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Andy Möller bestritt 137 Pflichtspiele mit dem Adler auf der Brust. Beim aktuellen Saisonstart der SGE macht ihm vor allem der Angriff Hoffnung. Foto: IMAGO / osnapix

Andy Möller schwärmt von Eintracht-Offensive: „Das sind Top-Stürmer“

„Mir war von Anfang an klar, dass es dauert. Du kannst nicht erwarten, dass nach den vielen Abgängen und mit einem neuen Trainer gleich alles funktioniert“, fasst Andy Möller den Saisonstart der Frankfurter Eintracht in der „Bild“ zusammen. Als Beispiel dafür nennt er die 1:4-Niederlage gegen Augsburg. „Die erste Halbzeit war klasse. Sie haben tollen Fußball gespielt, aber sie sind innerlich noch nicht gefestigt. Deshalb kam es nach der Pause zum Einbruch. Ich glaube, es braucht Zeit, bis gewisse Automatismen greifen und die Mannschaft selbst erkennt, wie stark sie ist. Die Anzeichen sind auf jeden Fall da.“ Der gebürtige Frankfurter bestritt selbst 137 Pflichtspiele für die Profis der SGE. So begann und beendete der Weltmeister von 1990 seine Karriere bei den Hessen. Dabei absolvierte er sechs Spiele im UEFA Cup mit dem Adler auf der Brust. Im diesjährigen Kampf um die europäischen Plätze sieht der 59-Jährige die Eintracht in Lauerstellung. „Dieses junge Team hat Potenzial, es sind tolle Spieler dabei, das macht Mut. Und viele träumen natürlich davon, wieder vorne mitmischen zu können, das ist der Wunsch von uns allen.“

Dreierkette als Stabilisator

Bereits seit Monaten ist eines der größten Themen bei der SGE die Situation in der Abwehr. Cheftrainer Adi Hütter will flexibel sein und scheint sich daher nicht auf eine Dreier- oder Viererkette festzulegen. „In Mainz hat mir die Dreierkette sehr gut gefallen“, erklärt Möller. So habe man auch Robin Koch angemerkt, dass ihm die Rolle in der Zentrale mit zwei weiteren Verteidigern guttue. „Dann ist er ein Führungsspieler, kann sich um andere kümmern und die Abwehr organisieren. In der Viererkette hat er meiner Meinung nach zu sehr mit sich zu tun.“ Grundsätzlich müsse der Eintracht-Kapitän aber in beiden Rollen seine Zweikämpfe gewinnen. „Da muss er sich verbessern. Ich denke, das weiß er auch. Aber wenn er sein volles Potenzial abruft, ist er ein Top-Verteidiger in der Bundesliga.“ Auch Elias Baum sieht er auf der Position des Schienenspielers positiv. „Er steht nicht in der hinteren Reihe und muss so weniger Verantwortung übernehmen. Ich glaube, die Dreierkette gibt der Mannschaft generell Sicherheit, deshalb würde ich es auch erst mal dabei belassen.“ Hinter der Abwehr wurde mit Noah Atubolu vom SC Freiburg eine neue Nummer eins verpflichtet. Für den ehemaligen Offensivspieler war das die einzig richtige Entscheidung. „Du musst kein Experte sein, um zu erkennen, dass das Thema Torwart in der vergangenen Saison ständig auf dem Tisch lag. Auf dieser wichtigen Position konnte es so nicht weitergehen. Kaua Santos und Michael Zetterer hatten ihre Chancen, beide haben nicht überzeugt. Die logische Konsequenz war, einen Neuen zu holen.“ Möller wünscht sich, dass bei „seinem“ Klub auf dieser Position nun Ruhe einkehrt. „Da ist Atubolu der Richtige, denn er ist ein sehr, sehr guter Torwart. Er hat die Qualität, um über die nächsten Jahre Eintracht-Torwart zu sein.“

„Fantasie und Spielfreude“

Ins Schwärmen gerät der ehemalige Leiter des Frankfurter Nachwuchsleistungszentrums jedoch, wenn er auf die Offensive der Adlerträger angesprochen wird. „Da merkt man: Sie haben Lust und Laune, spielen gerne zusammen, und sie haben sich gefunden. Fantasie, Spielfreude. Da hat Eintracht wirklich Qualität.“ So hat Younes Ebnoutalib bereits vier Tore und vier Vorlagen auf dem Konto. Sein Nebenmann Jonathan Burkardt steht ebenfalls bei vier Treffern. Dazu kommen drei Vorlagen. Aus Sicht des 84-fachen deutschen Nationalspielers ergänzen sich beide Angreifer. „Sie sind sehr schwer auszurechnen. Sie können köpfen, sie können schießen, sie können Doppelpässe, sie können hinterlaufen. Da ist alles drin. Mal macht Burkardt die Wege, dann ist Ebnoutalib mehr im Fokus, und umgekehrt. Das sind Top-Stürmer.“ Das blieb auch dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp nicht verborgen. So standen beide Eintracht-Angreifer gegen Griechenland zusammen für die DFB-Elf auf dem Platz. Das gab es zuletzt im WM-Finale 1974. Damals wurden Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein gemeinsam Weltmeister. Zumindest eine der beiden Nominierungen hat Andy Möller dennoch überrascht. „Bei Burkardt nicht, aber bei Ebnoutalib. Nicht falsch verstehen: Ich freu’ mich riesig für ihn, das ist sensationell. Aber nach neun Bundesliga-Spielen? Früher hast du Jahre gebraucht, um in die Nationalelf zu kommen.“

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