigen nörglerisch hier und den elenden Schreiberlingen von FR Bild und Kicker sei gesagt: ihr rollt doch nur draufhaben weil er euch sagt: leckt Kuch. Ich erzähle was ich will und nicht was ihr gern hört. ;-). Ich finde es lustig wie er die zur Weißglut bringt. Wie kleine Rumpelstilzchen poltert der von der FR nun rum. Wahrscheinlich sind seine Würstchen nach der ok Kelten geworden weil Riera zu lang redete…
Ich spendier ihm mal ne gräf völsing, dann wird er vielleicht ruhiger
Alles was wir fordern ist endlich eine normale Mannschaftsaufstellung. 4-4-2 mit Doan als Flügelstürmer, mit Kali im Sturm, mit einem 6er hinter Larsson. Sonst auch gerne ein 4-2-3-1 mit Spielern auf ihrer stärksten Position.
Wenn 4 Spiele so gespielt wird und sie trotzdem nichts auf die Kette bekommen, dann können wir gerne mehr über die Spieler reden. Solange unsere Trainer sich aber lieber selbst in den Mittelpunkt durch besondere Ideen stellen, gehören sie in den Fokus.
Alter, Alter...Hier hat man echt oft das Gefühl, dass das Leben bei einigen immer halb leer ist...mit Tendenz ganz leer zu werden...die könnten bestimmt gude Kumpels vom Durstewitz werden, dem Berufsmeckerrentner (leck Eier, Junge).
Der Laden ist dicht. Zum Glück hinten, leider auch vorne.
Die Gegentorflut zu beenden, war das große Ziel, danach haben wir alle geschrien.
Jetzt möchte ich nach der kurzen Zeit noch nicht beurteilen, inwieweit Riera auch das Spielerische gleichzeitig positiv beeinflussen kann.
Nur eins steht fest. Seine Außendarstellung ist miserabel. Und zwar subjektiv für mich in fast jedem Interview. Lustig ja, aber das soll es eigentlich nicht sein.
Sollte er vor der Mannschaft das gleiche Verhalten eines Selbstdarstellers, der null kritikfähig ist, vorgeben, wird es mit erwachsenen, mitdenkenden Spielern auf Dauer schwierig.
Ich glaube, dass gerade Riera jetzt nur durch SEHR positive Ergebnisse überzeugen kann, sonst wird das Ganze als Missverständnis am Ende der Saison aufgelöst.
Was würde Toppi jetzt mit dem vorhandene offensiv Material machen ...??
Jetzt mit Kali Younes Johnny Uzun Götze Chaibi Jupp Doan ...hatte er ja schon und da sah der Fußball wesentlich besser aus...
Denke selbst Rose Blessin Knutsen Neerstrup oder Adi würden "mehr " raus holen aus dem Kader und attraktiver spielen...
Was ein Schlafwagen Gähn Fussball...da war der Fussball unter Funkel besser attraktiver spannender...keine Emotionen, Quer Geschiebe, ideen/einfallslos, kein Esprit, Chancen Armut und Torgefahr ...es macht null Spass...zum Einschlafen !!!!
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