Eine Frankfurter „Fans“ sorgten in Rom für unschöne Szenen. (Foto: imago/Jan Hübner)

Unser ehemaliger Chefredakteur und Buchautor der „Launischen Diva“ Christopher Michel war in Rom mehrere Tage vor Ort. Er berichtete aus nächster Nähe, wie sich die Tage in der „Ewigen Stadt“ gestaltet haben und gewährt dabei Einblicke, wie es ihm aus der Perspektive der Journalisten ging.

Die Freude bei Eintracht Frankfurt war groß nach der Auslosung für die Europa League am 31. August! Der Traum von einem Erlebnis a la „Bordeaux“ 2013 war groß, schließlich ging die Reise zu Lazio Rom in ein großes Stadion. Hochattraktiv – sowohl für Vielfahrer, als auch für Anhänger, die Urlaub und Fußball miteinander verbinden wollten. Am Ende der Gruppenphase muss festgehalten werden: Die Reise in die „Ewige Stadt“ hatte mit einem Fußballerlebnis, wie es hätte geboten werden können, nichts mehr zu tun. Dafür sorgten, neben den überharten Kontrollen und besonderen Umständen von Römer Seite, auch einige Unverbesserliche, die dem Verein wieder einmal Schaden zufügten.

„Bleibt zuhause, guckt‘s im Fernsehen!“ – Präsident Peter Fischer hatte die Anhänger von Eintracht Frankfurt vor einer Reise ohne Ticket nach Rom gewarnt. 17.000 Anträge für Tickets gingen bei den Hessen ein, jeder wollte beim letzten Vorrundenspiel dabei sein und eine Fanparty wie 2013 in Bordeaux erleben. Die Erinnerungen waren präsent, Europa League gilt bei den Frankfurtern nicht als lästiges Pflichtprogramm, sondern als Festtag. „Wir gehen mit der richtigen Einstellung ins Spiel. Meine Mannschaft hat eine Verpflichtung gegenüber den Fans und dem Verein“, hatte Trainer Adi Hütter auf der Pressekonferenz vor dem Duell bei Lazio gesagt.

Unruhe vom ersten Tag an

Obwohl nur 8.500 Karten – personalisiert und mit viel Aufwand geprüft – ausgegeben wurden, machten sich rund 11.000 Frankfurter für mehrere Tage auf den Weg in die „Ewige Stadt.“ Schon am Dienstagabend gab es den ersten Zusammenstoß zu vermelden, ein inkognito gekleideter EFC wurde von rund 20 Laziali-Anhängern in einer Bar am Trevi-Brunnen überfallen, zwei Fans dabei schwerer verletzt. Die Reise war für sie wenige Stunden nach der Ankunft beendet. Aus journalistischer Sicht passierte bei einem netten Ausflug zwar nichts. Aber: Die Gefühle waren mulmig, die in WhatsApp-Gruppen oder sozialen Netzwerken verschickten Bilder und Ankündigungen riefen zur höchsten Vorsicht auf.

Als schlimmster Tag, so die interne Kommunikation, galt allerdings der Mittwoch. Beim Gang durch die schönen italienischen Gässchen waren die Ängste und Befürchtungen allerdings schnell in den Hintergrund gerückt: Ob Spanische Treppe, Colosseum, Forum Romanum oder Petersdom – Gefahr drohte bei normalem Auftritt ohne Utensilien bei den zahlreichen Sehenswürdigkeiten offenbar keine. Auch die Fahrt zum Stadion mit anschließendem mehrere Kilometer langem Spaziergang zum Bereich der Pressekonferenz verlief ohne jegliche Komplikationen, Gefahr war keine in Vollzug. Der Feierabend konnte problemlos in einer der zahlreichen Kneipen genossen werden, auch erste Eintracht-Fans, die unterwegs waren und mit mir sprachen, fühlten sich den Umständen entsprechend sicher und gut aufgehoben.

Feierlicher Europa-League-Abschluss? Von wegen!

Würde es einen doch noch feierlichen Donnerstag geben? Schnell wurde klar, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen sollte. So soll es Krawalle und Attacken auf Fans der Römer gegeben haben: Dabei habe es auch Verletzte gegeben. Zusammenstöße zwischen römischen und hessischen Problemfans wurden auch aus der Umgebung des Kolosseums gemeldet. Insgesamt standen am Ende 15 Festnahmen von Personen, weitere zwei verletzte Eintrachtanhänger, die von Laziali angegriffen wurden und zu Anzeigen von 14 deutschen Fans, die in den kommenden fünf Jahren keine italienische Sportanlage mehr betreten dürfen. Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi bezeichnete die Anhänger später gar als „Bestien.“ Die Stimmung war frühzeitig bereits extrem aufgeheizt, dafür sorgte auch die Vorgeschichte: Vor dem Hinspiel Ende Oktober hatten vermummte – sogenannte – Problemfans versucht, Lazio-Anhänger in einer Kneipe im Bahnhofsviertel zu attackieren.

Doch auch für unseren Berufsstand zeigte sich schnell: Die Anreise erwies sich als äußerst beschwerlich. Der Berufsverkehr ließ eine Taxi-Fahrt kaum zu, in Bussen oder Bahnen war die Unruhe stets präsent, in Konflikte verwickelt zu werden. Ein Fußmarsch war noch die beste Alternative, begleitet von vielen Polizeileuten wurde immerhin ein gewisses Gefühl der Sicherheit vermittelt. Kurios wurde es an den Eingängen, wenige Meter entfernt vom imposanten Olimpico: Hier gab es den endgültig letzten Beleg dafür, weshalb ein Stadiongang in Italien keinen Spaß mehr macht.

Überforderte Ordner

Obwohl nur rund 15.000 Zuschauer die Partie besuchen wollten, behinderten übertriebene Einlasskontrollen, an denen den Anhängern einige Schals – teilweise zurecht, weil mit der sehr provokanten Aufschrift „Lazio Merda“ versehen, aber völlig übertrieben auch ganz normal bedruckt – abgenommen wurden, einen reibungslosen Gang in den Block. Man mochte sich beim Blick auf die endlos lang wirkenden Schlangen nicht ausdenken, was bei einem einigermaßen ordentlich ausgelasteten 72.000-Mann-Stadion passieren würde.

Auch Reporter mussten ein starkes Nervenkostüm haben: Keiner wusste, wo die offiziellen Wege waren, Ordner und UEFA-Mitarbeiter waren überfordert und verlangten, sich bei den Fans in die langen Schlangen miteinzureihen. Mit etwas Glück, Geschick und den Italienischkenntnissen eines Kollegen der Eintracht(!)-TV-Abteilung konnten auch diese Hürden überwunden werden. Höflichkeit? Ein Anzeichen von Hilfsbereitschaft? Nicht erkennbar. Erst in den Katakomben konnte eine Arbeitsatmosphäre entstehen.

Pyrotechnik und Böller rücken in den Mittelpunkt

Am Ende gelangten viele Anhänger, auch diejenigen, die ohne Tickets anreisten, über Umwege ins Stadion. Freude, Spaß? Die üblichen Gespräche vor dem Anpfiff einer Partie an den Essenständen und Bierbuden? Fehlanzeige! Fröhliche Gesänge? Nur vereinzelt zu hören. Stattdessen: Teils ewig lang andauernde Kontrollen, das mehrfache Zücken des Personalausweises und unnötige Diskussionen mit dem nur italienisch sprechenden Personal standen auf dem Programm – auch für die schreibende oder filmende Zunft. Obwohl bereits dreimal kontrolliert und abgetastet musste der Journalistenausweis insgesamt fünfmal gezeigt werden. Begründungen dafür? Ebenfalls nichts zu hören.

Was aber blieb? Pryotechnik und Böller en masse fanden den Weg in den Block – und damit völlig zurecht auch große Kritik gegenüber eines Teils der Anhängerschaft, der sein eigenes Interesse über das des Kollektivs stellte und dadurch Grenzen überschritt. „Wir haben immer gesagt, dass alle unsere Energie dem Kampf gegen die Dinge, die die Hand verlassen, gelten muss!“ Diese Aussage von Vorstand Axel Hellmann zeigte die Resignation der Verantwortlichen bei der gesamten Thematik. Das Werfen von Böllern ins weite Rund und einiger Pyro-Fackeln in Richtung der 40 zu weit nach vorne gedrungenen Lazio-Fans überschritt die Grenzen des Tolerierbaren, während die anfangs gezeigte Pyro-Show – obwohl sie eine Geldstrafe nach sich gezogen hätte – von diesen Vorgängen eher auszuschließen ist. Viele Spieler posteten Bilder davon auf ihren sozialen Netzwerken und drückten damit ihre Begeisterung für dieses Spektakel aus.

„Historischer Moment“ geht unter

Verteidiger Marco Russ diffenzierte hierbei deutlich und fand klare Worte: „Die Böller sind nicht zu überhören, die geben schon einen Schlag ab. Ich bin auch zwei, drei Mal zusammengezuckt. Man soll das jetzt nicht verherrlichen mit Bengalos und allem drum und dran, aber das ist immer etwas, das die Fans bei sich behalten. Auch wenn es qualmt und brennt. Doch Böller, die irgendwohin geworfen werden und wo einiges passieren kann, das geht nicht.“ Ob am Ende als Strafe ein Auswärtsgeisterblock, einige Partien auf Bewährung oder eine sehr empfindliche Geldstrafe ausgesprochen wird, ist noch nicht sicher. Nur: Die vom DFB ausgesetzte Kollektivbestrafung hat bei der UEFA noch bestand.

Dennoch gilt es – auch wenn die Aktionen eines kleinen Teils der Anhängerschaft nicht zu rechtfertigen sind – die Umstände nicht zu ignorieren. Die ebenfalls nicht unschuldigen und für ihre Härte und Gnadenlosigkeit bekannten Lazio-Tifosi hatten mit dem Hitler-Gruß provoziert, das gesamte Procedere vom eigenen Hotel bis zum Stadion glich in vielen Momenten einer einzigen Schikane. Die Ankündigung, die seit 20 Jahren auf Europapokalspiele spezialisierte Polizei werde alles im Griff haben, verpuffte. Zur Erinnerung: Am Ende standen schätzungsweise 15.000 Fans in einem 72.689 Zuschauer fassenden Stadion. Und auch dem letzten auf der Journalistentribüne sitzende Kollegen wurde in diesem Moment bewusst: Der Stadiongang in Italien bereitet keine Freude! Übrigens: Die Eintracht stellte durch den sechsten Sieg im sechsten Spiel einen Rekord auf und kreierte einen „historischen Moment.“ Am Ende war dieser Fakt nur noch eine Randnotiz wert.

Autor Gastautor Christopher Michel

- Werbung -

43 Kommentare

  1. im Videotext ist die Rede von ca 15 Festnahmen in Rom. Kommt der Verein da an die Daten um die Täter persönlich zu bestrafen? zB Kartenentzug, Aussschluss aus dem Club oder so

  2. Natürlich – wenn man denn will.
    Man müsste dann selbstverständlich erst einmal den Grund der Festnahme ermitteln und ob dieser tatsächlich gerechtfertigt war.
    Wenn Ja, MUSS ordentlich sanktioniert werden, damit diese Scheisse endlich mal aufhört.
    Ich ahne es schon: wir kriegen Celtic und dürfen nicht hin. Mann, mann,mann…

  3. Vielen Dank an die Redaktion für diesen Bericht. Ich war selbst vor Ort und kann nur sagen. Das dies alles so auch passiert ist. Leider !

    Das hier ist allerdings der erste Bericht den ich im Internet lese, der wirklich zu 100% stimmt und nicht bewusst Dinge aus dem Text raus lässt. Wie zum Beispiel die FR wo scheinbar niemand vor Ort war.

    Ich hoffe euer Bericht wird auch noch irgendwo an die richtige Stelle weitergeleitet.

    Denn überall werden nur die Frankfurter als die bösen hingestellt.
    Ja es war nicht in Ordnung was passiert war. Definitiv nicht.
    Aber die Stimmung im Stadion war wie immer, bis sich die Lazio Szene relativ nah und sehr einfach an unseren Gästetribüne rangetraut hat und mehr als nur provoziert hat. Denn diese wollten selbst über den Zaun in den Innenraum.

    Ich möchte hier nichts verherrlichen mir geht es nur um die korrekte Berichterstattung. Und der obige Text trifft voll zu.
    Außer das auch ein Böller den Weg in unseren Block gefunden hat. (Das fehlt)

    Vielleicht wird es etwas strafmildernd was ich hoffe, da ich auf jeden Fall auch zum nächsten spiel wieder dabei sein will.

    Auf ein Sieg gegen Bayer.

  4. Klar, die dilettantische Organisation und das vorrücken der 40 Lazio Fans auf unsere 8500 Fans kann nicht geduldet werden. Unsere Elite-Fans haben nur angemessen reagiert und einen Supermarkt geplündert, Lazio Idioten verletzt und sich halt eben wie Bestien aufgeführt. Und wenn wir für das nächste Europaspiel gesperrt werden und horrende Geldstrafen abdrücken müssen, dann liegt es nur an der Sch…. Uefa, den Gesetzen der Gesellschaft die ja für die Elite-Fans nicht gelten und natürlich dem DFB. So und nicht anders ließt sich diese Rechtfertigung für unsere besten Elite-Fans. Habt ihr großartig gemacht liebe Elite-Fans. Weiter so (folgere ich daraus).

  5. @5 Und hast denen das da unten auch gesagt oder standest auch mit dem Lazio Merda Schaal in der Kurve und hast hier im Forum deine Meinung geschrieben?

  6. Zu @6
    Nein zum Schal. Fand ich lächerlich.

    Ja, wie viele andere, die dabei waren. Hat es die gejuckt? Nein, warum auch?

  7. Als ob da irgendetwas passiert auf der Führungsebene!!!!!

    Die stecken doch so tief im Arsch dieser Möchtegern Ultras, dass sie sich erlauben können, was sie wollen!

  8. Was mir immer wieder auffällt ist, dass die Polemik in der Diskussion im Vordergrund steht und nicht sachliche Analyse und adäquates Handeln. So Worte wie „Bestien“ und eine plaktive Berichterstattung sind der Treibstoff für diese Leute. Der Begriff Bestie erinnert mich an MIB – Boris die Bestie. Ist der nicht ein geiler Typ? Super! Wann hört man endlich auf aus denen Helden zu machen? Ja es gibt auch böse Helden. Es ist auch geil mal böse zu sein, nicht immer nur der Brave.

    Wer will, dass sich etwas ändert, der muss diese Vorgänge so beurteilen und bezeichnen wie sie sind: Straftaten. Diese Leute sind Straftäter. Wer Läden ausräumen und stiehlt ist ein Dieb, egal ob er einen Schal von irgend einem Verein trägt oder nicht. Wer andere Leute verprügelt egal wie diese gekleidet sind, welche Sprache sie sprechen oder Hautfarbe sie haben, oder Böller auf Personen wirft, erfüllt der Straftatbestand der Körperverletzung. Und genau so sind sie zu behandeln und zu bestrafen! Und wer da zu sieht und nicht einschreitet und diese Leute deckt, der sollte sich schämen und trägt eine Mitschuld. Hier eine Trennung nach „Fans“ von Eintracht und Lazio zu machen und Taten aufzurechnen ist absolut daneben, diese Leute sind alle Brüder im Geiste.

    Alle in einen Sack stopfen und einfach draufhauen, da triffst du immer den Richtigen. Das war jetzt auch unsachlich, ich weiß. Kommt aber vom Herzen

  9. Ich kann mich der Forderung, die Zündler hart zu bestrafen, nur anschließen. Ich konnte die 3er Euro-Home Serie leider nicht buchen und habe mich umso mehr bei Erreichen der nächsten Runde darauf gefreut, wieder ein Euro-Spiel live im Stadion erleben zu können. Aber vermutlich wird daraus nichts, wenn es zu einem Geisterspiel kommt. Und dafür sind die Zündler ganz allein verantwortlich. Die werden wieder sagen, dass sie nicht die Kollektivstrafe ausgesprochen haben. Aber Ursache-Wirkung???
    Das Abbrennen von Pyro ist VERBOTEN. Ende der Diskussion. Nehme ich mir mal so ein Auto auf der Strasse von irgendjemandem für eine kleine Spritztour weil der Schlitten so geil ist? Nein! Ist verboten. Es gibt Gesetze an die ich mich zu halten habe – ob es mir gefällt oder nicht. Und wenn es mit den Straftaten Probleme gibt, müssen die konsequenter und ggf. auch deutlich härter geahndet werden.

  10. @4

    Leider kam der Böller bei uns im Block aus den eigenen reihen. Er wurde schlicht gegen die Glaswand geworfen.

  11. Zunächst einmal danke, Christopher, für diesen sehr zutreffenden und sehr sachlichen Bericht. Auch ich war vor Ort (und bin es übrigens immer noch) und kann sagen, dass dies meine bis jetzt mit Abstand ätzendste Auswärtsfahrt war. Das fing bereits am Mittwochabend an, weil mein Kumpel die Warnungen zu leicht genommen hat und seinen (Mitglieder-)Schal trug als wir in einen Pub wollten. Den wollte einer haben, er ihn aber nicht abgeben und das Ganze endete um ein Haar in einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Auch heute habe ich mich in der Stadt in meiner Eintracht-Jacke nicht wirklich wohl gefühlt, obwohl diese kaum als solche zu erkennen ist. Und da frage ich mich echt, ob das noch normal ist…es geht hier um Fußball! Nicht um irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen…
    Übrigens, zum Thema „Wie haben sich die Frankfurter verhalten?“: In der ganzen Curva Sud waren fast alle komplett neutral gekleidet und hielten sich somit an die Empfehlungen im Vorfeld. Ja, ich fand den Schal auch unglücklich, aber der war sicher nicht entscheidend für die spätere Eskalation. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass das der Grund war, warum die Laziali unserem Block einen Besuch abgestattet haben? (@Charly: Die Schals, oder wie Du immer schreibst, die Schale, wurden übrigens nicht aus Deiner – und meiner – Choreospende finanziert. Wir haben alle 10 Euro dafür bezahlt.)
    Und es waren auch nicht „die Ultras“, die die Eskalation verursacht haben, sondern Einzelne, die womöglich aus den Reihen der Ultras kamen. Vielleicht aber auch von Atalanta, wer weiß das schon so genau. Aber wenn wir uns über Kollektivstrafen aufregen, dann sollten wir auch von Kollektivverurteilungen absehen. Letztlich waren es vielleicht 30 oder 50 Chaoten, die den anderen 8950 den bereits vorher wegen der Repressalien eines Fußballbesuchs in Rom ohnehin nur sehr gering vorhandenen Spaß endgültig genommen haben. Das ärgert mich maßlos und wahrscheinlich die meisten der 8949 anderen auch. Aber daraus jetzt ein „es ist doch alles scheisse“, „Frankfurter sind alles Bestien“ oder „der Verein macht alles falsch“ zu machen, wird der Sache einfach nicht gerecht.
    Axel Hellmann hat das sehr treffend beschrieben: Das war seit Magdeburg im August 2016 das erste Mal, dass aus unserer Kurve so etwas kam – und das ist ein bitterer Rückschlag für alle. Dazwischen lagen aber fantastische Choreos in Berlin und den EL-Spielen, ein sehr kreativer und friedlicher Protest gegen Montagsspiele und ein regelmäßig unfassbar guter Support für unser Team durch die vielen vielen vernünftigen Fans. Und das sollte nun bitte auch nicht vergessen werden.

  12. @11: Danke für die Aufklärung

    @13: Sehr gut geschrieben und kann ich ebenfalls so bestätigen, fand es total ätzend mich nicht in eintrachtkleidung zeigen zu dürfen Bzw. wurde das empfohlen und haben sich nahezu alle daran gehalten, was eigentlich schon lächerlich ist.
    Liegt vielleicht daran das Lazio-„Fans“ „Bestien“ sind ?!

    Komischerweise weiß jeder über Lazio genauestens Bescheid außer die eigene Bürgermeisterin.

    Wie gesagt beim Verhalten beider Fanlager gibt es für den Donnerstag nichts zu entschuldigen.

    Dennoch werden hier die Ultras alle über einen Kamm geschert, was auch nicht richtig ist und wie du schon sagst, wer war das am Ende wirklich der sich so daneben benommen hat ?!
    Ist auch egal, diese Art der Gewalt geht einfach gar nicht !

    Und zu den Schals nur ein kurzen Satz:
    Lazio Merda = Sch…Lazio
    Gibt es am Stadion in jeder Stadt über jeden Verein zu kaufen.
    Ob man diesen mag oder nicht muss jeder für sich entscheiden.

    Mehr sage ich auch zu diesem Thema nicht mehr. Hat sich schon viel zu hoch geschaukelt.

    Zum Sportlichen:
    Die Mannschaft hat wieder mal Moral gezeigt und ist nach dem 1:0 Rückstand super zurück gekommen, dank Gacinovic.

    Der Sieg kommt zu einem guten Zeitpunkt. Nach 2 schwächeren Auftritten.
    Auf einen Sieg gegen Bayer.

  13. Wenn sich sog. Fans gegenseitig attackieren, …..ja und? Hauptsache keine unschuldigen Dritte kommen zu Schaden. Stelle denen einen Raum od. Fläche zur Verfügung….., und Feuer frei.
    Aber Krankenhauskosten werden nicht von der Allgemeinheit übernommen.

    Der Schaden den der Supermarkt hatte muss ersetzt werden. Und zwar von Eintracht Frankfurt. (Sollten es nachgewiesener Massen Eintrachtler gewesen sein)

    Böller und Pyros. Haben Gott sei dank keinen Schaden angerichtet.

    Und die Frau Bürgermeisterin Rom`s sollte mal Ihre Bezeichnungen überdenken. Als Politikerin.

    So nun zur Überschrift zu meinem Beitrag
    „Was ist den schon groß passiert“

  14. „30 oder 50 Chaoten…“ !!!
    https://www.youtube.com/watch?v=V67t545U-DA
    https://www.youtube.com/watch?v=sU9q66vYtG4
    Was für eine verzweifelte Realitätsverweigerung!
    Ich würde es als „Blackfan-Syndrom“ spezifizieren, wenn es die Bezeichnung nicht bereits für eine andere fatale Diagnose gäbe.

    @Christopher
    Was Du da an „Erlebnissen“ schilderst, habe ich hier inklusive der absehbaren Konsequenzen schon 48 Stunden vorher knapp zusammenfasst relativ präzise prognostiziert – sicherlich ohne die diversen unerfreulichen Details. Aber auch ohne die Whataboutismen, denen Du Dich hemmungslos hingibst. Das ist ja schon epidemisch. Ok, der Chaoten- und Zündlerpräser Fischer hat lauthals gewarnt: Aber nur vor Nazis. Und nicht vor den behelmten Carabinieri der ewigen Stadt. Die machen nämlich mit ihrer braunen Brut, sowie nicht minder mit auswärtigen Edelfans, die sich keinen Deut anders benehmen, gerne exakt das, wozu besagter Eintracht-Präser ebenfalls aufzurufen pflegt: „Die werden aus der Kurve geprügelt…“
    Auch wenn Deine diesbezügliche Haltung aus diversen Formulierungen deutlich genug hervorgeht, wäre es doch interessant genauer zu erfahren welche Form der Randale für Dich „tolerierbar“ ist.
    Z.B.: Bengalo abbrennen ist grundsätzlich OK, aber in der Hand gehalten – oder falls doch geworfen, dann nicht auf Personen. Oder – falls notwendig doch auf Personen: dann nur auf nachweisliche Nazis also auf sämtliche Personen die ‚Heil Hitler‘ brüllen oder/und den rechten Arm hochrecken. Eventuelle Brandverletzungen von unmittelbar benachbarten Pyromanen sind bis zum Grad 2b tolerierbar, ab Grad 3 besteht Anspruch auf Schmerzensgeld aus der Ultra-Choreospendenkasse. Böller bis 150 dBA Explosionsschall sind im vollbesetzten Stadion nur zu tolerieren, insofern diese nach Entzünden der Lunte vom Zündler in der Hand gehalten werden. Oder falls „die Energie im Kampf gegen die Dinge, die die Hand verlassen“ ausnahmsweise zu gering sein sollte, dann ist der Böller ausschließlich gegen aggressive Faschobullen in detonationssicherer Montur zu schleudern oder/und gegen nachweislich faschistische Aggressoren im Nachbarblock…
    Dies ist natürlich nur als Anregung gedacht. Da ist ja noch jede Menge andere Pyrotechnik: Angesichts von Rauchtöpfen, kubischen Thai-Kanonenschlägen, Raketen aller Art, Leuchtspur, Leuchtkugeln und sonstiger F3 bis F4 Pyrotechnik gibt es zahllose Optionen höchstpersönlich-individuelle Toleranzlinien zu ziehen, diese wiederum zu relativieren, zu erweitern oder je nach Bedarf, Lust und Laune zu ignorieren.

    Warum eigentlich schließt man sich nicht überhaupt der erzheiligen Einfalt von @15 an?
    „Was ist schon groß passiert?“
    (Plünderungen werden ja von Eintracht Frankfurt ersetzt !!!)

  15. @15
    Was schon groß passiert ist wird uns die UEFA zeigen und ich bin mir ziemlich sicher, dass gerade die Asis, die u.U. ein Spiel mit Marseille-Atmosphäre ausgelöst haben, dann an lautesten die Backen aufblasen.

    Ich will diese vor/seit einigen Jahren intensiv geführte Ultras/Vielfalt/nur wenige/Besserfans/Pyro/etc.-Diskussion nicht wieder durchkauen, bleibe aber bei meiner alten Aussage:

    Ein Verzicht auf sanktionswürdiges Fehlverhalten ist möglich, müsste aber aus dem „harten Kern“ der NW-Kurve heraus gewollt sein und genau das ist nicht der Fall.

    Tolle Choreos, keine Frage, tolle Stimmung ebenso, aber letztere entsteht nicht durch die selbsternannten wahren Fans alleine. Mir geht dieses „wir, die Outlaws in der kommerzionalisierten Fußballwelt des 21. Jahrhunderts“ Gehabe tierisch auf den Sack, sobald Aktionen zum Schaden von Eintracht Frankfurt und ‚normaler‘ Fans hingenommen werden und Täter eine Art Heldenstatus genießen.

  16. @15
    Was schon groß passiert ist wird uns die UEFA zeigen und ich bin mir ziemlich sicher, dass gerade die Asis, die u.U. ein Spiel mit Marseille-Atmosphäre ausgelöst haben, dann an lautesten die Backen aufblasen.

    Ich will diese vor/seit einigen Jahren intensiv geführte Ultras/Vielfalt/nur wenige/Besserfans/Pyro/etc.-Diskussion nicht wieder durchkauen, bleibe aber bei meiner alten Aussage:

    Ein Verzicht auf sanktionswürdiges Fehlverhalten ist möglich, müsste aber aus dem „harten Kern“ der NW-Kurve heraus gewollt sein und genau das ist nicht der Fall.

    Tolle Choreos, keine Frage, tolle Stimmung ebenso, aber letztere entsteht nicht durch die selbsternannten wahren Fans alleine. Mir geht dieses „wir, die Outlaws in der kommerzionalisierten Fußballwelt des 21. Jahrhunderts“ Gehabe tierisch auf den Sack, sobald Aktionen zum Schaden von Eintracht Frankfurt und ‚normaler‘ Fans hingenommen und Täter eine Art Heldenstatus genießen.

  17. @13 super Kommentar dem ich mich nahtlos anschließe. Leider muss man hier immer wieder feststellen, dass die Debatte ziemlich unsachlich geführt wird. Da wird wieder alles in einen Topf geschmissen und kaum differenziert. Diesmal muss man sehen, gab es eigentlich die Hauptrandale im Stadion. Am Mittwoch war es eigentlich von Frankfurtseite relativ ruhig, auch wenn sich wohl manche wie @16 für Ihre Argumentation da wohl auch schon Randale gewünscht hätten und schon bevor was passiert ist hier losgepoltert haben. Der Aggression im Stadion kann man auch vom Verein durch gezielten Entzug von Dauer- und Auswärtskarten entgegenwirken. Das wäre meines Erachtens ein probates Mittel und auch möglich. Und zum Thema Pyrotechnik ( was erstmal alles ist) sag ich mal sollte man Gespräche führen. Es gibt in meinen Augen durchaus Konzepte zB kalte Pyrotechnik etc. um dort auch einen Kompromiss zu finden oder es in geordnete Bahnen zu lenken. Bestimmte Sachen wie Böller sollte man natürlich verbieten.Eine reine Abwehrhaltung bringt dem DFB und den Vereinen wie man sieht gar nichts. Das wird das Problem nicht lösen. Ich erwarte auch vom Verein eine klare Ansage mal. AfD-Anhäger gehen überhaupt nicht, aber hier macht man keine klare Ansage??? Und schließlich sollte man neben dieser Diskussion nicht alle schönen Momente drumherum vergessen, da die 98% das ausbaden müssen,was 2% verbocken. 16 Kommentare zum phänomenalen Sieg und zur grandiosen Vorstellung in der Euroleague und gefühlte 200 über Pyro etc.

  18. „Was ist den schon groß passiert“…jawohl ich stehe zu meiner „erzheiligen Einfalt“
    Schaltet mal die Nachrichten an, und schaut was auf der Welt so sonst noch los ist.
    Paris, Naher Osten, Flüchtliche, Trump uswuswusw.

    Und jetzt so eine Aufregung wegen ein paar Böller und geklauten Schnaps?
    Aber diese Ignoranz @16 zum Sachverhalt, bin ich ja von Dir gewohnt.

    @15 was wird uns die UEFA denn zeigen?
    Nichts anderes als Ihre Macht!
    Die aus falsch verstandenem Fußballweltbildern entsteht.

  19. Ist mir neu, dass Schlägereien, Plünderungen und Feuerwerk zum „richtigen“ Fußballweltbild gehören. Zu meinem jedenfalls nicht.

  20. @20
    ok, Ich geb zu das war etwas unscharf formuliert.

    was wird uns die UEFA denn zeigen?
    Nichts anderes als Ihre Macht!
    Denn es geht um Geld. Wie bei der Mafia auch.

    By the Way
    Was mich erheblich mehr erschreckt, ist die Tatsache, wie die Presse das aufbauscht.
    ….die bösen Frankfurter usw.
    Ist mir auch wieder klar.
    Ich habe es hier vor einigen Tagen schon mal geschrieben.
    Stichwort
    „Wir sind Adler, keiner mag uns, scheissegal“

    So greift wiedermal ein Rädchen ins andere.

  21. Wenn aber spätestens seit Marseille bekannt ist, dass und wie die UEFA ihre Macht zeigt, sollte man sich doch zum Wohle des Vereins und der ganz uberwiegenden Mehrzahl der Anhänger zurückhalten. Ich pinkel auch nicht mit meinen Freunden ins Schwimmbecken und beschwere mich hinterher über den Bademeister.

    Ob die Presse das nun aufbauscht oder nicht oder von Bestien die Rede ist, ich habe genug Medienkompetenz um zu erkennen, was Kern der Geschichte ist.

  22. @13

    Molto grazie
    In dieser Welt habe ich gelernt, erst eine tendenzielle Haltung einzunehmen, wenn große Aspekte und Sichtweisen eines Ereignisses zur Verfügung stehen.
    Ich habe gelernt, dass Populismus und Indifferenz zum Volkssport mutiert sind. Alle Moslems sind Terroristen, alle Bullen Schläger, alle Tänzer schwul und alle Ultras Bestien.
    Und wehe, du weist auf Ausgleich, Mäßigung, Details oder Fakten hin. Fakten stören in solchen Momenten sehr. Sie regen zum Denken und Nachjustieren an. Viel zu kompliziert. Es gibt doch DIE Bürgermeisterin mit ihrer abschließenden Beurteilung, es gibt DIE Zündler, DIE Gewalttäter, DIE Asozialen, DIE Plünderer, DIE Ultras… und schon ergibt sich für die gemütliche Amöbe das in Stein gemeißelte Bild der ELITEfans. What??

    Also, Valerio, ein Freund von mir, Italiener und SGE‘ler, war auch dabei in Rom. Seine Berichte gehen sehr in Richtung @13. Aber wer will diesen Relativismus schon hören? Die Amöbe müsste nachjustieren. Ein Ding der Unmöglichkeit, wo sie sich gerade erst so ein schönes und komplettes Volksurteil über die Teufelultras zusammengestellt hat.

    Deppen und Randalierer brauchen keinen Fanschal um ihre kriminelle Energie auszuleben. Ein Bankräuber mit Eintrachtschal ist in erster Linie ein Bankräuber und kein „asozialer Frankfurter“. Ob es in Rom 50 oder 500 kriminelle Idioten waren… sie müssen sich dem Zivilrecht wie jeder andere Kriminelle beugen. Dass ihre Taten in schwarz-weißer Kluft begangen wurden, haben nicht die SGE und nicht DIE Ultras zu verantworten, sondern jeder einzelne dieser Chaoten für sich selbst.
    Valerio berichtete davon, und das deckt sich mit R. Frantzkes Bericht im Kicker, dass viele Bergamoanhänger und andere italienische Anti-Laziali mitgemischt haben. Kann man registrieren. Oder einfach auch nur ignorieren. Verkompliziert die Angelegenheit für unsere Amöben doch unnötig.

    Und so plakativiert man die Angelegenheit und surrt sie zusammen, der Einfachheit und Klarheit wegen. Böller, Pyro, Wurfgeschosse und Raketen, ist alles das Gleiche. Ultras, ELITEfans und Supermarktplünderer, auch.
    Und wer es wagt, schüchtern den Finger zu heben und auf die Fakten
    zu verweisen, der unterstützt selbst Pünderer, relativiert, verharmlost, agitiert, ist selbst elitär, kriminell, gewalttätig und, schlimmstenfalls, mag er keine Tiere und furzt in der Öffentlichkeit.

    Hallo Simplizität. Auf Wiedersehen Fakten.

  23. - Werbung -
  24. Selektiv selbstverständlich. So wie es selektiv Plünderer unter den Ultras gibt und selektiv Terroristen unter den Moslems.
    Das nennt man Leben. Ganz ohne Schnief

  25. Bekannt ist, dass sich unter den Lazio Fans eine starke Fascho-Abteilung befindet. In gewisser Hinsicht ist Lazio also das Gegenmodell zu Eintracht (das gilt nicht für den Verein; der gibt sich ja Mühe). Deshalb haben die SGE-Verantwortlichen zu Recht im Vorfeld auf Gefahren hingewiesen. Gemessen an dieser Polarisierung ist mM das, was stattgefunden hat, nicht so schlimm, wie es hätte kommen können. Irgendwie müssen wir auch den Überblick behalten. Zweitens beschäftigen wir uns intensiv mit unseren Problemen im eigenen Fan-Lager. Das ehrt uns! Die Bürgermeisterin von Rom dagegen pflegt ein einfaches Weltbild: „Frankfurter Bestien“… Das kann man sich von Sport-Funktionären oder Boulevard-Journalisten gefallen lassen, nicht aber von einer Politikerin, die eine zentrale europäische Metropole repräsentiert. So nicht, Frau Raggi. Drittens gehört Virginia Raggi ja auch einer Partei an, die sich „5 Sterne“ nennt und irgendwie ziemlich viele linke Stimmen in Italien eingesammelt hat, um sich an die Seite der rechtsradikalen Lega zu begeben. Das macht Raggi auch hier: es zieht sie manisch an die Seite der Laziali – anstatt einen Gedanken daran zu verschwenden, wie es eigentlich kommt, dass ein Club wie Eintracht Frankfurt dem eigenen in allen Belangen überlegen ist.

  26. Mir ist das alles etwas zuviel Politik in einer Veranstaltung die, eigentlich u.a. Menschen zusammenführen soll und, neben genügend anderen Problemen die es gab und die neu hinzu gekommen sind, uns einfach auch ein bisschen ablenken und Freude schenken soll. Egal von welcher Gruppierung und aus welcher politischen Richtung, es stimmt einen traurig, daß der eigentliche Sinn und die Absicht dieses schönen Sports mehr und mehr in den Hintergrund gerät. Wurscht ob es die fortschreitende Kommerzialisierung, wirtschaftliche Interessen, oder wie in diesem Fall die Selbstdarstellung von ein paar Idioten ist, der Fußball gerät immer mehr in den Hintergrund. Ich hoffe das die UEFA von drakonischen Maßnahmen absieht, aber alleine mir fehlt der Glaube ! KEINE Rolle spielt es, wer, warum und wie ein,- bzw. angegriffen wurde ! Motto: wer unschuldig ist, der werfe den ersten Stein. Oh wie war ! Unverständlich für mich auch immer wieder, das ich nicht mal Atomphysik studiert haben muß, um zu begreifen das ich mir am Ende des Tages immer wieder selber schade …. Schade um den schönen Sport ☹️

  27. NmM geht es der UEFA ausschließlich um die Demonstation von Macht. Strohdoofen – ja, ich halte die UEFA-Bosse für strohdoof, das ist meine ganz persönliche Meinung – geht es generell und immer um die Demonstration von Macht.
    So schlimm und verabscheuungswürdig das Werfen von Böllern u.a. in einem Stadion ist, und es gehört nmM als Straftatbestand verfolgt,so unklar ist mir aber auch, wie man meinen kann, ein Verein, habe die Möglichkeit einzelne Mitglieder daran zu hindern, Böller und Pyro in ein Stadion zu bringen und damit Gefahren an Leib und Leben zu riskieren. Wenn ein Verein schon nicht in der Lage ist, dies in seinem Heimstadion zu verhindern – weil auch die Polizei offensichtlich nicht weiß, wie sie die Chaoten dort dingfest machen kann, wozu sie eigentlich im Sinne der öffentlichen Ordnung verpflichtet wäre – dann wüsste ich gerne, welche Möglichkeiten ein Verein in einem fremden Stadion haben soll, um solche Dinge zu unterbinden.
    Ich weiß, diese Gedankenspiele sind der UEFA fern, sie sehen nur die einfachen Tatsachen – da hat irgendjemand aus dem Gästeblock einen oder auch mehrere Böller geworfen – also gehört der Gastverein (kollektiv) bestraft. Es ist halt so, simple Gemüter haben halt auch nur simple Antworten.

  28. @13+@23 treffen es richtig, jetzt sollten wir uns wieder auf den Sport den wir alle so lieben mit unserer SGE, konzentrieren und drauf hoffen das die Stunde am PC für die nächsten Karten für die Euro Heimspiele in ffm nicht umsonst waren.

  29. ich sage schon seit einer gefühlten Ewigkeit, dass beginnend mit „Alles außer Frankfurt ist Scheiße“ über „Keiner mag uns – scheißegal“ das Menschenbild eines gewissen Teiles der Ultras nicht mit der Satzung unseres Vereines SG Eintracht Frankfurt in Einklang zu bringen ist. Das hat Heribert Bruchhagen vor ein paar Wochen im „heimspiel“ des hr schon beklagt und bei Axel Hellmann klingt das nun auch ähnlich. Doch diejenigen, die uns das antun sind mit Argumenten und Apellen an die Vernunft scheinbar nicht mehr zu erreichen. Die besagten Sprüche sind durchaus menschenverachtend und das sollte weitaus härter sanktioniert werden.

  30. Ich find auch, dass ma es sich zu leicht macht, wenn man von DEN eintracht fans redet… Es gibt eben ganz viele Facetten von uns, genausowenig gibt es DIE Deutschen oder DIE Polente oder DIE Flüchtlinge oder Die Politiker… es war nicht ok, was einige gemacht habe, aber seit Magdeburg war für mich alles im Rahme was passiert is und da ham wir auch schon lange diskutiert über den Hintergrund und jetzt is es wieder ganz ähnlich, also sollte man über strafen für DIE Täter rede(in einem normalen gesellschaftlichen Verhältnis und net über härtere Stadion Regel) aber AUCH über Auslöser

  31. …also ich habe mich mittlerweile mit einigen Leuten unterhalten, die in Rom waren und definitiv nicht der Hooliganszene angehören, und was die zu dem Thema erzählen hört sich komplett anders an. Polzisten, Ordner und Laziohools müssen in Personalunion die Frankfurter permanent provoziert haben. Es wurden wohl ständig Schlagstöcke gegen friedliche Fans eingesetzt, es wurden grundlos Fanutensilien beschlagnahmt, Lazio Hooligans durften sich vor dem Frankfurter Block aufbauen und mit rechtsradikalen Gesten provozieren, für so ziemlich alle Anwesenden mit denen ich mich unterhalten habe, sah es wohl so aus, als wäre diese Eskalation von den römischen Ordnungsbehörden und Hools klar gewünscht. Es gibt auch genügend Bildmaterial aus dem Frankfurter Block, das dieses Verhalten der Römer bestätigt. Ich hoffe dieses Bildmaterial wird von der UEFA auch gesichtet, Denn dann sieht die Schuldfrage direkt mal anders aus…

  32. @34 Fehlt eigentlich nur noch, das die römischen Sicherheitkräfte den Frankfurtern die Pyro zugesteckt haben, nebst anderem Feuerwerk und die Fans dann animiert haben, mal richtig Gas zu geben. Die Gesänge „wir sind Frankfurter und ihr nicht…“ wurden, nebenbei, von Römern angestimmt. Geschosse auf Polizisten wurden darüber hinaus übrigens nachträglich animiert. Ich arbeite in dem Gewerbe, ist ganz einfach …. Nur wegen der Schuldfrage. Hab übrigens auch rund um das Spiel SMS aus Rom erhalten. „Wir zeigen mal wieder richtig, wie man sich daneben benehmen kann….“ War wohl versehentlich an mich adressiert.
    Bin mir ganz sicher das provoziert wurde, und was Presse und vorallem die Bürgermeisterin da losgelassen hat, ignoriere ich mit der Politischen Karriere ebenfalls. Aber selbst wenn so eine Eskalation, nach Deiner Meinung gewünscht war, frage ich mich schon warum auf diese Art und Weise, und damit verbunden die Finale Frage, ob die Schuldfrage sich da wirklich komplett anders darstellt.

  33. Ein Kommentar der Ultra-Szene Lazio, der viel zum Ausdruck bringt:
    Nach 48 Stunden müssen wir noch einmal konstatieren,dass nicht alles tod ist, was schläft. Ultras Frankfurt, unsere Feinde, sind durch unsere Straßen gelaufen, haben an unsere Mauern gesprayt und unter unserem Balkon gehaust (Damit ist der Piazza del Popolo gemeint,wo Mussolini auf dem Balkon seine reden hielt) und das schlimmste ist, ohne jede Gegenwehr.
    14.30, wir waren am piazzale Flaminio, das wäre der Zeitpunkt für uns gewesen anzugreifen, wir tun aber nichts.
    15.15 auf ein bengalosignal brechen zwei Gruppen auf und umgehen die Polizeibegleitung (bravo) und der Zufall will es dass wir uns für einen Moment Auge in Auge sehen. Eine Gruppe von etwa 130 Leuten, alle in schwarz gekleidet, schön anzusehen. Aber es kommt nicht zum austausch. frankfurt wartet ab und wir sind zu wenige. Dann kommt auch schon polizei.danach gibt es noch ein kleineres aufeinander treffen bis die Wasserwerfer auseinander treibt. Schön anzusehen die Frankfurter Ultras aber auch mit Bitterkeit und Erinnerungen an die alten Zeiten,als wir selbst noch die Herren der Straßen waren.
    Im Stadion dann schöne Szenen wie in den 80er Jahren mit bengalos, Platzsturm und einer Feindseligkeit gegen die aus ultrasicht nichts eingewendet werden kann. Eine andere Welt, andere Ideen, die an alte Zeiten erinnert. Heute scheint sich alles geändert zu haben (zumindest für uns). Aber wir müssen ehrlich sein, es sind Menschen, die Dinge verändern.
    Am Abend ist noch zu hören gekommen dass Frankfurter angegriffen wurden im Bereich Trastevere, kennen wir aber keine Details.
    Es bleibt der Fakt, nach langer Zeit wieder richtige Ultras in unserer Stadt gesehen zu haben. Wir konstatieren dass die Ultrajugend europäisch ist, auch wenn die Repression bei uns größer ist aber in quasi ganz Italien ist der Ultragedanke auf eine schiefe Bahn gekommen.
    Und auch wenn es von jeher Feinde sind und für immer Feinde bleiben werden, wir können nur schweren Herzens feststellen dass diese barbarischen Teutonen, Erben von Attila, noch wissen was ultra bedeutet. Dunkler als Mitternacht kann es nicht werden und vielleich wird es zeit aus den Schränken die alten Schals heraus zu holen.

    Quelle: Ultras Lazio enclave romana

  34. Die Geschehnisse in Rom, waren demnach genau so gewollt.
    Kein „normaler“ Fan hätte es verhindern können.
    Der Fußball wird dadurch beschädigt und irgendwann befinden sich nur noch Chaoten in den Stadien. Die Entwicklung ist bedenklich und schade.

  35. @35
    Die Römer haben den Song „wir sind Frankfurter ihr nicht…“ angestimmt??? Ich war nicht dabei aber dass die Römer deutsch können, diesen Text kennen und Frankfurter sein wollen….. Ganz ehrlich das kann ich mir nicht vorstellen.

  36. @38 Das war auch keinesfalls ernst gemeint ! Ich bin in den Sarkasmus abgedriftet, weil ich auf einen Kommentar reagiert hatte lies einfach nochmal den Post davor und dann meinen

  37. Danke Dir sehr @G-Block für die Übersetzung und einen aufschlussreichen Einblick in diese tief trübsinnige, surreale Parallelwelt fernab von Fussball und Sportsmanship, jenseits auch von irgendeiner konsistenten politisch-ideologischen geschweige denn ethischen Position. Auch ich würde das als in hohem Maße repräsentativ bewerten. Auf seine Weise spricht es Bände. Bereits das zweite nennenswerte Beispiel redseliger Bekenntnisprosa aus den Sphären moralischer Autonomie und selbstgerechter Translegalität, das einem in diesem Thread geboten wird.

  38. Ach zizou, wer so hoch reitet, kann ja nur tief fallen, denk dran dass ma vielen beim Weg nach unten wieder begegnet

  39. Klasse Artikel Chris.
    So schön der Rom Trip an sich war, so unschön war der Donnerstag.
    Das war von beiden Seiten übertrieben und die völlig überforderte Polizei (ein Witz bei solch wenigen Zuschauern) hat ihr Übriges dazu.
    Waren froh, heil im Hotel angekommen zu sein.

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -