Martin Hinteregger ist enttäuscht und musste am Ende von Kollegen und Fans getröstet werden. (Foto: imago images / Sven Simon)

Welch ein Kontrast, Chapeau!

Das ist der größte Unterschied zwischen zwei direkt auf einander folgenden Leser-Benotungen, den es auf SGE4EVER.de je gab. Lag der Schnitt gegen Leverkusen noch bei 4,5 mit Tendenz zu 5,0 , so verdienten sich die Jungs gegen Chelsea einen Schnitt von 1,57. Aber der ist auch redlich verdient. Ein Aufopferungsvoller Kampf gegen den haushohen Favoriten ging erst im Elfmeterschießen unglücklich verloren. Neben der Traurigkeit darüber, herrscht in der Fang-Gemeinde aber auch eine starke Euphorie. Das Team von Adi Hütter gab alles und brachte Chelsea „an den Rand einer Niederlage“, wie der Coach selbst sagte. Eine Reise geht zu Ende, aber der Stolz bleibt.

Simon Falette, Mijat Gacinovic, Luka Jovic und Ante Rebic. Adi Hütter tauschte seine Personal in der Startaufstellung im Vergleich zum Leverkusen-Spiel gehörig um. Almamy Touré und Jetro Willems standen nicht im Kader. Evan N’Dicka und Gelson Fernandes mussten hingegen auf die Ersatzbank. Sebastien Haller stand erstmals nach seiner Verletzung wieder im Kader.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen FC Chelsea der vierzehn zensierten Spieler den Wert 1,57. Die Einzelnoten der  500 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

–  Man of the Match – Martin Hinteregger: Der tragische Held Martin „Hinti“ Hinteregger wurde trotz seines verschossenen Elfmeters zum Spieler des Spiels gewählt. Die RTL-Kommentatoren kamen aus den Lobeshymnnen über den Österreicher gar nicht mehr heraus. „Eine Mauer“, ein „Teufelskerl“. Und ja: Martin Hinteregger machte das vielleicht beste Spiel, seit er das Adlerjersey trägt. Aufopferungsvoll ging er in jeden Zweikampf und blockte und entschärfte vor Allem ab Halbzeit zwei fast jeden Schuss, der auf das Gehäuse von Kevin Trapp zuflog. An Hinteregger führte kein Weg vorbei und Olivier Giroud dürfte wirklich froh darüber sein, dass er jetzt bis auf weiteres nicht mehr gegen den Blondschopf antreten muss.

Kevin Trapp: „Ich habe den Jungs versprochen, dass ich sie ins Finale bringe, so kurz vor dem Ziel im Elfmeterschießen rauszufliegen, tut extrem weh.“ Sagte Eintracht Keeper Kevin Trapp nach der Begegnung. Trotzdem braucht er sich vor seiner Leistung nicht klein zu machen. Kevin Trapp läuft im Saisonendspurt zur vielleicht besten Form seiner Karriere auf und erwischte wieder einen exzellenten Tag. Beim Gegentor durch Loftus-Cheek war er machtlos, aber alle anderen Schüsse auf sein Tor konnte er parieren. Er fing zahlreiche Flanken direkt und hielt sogar einen Elfmeter von Azpilicueta im Elfmeterschießen. Ein sicherer, souveräner Rückhalt. Anders kann man die Leistung von Kevin Trapp nicht bewerten.

Sebastien Haller: Er ist wieder da. Und wie. Nach seiner Bauchmuskelverletzung feierte Sebastien Haller gegen Chelsea sein Comeback. Als wäre er nie weggewesen setzte er genau dort an, wo er Wochen zuvor aufgehört hatte. Er machte die Bälle vorne fest, gewann Zweikämpfe und hätte die Eintracht um ein Haar ins Finale geschossen. In der Verlängerung hatte er zwei exzellente Chancen, der er auch wirklich gut aufs Tor brachte. Dass es im Endeffekt nicht zum Torerfolg führte, ist nicht ihm, sondern der Londoner Hintermannschaft geschuldet. Zweimal wurde auf der Linie geklärt. Hallers Rückkehr macht Hoffnung für die letzten beiden Saisonspiele.

Luka Jovic: Neun Treffer in der Europa-League brachte der 21-Jährige bis Donnerstag fertig und baute im Rückspiel gegen Chelsea den Rekord noch um ein Tor aus. Nach genialem Pass auf Gacinovic traf Jovic cool und abgeklärt unhaltbar zum 1:1 Ausgleich, der für Verlängerung und Elfmeterschießen sorgte. In jenem Elfmeterschießen versenkte er Nervenstark auch seinen Ball. Es scheint, als hätte der junge Serbe wieder zu seiner Form zurückgefunden.

Simon Falette: Wie schon im Rückspiel gegen Benfica Lissabon zeigte Falette wieder eine bärenstarke Leistung im Rückspiel gegen Chelsea. Abgeklärt hielt er seine Position und gab der Londoner Offensive keine Luft zum atmen. Er klärte Ball um Ball, gewann Zweikampf um Zweikampf und machte insgesamt gesehen eine sehr starke Partie.

Sebastian Rode: Die blonde Schaltzentrale im Mittelfeld zog erneut die Fäden des Frankfurter Spiels. Eine wirklich starke Leistung des 28-Jährigen. Guter Spielaufbau und viele gewonnene Zweikämpfe untermauerten seinen erneut starken Auftritt. Leider verletzte er sich schwerer im Verlauf des Spiels. Er verdrehte sich wohl das Knie, was sich, laut Sportvorstand Fredi Bobic, alles andere als gut anhört. Ein bitterer Verlust für die letzten Spiele. SGE4EVER wünscht ihm alles alles Gute und eine schnelle Genesung!

Filip Kostic: Es ist einfach unglaublich, wie viel Energie und Ausdauer in diesem Mann steckt. Über 120 Minuten rannte Kostic seine Seite runter, als gäbe es keinen Morgen mehr. Er erspielte zahlreiche gefährliche Torchancen und arbeitete auch defensiv gut mit. Immer wenn man dachte, dass Kostic gleich umkippen und das Sauerstoffzelt benötigen würde, setzte er zum nächsten Sprint an und rannte die Londoner Defensive schwindelig. Kostic ist eine Wucht von Spieler.

Mijat Gacinovic: Es war das vielleicht beste Spiel von Gacinovic diese Saison. Er arbeitete über knapp 120 Minuten intensiv im Pressing, gewann zahlreiche Bälle und verteilte diese in echter Spielmachermanier. Sein absolut genialer Pass in die Schnittstelle auf Jovic führte zum 1:1 Ausgleich. Es lässt sich nichts anderes sagen, als dass Gacinovics Auftritt am Donnerstagabend naher der Weltklasse war. Nach dem Spiel war er in Gedanken nur bei den Fans, denen er gerne ein Weiterkommen ermöglicht hätte.

Makoto Hasebe: Wieder ein typisch guter Auftritt des Japaners. Er stand meistens richtig und ordnete seinen Abwehrverbund. Er klärte zahlreiche Bälle vor Allem in der späteren Phase der Partie. Ein verzogener Pass von ihm führte zu einer fatalen Kontersituation für Chelsea, aber die Frankfurter Hintermannschaft wusste seinen Fehler auszubügeln. Hasebes Leistung integriert sich prima in den Rest der Frankfurter Defensivspezialisten.

David Abraham: Abraham kam etwas schleppend in die Partie und leistete sich gerade zu Beginn einige Unkonzentriertheiten. Aber mit dem Verlauf des Spiels wurde er stärker und stärker. Seine Leistung ist insgesamt nicht mehr oder weniger gut zu beschreiben, wie die der anderen Defensivleute.

Goncalo Paciencia: Paciencia wurde kurz vor Schluss eingewechselt. Hütters Intention war wohl vor Allem, einen starken Elfmeterschützen rein zubringen. Im Spiel gelang es ihm nicht, Akzente zu setzen, was aber seiner extrem kurzen Einsatzzeit geschuldet war. Im Elfmeterschießen vergab er leider den alles entscheidenden Elfmeter. Seine Benotung zeigt aber, wie erwachsen und verständnisvoll die Fangemeinde der SGE damit umgeht. Bei anderen großen deutschen Vereinen wäre das eventuell etwas anders…

Jonathan de Guzman: Der Niederländer wurde für den verletzten Rode eingewechselt und ersetzte ihn wirklich gut. Er integrierte sich schnell in das Frankfurter Spiel und setzte gerade nach vorne einige gute Akzente durch schnelle und kluge Pässe. Seine Standards waren gefährlich. Eine seiner Ecken auf Haller hätte um ein Haar zum 2:1 aus Eintracht-Sicht geführt, wenn nicht die Londoner Hintermannschaft auf der Linie hätte klären können. Wenn de Guzman so weiterspielen kann, wird die Eintracht den drohenden Ausfall von Rode gut kompensieren können.

Danny Da Costa: Es ist schon erstaunlich, was der 25-Jährige gegen Chelsea noch aus sich herausholen konnte. Schon seit einigen Wochen ist eigentlich glasklar abzusehen, dass Da Costa erschöpft ist. Er verpasste in der laufenden Saison noch kein einziges Pflichtspiel. Dennoch rannte er, ähnlich wie Kostic, auch wenn nicht ganz so oft, seine Seite rauf und runter. Mit Eden Hazard hatte er einen echten Brocken zu verteidigen auf seiner Seite. Dass das nicht immer klappte, kann man ihm wohl kaum in Rechnung stellen, da Hazard sicherlich zu den Top fünf Spielern weltweit gehört.

Ante Rebic: Rebic machte ein starkes Spiel und war immer wieder an Offensivaktionen beteiligt. Das eine oder andere Mal wollte er zu viel und verdribbelte sich gegen drei oder mehr Blues. Dennoch war seine Power und Schnelligkeit ein wesentlicher Faktor für das Frankfurter Offensivspiel. Rebic gab alles und zeigte insgesamt gesehen eine gute Partie. Bemerkenswert: Erneut jubelte Rebic schon, als Jovic frei in den Strafraum startete, bevor dieser den Ball überhaupt versenkte.

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4 Kommentare

  1. Zurückblickend müsste jeder eine Medaille bekommen. Herzerwärmend der Umgang mit den beiden Fehlschützen am Ende. Hinti ist schon Legende. Und Gonca, das muss man jetzt auch mal sagen. Ohne ihn… ich weiß nicht. Er knockt als Joker Hoffenheim aus und macht das Zweite in Lissabon. Allein damit hat er eine ganze Ereigniskette gedreht und war ganz entscheidend beteiligt. Alles Helden.

  2. Erstaunt waren meine Freunde und ich wieder über Simon Falette. Wie sagte mein Kumpel: „Den holen wir 5 Mal im Jahr aus der Kiste und er macht solche Spiele!“

    Volle Zustimmung @1! Alles Helden!

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