Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Ehrenpräsident Peter Fischer feierte seinen siebzigsten Geburtstag. Foto: IMAGO / Revierfoto

Die Ära Peter Fischer: Ein Rückblick auf einen prägenden Präsidenten

Am 14. März wurde Peter Fischer siebzig Jahre alt. Zeit, um auf das Schaffen des Ehrenpräsidenten von Eintracht Frankfurt zurückzublicken. Kaum eine Person stand so lange an der Spitze der SGE und prägte den Verein stärker.

Amtsantritt in einer kritischen Phase

Als Fischer am 1. August 2000 das Präsidentenamt übernahm, befand sich der Traditionsklub in unruhigen Zeiten. Der Verein war mit etwa vierzehn Millionen Mark verschuldet und auch sportlich befanden sich die Frankfurter damals in einer schwierigen Lage. Nach dem Klassenerhalt im Jahr 1999, der erst am letzten Spieltag durch das legendäre Übersteiger-Tor von Jan Aage Fjörtoft in letzter Sekunde sichergestellt wurde, folgte ein Jahr später der Abstieg in die 2. Bundesliga. Die Zeit der wirtschaftlichen und sportlichen Unsicherheit setzte sich fort. In den nächsten Jahren entwickelte sich die Eintracht zur klassischen Fahrstuhlmannschaft, die zwischen der ersten und zweiten Liga hin- und herpendelte. Unter Fischers Führung stabilisierte sich der Verein jedoch und entwickelte sich Schritt für Schritt weiter. Die Mitgliederzahlen stiegen zwischen 2000 und seinem Rücktritt im Jahr 2024 von knapp 5.000 auf 140.000 stark an. Die Strukturen des Vereins wurden beispielsweise durch die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung, den Neubau des ProfiCamps oder der Übernahme des Stadionbetriebs professionalisiert. Auch sportlich gelang es den Hessen, sich wieder dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.

Europapokal als Höhepunkt

Die größten Höhepunkte dieser Entwicklung erlebte der Klub in den späten Jahren seiner Amtszeit. Der DFB-Pokalsieg 2018 gegen Bayern München und der internationale Triumph im UEFA Europa League-Finale gegen die Glasgow Rangers in Sevilla 2022 stehen für eine Phase, in der die Eintracht sportlich wie organisatorisch auf einem stabilen Fundament stand. In Erinnerung blieb dabei vor allem seine Aussage einen Tag vor dem Finale: „Ich will morgen aus diesem scheiß Pokal saufen, ich will es. (…) Europapokal-Sieg ist tausendmal besser als Sex. Weil diese Pokale gibt es verdammt, verdammt selten.“ Zwar lag die Verantwortung auf dem Platz bei Trainern und Spielern, doch Fischer schuf als Präsident den Rahmen für diesen Aufschwung.

Kampf gegen Extremismus und Einsatz für Katastrophenopfer

Ein wichtiger Bestandteil seiner Präsidentschaft war auch die klare Haltung des Vereins zu gesellschaftlichen Fragen und sein öffentlicher Einsatz gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus. Eine besondere Rolle spielte dabei der 2023 verstorbene Helmut Sonneberg. Der Holocaust-Überlebende, den viele Fans als „Sonny“ kannten, engagierte sich über Jahre hinweg als Zeitzeuge im Eintracht-Museum gegen das Vergessen der Verbrechen der NS-Zeit. Die Begegnungen mit Sonneberg prägten Fischer nachhaltig. „Von Beginn an unterstützte mich Helmut im Kampf gegen antidemokratische Kräfte, er motivierte mich, mich auch im Namen der Eintracht für Demokratie und ein friedliches Miteinander einzusetzen“, schrieb Fischer in der Biografie Sonnys Geschichte. Von Ausgrenzung und Eintracht, die 2023 unter Mitarbeit des Eintracht Frankfurt Museums erschien. Auch persönlich wurde dieser Austausch für Fischer zu einem wichtigen Antrieb. Seit Sonnebergs Tod versuche Fischer, dieses Engagement fortzuführen, wie er kürzlich in einem Interview mit „hessenschau.de“ bekannt gab.

Ein einschneidendes Erlebnis für den Präsidenten war ein Thailandurlaub mit seiner Familie im Dezember 2004, bei dem er einen Tsunami überlebte. Durch seine Erfahrungen als Segler erkannte er die sich anbahnende Naturkatastrophe und konnte so seine Familie in Sicherheit bringen. Aufgrund seiner traumatischen Erfahrungen engagiert sich Fischer seitdem für die Hinterbliebenen und Opfer.

Ein Präsident, der polarisiert

So prägend Fischers Präsidentschaft für Eintracht Frankfurt auch war, sie blieb nicht frei von Kontroversen. Seine öffentlichen Aussagen zur politischen Situation in der Gesellschaft sorgten immer wieder für medialen Gesprächsstoff. Besonders seine scharfe Kritik an der „Alternative für Deutschland“ sorgte bundesweit für Diskussionen darüber, wie politisch ein Fußballverein auftreten sollte. Im Jahr 2023 geriet der damalige Präsident zudem im Zuge von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Besitz von Kokain in die Schlagzeilen. Die Vorwürfe sorgten bundesweit für Aufmerksamkeit und setzten auch den Verein unter Druck. Fischer entschied sich schließlich, 2024 sein Amt niederzulegen, um weiteren Schaden von der Eintracht abzuwenden. Für viele Beobachter markierte dies das abrupte Ende einer über zwei Jahrzehnte währenden Präsidentschaft.

Alltag nach seinem Rücktritt

Im Rückblick waren es vor allem die Menschen, die für ihn bei der Eintracht wichtig waren. „Mir fehlen vor allem die Kolleginnen und Kollegen, mit denen man täglich quatscht und einen Espresso trinkt. (…) Das Zwischenmenschliche vermisse ich sehr“, sagte er rückblickend bei „hessenschau.de“ über seine Zeit bei der Eintracht. Hinzu kommt, dass Fischer seit seinem Rückzug mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und sich deshalb weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Im März vergangenen Jahres machte er öffentlich, dass er an Prostatakrebs erkrankt sei und Anfang 2025 operiert wurde. Die Eintracht verfolgt er dennoch weiterhin aufmerksam. Als Beobachter blickt er beim Interview mit dem Nachrichtenportal des Hessischen Rundfunks auch kritisch auf die aktuelle sportliche Entwicklung: „Ich habe nicht verstanden, wie diese Mannschaft mit quasi denselben Spielern (…) auf einmal in so ein Loch gefallen ist. (…) Dino Toppmöller ist zudem ein toller Mensch und ein toller Trainer.“ Dass sich die Mannschaft zuletzt wieder stabilisieren konnte, stimmt ihn jedoch optimistisch.

Peter Fischer bleibt somit für viele Anhänger ein Präsident, der die Eintracht über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg geprägt hat wie kaum ein anderer.

20 Kommentare

Fallback Avatar 1. Werner 15. März 26, 17:59 Uhr

Danke für den Artikel von Peter Fischer.

Bernd nickel hätte heute Geburtstag.
Ich sag nur von allen 45 Ecken im waldstadion eine direkt versenkt.
Ein lieber Mensch derjenige mir im Fanshop öfter mal was geschenkt hat.

3
Fallback Avatar 2. Werner 15. März 26, 18:25 Uhr Zitat - Werner Danke für den Artikel von Peter Fischer. Bernd nickel hätte heute Geburtstag. Ich sag nur von allen 45 Ecken im waldstadion eine direkt versenkt. Ein lieber Mensch derjenige mir im Fanshop öfter mal was geschenkt hat. Path

4ecken

0
Fallback Avatar 3. hochlandadler 15. März 26, 19:33 Uhr

Der Super - Demokrat.

24
Fallback Avatar 4. vex 15. März 26, 19:40 Uhr

Union gewinnt gegen Freiburg, haben uns schön von denen absetzen können.

Immerhin ein Lichtblick an dem Spieltag

2
Fallback Avatar 5. copperhead02 15. März 26, 20:57 Uhr Zitat - hochlandadler Der Super - Demokrat. Path

Vorzeige-Demokrat und super tolerant :P

34
Avatar 6. super-adler 15. März 26, 22:58 Uhr

zum Glück ist der nicht in die Politik gegangen, sondern war 20 Jahre Präsident unserer geliebten Eintracht. Der hat schon viel bewirkt, aber seine politischen Meinungen, bzw. das Ausgrenzen von Impfgegnern z.B. waren unter aller Sau.
Als ob "Kampf gegen Rechts" unser einziges politisches Problem wäre.
Aber gut, ich grenze niemanden wegen seiner politischen Haltung aus. Soll jeder für sich selber entscheiden, aber P. Fischer hat den Bogen da extrem überspannt.

58
Fallback Avatar 7. hochlandadler 16. März 26, 08:06 Uhr Zitat - copperhead02 Vorzeige-Demokrat und super tolerant :P Path

So war es gemeint. Er hat jede Meinung toleriert, wenn es seine Meinung war!

22
Avatar 8. la bestia blanca 16. März 26, 11:01 Uhr Zitat - super-adler zum Glück ist der nicht in die Politik gegangen, sondern war 20 Jahre Präsident unserer geliebten Eintracht. Der hat schon viel bewirkt, aber seine politischen Meinungen, bzw. das Ausgrenzen von Impfgegnern z.B. waren unter aller Sau. Als ob "Kampf gegen Rechts" unser einziges politisches Problem wäre. Aber gut, ich grenze niemanden wegen seiner politischen Haltung aus. Soll jeder für sich selber entscheiden, aber P. Fischer hat den Bogen da extrem überspannt. Path

„ Als ob "Kampf gegen Rechts" unser einziges politisches Problem wäre.
Aber gut, ich grenze niemanden wegen seiner politischen Haltung aus. Soll jeder für sich selber entscheiden, aber P. Fischer hat den Bogen da extrem überspannt.“

Rechte politische Besinnung grenzt andere Nationalitäten aus, möchte aber selbst nicht ausgegrenzt werden und badet sich gerne im Selbstmitleid, wenn sie Gegenwind erhält.

Oder warum soll ich politisch rechte Haltung tolerieren, wenn sie selbst nicht dazu in der Lage ist zu tolerieren?

25
Fallback Avatar 9. skyeagle 16. März 26, 13:11 Uhr Zitat - la bestia blanca „ Als ob "Kampf gegen Rechts" unser einziges politisches Problem wäre. Aber gut, ich grenze niemanden wegen seiner politischen Haltung aus. Soll jeder für sich selber entscheiden, aber P. Fischer hat den Bogen da extrem überspannt.“ Rechte politische Besinnung grenzt andere Nationalitäten aus, möchte aber selbst nicht ausgegrenzt werden und badet sich gerne im Selbstmitleid, wenn sie Gegenwind erhält. Oder warum soll ich politisch rechte Haltung tolerieren, wenn sie selbst nicht dazu in der Lage ist zu tolerieren? Path

Ich kann dir nur empfehlen dich dringend mit Begriffen wie Rechts und Links im Politischen Sinne zu beschäftigen, spätestens dann merkst du wie falsch du mit deinen Aussagen liegst.

17
Fallback Avatar 10. zeugeyeboahs73 16. März 26, 14:28 Uhr

Ich hoffe, dass es der letzte Artikel über den Hetzer und Selbstdarsteller war. Danke.

18
Fallback Avatar 11. aeppler2017 16. März 26, 14:51 Uhr

Bin froh das ich Peter Fischer nicht mehr sehen muss und seine unqualifizierten Sprüche nicht mehr hören muss.

15
Fallback Avatar 12. mainesge 16. März 26, 16:01 Uhr Zitat - skyeagle Ich kann dir nur empfehlen dich dringend mit Begriffen wie Rechts und Links im Politischen Sinne zu beschäftigen, spätestens dann merkst du wie falsch du mit deinen Aussagen liegst. Path

Ich weiss schon was er meint, keine Toleranz gegen Intoleranz. Aber das gilt vermutlich nur für rechtsradikal, das steht für mich für „nur ich bin richtig“. „Normal“ Rechts ist sicherlich vollkommen legitim und gilt es in einer Demokratie zu tolerieren bzw. ist Teil von ihr. Was noch normal rechts ist, ist halt die Frage und zu merken wann es zu weit ging.
Übernehmen die Extremen die Macht, gut Nacht.. Aber es ist ein Fussballforum, Eintracht.

3
Fallback Avatar 13. skyeagle 16. März 26, 16:59 Uhr Zitat - mainesge Ich weiss schon was er meint, keine Toleranz gegen Intoleranz. Aber das gilt vermutlich nur für rechtsradikal, das steht für mich für „nur ich bin richtig“. „Normal“ Rechts ist sicherlich vollkommen legitim und gilt es in einer Demokratie zu tolerieren bzw. ist Teil von ihr. Was noch normal rechts ist, ist halt die Frage und zu merken wann es zu weit ging. Übernehmen die Extremen die Macht, gut Nacht.. Aber es ist ein Fussballforum, Eintracht. Path

Ich lehne jede Form von Extremismus ab. Für mich ist das eine ganz selbstverständliche Haltung. Eine konservative Einstellung ist völlig legitim, solange sie nicht ins Extreme abgleitet. Dass Extremisten keine anderen Meinungen zulassen, liegt leider in der Natur der Sache.
Und ja, es ist ein Fußball‑Forum – eigentlich sollte es hier in erster Linie um Fußball gehen. Da hast du vollkommen recht. Leider wird heutzutage vieles unnötig politisiert, was eigentlich nie passieren sollte. Am Ende verbindet uns doch der Sport und die gemeinsame Leidenschaft.

5
Fallback Avatar 14. loddo 16. März 26, 17:29 Uhr Zitat - vex Union gewinnt gegen Freiburg, haben uns schön von denen absetzen können. Immerhin ein Lichtblick an dem Spieltag Path

Das wäre bei dem Artikel echt mal ein Post der nur Daumen runter verdient hätte- obwohl er (hoffentlich!) positiv gemeint war (und ich die Daumen hoch verstehe)!

Es geht hier nur um Peter Fischer! Einen Demokraten vor dem Herren! Einen Kämpfer für die Eintracht und gegen Extremismus.

Was interessiert bei diesem Thema die Tabelle?

Und dann fehlt noch dazu das „OFFTOPIC“!

Ich wünsche Peter alles gute, noch viele schöne Jahre… und danke für alles!

12
Fallback Avatar 15. loddo 16. März 26, 17:30 Uhr Zitat - copperhead02 Vorzeige-Demokrat und super tolerant :P Path

Bei Demokratie ist man nicht tolerant wenn um Anti-Demokratie geht…

Zu viel Kupfer gefressen? Offenbachfan?

11
Fallback Avatar 16. loddo 16. März 26, 17:32 Uhr Zitat - la bestia blanca „ Als ob "Kampf gegen Rechts" unser einziges politisches Problem wäre. Aber gut, ich grenze niemanden wegen seiner politischen Haltung aus. Soll jeder für sich selber entscheiden, aber P. Fischer hat den Bogen da extrem überspannt.“ Rechte politische Besinnung grenzt andere Nationalitäten aus, möchte aber selbst nicht ausgegrenzt werden und badet sich gerne im Selbstmitleid, wenn sie Gegenwind erhält. Oder warum soll ich politisch rechte Haltung tolerieren, wenn sie selbst nicht dazu in der Lage ist zu tolerieren? Path

Danke!

7
Fallback Avatar 17. loddo 16. März 26, 17:35 Uhr

Wenn ich einige Posts und die Daumen hoch/runter hier unter dem Artikel so sehe … wird mir schlecht.

Keinen mm zum Extremismus … weder links noch rechts. Und wer meint er muss blau oder linksextrem wählen soll bitte schön in den Osten ziehen in irgendeinen Block von Hansa Rostock … und ist im Waldstadion nicht erwünscht!

16
Avatar 18. la bestia blanca 16. März 26, 18:00 Uhr Zitat - skyeagle Ich kann dir nur empfehlen dich dringend mit Begriffen wie Rechts und Links im Politischen Sinne zu beschäftigen, spätestens dann merkst du wie falsch du mit deinen Aussagen liegst. Path

Zur Einordnung. Ich weiß sehr wohl mit den politischen Begriffen umzugehen und diese auch richtig einzuordnen. Das es verschiede politische Ansichten gibt, liegt in der Sache und ist sehr wichtig um ein politischen Gleichgewicht zu halten.
Jedoch sehe ich politisch rechte Haltung als antidemokratisch und gefährlich für den inneren Frieden.

Und über Links habe ich hier kein Wort erwähnt. Das hast du hineininterpretiert.

7
Fallback Avatar 19. skyeagle 16. März 26, 20:05 Uhr Zitat - la bestia blanca Zur Einordnung. Ich weiß sehr wohl mit den politischen Begriffen umzugehen und diese auch richtig einzuordnen. Das es verschiede politische Ansichten gibt, liegt in der Sache und ist sehr wichtig um ein politischen Gleichgewicht zu halten. Jedoch sehe ich politisch rechte Haltung als antidemokratisch und gefährlich für den inneren Frieden. Und über Links habe ich hier kein Wort erwähnt. Das hast du hineininterpretiert. Path

Dann hast du es leider nicht verstanden. Wer Rechte konservative Politik als Antidemokratisch sieht, hat für mich leider kein Demokrativerständnis.

6
Avatar 20. la bestia blanca 16. März 26, 22:14 Uhr Zitat - skyeagle Dann hast du es leider nicht verstanden. Wer Rechte konservative Politik als Antidemokratisch sieht, hat für mich leider kein Demokrativerständnis. Path

Ajaj!

Und wieder wirfst du Begriffe und ordnest sie meinem Post zu, obwohl ich weder auf Linke Haltung noch auf Rechts „Konservative“ eingehe.

Ich habe für dich zur Aufklärung kurz gegoogelt:

„ Abgrenzung: Im Gegensatz zu Rechtsextremismus (der die Demokratie ablehnt und Menschen als ungleich wertet), können rechtskonservative Positionen Teil einer demokratischen Partei sein.“

Darauf bin ich eingegangen! Auf Rechts und nicht Rechtskonservativ!

1

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.