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Ante Rebic und Stefan Ilsanker trugen sowohl das Trikot der SGE als auch das von RB Leipzig. Foto: IMAGO / Christian Schroedter

Zwischen Tradition und Red Bull: Diese Spieler verbinden Frankfurt und Leipzig

Zwei Vereine, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Auf der einen Seite Eintracht Frankfurt, einer der traditionsreichsten Vereine Deutschlands und Gründungsmitglied der Bundesliga. Auf der anderen Seite RB Leipzig, 2009 auf Initiative von Red Bull gegründet und innerhalb weniger Jahre von der fünften Liga bis in die Bundesliga durchmarschiert. Während die Sachsen für viele Fußballfans zum Sinnbild der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports geworden sind, blickt die Eintracht auf eine mehr als 125-jährige Vereinsgeschichte zurück. Mehrere Spieler liefen in der Vergangenheit sowohl für die Hessen als auch für RB Leipzig auf. Vor dem direkten Duell am kommenden Samstag blickt SGE4EVER.de auf sechs bekannte Akteure, die für beide Vereine ihre Spuren hinterlassen haben.

Der Pokalheld und Büffel

Kaum ein Spieler verbindet man in Frankfurt so sehr mit großen Spielen wie Ante Rebić. Der Kroate wechselte 2016 zunächst auf Leihbasis von der AC Florenz zur Eintracht und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem der prägendsten Offensivspieler der Hessen. Dabei überzeugte Rebić als dynamischer, körperlich starker und vertikal ausgerichteter Angreifer, der mit seinem Tempo, seiner Wucht und seinem enormen Einsatzwillen immer wieder für Gefahr sorgte. Besonders auf der linken Seite fühlte er sich wohl, konnte aber ebenso als zweite Spitze oder hängender Angreifer eingesetzt werden.

Seinen wohl größten Moment im Eintracht-Trikot erlebte Rebić im DFB-Pokalfinale 2018. Gegen den FC Bayern München erzielte er beim 3:1-Erfolg gleich zwei Tore und wurde damit zu einem der entscheidenden Akteure auf dem Weg zum Titel. Ein Jahr später bildete er gemeinsam mit Luka Jović und Sébastien Haller die berühmte „Büffelherde“. Das Trio sorgte mit seiner Mischung aus Tempo, Körperlichkeit, Abschlussstärke und spielerischer Qualität für eine der gefährlichsten Offensivreihen der Bundesliga. Rebić war dabei vor allem derjenige, der mit seinen Tiefenläufen und seiner Dynamik Räume aufriss und nach Ballgewinnen sofort den Weg Richtung Tor suchte. Insgesamt absolvierte er für die Eintracht einhundert Pflichtspiele und erzielte 25 Treffer.

Seine erste Erfahrung in Deutschland hatte Rebić allerdings bei RB Leipzig gesammelt. In der Saison 2014/15 lief der damals von der AC Florenz ausgeliehene Kroate zehnmal für die Sachsen in der 2. Fußball-Bundesliga auf. Dauerhaft durchsetzen konnte er sich dort jedoch nicht. Ganz anders verlief seine Entwicklung anschließend in Frankfurt, wo er sich unter Niko Kovač und später Adi Hütter zu einem Publikumsliebling und Leistungsträger entwickelte. Nach seinem Abschied von der Eintracht führte ihn sein Weg unter anderem zum AC Mailand, Besiktas Istanbul und US Lecce. Zuletzt stand Rebić bei Hajduk Split unter Vertrag und ist mittlerweile vereinslos.

Der portugiesische Unterschiedsspieler

Auch André Silva erlebte seine wohl prägendste Zeit im deutschen Fußball bei Eintracht Frankfurt. Der Portugiese kam 2019 zunächst auf Leihbasis vom AC Mailand zur SGE und entwickelte sich nach seinem ersten Jahr endgültig zum zentralen Fixpunkt der Offensive. Silva war dabei ein klassischer Mittelstürmer, der allerdings deutlich mehr mitbrachte als reines Strafraumspiel. Er konnte sich fallen lassen, mit seinen Mitspielern kombinieren, Bälle behaupten und mit Läufen hinter die Abwehr für Gefahr sorgen. Seine größte Stärke blieb jedoch seine außergewöhnliche Abschlussqualität.

Nach seinem ersten Jahr mit zwölf Bundesliga-Toren folgte 2020/21 eine herausragende Saison. Unter Adi Hütter wurde Silva zum klaren Mittelpunkt der Frankfurter Offensive und erzielte 28 Bundesliga-Tore in 32 Einsätzen. Damit stellte er einen neuen Vereinsrekord für die meisten Treffer eines Eintracht-Spielers innerhalb einer Bundesliga-Saison auf und übertraf die bisherige Bestmarke von Bernd Hölzenbein. Torschützenkönig wurde er in dieser Zeit allerdings nicht, da der damalige Bayern-Spieler Robert Lewandowski mit 41 Bundesliga-Treffern eine neue Bestmarke setzte und sogar den bisherigen Rekord von Gerd Müller übertraf. Insgesamt brachte es Silva in Frankfurt auf 45 Tore in 71 Pflichtspielen. Silva war damit genau der Spielertyp, den eine Mannschaft wie die Eintracht nach dem Ende der „Büffelherde“ benötigte: ein Vollstrecker, der Angriffe nicht unbedingt selbst einleiten musste, sie dafür aber mit großer Effizienz abschloss. Während Spieler wie Filip Kostić und Daichi Kamada für Kreativität und die Vorbereitung sorgten, war Silva häufig derjenige, der die Angriffe zu Ende brachte.

Sein Weg führte anschließend direkt von Frankfurt zu RB Leipzig. Nach einem zunächst guten Start konnte er dort allerdings nicht mehr an seine Frankfurter Torquote anknüpfen und wurde mehrfach verliehen, unter anderem an Real Sociedad und Werder Bremen. Insgesamt absolvierte Silva für Leipzig 110 Pflichtspiele und erzielte 27 Tore. Damit fällt seine Bilanz im Vergleich zu seiner Zeit bei der Eintracht deutlich weniger beeindruckend aus.

Der defensive Problemlöser

Stefan Ilsanker verkörpert einen völlig anderen Spielertyp. Der Österreicher kam im Januar 2020 kurz vor Ende der Wintertransferperiode von RB Leipzig zur Eintracht und sollte vor allem defensive Stabilität und zusätzliche Flexibilität bringen. Bis zum Sommer 2022 absolvierte er 61 Pflichtspiele für die Hessen und erzielte dabei drei Tore. Dabei war Ilsanker weniger der elegante Spielgestalter als vielmehr ein physisch starker Balljäger und defensiver Problemlöser.

Seine eigentliche Heimat lag im defensiven Mittelfeld. Dort überzeugte er vor allem durch kompromisslose Zweikämpfe, Kopfballstärke und seine Fähigkeit, Räume zu schließen und zweite Bälle zu gewinnen. Gleichzeitig konnte er auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden und war dadurch sowohl unter Adi Hütter als auch später unter Oliver Glasner taktisch wertvoll. Gerade diese Vielseitigkeit machte ihn zu einem wichtigen Kaderspieler. Wenn Not am Mann war, konnte Ilsanker so unterschiedliche Positionen übernehmen. Er brachte Physis und Erfahrung auf den Platz und galt auch innerhalb der Mannschaft als wichtiger Mentalitätsspieler. Seine Stärken lagen klar in der Arbeit gegen den Ball, während er das kreative Element im Spielaufbau eher seinen technisch stärkeren Mitspielern überließ.

Seine Frankfurter Zeit krönte Ilsanker 2022 mit dem Gewinn der UEFA Europa League. Nach seinem Abschied aus Frankfurt wechselte er zum CFC Genua und beendete 2024 seine aktive Profikarriere. Heute ist der mittlerweile 37-Jährige noch im österreichischen Amateurfußball aktiv und läuft aktuell für den USK Anif in der vierten österreichischen Liga auf. Zuvor hatte Ilsanker bei RB Leipzig zwischen 2015 und 2020 Bundesliga-Erfahrung gesammelt und dort sogar 105 Partien für die Sachsen absolviert, ehe er den Weg nach Frankfurt einschlug.

Der laufstarke Europapokalsieger

Auch Christopher Lenz spielte für beide Klubs. Der Linksverteidiger kam 2021 von Union Berlin zur Eintracht und blieb bis 2023. In dieser Zeit absolvierte er 53 Pflichtspiele für die Hessen und gehörte zu den Spielern, die vor allem durch Einsatzbereitschaft, Laufstärke und defensive Zuverlässigkeit überzeugten. Lenz war ein klassischer linker Außenverteidiger, konnte aber auch als Schienenspieler in einer Dreierkette eingesetzt werden. Seine Stärke lag dabei in der intensiven Arbeit auf der Außenbahn. Er sollte die linke Seite stabilisieren, Zweikämpfe führen, Druck auf den Gegner ausüben und gleichzeitig nach vorne nachschieben. Bei Bedarf konnte er sogar als linker Innenverteidiger aushelfen und der Mannschaft damit zusätzliche taktische Möglichkeiten geben.

Seinen größten Erfolg feierte Lenz in Frankfurt 2022. Im Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers wurde er in der Verlängerung für Evan Ndicka eingewechselt und übernahm anschließend Verantwortung im Elfmeterschießen. Als erster Frankfurter Schütze verwandelte er seinen Versuch und trug damit seinen Teil zum historischen Titelgewinn bei. Auch wenn Lenz über seine gesamte Zeit hinweg kein unumstrittener Stammspieler war, erwies er sich als zuverlässiger und vielseitiger Bestandteil des Kaders.

Im Sommer 2023 wechselte Lenz schließlich zu RB Leipzig und damit den direkten Weg von Hessen nach Sachsen. Dort konnte er sich allerdings ebenfalls nicht dauerhaft als Stammspieler etablieren. Nach seiner Zeit bei Leipzig folgten Stationen bei der TSG Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf. Mittlerweile ist der Linksverteidiger vereinslos.

Nicht für die Eintracht-Profis, aber für Leipzig

Neben den vier genannten Bundesliga-Spielern gibt es noch zwei weitere Akteure, die eine Verbindung zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig aufweisen, allerdings mit einer Besonderheit: Anthony Jung und Sidney Raebiger absolvierten kein Bundesliga-Spiel für die Eintracht, liefen für die Hessen aber zumindest für die zweite Mannschaft auf.

Anthony Jung ist dabei ein echtes Frankfurter Eigengewächs. Der Linksfuß kam bereits 2005 in die Jugend der Eintracht und durchlief dort mehrere Nachwuchsmannschaften. Zwischen 2010 und 2012 absolvierte er insgesamt 56 Partien für die zweite Mannschaft in der Regionalliga, schaffte den Sprung zu den Profis jedoch nicht. Über den FSV Frankfurt führte sein Weg anschließend zu RB Leipzig. Zwischen 2013 und 2017 kam Jung dort auf 84 Pflichtspiele in der 2. und 3. Liga sowie im DFB-Pokal. Nach weiteren Stationen steht der mittlerweile 34-Jährige heute beim SC Freiburg unter Vertrag und läuft dort aktuell für die zweite Mannschaft auf.

Bei Sidney Raebiger war die Ausgangslage eine andere. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte 2023 von der SpVgg Greuther Fürth nach Frankfurt und unterschrieb bei der Eintracht einen Profivertrag. Vorgesehen war er allerdings zunächst vor allem für die U21. In der Regionalliga Südwest absolvierte Raebiger in der Saison 2023/24 zwanzig Spiele und erzielte zwei Tore. Zwar durfte er auch bei den Profis mittrainieren, zu einem Pflichtspieleinsatz für die erste Mannschaft reichte es jedoch nicht. Zuvor hatte Raebiger bereits sieben Jahre in der Jugend von RB Leipzig verbracht und dort sogar sein Profidebüt gefeiert. Ein Bundesliga-Kurzeinsatz und ein Auftritt im DFB-Pokal in der Saison 2021/22 stehen für ihn bei den Sachsen zu Buche. Nach nur einem Jahr in Frankfurt wechselte er 2024 zu Eintracht Braunschweig.

Die sechs Spieler zeigen damit auf ganz unterschiedliche Weise, wie eng die Wege zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig in den vergangenen Jahren trotz der großen Unterschiede zwischen den Vereinen verlaufen sind.

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3 Kommentare

Avatar 1. oh-esse 07. Oktober 26, 15:26 Uhr

Gäääähn.

Glücklicherweise rollt bald wieder die Kugel.

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Fallback Avatar 2. Werner 07. Oktober 26, 19:13 Uhr

Ich hoffe wir werden den Dosen mal richtig einen einschenken.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 3. Scheppe Kraus 07. Oktober 26, 22:21 Uhr

Einfach ein Kackverein...leider waren fast alle Spiele dort nicht Vergnügungssteuer pflichtig, aber diesmal könnt was gehen, mim Demichelis läuft's da net so wirklich pralle.

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