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Für Elias Baum geht die Entwicklung der SGE in die richtige Richtung. Foto: IMAGO / HMB-Media

Baum sieht Aufschwung der Eintracht: „Stimmung wird immer besser!“

Zwei Spiele gegen den Hamburger SV, zwei Siege und jeweils drei eigene Treffer: Eintracht Frankfurt scheint nach schwierigen Wochen zunehmend wieder in die Spur zu finden. Mit dem 3:1-Heimerfolg gegen die Hanseaten legten die Hessen nach dem Pokalsieg unter der Woche auch in der Bundesliga nach und sammelten drei wichtige Punkte. Besonders erfreulich war dabei erneut die Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause. Während die Mannschaft von Trainer Adi Hütter im ersten Durchgang zwischenzeitlich den Faden verlor, präsentierte sie sich nach dem Seitenwechsel deutlich stabiler und zielstrebiger. Für Elias Baum ist das kein Zufall. Der Außenverteidiger sieht vor allem in der verbesserten Defensivarbeit den Schlüssel zum jüngsten Aufschwung. Auch Sportdirektor Timmo Hardung sprach bei „Eintracht TV“ von einer positiven Entwicklung, machte allerdings deutlich, dass die Mannschaft noch längst nicht am Ziel angekommen sei.

Die 0:6-Klatsche in Leipzig hatte bei der Eintracht deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem die defensive Anfälligkeit war nach dem Debakel zum großen Gesprächsthema geworden. Inzwischen scheint die Mannschaft jedoch die richtigen Schlüsse aus dem bitteren Nachmittag gezogen zu haben. Das zumindest ist der Eindruck von Elias Baum, der nach dem erneuten Erfolg gegen den HSV eine klare Entwicklung erkennt. „Der Trend ist sehr gut, das merkt man auch im Team. Die Stimmung wird immer besser und man spielt sich ein“, erklärte der 21-Jährige.

Besonders die gemeinsame Arbeit gegen den Ball habe sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert. Während die Frankfurter zuvor immer wieder große Räume angeboten und Gegentore kassiert hatten, agieren sie mittlerweile geschlossener: „Wir verteidigen als Team besser, das war nach dem Leipzig-Spiel das Hauptthema und das haben wir sehr verbessert.“ Für Baum ist die neue Stabilität zugleich die Grundlage dafür, dass die Eintracht ihre offensiven Qualitäten wieder besser zur Geltung bringen kann: „Aus dieser Stabilität können wir die Qualität vorne zeigen.“ Damit beschreibt der Außenverteidiger eine Entwicklung, die sich bereits bei den vergangenen Auftritten angedeutet hatte. Die Hessen wirken gegen den Ball organisierter, treten in den Zweikämpfen entschlossener auf und schaffen es zunehmend, aus einer stabilen Defensive heraus selbst gefährlich zu werden.

„Da müssen wir normal weitermachen“

Gegen den Hamburger SV war von Beginn an zu erkennen, dass die Eintracht an den Erfolg im DFB-Pokal anknüpfen wollte. Die Frankfurter erwischten einen guten Start und belohnten sich mit der frühen Führung. Allerdings gelang es ihnen anschließend nicht, die Partie dauerhaft zu kontrollieren. „Wir sind sehr gut reingekommen und haben uns mit dem 1:0 belohnt. Da müssen wir normal weitermachen, kassieren aber ein etwas unnötiges Tor“, ärgerte sich Baum. Der Ausgleich brachte die Hessen zwischenzeitlich aus dem Rhythmus. Die Begegnung wurde ausgeglichener, die Frankfurter verloren etwas von ihrer anfänglichen Sicherheit. Auch mental sei der Gegentreffer nicht einfach zu verarbeiten gewesen: „Das Gegentor war mental auch etwas schwierig. Ich hatte das Gefühl, dass es ein Hin und Her war. Danach war es ausgeglichen, aber ich hatte das Gefühl, dass wir gut im Spiel sind.“

Das Unentschieden zur Pause sei deshalb ein angemessener Zwischenstand gewesen. Entscheidend sei anschließend die Reaktion nach dem Seitenwechsel gewesen: „Da war es wichtig, dass wir dann direkt dominant gespielt haben in der zweiten Halbzeit.“ Tatsächlich präsentierten sich die Hessen nach Wiederbeginn deutlich verbessert. Ähnlich wie wenige Tage zuvor im Pokalspiel in Hamburg gelang es der Mannschaft, das Geschehen zunehmend an sich zu reißen. Baum verriet, welche Vorgaben sich die Frankfurter für den zweiten Durchgang gemacht hatten: „In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, dass wir gemeinsam als Team gut verteidigen, um dann daraus nach vorne die Qualität auszuspielen.“ Dieser Plan ging auf. Die Eintracht agierte zielstrebiger, erspielte sich weitere Möglichkeiten und zeigte sich vor dem gegnerischen Tor effizient: „In der zweiten Halbzeit war es dann wie in Hamburg, wir waren spielerisch sehr gut und haben Qualität gezeigt. Wir haben vorne die Dinger gemacht und hintenraus gut verteidigt.“ Vor allem die Kombination aus konsequenter Defensivarbeit und gefährlichen Offensivaktionen stimmte den Außenverteidiger zufrieden: „Das haben wir dann gezeigt und uns noch mehr Möglichkeiten herausgespielt. Hinten haben wir bis auf das Ende wenig zugelassen.“

Auch Hardung sah in der deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause den entscheidenden Faktor für den Heimsieg: „Es war ein guter Auftritt in einem wichtigen Spiel. Wichtig, dass wir in der Liga nach dem guten Auftritt im Pokal nachlegen konnten.“ Allerdings war auch dem Sportdirektor nicht entgangen, dass die Eintracht im ersten Durchgang zwischenzeitlich Schwierigkeiten gehabt hatte: „Wir sind eigentlich ganz gut reingekommen, machen das Tor, bekommen dann aber den Ausgleich. Das war in der Situation unglücklich verteidigt, obwohl wir prinzipiell ordentlich verteidigt haben.“ Anschließend habe der Mannschaft die notwendige Entlastung gefehlt. In der Halbzeitpause habe man deshalb insbesondere an den Abläufen im Offensivspiel gearbeitet: „Dann haben wir uns angeschaut, was wir besser machen müssen, die tiefen Läufe, die Staffelung. Das haben wir dann ganz gut geschafft.“ Die Reaktion auf die Probleme im ersten Durchgang zeigt aus Sicht der Verantwortlichen, dass die Mannschaft zunehmend in der Lage ist, auch während einer Begegnung die richtigen Lösungen zu finden.

Baum fühlt sich auf beiden Seiten wohl

Einen interessanten Einblick gewährte Baum auch in seine eigene Rolle. Der Außenverteidiger wurde zuletzt sowohl auf der rechten als auch auf der linken Abwehrseite eingesetzt und scheint mit beiden Positionen gut zurechtzukommen. Auch gegen den HSV spielte er zunächst rechts, dann links. Eine große Umstellung sei der Seitenwechsel für ihn jedenfalls nicht: „Der Wechsel von rechts nach links ist nicht schwierig.“ Auf der linken Seite ergeben sich für den Rechtsfuß sogar zusätzliche Möglichkeiten im Spielaufbau: „Links habe ich den Vorteil, dass ich mit dem rechten Fuß die Mitte anspielen kann.“ Die Flexibilität des Eigengewächses bietet Trainer Hütter damit zusätzliche Optionen bei der Besetzung seiner Defensive. Unabhängig davon, auf welcher Seite Baum zum Einsatz kommt, hat sich der junge Frankfurter mit seinen jüngsten Leistungen zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft entwickelt.

Neben dem sportlichen Erfolg sorgte gegen den HSV vor allem das historische Bundesligadebüt von Niko Ilicevic für Begeisterung. Der Nachwuchsspieler wurde im Alter von gerade einmal 16 Jahren und einem Tag eingewechselt und avancierte damit zum jüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten. Auch Hardung zeigte sich von dem Auftritt des Youngsters angetan: „Man hat gesehen, welche Fähigkeiten er hat, wie er reingestartet ist.“ Der Sportdirektor nutzte die Gelegenheit zugleich, um die Arbeit des Frankfurter Nachwuchsleistungszentrums hervorzuheben. Schließlich sei es keine Selbstverständlichkeit, einen derart jungen Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Für die Verantwortlichen und Trainer, die Ilicevic auf seinem bisherigen Weg begleitet haben, sei der Bundesligaeinstand deshalb ebenfalls ein besonderer Moment gewesen: „Für die Kollegen dort war es ein sehr schöner Tag.“

„Der Trend geht in die richtige Richtung“

Bei aller Freude über den erneuten Erfolg gegen den Hamburger SV möchte Hardung die jüngsten Ergebnisse nicht überbewerten. Zwar erkennt auch der Sportdirektor klare Fortschritte, die Entwicklung sei allerdings noch nicht abgeschlossen: „Der Trend geht in die richtige Richtung. In vielen Teilen spielen wir so, wie wir es sehen wollen. Das ist noch nicht perfekt, aber der Trend geht in die richtige Richtung.“ Die jüngsten Auftritte sollen nun vor allem neues Selbstvertrauen geben. Nach den schwierigen Wochen scheint die Eintracht wieder eine Basis gefunden zu haben, auf der sie aufbauen kann. Die nächste Gelegenheit, den positiven Trend zu bestätigen, bietet sich bereits im kommenden Auswärtsspiel gegen den SC Paderborn. Dort möchte Hardung die jüngsten Fortschritte mit einem weiteren Erfolg untermauern: „Das wollen wir jetzt gegen Paderborn finalisieren und drei Punkte mit nach Frankfurt nehmen.“

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. frankfurter jung 03. November 26, 12:10 Uhr

Stimmt und Baum ist auch selbst am Aufschwung positiv beteiligt.
Was die vorherigen Trainer nicht geschafft haben, Adi bekommt's hin.

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Fallback Avatar 2. mainesge 03. November 26, 12:29 Uhr

Letzte Saison haben wir in der zweiten Halbzeit viele Punkte liegen lassen. Nun scheint es wieder möglich zu sein, in der zweiten Halbzeit auch Punkte gewinnen zu können. Sehr gute Entwicklung.

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