Nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr zur Frankfurter Eintracht ist Patrick Glöckner bereits mittendrin. Der neue Trainer der U21 sprach im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ über seine Rückkehr an den Riederwald, die Entwicklung junger Talente und seine Vorstellungen vom Fußball. Dabei machte der 49-Jährige deutlich, dass er seine Aufgabe nicht nur als Regionalliga-Trainer versteht – sondern vor allem als Wegbereiter für den Profibereich.
Dass die Anfrage der Eintracht kam, überraschte Glöckner zunächst selbst. „Schon ein wenig überraschend, aber ich musste nicht lange nachdenken“, verriet der Coach. Die Rückkehr nach Frankfurt sei für ihn etwas Besonderes: „Ich bin sehr happy, wieder hier zu sein. Es ist ein Stück weit ein Nachhausekommen.“ Seine Verbindung zum Verein sei trotz seiner Stationen bei Waldhof Mannheim und 1860 München nie abgerissen: „Aufgrund meiner langjährigen Vergangenheit hier ist die Eintracht immer ein Verein gewesen, den ich auch aus der Ferne immer beobachtet und begleitet habe.“ Auch die Gespräche mit den Verantwortlichen hätten ihn schnell überzeugt. „Ich kenne die Verantwortlichen und Strukturen“, erklärte Glöckner. Vor allem der Austausch mit Markus Krösche, Timmo Hardung, Alexander Richter und Nino Berndroth habe gezeigt, „dass wir für die U21 gemeinsame Ziele haben“. Entsprechend groß sei nun die Vorfreude: „Ich freue mich unwahrscheinlich auf die Aufgabe.“
Sportlich wartet auf den neuen Trainer direkt eine anspruchsvolle Herausforderung. Durch zahlreiche Abgänge und den natürlichen Umbruch besteht der Kader der U21 überwiegend aus jungen Spielern. Für Glöckner ist das allerdings kein Nachteil. „Ich habe von meiner Mannschaft bisher wirklich einen sehr guten Eindruck gewonnen“, sagte er nach den ersten Wochen. Auch die bisherigen Testspiele hätten bereits wichtige Erkenntnisse geliefert. Dabei setzt der 49-Jährige bewusst auf den eigenen Nachwuchs. „Generell geht es darum, dass wir auf unsere Talente bauen und diese einsetzen“, betonte Glöckner. Erfahrung sei dabei nicht automatisch entscheidend: „Es geht nicht immer darum, erfahrene Spieler zu haben, sondern Spieler, die durch ihre charakteristischen Eigenschaften vorangehen können.“ Deshalb traut er auch jungen Akteuren Führungsrollen zu: „Erfahrene Spieler sind kein Nachteil, aber auch junge Spieler können Führungspositionen einnehmen.“
Im Vergleich zu seinen vorherigen Trainerstationen habe sich seine Arbeit deutlich verändert. Während in Mannheim oder München überwiegend erfahrene Profis zum Kader gehörten, sei das Verhältnis nun nahezu umgekehrt: „Dort hatte ich jeweils 80 Prozent gestandene Spieler und 20 Prozent Talente. Hier habe ich 80 Prozent Talente.“ Gleichzeitig schwärmte Glöckner von den Bedingungen, die die Eintracht ihren Nachwuchsspielern bietet: „Die Möglichkeiten, mit der U21 zu arbeiten, sind bei der Eintracht ideal.“ Besonders der Sportpark Dreieich und das große Trainer- und Funktionsteam böten optimale Voraussetzungen. „Alle können sich auf den Fußball in allen Facetten konzentrieren“, so Glöckner. Trotzdem sieht Glöckner die größte Verantwortung bei den Spielern selbst. Wer den Sprung in den Profifußball schaffen wolle, müsse die nötige Einstellung mitbringen: „Sie müssen eine intrinsische Motivation aufbringen, um die großen Schritte zu gehen.“
Einige Talente wie Ebu Bekir Is, Marvin Dills oder Jeremiaha Maluze trainieren derzeit bereits regelmäßig bei den Profis mit. Für Glöckner ist genau diese Durchlässigkeit ein zentraler Bestandteil des Ausbildungskonzepts: „Die Durchlässigkeit generell in den Profibereich ist gegeben. Das zeigen einige Beispiele in den vergangenen Jahren.“ Gemeinsam mit seinem Trainerteam wolle er die Spieler gezielt auf den nächsten Karriereschritt vorbereiten: „Für uns geht es immer darum, dass wir die jungen Spieler so begleiten, dass sie den nächsten Schritt für sich gehen können.“ Das große Ziel sei klar definiert. „Unser aller Wunsch ist es, den Jungs, die unsere Jahrgänge durchlaufen, den Sprung in unseren Profibereich zu ermöglichen.“ Dafür wolle das Trainerteam individuelle Stärken gezielt fördern: „Wir wollen bestimmte Waffen entdecken und sie fördern.“ Am Ende gehe es darum, den Unterschied zwischen Nachwuchs- und Profifußball möglichst klein werden zu lassen: „Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Sprung so klein wie möglich ausfällt.“
Offensiver Fußball als DNA
Auch spielerisch verfolgt Glöckner eine klare Philosophie. Zwar orientiere sich die U21 an den Spielprinzipien des Vereins, dennoch wolle er seine eigene Handschrift einbringen. „Grundsätzlich geht es um die Spielprinzipien des Vereins und darum, die Spieler so einzusetzen, dass sie ihre bestmögliche Leistung abrufen können“, so der Trainer. Seine persönliche Idee beschreibt er eindeutig: „Meine Idee ist generell immer offensiv geprägt.“ Ziel sei es, „mit einem spielerischen Aspekt schnell vor das gegnerische Tor zu kommen“. Gleichzeitig sollen Athletik und Technik weiter verbessert werden. „Wir wollen auch athletisch und technisch die Voraussetzungen schaffen, dass wir einen offensiven, attraktiven Fußball auf den Platz bringen.“
Dabei verliert Glöckner die Realität der Regionalliga Südwest nicht aus den Augen: „Wir wissen aber auch, dass die Regionalliga Südwest eine sehr herausfordernde Liga ist mit zahlreichen ambitionierten Vereinen.“ Gerade deshalb sei dieser Wettbewerb ein wichtiger Entwicklungsschritt für seine Mannschaft: „Es ist ein guter Step für die Jungs, sich mit diesen Mannschaften zu messen.“
Zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten sieht der U21-Trainer in der neu eingeführten Bundesliga Talent Series. Sorgen über eine zu hohe Belastung macht er sich nicht. „Die Bundesliga Talent Series ist ein ergänzender Wettbewerb, den wir dankend annehmen.“ Im Gegenteil: Je häufiger sich seine Mannschaft mit starken Gegnern messen könne, desto besser: „Es ist wichtig, dass wir diesen Wettbewerb haben und ihn mit voller Überzeugung annehmen. Denn je mehr hochkarätige Vergleiche wir haben, desto besser für uns.“
Glöckners Aussagen machen deutlich, welchen Weg die Eintracht mit ihrer U21 einschlagen möchte: Junge Talente sollen unter optimalen Bedingungen individuell gefördert werden, attraktiven Offensivfußball spielen und den Schritt zu den Profis möglichst schnell schaffen. Der neue Trainer versteht sich dabei nicht nur als Erfolgscoach in der Regionalliga, sondern vor allem als wichtiger Baustein der Frankfurter Nachwuchsförderung.






7 Kommentare
Off Topic: Ich habe gerade einen Bericht über die Situation von Ebimbe gelesen. Da stand eigentlich genau das, was ich mir unterschwellig dachte: sehr flexibel einsetzbar, könnte super zum Hütter-Fussball passen, Hütter wollte ihn bereits in Monaco verpflichten, immer noch recht jung und Marktwertpotential, man erspart sich vielleicht Ausgaben welche man woanders investieren kann. Ich weiss, aus halbwegs unbekannten Gründen ist er aufs Abstellgleis gerückt. Aber, ich hoffe insgeheim, dass er sich gerade die zweite Chance erarbeitet. Ihr auch ?
weiß auch nicht was da vorgefallen ist??
wäre nett es mal zu wissen.
aber jeder hat mal mist gebaut,sollte man auch mal
vergessen können
habe ihn immer gerne gesehen.
probiert es halt mal
nur die SGE
Also sollte er nochmals die Chance kriegen, fände ich das OK, nur hat er nur noch ein Jahr Vertrag. Das sind also keine "unbekannten Gründe". Das altbekannte Springer-Lügenblatt hat da auch nichts Tolles recherchiert oder Quellen im Verein, er muss verkauft werden, sonst geht er ablösefrei. Man könnte nur jetzt noch max. 3 Mio. rausholen bei 6 Mio. Marktwert, bei nur einem Jahr Restvertrag ist ca. die Hälfte die Norm, manchmal auch günstiger, so wie die Eintracht das bei Onyedika anstrebt.
Die Alternative wäre verlängern, aber Ebimbe ist halt eine komplette Wundertüte. Er hat super Spiele gemacht, u.a. 2 Tore gegen die Bayern, aber dann ist er wieder ewig abgetaucht. Das Potential ist zweifellos gegeben, nur hat er ja scheinbar einen " mental breakdown" gehabt, als er wohl nach eigener Aussage schlechten Umgang hatte. Er war nur begrenzt als Spieler verfügbar, er war unzuverlässig. Deswegen hat die Eintracht ihm jetzt jahrelang Gehalt für wenig Leistung gezahlt. In der Situation will man ihm kaum einen neuen 5-Jahres-Vertrag mit Unterschriftsprämien und verbesserten Bezügen anbieten, was die durchgeknallten Berater vermutlich fordern würden.
Welche Spieler verkauft werden müssen, sieht man doch hier ziemlich klar, wenn man hinten nach "Vertrag" sortiert:
https://www.transfermarkt.de/eintracht-frankfurt/kader/verein/24/saison_id/2026/plus/1
Krösche & Co. gehen auch erstmal die Verträge durch, denn es geht ja darum, den Totalverlust zu verhindern.
Batshuayi, Skhiri und Ebimbe haben nur noch ein Jahr Vertrag, die müssen auch unter Marktwert verkauft werden, weil keiner von denen sich groß für eine Verlängerung empfohlen hat. Das galt auch für Simoni. Bei Grahl und Chandler verlängert sich der Vertrag automatisch zu geringen Bezügen, solange sie Lust haben.
Götze, Knauff, Ngankam, Nkounkou, Baum, Chaibi und Arrhov haben auch nur noch zwei Jahre Vertrag. Bei Götze bleibt abzuwarten, ob er danach in Rente geht oder nach USA. Baum und Arrhov haben als Jugendspieler nur 3 Jahre Vertrag gehabt, mit denen sollte man verlängern. Für Nkounkou werden Abnehmer gesucht. Bei Knauff wäre ich auch für eine Verlängerung. Chaibi würden sicherlich einige gerne loswerden, aber er ist der beste Vorlagengeber im Team und ist variabel, ohne Ersatz würde ich den nicht abgeben. Bei Ngankam wird vermutlich eine Leihe angestrebt, er war zu lange verletzt, da findet man keine Abnehmer.
Also eigentlich will man sicherlich noch 4-6 Spieler abgeben, es bleibt abzuwarten, ob das so klappt.
Danke, sehr gut dargelegt. Deshalb sind Management Entscheidungen halt oftmals wesentlich komplexer als es sich vordergründig darstellt.
Ihr könnt mal davon ausgehen, dass unser Management kein Geld verschenken und kein Kapital vernichten will.
Wie der Vorredner sagte, das ist nicht immer so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Ich habe mal eine ernstgemeinte Frage, weil es schon oft in Interviews aus dem Jugendbereich angesprochen wurde (auch hier "die Spielprinzipien" des Vereins). Was sollen die sein?
Unter Glasner, dann Toppmöller, dann Riera und jetzt wieder Hütter wurde doch stets anderer Fußball gespielt, meist ja sogar gewollt.
Natürlich gibt es übergeordnete Prinzipien, aber die dürften ja mehr oder weniger bei allen Vereinen gelten.
Ich meine das auch gar nicht als Kritik, aber ich wüsste nicht, für welche Spielprinzipien die Eintracht in den letzten Jahren konstant gestanden haben sollte - und aufgrund der Fluktuation im Kader ist das ja auch nur schwer möglich.
Mit der Büffelherde ging es meist von hinten weit nach vorne und dann mit Wucht entweder direkt Richtung Tor oder ins Gegenpressing. Mit Kostic und Lindström/Knauf ging es mit Läufen über die Seite und dann von der Grundlinie flanken, mit Marmoush und Ekitiké waren Bälle in die Schnittstellen das bewährte Mittel und als die weg waren, wollten wir dann mit Ballbesitzfußball den nächsten Schritt machen.
Und wenn sich der Kader innerhalb von zwei, drei Jahren quasi runderneuert, dürfte es schwer sein, bestimmte Spielprinzipien in der Jugend gezielt zu fördern, um die Jungs am die erste Mannschaft heranzuführen.
Eigentlich müsste es Polyvalenz sein, also in unterschiedlichen Systemen gut zurechtzukommen, so ein bisschen die Entwicklung unabhängig von bestimmten Spielprinzipien zu fördern.
Aber vielleicht kann mir da jemand auf die Sprünge helfen.
Eigentlich wollte ich gerade schreiben, dass Glöckner weniger in die Kamera grinsen und sich mehr mit den Spielprinzipien beschäftigen sollte, denn eine 1:5 Niederlage gegen die direkten Konkurrenten Siegen in der Regionalliga Südwest (alles erfahrene, alte Männer) und ein 1:4 Gegner den die befreundeten Accra Lions aus Ghana(alles Teenager) macht jetzt noch nicht so viel Lust auf mehr. Das war zwar ungezwungen im gemeinsamen Trainingslager nach langem Training, aber bis jetzt konnten sie scheinbar die Spielprinzipien noch nicht allzu gut umsetzen. Jetzt lese ich gerade, die Eintracht II habe 2:0 gegen Waldhof Mannheim gewonnen, einem weiteren Konkurrenten in der Regionalliga. Das klingt schon viel besser. Der Kicker irrt doch nicht. Kann das jemand bestätigen? Wer waren die Torschützen?
https://www.kicker.de/eintracht-frankfurt-ii/spielplan/regionalliga-suedwest/2026-27
Die Trainingslager und Testspiele sind bei der Jugend oft geheim, aber ein bisschen mehr Infos wären schon toll. In Amiland kommen hunderte oder gar tausende Leute, wenn ihre Football-Talente gegen das Nachbardorf spielen. Ich glaube, dass das die Jungs eher pushen würde, als das sie deswegen nervös werden würden und wenn dann gilt das für beide Seiten. Sie wären bereits an Publikum gewöhnt, was sie im Profifußball sowieso erwartet. Wenn die hübschen Mädels in ihrem Alter zugucken, da spielt man doch nicht schlechter deswegen. Jungfräulich müssen die auch nicht in den Profifußball starten. Daher macht diese Geheimhaltung für mich keinen großen Sinn.
Die U17 unter Sascha Rausch hatte übrigens einen besseren Start, hat im Esslinger Cup den HSV, Nürnberg, Stuttgart und Zagreb geschlagen und musste sich nur im Finale 1:2 gegen Bayern geschlagen geben. Generell ist die Berichterstattung zur Jugendabteilung, in die ich weiterhin große Hoffnungen setze, auch auf Eintracht.de ziemlich dünn.
Zur U21 hab ich noch einen Fun Fact entdeckt, Neuzugang der Cherif Cisse hat vor seinem Abgang noch Würzburg zum Aufstieg in die 3.Liga geschossen und so mit seinem 2:1 dem verhasstem Lok Leipzig den Aufstieg versaut, der hat bei mir sofort sehr viel Kredit. Der braucht auch nicht viele Minuten pro Scorer.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.