Mijat Gacinovic und Filip Kostic machten beide eine starke Partie. Insbesondere Gacinovic belohnte sich endlich einmal mit einem Tor für seinen unermüdlichen Einsatz (Bild: imago images / eu-images)

Nach dem Weiterkommen gegen den FC Flora Tallin stand für die Eintracht die nächste Qualifikationsrunde an. Mit einem Auswärtsspiel im beschaulichen Liechtenstein sollte der Grundstein für den Einzug in die Play-Offs gelegt werden. Der FC Vaduz, der sich eine kleine Außenseiterchance erhoffte, musste diese bereits nach wenigen Minuten begraben. Die Hessen nahmen die Pflichtaufgabe an und gewannen souverän mit 5:0. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer für euch analysiert:

Mehr Kreativität durch das Mittelfeld
SGE-Trainer Adi Hütter überraschte mit einigen Änderungen in der Startformation. Goncalo Pacienca agierte als einzige Spitze und wurde durch die beiden Mittelfeldspieler Daichi Kamada und Mijat Gacinovic hinter sich unterstützt. Die Idee dahinter war klar: Gegen einen tiefstehenden Gegner wie den FC Vaduz hätte eine zweite Spitze auf verlorenem Posten innerhalb der engen Defensivketten gestanden. Kamada und Gacinovic sollten über ihre Technik und Geschwindigkeit Lücken in die tiefstehende Formation reißen und so Pacienca ins Spiel bringen. Kamada unterstrich dabei erneut seine bereits die gesamte Vorbereitung angedeutete Spielfreude und neue Stärke. Tolle Technik, No-Look-Pässe, Pässe in die Tiefe und in die sich bietenden Räume. Ein völlig neues Element im Mittelfeld der Frankfurter. Gacinovic glänzte einmal mehr durch seine starken Pressing-Momente, rannte als gäbe es kein Morgen mehr und auch wenn ihm gerade in der ersten Halbzeit nicht alles gelang, belohnte er sich im zweiten Durchgang doch endlich mit einem Tor. Das Tor, so bedeutungslos es aufgrund des Spielstandes schien, war ein echter Knotenlöser. Alle freuten sich mit dem engagierten Serben und es wird ihm Selbstbewusstsein und Auftrieb geben.

Standardsituationen stark verbessert

Seit Jahren schien ein Fluch auf Freistößen und Eckbällen der Adlerträger zu liegen. Nur allzu selten konnte nach einer Standardsituation eine gefährliche Offensivaktion für die Frankfurter entstehen – im Gegenteil, häufig lief man nach eigenen Eckbällen sogar noch in gefährliche Konter des Gegners. Die vielen kurzen Ecken und die halbhohen Flanken waren in den letzten Jahren ein echtes Ärgernis. Seit Kamada an den Standardsituationen beteiligt ist, haben diese eine völlig neue Schärfe und Gefährlichkeit. Nicht durch Zufall fielen gestern zwei Tore in Folge eines Eckballs. Einmal über eine starke Flanke des Japaners direkt in den Strafraum und einmal über eine kurz ausgeführte Variante, die dann Filip Kostic mustergültig in den Strafraum brachte. Sollte die Eintracht diese neue Stärke mit in die Saison transportieren können, wäre dies ein echter Meilenstein in der weiteren Entwicklung.

Kostic schon in Top-Form
Filip Kostic zeigte gestern nicht zuletzt wegen seiner beiden Tore eine erstaunliche Frühform. Unermüdlich, ohne Rücksicht auf das bereits am Sonntag wieder anstehende Spiel, lief er seine linke Seite auf und ab. Während Danny da Costa diesmal bis auf eine mustergültige Torvorlage auf Gacinovic eher blass blieb, drehte der Serbe richtig auf. In dieser Form und mit seiner Torgefährlichkeit wird Kostic ein echter Schlüsselspieler in dieser Saison werden. Adi Hütter wird diese Saison gefordert sein und wird sowohl Kostic, als auch da Costa regelmäßig schonen müssen, damit den beiden Dauerläufern nicht am Ende wieder die Luft ausgeht. Bereits im Rückspiel am kommenden Donnerstag wäre die ideale Gelegenheit die beiden einmal raus zu rotieren. Mit Timothy Chandler und Erik Durm stehen nun auch die nötigen Alternativen im Kader. Am Sonntag im DFB-Pokal wird sich nun zeigen, ob die frühen Pflichtspiele Früchte tragen und man zur richtigen Zeit auf den Punkt da ist. Ein erneutes Ausscheiden in der ersten Runde wäre für den Pokalsieger von 2018 bitter. Auf dem Transfermarkt sind bis auf den Sturm nun die wichtigsten Lücken geschlossen und insbesondere im Mittelfeld hat man nun ein breites Angebot an verschiedenen Spielertypen, die Hütter für die kommende Saison viel Flexibilität bieten. Die Eintracht scheint bereit für den Auftakt!

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24 Kommentare

  1. Der FC Talin und der FC Vaduz waren zwei Mannschaften die sich wehren wollten aber aufgrund ihrer „beschränkten“ Mittel nicht wirklich Gegenwehr leisten konnten. Den ersten echten Prüfstein sehe ich jetzt Sonntag mit dem Spiel in Mannheim. Auch die Waldhöfer wollen sich wehren nur mit dem Unterschied das die es auch drauf haben. Hier ist absolute Konzentration nötig um weiterzukommen. Dennoch bin ich optimistisch obwohl ich überzeugt bin das dieses Spiel eine enge Kiste wird.
    FORZA SGE

  2. und auch gestern konnte man wieder sehen: Pacienca ist ein guter Stürmer, aber kein gleichwertiger Ersatz für unsere Abgänge. Wir brauchen noch einen richtigen Topstürmer wenn Rebic bleibt. Ohne Rebic unbedingt zwei. Ein spielstarker, torgefährlicher MF Spieler muss auch kommen (dann reicht natürlich auch ein Topstürmer). Wir haben nach wie vor keinen der aus dem MF mal 8 Tore schießen kann. Kohr, Sow und Rode sind nicht torgefährlich (siehe Fakten der letzten Jahre). Für Gacinovic kann kein Platz mehr in der S11 sein. Ja er hat 3-4 wichtige Tore für uns gemacht oder vorbereitet in all den Jahren. Aber wie das Wort Fussball schon sagt, gehört zu dieser Sportart auch der Ball und damit kann er nun mal nicht umgehen. Nur rennen und pressing reicht für Liga 2. Man muss auch mit dem Ball was können. Die Defensive steht.

  3. Gutes Ergebnis, überragender Support.

    Das Spiel gegen einen Gegner auf Regionalligaformat dominierten wir über 90 Minuten, da wir überwiegend sehr konzentriert an die Sache gingen.

    Das 5 zu 0 tut sehr gut, da wir nun im Rückspiel schonen können.

    Gut gefallen haben mir:

    Kostic
    Kohr
    Kamada

    Die drei sind herausgestochen.
    Die ersten beiden sollten Säulen in der angehenden Saison sein, bei Kamada wird man sehen, ob er das gezeigte gegen stärkere Gegner bestätigen kann.

    Zwei Spieler haben mir nicht gefallen:

    Fernández
    Gacinovic

    Fernández muss einfach aufpassen in den Zweikämpfen. Es kann nicht sein, dass man nach drei Minuten die gelbe Karte bekommt.

    Ansonsten wenig Präsenz (anders kohr) und kaum nennenswerte aktionen.

    Gacinovic hat ein Tor erzielt und das freut mich für ihn.

    Ansonsten desolat.
    Viel Aufwand, wenig Ertrag (und jedes Mal laufen die Leute umsonst mit).
    Er bemüht sich, er ist läuft viel, er ist präsent.

    Diese hohe Präsenz ist löblich, jedoch schlecht fürs Irving Mannschaft, da er viele Bälle anzieht, von denen viele verloren gehen.

    Was die Aufstellung angeht, so wird da noch Trapp reinrücken, sow und Rode (für Fernández und Gacinovic) und zudem Rebic.

    Im Mittelfeld sieht es dann top aus. Hinten gut (wenn Abraham noch die alte Form hat) und vorne bleiben für mich zwei Fragezeichen.

    Man hat nämlich auch gestern wieder gesehen (wie schon gegen Tallinn), dass die letzte Durchschlagskraft abgeht. Ein weitschuss (erste Chance Seit derjenigen in Minute 1) Musste uns „retten“. Und ab dem 2 zu 0 waren die lichtensteinsteiner dann platt…dann bekamen wir räume und erst dann wurde es besser.

    Ich mache nach wie vor ein Fragezeichen bei pacienca, bei Kamada kann man auch nicht darauf bauen, dass er durchstartet (vielleicht, vielleicht nicht) und Joveljic ist noch weit weg (er muss sich ein Jahr lang über kurzeinsätze entwickeln und körperlich zulegen).

    Wir haben noch bedarf, das sagt das gestrige Spiel wieder aus.

  4. Kamada hat gestern wieder angedeutet wie wichtig er werden kann für um die SGE. Ich gehe davon aus das er sich definitiv zum Schlüsselspieler entwickelt. Insgesamt ein sehr gutes auftreten der Mannschaft. Forza nur die SGE

  5. “ hinten gut “ … ich denke, das müssen sie gegen Mannheim und Hoffenheim erstmal beweisen.

  6. @5 Sehe ich ganz genauso. Macht Spaß ihm zuzusehn ( bestätigen AH und FB ). Er mit Sow aus der Zentrale und unsere Aussen dazu + neunen starken Stürmer ( Augustin 🙂 ) . Die Vorfreude auf die kommende Spielzeit ist riesig.

  7. Auch wenn Vaduz nicht der Grasmesser war, auch solche Spiele musst du erstmal mit der richtigen Einstellung angehen und dann auch konsequent so durchziehen.
    Wichtig war mir, ich (jeder mag das für sich beurteilen) habe ALLE Spieler mit aufsteigender Formkurve gesehen und trotz der Mängel auch bei Gaci. Der war doch zu Beginn der Vorbereitung völlig von der Rolle und gestern hat man schon sehen können, was er uns mit seiner Laufbereitschaft und guten Technik bringen kann, ich betone kann. Das die Mannschaft zu ihm hält und ihn auch motiviert und aufbaut, hat man an vielen kleinen Gesten gesehen, einschließlich der Art und Weise der „Feier“ seines Todes.
    Insgesamt bin ich optimistisch.
    Forza SGE !

  8. @8
    na, na, Dieter. So schnell wollen wir Gaci aber nicht beerdigen. Bin richtig über Deinen Tippfehler gestolpert. Du meintest „Feier“ seiner Tores. Alles gut!

  9. Ich sehe nicht zwangsläufig ein Stürmerproblem. Hinten Hinti auf links, NDicka, Vadder, DDC,Hasebe davor. Kostic rückt vor zu Rebic. Durm und Chandler sind die Backups für Aussen. Vorne Mitte Gonca und Dejan. Dahinter Sow/Kamada. Filip ist in meiner Wahrnehmung ein Stürmer. Wenn noch einer für die Mitte kommt, würde ich Dejan verleihen.

  10. Souverän runtergespielt und nicht gerumpelt!
    Was will man mehr? Das gleiche ist auch gegen Mannheim zu erwarten. Zweimal blamieren und in der erste Runde gegen bessere Amateure rausfliegen, wird es nicht geben. Dafür sorgt schon unsere bodenständige und professionell arbeitende sportliche Führung.
    Mein Wort in Gottes Ohr 😉 …

  11. @8 dieter
    „Die Feier seines Todes“ ist schon originell, aber was ist ein Grasmesser
    und wie funktioniert der?

  12. Also ich habe Gacinovic als nicht so schwach empfunden. Er hat gezeigt wie beweglich er ist und wie stark seine Ballannahme und Technik sind. Aber im Gegensatz zu vorherigen Spielen hat er nicht bei Kontern sehr fahrlässige Bälle vergeben, sondern ist im richtigen Moment Risiko gegangen.
    Bei einem solchen Spiel sollte eigentlich keiner unserer Spieler groß kritisiert werden, denn spätestens nach dem 3:0 ist man doch nicht mehr mit voller Konzentration und Ernsthaftigkeit dabei, egal was vorher oder nachher gesagt wird.

  13. @Block17, #15,
    der Rasen im Rheinpark soll recht hoch gewesen sein, da hätte ein Grasmesser geholfen, oder halt viele davon. 😉

    Nach seinem Tor lag Gaci am Boden, und da haben seine Mitspieler, und nicht nur einige Foristen gedacht, da kann man ja auch noch mal einen draufpacken …

  14. @15
    Du kennst Grasmesser nicht? Den haben doch immer Frisöre dabei, wenn sie Rasen mähen.

  15. @ janzer

    Das Problem bei Gacinovic ist weder die Beweglichkeit noch die Technik sondern der Kopf.
    Man hat geradezu den Eindruck, dass bei ihm der Verstand immer mehr aussetzt je näher er ans Tor kommt.
    Totale Hektik und null Durchblick. Aber man kann ihm ja schlecht Beruhigungsmittel geben.
    Das ist ja bei Kamada viel besser , obwohl der erst anderthalb Spiele dabei ist.

  16. Off-topic!Ohne Worte!

    +++ Eintracht-Fans trinken für Volleyball-Nachwuchs +++
    Vor dem Spiel der Eintracht beim FC Vaduz haben sich Hunderte Frankfurter Fans bei einem Beachvolleyball-Turnier eingefunden. Dort sorgten sie nicht nur für Stimmung, sondern auch für reichlich Geld für den Nachwuchs. „Die Frankfurt-Fans trinken für unsere Junioren“, sagte Organisatorin Petra Schifferle dem Blick. Demnach gehen die Einnahmen – zwischenzeitlich musste zusätzlich Bier bestellt und eine Extra-Tribüne aufgestellt werden – komplett an den liechtensteinischen Volleyball-Nachwuchs. Statt wie gewohnt rund 20 Zuschauer schlugen am Donnerstag auf einmal über 800 Frankfurter beim Turnier auf. „Die Leute sind freundlich und gut drauf. Es macht Spaß“, so Schifferle.

    https://youtu.be/csHVk29wz9w

  17. Fernandes fand ich jetzt nicht sooo schwach. Was bei mir bei ihm auffällt, ist dass er halt nie auffällt.
    Das ist aber keine negative Kritik, denn es fällt auf, wenn er fehlt!
    Ich finde er spielt eine wichtige Rolle, durch sein Zulaufen von Räumen hat er oft nicht die Ballbesitzzeiten wie andere, er geht auch nicht so oft in Zweikämpfe. Aber die Mannschaft spielt eigentlich immer „griffiger“, sobald er auf m Platz steht.
    Daher ist er für mich einer der meist unterschätzen Spieler im Team!
    Es gibt halt Spieler, die machen eine Mannschaft insgesamt besser, ohne dass sie selber glänzen! Bei Frankreich ist dies zb kanté (natürlich noch mal auf nem ganz anderen Level!!!)

  18. @1

    Sehe ich ähnlich. Frühestens in Mannheim bzw. gegen Hoffenheim wird sich zeigen, was die wahrgenommene schöne Spielerei gegen eine völlig unterlegene Truppe aus Vaduz wert war. Mit der Hütterschen Analyse „hat mir gut gefallen“ kann ich leider nichts anfangen. Da muß einfach mehr kommen. Aber vielleicht bin ich durch die vergangene Saison einfach zu verwöhnt worden.

  19. Zitat: Auf dem Transfermarkt sind bis auf den Sturm nun die wichtigsten Lücken geschlossen ……..

    Und was ist mit Rönnow?
    Wissen wir schon ob er bleibt?
    Was ist mit Wiedwald?
    Wissen wir ob er bleibt?
    Geht Wiedwald zu Hannover und Esser kommt im Tausch?
    Was ist mit Zimmermann?
    Fristet der jetzt sein Dasein bis Vertragsende bei uns auf der Bank?

    Auf der Torwartposition dürfte noch Bewegung reinkommen, insofern gehört es genauso erwähnt.

  20. @911 zu #20:
    Warst Du da?

    Den Begriff „ohne Worte“, der bei mir persönlich negativ belegt ist, verstehe ich bei Deinem Post nicht, denn es war richtig geil und gute Stimmung.

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