Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Beim Testspiel gegen Trabzonspor traf Burkardt per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0. Foto: IMAGO / DeFodi Images

„Die komplette Saison mit Leistung vorangehen“: Burkardt will Verantwortung übernehmen

Mit 13 Treffern in 22 Ligaspielen war Jonathan Burkardt in der abgelaufenen Saison trotz einer längeren Verletzungspause der torgefährlichste Eintracht-Spieler. Auch in der kommenden Spielzeit wird der 26-Jährige voraussichtlich ein wichtiger Bestandteil der Frankfurter Offensive bleiben.  Im Rahmen des Sommertrainingslagers in Grassau sprach der Stürmer über die vergangene Spielzeit, seine Ziele für die neue Saison, die Fan-Nähe im Trainingslager und seine Ziele bezüglich der Nationalmannschaft.

Burkardts Torquote stimmte zwar in seinem ersten Jahr als Adlerträger, dennoch verpasste die Eintracht als Tabellenachter zum ersten Mal seit fünf Jahren den Einzug ins europäische Geschäft. In der Nachbetrachtung zeigt sich der Stürmer reflektiert. Die Sommerpause habe er genutzt, um sich Gedanken darüber zu machen, was er noch verbessern könne. Ich setze mir neue Ziele, schaue, welche Ziele ich für die Vorsaison hatte, wie das gepasst hat, was ich besser machen kann.“ Dabei habe er auch schon einige Fortschritte erzielt. „Ich bin in den Bereichen Ernährung oder allgemeine Ausdauer schon Schritte weitergekommen. Das habe ich in den ersten beiden Testspielen gleich gemerkt.“

Während seiner Profikarriere hatte Burkardt wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn zurückwarfen. So verpasste er in der letzten Spielzeit insgesamt 15 Pflichtspiele verletzungs- oder krankheitsbedingt. „Ich habe fast die halbe Saison verpasst, was nicht mein Ziel ist. Jetzt probiere ich, die komplette Saison mit Leistung voranzugehen.“  Aktuell fühlt sich der Stürmer nach eigener Aussage körperlich fit. Dabei habe ihm auch der lange Urlaub nach Saisonende geholfen. „So konnte ich mich am Anfang gut erholen und dann den Fokus aufs Training legen. Ich habe schon vorher viel gemacht und fühle mich jetzt sehr gut und fit. Bisher konnte ich alle Einheiten perfekt mitmachen.

„Es tut mir sehr gut, was gerade in Frankfurt passiert“

Abseits von Verletzungsproblemen durchlebte Burkardt in der vergangenen Rückrunde auch eine schwierige Zeit unter dem ehemaligen Eintracht-Trainer Albert Riera. Hinsichtlich der internen Probleme, die wohl auch ihren Teil zum Verfehlen des internationalen Wettbewerbs beigetragen haben dürften, übt Burkardt nun auch Selbstkritik: „Die Saison war sehr turbulent. Für mich persönlich war diese Phase sehr anstrengend. Es ist nicht alles glattgelaufen – von Trainerseite, aber auch von meiner Seite aus. „, erzählt er. „Ich habe da nicht bestmöglich reagiert. Jetzt kann ich einen Haken dahinter setzen und nach vorne schauen. Es tut mir sehr gut, was gerade in Frankfurt passiert.“

Für die deutsche Nationalmannschaft kam Burkardt bislang auf fünf Einsätze. Nach dem enttäuschen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay und der Einstellung Jürgen Klopps als neuen Bundestrainer macht sich der Stürmer nun wieder Hoffnungen auf weitere Spiele. Mein Ziel ist es, wieder in die Nationalmannschaft reinzukommen. Ich war schon dabei, konnte mich aber dort nicht konstant halten. Jetzt probiere ich, in Frankfurt wieder konstant meine Leistung zu bringen, um wieder nominiert zu werden.“

Mit Adi Hütter hat die SGE seit diesem Sommer einen Coach, in dessen 4-2-2-2-System Burkardts Stammplatz nach aktuellem Stand wohl relativ sicher wäre. Auch der intensive Spielstil, den der Österreicher bei der Eintracht durchsetzen möchte, könnte dem Stürmer zugutekommen. „Ich glaube, es passt sehr gut zu mir, hoch anzulaufen, intensiv unterwegs zu sein, hohe Balleroberungen und somit einen kurzen Weg zum Tor zu haben. Genau das üben wir gerade ein. Ich denke, das sieht man auch in den Einheiten. Es macht sehr viel Spaß.“

„Ich gehe sehr gerne vorneweg“

Auch mit der Art und Weise der Kommunikation des Österreichers scheint der Stürmer gut zurechtzukommen. „Er ist ein sehr kommunikativer Trainer, der die Spieler auch einbezieht, was Spaß macht.“ Bereits vor dem Trainingslager sei es zu einem Einzelgespräch zwischen Hütter und Burkardt gekommen. Es war ein sehr angenehmes Gespräch. Die Kapitänsfrage war da kein Thema. Er hat mir aber gesagt, dass ich Verantwortung übernehmen soll. Ich habe gesagt, dass ich bereit dafür bin. Ich gehe sehr gerne vorneweg.“

Die zuletzt größte Schwachstelle der Frankfurter stellte die Defensive dar. 65 Gegentore kassierte die Eintracht in der vergangenen Bundesliga-Saison, nur die abgestiegenen Wolfsburger und Heidenheimer bekamen noch mehr. Burkardt sieht in Hütters Spielidee, die unter anderem hohes Pressing beinhaltet, eine Chance, dem entgegenzuwirken: Ich glaube durch hohes Anlaufen nehmen wir dem Gegner viel Zeit weg und versuchen, sie gar nicht erst so weit in unsere Hälfte zu lassen, wie es letzte Saison manchmal der Fall war. Den Gegner weit weh vom eigenen Tor zu halten, erhöht auf jeden Fall die Chance, dass wir weniger Gegentore bekommen.“

Mit seinen 26 Jahren zählt Burkardt im jungen Eintracht-Team schon zu den älteren Akteuren. Demnach sieht der Stürmer seine Rolle auch vor allem darin, seine jüngeren Mitspieler zu unterstützen: „Wir haben viele junge Spieler, die offen sind und auch nachfragen. Es macht mir sowieso extrem viel Spaß, da taktisch eine Hilfestellung zu geben, wenn ich es kann. Ich probiere einfach mein Bestes, dabei mitzuhelfen, dass wir in dieselbe Richtung gehen. Das funktioniert gerade ganz gut.“

Als einen Vorteil, den das Trainingslager in Grassau bietet, sieht der Stürmer die Nähe zu den Fans an. Bei den öffentlichen Einheiten am Vormittag waren jeweils rund 500 Zuschauer dabei. „Das macht sehr viel mit einem“, sagt Burkardt. Ich finde es auch sehr cool, dass wir in Deutschland geblieben sind und die Fans es einfacher hatten, ins Trainingslager zu kommen. Ich habe es auch noch nicht erlebt, dass so viele Leute dabei sind und so viele unterstützende Worte fallen. Man sieht im Training, dass es uns Spaß macht und Intensität drin ist. Das war letzte Saison vielleicht nicht immer so. Deswehgen hat man jetzt schon nach den ersten Wochen ein gutes Gefühl.“

 

 

 

6 Kommentare

Fallback Avatar 1. Adler70 30. Juli 26, 09:05 Uhr

Kann dem Jonathan mal jemand erklären, dass "Heim ins Reich" vorbei ist? ;-)

24
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Der User ist ein Dauersupporter und drückt seine Wertschätzung gegenüber SGE4EVER.de durch einen monatlichen oder jährlichen Betrag aus - der Bembel ist also stets gefüllt - Prost! 2. Fozzi 30. Juli 26, 09:19 Uhr

Man hat wirklich den Eindruck, dass die Jungs brennen. Freue mich auf Samstag. Der Hütter-Fußball scheint dem ein oder anderen - Jonny zB - gut zu liegen.

0
Fallback Avatar 3. einesgehtnochrein 30. Juli 26, 09:24 Uhr Zitat - Adler70 Kann dem Jonathan mal jemand erklären, dass "Heim ins Reich" vorbei ist? ;-) Path

Hää?

0
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 4. Handballer85 30. Juli 26, 09:30 Uhr Zitat - Fozzi Man hat wirklich den Eindruck, dass die Jungs brennen. Freue mich auf Samstag. Der Hütter-Fußball scheint dem ein oder anderen - Jonny zB - gut zu liegen. Path

Auf nach Mannem 😉

0
Fallback Avatar 5. einesgehtnochrein 30. Juli 26, 09:41 Uhr

Ich hoffe „die Jungs“ reden und vor allem spielen in ein paar Monaten noch so, wie jetzt in der Vorbereitung überschwänglich gelobt wird. Noch ist es eine „Spielidee“ von Hütter. Ob diese Spielidee, mit diesem Personal und in der ersten Bundesliga durchführbar ist, muss sich noch beweisen. Ein Versuch ist es allemal wert.
Noch geht es nur um die positiven Dinge. Wie spielen wir (ich!) zukünftig? Ob Burkardt in Zukunft immer spielt und ob er dann als Doppelspitze mit x oder y im Sturm steht, muss sich erst noch rausstellen. Vielleicht spielt er ja auch manchmal nicht. Wenn Kalimuendo einen Vertrag bekommt, wird der sich sicherlich nicht immer auf die Bank setzen wollen. Dann sind die Probleme wieder vorprogrammiert.
Vorausgehen bedeutet für mich in erster Linie, in schlechten Zeiten mit gutem Beispiel vorangehen. Es bedeutet auch, dass man sich zum Sprachrohr für die Mannschaft macht. Das ist ein gravierender Unterschied zu: seine eigenen Interessen lautstark vertreten. Zu Ende der letzten Saison schien mir das eher letzteres zu sein. Dazu gehört auch, diejenigen verbal zu vertreten, die nicht deutsch sprechen und die sich in Englisch nicht wohlfühlen.

0
Fallback Avatar 6. einesgehtnochrein 30. Juli 26, 09:48 Uhr

Und noch etwas: „Ich habe da nicht bestmöglich reagiert“ ist mir einfach zu dünn als Begründung/Ausrede. Das würde ich als Vorgesetzter nicht akzeptieren. In meinen Augen war sein Verhalten unterirdisch und höchst schädlich für das Team.

5

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.