Europäisch ja oder nein? Und wenn ja, welcher Wettbewerb kann es denn noch werden? Vor wenigen Tagen haben wir die unterschiedlichen Szenarien bereits beleuchtet und aufgezeigt, wie Eintracht Frankfurt noch einen europäischen Wettbewerb erreichen kann. Und mit den internationalen Siegen von Bayern München, SC Freiburg und FSV Mainz 05 ist auch das Thema 5. Champions League Platz noch nicht komplett geschlossen, weshalb auch der 7. Platz möglicherweise noch für die Europa League reichen könnte. Zwar rangiert Deutschland in der entscheidenden Saisonwertung weiterhin auf Platz drei, doch der Abstand zu den zweitplatzierten Spaniern konnte verkürzt werden. Die Ausgangslage bleibt damit spannend – sportlich wie auch im Rennen um zusätzliche internationale Startplätze für die Bundesliga.
| Platz | Verband | Teilnehmer | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1. | England | 5 von 9 | 25,569 |
| 2. | Spanien | 6 von 8 | 20,906 |
| 3. | Deutschland | 3 von 7 | 20,285 |
| 4. | Portugal | 3 von 5 | 19,300 |
| 5. | Italien | 2 von 7 | 18,714 |
| 6. | Frankreich | 2 von 7 | 16,678 |
Und sollte am Ende der 7. Platz „nur“ für die Conference League reichen, dann ist das Erreichen dieses Platz egal unter welchen Gesichtspunkten es betrachtet wird, sehr erstrebenswert. Der Wettbewerb wird im öffentlichen Diskurs noch immer häufig als „kleiner Wettbewerb“ abgetan. Sportlich mag sie hinter Champions League und Europa League stehen, finanziell jedoch ist sie längst attraktiver, als ihr Ruf vermuten lässt. Gerade für Vereine wie Eintracht Frankfurt kann eine Teilnahme wirtschaftlich sinnvoll sein – selbst wenn die ganz großen Summen ausbleiben.
Conference League ist kein Verlustgeschäft
Zwar verteilt die UEFA deutlich weniger Geld als in der Europa League, doch die Einnahmen summieren sich schnell. Allein die Teilnahme an der Ligaphase bringt bereits mehrere Millionen Euro ein. Hinzu kommen leistungsabhängige Prämien für Siege und das Erreichen weiterer Runden. Ein Klub, der eine gute Saison spielt und weit kommt, kann zweistellige Millionensummen generieren – zusätzlich zu Ticketing, TV-Geldern und Sponsoringeffekten. Entscheidend ist dabei: Die Conference League ist kein finanzielles Verlustgeschäft, sondern ein Wettbewerb mit solidem wirtschaftlichem Fundament. Insgesamt stehen in der laufenden UEFA -Rechteperiode rund 285 Millionen Euro für die Teilnehmer zur Verfügung
Die Prämien der Conference League im Überblick
Bereits die Qualifikation und Teilnahme werden spürbar vergütet. Ein Team, das viele Spiele gewinnt und das Finale erreicht, kann insgesamt über 15 bis 17 Millionen Euro verdienen – ohne zusätzliche Einnahmen aus TV-Marktanteilen oder Zuschauererlösen.
Conference League – Prämien pro Runde (ca.-Werte 2025/26):
Teilnahme Ligaphase: 3,17 Mio. Euro
Sieg in der Ligaphase: 400.000 Euro
Unentschieden: 133.000 Euro
Achtelfinale: 800.000 Euro
Viertelfinale: 1,3 Mio. Euro
Halbfinale: 2,5 Mio. Euro
Finalteilnahme: 4 Mio. Euro
Turniersieg: weitere 3 Mio. Euro
Europa League bringt mehr Geld, aber der Abstand ist kleiner als gedacht
Natürlich bleibt die Europa League finanziell attraktiver. Dort sind die Prämien pro Runde höher und der Gesamtpool deutlich größer. Dennoch ist der Unterschied in einzelnen Runden weniger dramatisch, als oft angenommen wird.
Europa League – Prämien pro Runde (ca.-Werte 2025/26):
Teilnahme Ligaphase: 4,31 Mio. Euro
Sieg in der Ligaphase: 450.000 Euro
Unentschieden: 150.000 Euro
Playoff-Runde: 300.000 Euro
Achtelfinale: 1,75 Mio. Euro
Viertelfinale: 2,5 Mio. Euro
Halbfinale: 4,2 Mio. Euro
Finalteilnahme: 7 Mio. Euro
Turniersieg: weitere 6 Mio. Euro
Der wahre Wert liegt oft jenseits der reinen Prämien
ie direkten UEFA-Zahlungen sind nur ein Teil der Rechnung. Gerade für Vereine, die regelmäßig europäisch spielen wollen, bringt die Conference League zusätzliche Vorteile:
– internationale Sichtbarkeit
– höhere Stadionauslastung
– mehr TV-Präsenz
– bessere Vermarktungschancen
– zusätzliche Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung
– zudem erhält der Gewinner automatisch einen Startplatz in der Europa League der folgenden Saison, was den sportlichen und finanziellen Wert weiter erhöht
Kein glamouröser Wettbewerb, aber ein wirtschaftlich sinnvoller
Die Conference League ist nicht die Champions League, und sie wird es auch nie sein. Doch sie ist längst mehr als ein Trostpreis für Vereine, die die großen Wettbewerbe verpasst haben. Sportlich bietet sie internationale Erfahrung, wirtschaftlich solide Einnahmen – und strategisch die Chance auf den nächsten Schritt. Wer regelmäßig europäisch spielen will, kann sich diesen Wettbewerb schlicht nicht leisten zu ignorieren.






6 Kommentare
So sieht es aus!
Ich würde mich sehr über Platz 7 freuen. Jedoch sehe ich keine Indizien, dass dies gelingen könnte.
Ich habe mal eher pessimistisch durchgetippt, da waren wir mit einem Punkt weniger auf Platz 8. Also, mit Herz in der Hand klappt das!
Für Confed gebe ich persönlich kein Geld für Bezahl-Fernsehen aus. Frühestens im Halbfinale und natürlich nur, falls es die Eintracht bis dahin schafft. Ins Stadion würde ich gehen.
Wer so lustlos und blutleer in der Champions League gespielt hat, wie soll dann erst der Auftritt in der Conference League sein?
Wer so unattraktiv und unmotiviert in der Bundesliga spielt, wird in der Conference League ein komplett anderes Gesicht zeigen?
Ganz zu schweigen davon, dass wir Platz 7 in der Bundesliga halten. Aber das ist ein anderes Thema.
Haben wir nicht schon einmal in der Conference League gespielt? Wie sind wir denn da aufgetreten? Und das war zu einer Zeit, als die SGE noch Spaß am Fußball hatte.
Wie sollen wir in der Conference League auftreten, wenn wir so spielen wie heute?
Wenn wir so weiterspielen, wirkt sich das genau gegenteilig auf die internationale Sichtbarkeit und die Vermarktungschancen aus.
Vielleicht meinen böse Zungen mit "lohnen" das Verhältnis von den Geldern zum Aufwand der 3fach-Belastung, Reisen, Trainingsumstellung , Prämien usw.
Insofern lohnt es sich meiner Meinung nicht, da die Gelder echt überschaubar sind.
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