Nach einer enttäuschenden vergangenen Saison blickt Nnamdi Collins voller Zuversicht auf den Neustart bei Eintracht Frankfurt. Im Interview bei „Absolut Eintracht“ sprach der Innenverteidiger über die Aufbruchsstimmung unter Trainer Adi Hütter, die neue Spielidee der Hessen, seine eigenen Ansprüche sowie seinen Traum von einer Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft.
Schon wenige Tage nach Beginn der Vorbereitung spürt Collins eine völlig andere Atmosphäre innerhalb der Mannschaft. Der 21-Jährige beschreibt einen Kader, der mit neuer Energie und großer Motivation arbeitet: „Der Eindruck täuscht nicht, wir haben alle richtig Lust.“ Einen entscheidenden Anteil daran habe der neue Trainer: „Adi Hütter hat nach unserer schwierigen Saison positive Energie und Schwung in die Mannschaft gebracht.“ Auch wenn ein Trainingslager körperlich fordernd sei, stimme für Collins die Mischung aus Belastung und guter Stimmung. „Ein Trainingslager bedeutet immer harte Arbeit, aber ich finde, dass das gesamte Trainerteam auch bei der Intensität genau das richtige Maß trifft“, so der 22-Jährige. Deshalb ziehe die Mannschaft geschlossen mit: „Alle ziehen voll mit und obwohl es natürlich körperlich anstrengend ist, macht es auch Spaß.“
Dass auf dem Trainingsplatz wieder häufiger gelacht wird, hält Collins keineswegs für nebensächlich. Gerade nach der vergangenen Saison sei das wichtig: „Es ist wichtig, dass wir auch während der Trainingseinheiten in einem passenden Moment mal lachen können.“ Auch freie Nachmittage seien bewusst eingeplant, um den Kopf freizubekommen: „Wir sollten auch mal auf andere Gedanken kommen.“ Die schwierige Spielzeit habe Spuren hinterlassen. „Wir waren über weite Strecken verkopft und verkrampft“, erklärt der Rechts- und Innenverteidiger und führt weiter aus, dass Die Mannschaft unter den ausbleibenden Ergebnissen gelitten habe: „Wir waren unzufrieden, wie die Saison gelaufen war.“ Umso mehr genießt Collins die neue Leichtigkeit. Gleichzeitig sei ihm wichtig, dass sich die Mannschaft dieses Gefühl bewahrt: „Diese gute Stimmung sollten wir uns bewahren, denn Fußball soll bei allem Druck, den wir natürlich auch haben, Freude machen.“
Auch persönlich hat Collins mit der vergangenen Saison abgeschlossen: „Am Anfang war es schwierig, die Enttäuschung war schon groß.“ Mittlerweile richte sich der Fokus ausschließlich nach vorne: „Für mich persönlich kann ich sagen: Ich denke nicht mehr daran. Ich habe den Eindruck, dass wir als Mannschaft auch einen Schlussstrich unter die vergangene Saison gezogen haben.“ Die Vorfreude auf den Pflichtspielstart sei entsprechend groß: „Ich freue mich darauf, die neue Saison anzugehen und das erste Pokalspiel zu bestreiten.“
Nationalmannschaft als Ziel
Ein wesentlicher Grund für die Aufbruchsstimmung ist für Collins die Spielidee von Adi Hütter. Besonders das aggressive Gegenpressing sei bereits deutlich zu erkennen: „Eines seiner Markenzeichen ist das aggressive Gegenpressing.“ Schon im Testspiel gegen Trabzonspor habe man gesehen, wie der Trainer Fußball spielen lassen möchte: „Das ist uns schon gut gelungen – wir haben die Bälle schnell zurückerobert.“ Dabei beginne die Arbeit bereits ganz vorne. „Das beginnt im Sturm, unser Mittelfeld muss dafür sehr viel laufen.“ Nach Ballgewinnen soll der Weg direkt Richtung gegnerisches Tor führen. „Wenn wir den Ball hinten gewinnen, sollen wir schnell nach vorne spielen“, erklärt der Abwehrmann. Auch wenn das nicht immer funktioniere, bleibe die Marschroute klar. „Natürlich gelingt das nicht immer, aber wir sollen es immer wieder versuchen.“ Collins merkt an, wie überzeugt die Mannschaft von dieser Philosophie ist: „Die Mannschaft hat richtig Bock auf den Adi-Hütter-Fußball.“
Hütter hatte Collins zuletzt öffentlich als schnellen und dynamischen Spieler bezeichnet. Der Verteidiger sieht darin allerdings vor allem eine Verpflichtung: „Für die Spielweise unter Adi Hütter ist entscheidend, dass die Spieler wirklich fit sind, viel laufen und über ihre Grenzen gehen können.“ Genau diese Eigenschaften seien gefragt: „Der Trainer braucht Spieler, die Körperlichkeit, eine gute Zweikampfführung und die nötige Bereitschaft mitbringen.“ Seine größten Erwartungen richtet Collins dabei an sich selbst: „Ich habe zunächst vor allem ein Gefühl für meine eigenen Erwartungen an mich.“ Er wolle vor allem im Vergleich zur vergangenen Saison den nächsten Schritt gehen: „Ich weiß, dass ich mehr kann, als ich in der vergangenen Saison gezeigt habe.“ Deshalb wolle er Verantwortung übernehmen: „Ich will vorangehen und jede Partie mit voller Überzeugung bestreiten.“ Ebenso wichtig sei es, seinen Mitspielern Sicherheit zu geben. „Ich möchte meinen Mannschaftskollegen ein gutes Gefühl vermitteln und seriös verteidigen.“ Das gemeinsame Ziel sei eindeutig: „Am Ende wollen wir alle dasselbe: besser spielen, mehr Siege einfahren und dominanter auftreten.“
Auch die Nationalmannschaft hat Collins weiter fest im Blick. Sein schwieriges Debüt unter Julian Nagelsmann beschäftigt ihn heute kaum noch. Während seiner Reha meldete sich der damalige Bundestrainer persönlich bei ihm. „Er sagte mir, dass es ihm leidtue, wie es gelaufen ist.“ Collins nahm das Gespräch positiv auf. „Da fließt kein böses Blut mehr.“ Den Traum von weiteren Einsätzen für Deutschland hat er deshalb nicht aufgegeben. „Es war eine große Ehre für mich, in der A-Nationalmannschaft aufzulaufen.“ Nun wolle er sich erneut empfehlen: „Umso mehr will ich mich mit guten Leistungen wieder fürs Nationalteam empfehlen. Das ist ein klares Ziel von mir.“ Dass mit Jürgen Klopp nun ein Trainer an der Seitenlinie steht, dessen Spielidee perfekt zu seinem Profil passt, sieht Collins als zusätzliche Motivation: „Bei der Eintracht spielen wir inzwischen selbst dieses giftige, intensive Pressing.“ Die Grundlage für eine Rückkehr ins DFB-Team möchte er deshalb Woche für Woche in Frankfurt legen.






4 Kommentare
Ich glaube die Saison kann echt geil werden weil !
- unter Adi haben die Spieler wieder Spaß und Lust auf Fußball und er bringt die nötige Lockerheit rein
- die Spieler die wir holen haben nicht nur Bock auf Fußball sondern auch Bock auf die Eintracht und sich zu zeigen !
- viele junge Spieler sind im Trainingslager dabei die sowieso Bock auf die Eintracht haben und könnten in der Saison zu echten Alternativen oder quasi Neuzugänge sein (Kosugi, Kumashiro, Baum, maluze, Bekir Is, ilicevic) und die Neuzugänge wie Pimpong der richtig Lust und Freude ausstrahlt.
- die Neuzugänge die evtl. noch kommen wie Onyedika oder Ben Farhat
Und zu guter letzt weil wir das geilste auswärtstrikot seit den 90ern haben !
Am Endes des Tages geht es doch ums Laufen (Freilaufen, Räume zustellen, Doppeln etc) und Quälen für sich und für seine Teamkollegen. Wenn die Bereitschaft dazu bei jedem einzelnen nicht intrinsisch ist, muss der Coach diese wecken. Dazu kommt dann der Spielplan.
Ich hatte letzte Saison das Gefühl, dass diese Bereitschaft nicht 100%ig da war, eventuell weil auch der Spielplan nicht wirklich klar war.
Man hat lieber hinten von links und rechts und zurück gespielt, weil man Angst hatte, den Ball gleich wieder zu verlieren und dann wieder hinterher laufen zu müssen und sich hat sich diese Quälzeit dann lieber eingeteilt hat und gehofft, dass der Gegner irgendwann den Fehler macht und dadurch etwas entsteht und nicht über den Spielplan.
Jeder Artikel hört sich nach rosarot mit Doppel-Einhörnern an 😄
Es liest sich hervorragend, dass alle es super finden, das Training top ist, der Hütter-Fussball top ist, die Stimmung top ist. Hoffentlich habe ich kein Top vergessen.
Nun denn, alles top, keine 3-fach Belastung. Da kann es ja nur vom ersten Spieltag an steil nach oben gehen 😉
Aber das ist doch gut. Wir hatten schon Jahre, da waren wir, wenn man nach dem Forum geht, schon vor dem ersten Trainingslager abgestiegen.
Mir gefällt es, was bisher so zu sehen und erfahren ist.
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