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Die Position neben Raphael Onyedika (rechts) ist hart umkämpft. Foto: IMAGO / Eibner

Eintrachts Suche in der Zentrale: Wer spielt neben Onyedika?

Eintracht Frankfurt hat im Sommer nahezu die komplette Mannschaft umgebaut. Dass nach zwei Bundesligaspielen noch nicht alle Abläufe sitzen, überrascht daher kaum. Besonders deutlich wird die Suche nach der richtigen Balance derzeit im zentralen Mittelfeld. Während Neuzugang Raphael Onyedika unter Trainer Adi Hütter bereits einen festen Platz auf der Doppelsechs eingenommen zu haben scheint, ist die Position neben dem Nigerianer noch offen. Mario Götze, Fares Chaibi und Oscar Höjlund bringen völlig unterschiedliche Qualitäten mit – und mit Noël Aséko wartet ein weiterer Kandidat weiterhin auf seine ersten Einsatzminuten. Dass Hütter im Zentrum noch experimentiert, zeigte sich bereits in den ersten Pflichtspielen. Im DFB-Pokal begann Götze neben Onyedika, beim Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin erhielt Chaibi den Vorzug. Gegen den FC Augsburg kehrte wiederum Götze in die Anfangsformation zurück. Eine feste Partnerschaft konnte sich auf der für die Stabilität einer Mannschaft so wichtigen Position entsprechend noch nicht entwickeln.

Onyedika ist die Konstante im Zentrum

Die Rollenverteilung bei Onyedika ist dagegen eindeutig. Der 25-Jährige soll dem Frankfurter Mittelfeld jene Physis, Zweikampfstärke und defensive Präsenz verleihen, die nach dem großen personellen Umbruch benötigt wird. Die Frage ist vielmehr, welches Profil ihn am besten ergänzt.

Götze bietet der Mannschaft vor allem Ruhe am Ball, Spielintelligenz und Lösungen im Aufbau. Gerade in der ersten Halbzeit gegen Augsburg funktionierte die Kombination mit Onyedika gut. Die Eintracht kontrollierte, gewann viele Bälle früh zurück und ließ den Gegner kaum zur Entfaltung kommen. Hütter bezeichnete seine beiden zentralen Mittelfeldspieler anschließend sogar als „Herzstück“ des Frankfurter Spiels und sah sein Team vor der Pause im Zentrum klar überlegen. Doch auch Götze und Onyedika konnten den kollektiven Einbruch nach Wiederanpfiff nicht verhindern. Nach dem schnellen Augsburger Doppelschlag verlor Frankfurt zunehmend die Kontrolle auch im Mittelfeld. Gerade dieser Spielverlauf verdeutlicht das derzeitige Problem: Die Mannschaft der SGE kann Hütters Vorstellungen bereits phasenweise sehr gut umsetzen. Noch fehlt jedoch die Konstanz, um diese Intensität und Ordnung über 90 Minuten beizubehalten. Eine eingespielte Achse im Zentrum könnte dabei helfen.

Chaibi oder Götze? Zwei unterschiedliche Lösungen

Dass Hütter bislang unterschiedliche Partner für Onyedika wählt, dürfte durchaus gewollt sein. Je nach Gegner kann der Trainer seinem Zentrum dadurch eine andere Ausrichtung geben. Götze steht eher für Kontrolle und Struktur im Ballbesitz, während Chaibi dem Frankfurter Spiel andere offensive Möglichkeiten eröffnet. Die Flexibilität ist grundsätzlich ein Vorteil. Gleichzeitig befindet sich die Mannschaft nach zahlreichen Abgängen und Neuzugängen aber ohnehin in einer Phase, in der Automatismen erst entstehen müssen. Sieben Gegentore in den ersten beiden Bundesligaspielen zeigen, dass es insbesondere bei der Stabilität noch erheblichen Verbesserungsbedarf gibt. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Eintracht momentan nicht etwas mehr personelle Kontinuität guttun würde. Gerade die Doppelsechs muss nicht nur das eigene Spiel eröffnen, sondern bei Ballverlusten auch die Räume vor der neu formierten Abwehr schließen. Dafür braucht es Abstimmung – und die entsteht vor allem durch gemeinsame Spielzeit.

Hojlund als lachender Dritter?

Überraschend ist in diesem Zusammenhang vor allem die bisher geringe Rolle von Oscar Hojlund. Der Däne war in der vergangenen Rückrunde noch regelmäßig zum Einsatz gekommen, gehört unter Hütter bislang allerdings nicht zur ersten Wahl. In der Bundesliga stehen für den 21-Jährigen lediglich wenige Minuten als Einwechselspieler gegen Union zu Buche. Dabei besitzt Höjlund ein Profil, das der Eintracht gerade in körperlich geführten Begegnungen wie morgen gegen den 1. FSV Mainz 05 helfen könnte. Er ist aggressiv gegen den Ball, scheut keinen Zweikampf und bringt eine andere Dynamik mit als Götze oder Chaibi. Fußballerisch mögen die beiden Konkurrenten Vorteile besitzen, gegen den Ball könnte Höjlund dem Zentrum dafür zusätzliche Widerstandsfähigkeit verleihen. Das kommende Duell beim 1. FSV Mainz 05 wäre auf dem Papier durchaus eine Begegnung für diese Qualitäten. Die Eintracht erwartet ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen.

Das Warten auf Aséko

Langfristig könnte die spannendste Lösung ohnehin Noël Aséko heißen. Die Eintracht investierte im Sommer zwölf Millionen Euro in den Mittelfeldspieler vom FC Bayern München. Dass Frankfurt eine solche Summe bezahlt, zeigt, welche Rolle dem 20-Jährigen perspektivisch zugetraut wird. Bislang konnte Aséko allerdings noch keine einzige Pflichtspielminute für die Hessen absolvieren. Seine langwierigen Knieprobleme bremsen den Neuzugang weiterhin aus. Damit fehlt der Eintracht ausgerechnet ein Spieler, der für die zukünftige Zusammensetzung des Mittelfeldes besonders interessant werden könnte. Aséko hatte bei seiner Vorstellung bereits erklärt, dass er sich sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht wohlfühlt. Neben einem defensiv orientierten Spieler wie Onyedika könnte er offensiver agieren, während er an der Seite eines spielstarken Akteurs wie Götze stärker gegen den Ball arbeiten könnte. Diese Vielseitigkeit macht ihn für Hütters Fußball interessant. Sie hilft der Eintracht momentan allerdings noch nicht. Zunächst muss Aséko körperlich so weit kommen, dass er überhaupt eine echte Alternative darstellt. Nach Informationen des „kicker“ könnte er noch vor der nächsten Länderspielpause erste Einsatzminuten erhalten.

Hütter muss zwischen Flexibilität und Konstanz wählen

Für Hütter ergibt sich dadurch eine interessante Situation. Der Österreicher verfügt im zentralen Mittelfeld über mehrere Spieler mit unterschiedlichen Stärken, aber noch über keine eingespielte Kombination. Onyedika scheint gesetzt. Dahinter beziehungsweise daneben ist die Hierarchie dagegen offen und der österreichische Cheftrainer der SGE hat also mehrere Möglichkeiten – nur noch keine endgültige Antwort.

Genau diese muss sich in den kommenden Wochen herauskristallisieren. Nach dem großen Umbruch braucht die Eintracht Spieler, an denen sich die Mannschaft orientieren kann. Robin Koch soll eine solche Konstante in der Abwehr sein, Jonathan Burkardt im Angriff. Im Mittelfeld hat Onyedika seinen Platz ebenfalls gefunden. Wer gemeinsam mit ihm die neue Frankfurter Schaltzentrale bildet, ist dagegen noch völlig offen.

Nach sieben Gegentoren und nur einem Punkt aus den ersten beiden Bundesligaspielen wäre etwas mehr Stabilität jedenfalls willkommen. Die Partnersuche neben Onyedika ist deshalb weit mehr als eine gewöhnliche Personalfrage – sie könnte entscheidend dafür werden, wie schnell aus vielen neuen Einzelteilen tatsächlich eine funktionierende Eintracht wird.

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Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. zeugeyeboahs73 11. September 26, 14:14 Uhr

Völlig egal wer spielt.
El Mala hat bei TM auf uns getippt, kann also nichts schief gehen 😉

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