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Die magischen Europapokalnächte gehören für "Hinti" zu den schönsten Momenten seiner Eintracht-Zeit. Foto: IMAGO / osnapix

„Da habe ich gewusst, wo ich hingehöre“: Hinteregger über seine schönsten Eintracht-Momente

Wenn Martin Hinteregger über seine Zeit bei Eintracht Frankfurt spricht, werden Erinnerungen an große Europapokalnächte, unglaubliche Fanmomente und ganz besondere Emotionen wach. Der mittlerweile 34-Jährige war zwischen 2019 und 2022 einer der Publikumslieblinge bei der SGE. Bei einem Besuch am Trainingsgelände sprach „Hinti“ bei „Absolut Eintracht“ über seine schönsten Erlebnisse im Adlertrikot. Drei Momente sind ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben:

Chelsea: Zwischen bitterer Enttäuschung und bedingungsloser Fanliebe

Der Anfang einer ganz besonderen Verbindung zwischen Hinteregger und der Eintracht war für ihn das Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea im Mai 2019. Beide Mannschaften lieferten sich im Rückspiel an der Stamford Bridge einen packenden Kampf. Nach 120 Minuten stand es 1:1, die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Die Frankfurter hatten sich bis dahin mit einer leidenschaftlichen Leistung gegen die favorisierten Engländer gestemmt. Dann trat Hinteregger als vierter Schütze an. Die Eintracht führte im Elfmeterschießen mit 3:2, doch Chelseas Torhüter Kepa Arrizabalaga blieb beim flach und zentral geschossenen Versuch des Österreichers stehen und parierte. Am Ende setzte sich Chelsea mit 4:3 durch und beendete den Frankfurter Traum vom Einzug ins Finale.

Für Hinteregger war es ein bitterer Abend. „Heute hat es nicht sein sollen, deswegen ist da eine riesige Leere bei mir“, erklärte er unmittelbar nach dem Spiel. Doch gerade die Reaktion der mitgereisten Eintracht-Anhänger machte diesen Moment für ihn unvergesslich. Statt Vorwürfen und Enttäuschung erlebte der Abwehrspieler bedingungslosen Rückhalt. „Als wir bei den Fans gestanden sind, waren wir doch irgendwie stolz, obwohl wir eigentlich riesig enttäuscht sind“, erinnerte er sich später. Auch deshalb hat dieses Spiel für Hinteregger einen besonderen Stellenwert. „Der Chelsea-Moment gehört natürlich dazu, weil hier einfach sehr viel entstanden ist. Spätestens da habe ich gewusst, wo ich hingehöre“, sagte der Österreicher. Ausgerechnet ein verschossener Elfmeter wurde damit zu einem der prägendsten Momente seiner Frankfurter Zeit.

Barcelona: „Das war das absolute Highlight“

Was danach im April 2022 im Camp Nou folgte, dürfte wohl für jeden Eintracht-Fan zu den größten Erlebnissen der Vereinsgeschichte gehören. Nach dem 1:1 im Hinspiel reiste die SGE zum FC Barcelona und verwandelte dessen Stadion in ein Frankfurter Tollhaus. Rund 30.000 Eintracht-Anhänger sorgten im legendären Camp Nou für eine Atmosphäre, die weltweit für Schlagzeilen sorgte. Die „weiße Wand“ machte aus dem Auswärtsspiel ein Heimspiel. Und auch auf dem Rasen lieferte die Mannschaft von Oliver Glasner eine Sternstunde. Filip Kostić brachte die Eintracht früh per Elfmeter in Führung, Rafael Borré erhöhte mit einem Traumtor aus der Distanz. Als Kostić dann in der 67. Minute das 3:0 nachlegte, war die Sensation zum Greifen nah. Barcelona kam in der Schlussphase zwar noch auf 2:3 heran, doch Hinteregger und seine Mitspieler brachten den historischen Halbfinaleinzug über die Zeit. Der Österreicher stand über die gesamte Spielzeit auf dem Platz und war Teil einer der legendärsten Nächte der SGE-Geschichte.

Für Hinteregger war es der Höhepunkt seiner Zeit in Frankfurt. „Natürlich denkt jeder Eintracht-Fan extrem oft an Barcelona. Das war das absolute Highlight“, schwärmte er. Vor allem die unglaubliche Unterstützung der Anhänger sei ihm in Erinnerung geblieben. Ein Abend, der längst weit über Frankfurt hinaus Geschichte geschrieben hat.

Sevilla: Auch ohne Einsatz mittendrin

Nur wenige Wochen später folgte mit dem Europa-League-Finale in Sevilla das nächste Kapitel einer außergewöhnlichen Reise. Für Hinteregger persönlich verlief der Weg dorthin allerdings schmerzhaft. Im Halbfinal-Rückspiel gegen West Ham United zog er sich eine schwere Oberschenkelverletzung zu. Damit war klar, dass er das historische Endspiel gegen die Glasgow Rangers nicht auf dem Platz erleben würde. Doch aus der Mannschaft und der Eintracht-Familie ließ sich „Hinti“ nicht heraushalten. Trotz seiner Verletzung reiste er mit nach Sevilla und fieberte an der Seitenlinie mit. Nach dem dramatischen Erfolg im Elfmeterschießen hielt es ihn nicht mehr zurück: Im Trainingsanzug stürmte er auf den Platz und feierte gemeinsam mit seinen Mitspielern und den Fans den größten internationalen Triumph seit 1980. Auch bei den Feierlichkeiten am Frankfurter Römer am folgenden Tag war Hinteregger mittendrin. Seine emotionale Rede auf dem Balkon und die besondere Würdigung von Torhüter Kevin Trapp bleiben vielen Anhängern bis heute in Erinnerung.

Auch mit etwas Abstand blickt Hinteregger gerne auf seine Zeit bei der Eintracht zurück. Vier Jahre, die ihn sportlich und persönlich geprägt haben und in denen er gemeinsam mit der Mannschaft und den Fans viele unvergessliche Momente erleben durfte. „Und deswegen waren die vier Jahre schon fantastisch“, fasste er zusammen.

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