Auf dem Weg in die Ligaphase der Champions League steht den Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt nur noch die letzte Qualifikationsrunde gegen Paris Saint-Germain im Weg. Eine Adlerträgerin, die mit genau dieser Situation bereits Erfahrung hat, ist Paulina Krumbiegel. Die Rechtsverteidigerin, die in diesem Sommer von Juventus Turin zur SGE wechselte, hat mit ihrem Ex-Verein in den Champions-League-Playoffs der Saison 2024/25 die Pariserinnen nach Hin- und Rückspiel mit 5:2 geschlagen. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ spricht die 22-Jährige über den kommenden Gegner, den Reiz der Königsklasse und die bisherigen Stationen ihrer Karriere.
„Dann sind sie auf jeden Fall schlagbar“
Auf die bevorstehende Herausforderung blickt Krumbiegel positiv gestimmt: „Ich glaube, es ist möglich und wir wollen dafür alles geben. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei rauskommt“, schätzt sie die Frankfurter Chancen auf das Weiterkommen ein. „Französische Teams sind immer sehr physisch und schnell. Individuell sind sie auch sehr stark. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Wie man die Pariserinnen im besten Fall bespielen muss? „Wenn man eklig und gut in den Zweikämpfen ist und sie stresst, dann machen sie auch ihre Fehler. Je mehr Fehler sie machen, desto weniger Lust haben sie dann am Ende. Dann sind sie auf jeden Fall schlagbar.“
Alle drei Pflichtspiele der bisherigen Saison haben die Eintracht-Frauen erfolgreich bestritten. Im Mini-Turnier der zweiten Champions-League-Qualifikationsrunde haben die Frankfurterinnen ihre Aufgaben souverän erledigt. Hinzu kam am vergangenen Wochenende der 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga. „Wir sind jetzt schon im Rhythmus und fühlen uns gut. Wenn man sich schon ein bisschen einspielen konnte, hilft das auf jeden Fall“, sagt Krumbiegel. „Bei unserem Testspiel gegen Lyon hat man schon gemerkt, dass sie erst zwei Wochen in der Vorbereitung waren. Da geht es PSG jetzt nicht so viel anders.“
Auch Trainer Niko Arnautis habe der Mannschaft mitgegeben, das Selbstbewusstsein aus den vorherigen Wochen in die Duelle mit PSG mitzunehmen: „Er hat uns gesagt, dass wir selbstbewusst spielen können. Die letzten Spiele haben wir schon souverän und gut performt. Mit dem Gefühl gehen wir jetzt auch in die Partie gegen PSG. Wenn wir das mitnehmen, ist da einiges möglich.“
Ein möglicher Gegner der Eintracht wäre auch Krumbiegels Ex-Verein Juventus Turin gewesen. Ein Los, das die Rechtsverteidigerin gerne genommen hätte: „Ich hätte es schon cool gefunden und habe es irgendwie auch fast erwartet. Solche Geschichten werden dann ja immer geschrieben“, sagt sie. „Wir nehmen es natürlich so, wie es kommt, aber es wäre für mich schon ein besonderes Spiel gewesen.“
„Ich bin gerne Außenverteidigerin“
Ihre ersten Schritte in der Frauen-Bundesliga hat die gebürtige Mannheimerin bei der TSG Hoffenheim gemacht. Nachdem sie dort anfänglich als Schienenspielerin aufgelaufen ist, hat sich ihre Rolle mit der Zeit nach hinten verschoben. „Ich bin schon gerne Außenverteidigerin. Über die Jahre bin ich jetzt ein bisschen nach hinten gerutscht“, erzählt sie. „Früher in Hoffenheimer Zeiten bin ich eher auf dem Flügel gewesen, hab aber da schon die komplette letzte Saison als Außenverteidigerin gespielt. Es macht mir schon Spaß, das Spiel mehr vor mir zu haben und von hinten Sachen anzuschieben und zu kreieren.“
Das Interesse aus Turin sei dann für Krumbiegel dann in einem für sie passenden Moment gekommen: „Das war so ein Gefühl, das aufkam, worauf ich immer ein bisschen gewartet habe, dass das irgendwann mal kommt. Das war in dem Jahr der Fall und dann hab ich gesagt, jetzt möchte ich mal was anderes erleben.“ Auf ihre zwei Jahre in Italien blickt die 22-Jährige sehr gerne zurück: „Die Zeit war sehr erfolgreich. Wir haben direkt im ersten Jahr dann auch das Double geholt. Meistens sind. Das waren meine ersten Titel, was einfach ein schönes Gefühl war. Es macht auch einfach Spaß, durch Italien zu reisen. Es war auf jeden Fall eine schöne Zeit.“
„Eintracht Frankfurt ist ein cooler Club“
Was am Ende ausschlaggebend für den Wechsel nach Frankfurt war? „Ich finde, Eintracht Frankfurt ist einfach ein cooler Club mit einer coolen Fankultur. Es war auch damals mit Hoffenheim immer ein Highlight, gegen Frankfurt zu spielen. Das war auch durch die Nähe und die Konkurrenz auf den dritten Platz immer etwas Besonderes.“ Bei der Eintracht habe sie sich in den vergangenen Wochen schnell eingelebt. „Ich fühle mich hier wohl. Die Art, Fußball zu spielen, passt zu mir“, betont Krumbiegel. „Auch die Mädels sind sehr nett und haben es mir einfach gemacht, hier anzukommen. Wenn man sich drumherum fühlt, dann läuft es auch auf dem Platz viel einfacher.“
Eine Erfahrung, die Krumbiegel bei der Eintracht auf jeden Fall wiederholen möchte, sind die Spiele in der Champions League: „Man kann es nicht so ganz beschreiben, aber es ist einfach was Besonderes. Ich habe bei Juve ja auch das erste Mal in der Königsklasse gespielt, weil ich während der Hoffenheimer Champions-League-Saison verletzt war“, erzählt sie und fügt hinzu: „Es ist einfach ein anderes Feeling. Oft sind es einfach abends Flutlichtspiele mit besonderen Gegnern. Da braucht es keine Motivationsrede. Das ist das, wofür wir Fußball spielen. Dafür lohnt es sich, alles zu geben.“ Krumbiegels Saisonziele: „Wir wollen irgendwie in die Champions League kommen und natürlich auch in der Liga eine große Rolle spielen.“






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