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Eintracht Urgestein Timothy Chandler hat mit der SGE schon fast alles erlebt. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Chandler über neuen Vertrag: „Will die Jungs noch nicht alleine lassen!“

Für Timothy Chandler ist klar: Vor dem Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart geht es für Eintracht Frankfurt um weit mehr als nur drei Punkte. Der Routinier spürt trotz der schwierigen Saison weiter Optimismus – und setzt vor allem auf den Zusammenhalt innerhalb des Vereins. „Ein sehr gutes Gefühl“, habe er vor dem Spiel am morgigen Samstag. „Es ist noch alles möglich. Für uns als Mannschaft, aber auch für uns als Verein ist ein guter Saisonabschluss wichtig.“

Dass die Eintracht einmal mehr mit Hochspannung in den letzten Spieltag geht, überrascht den 36-Jährigen dabei überhaupt nicht. „Natürlich, das ist Eintracht Frankfurt“, sagt Chandler lachend. Gerade diese Dramatik mache den Fußball doch aus: „Hochspannung bis zum Schluss, das ist doch auch das Schönste am Fußball – nichts austrudeln lassen, sondern bis zum Schluss um etwas kämpfen.“

Nach einer Saison mit vielen Rückschlägen hofft Chandler nun vor allem darauf, den Fans noch einmal etwas zurückgeben zu können. „Wir haben ein geiles Heimspiel vor der Brust und ich weiß, dass unsere Fans bis zur letzten Minute noch einmal alles geben werden, auch wenn es ein durchwachsenes Jahr war“, erklärt der Publikumsliebling. Genau daraus ziehe er Zuversicht: „Wir wollen unseren Fans unbedingt etwas zurückgeben, das stimmt mich positiv.“ Besonders beeindruckt zeigte sich Chandler vom Verhalten der Anhänger in den vergangenen Wochen. Zwar habe es nach enttäuschenden Leistungen auch Pfiffe gegeben, doch nach dem Spiel in Dortmund sei die Mannschaft trotzdem mit Applaus verabschiedet worden. Für Chandler ein typisches Zeichen für die besondere Verbindung zwischen Verein und Fans. „Ich kann die Fans verstehen, natürlich dürfen sie auch mal ihren Unmut äußern“, sagt er offen. Entscheidend sei jedoch etwas anderes: „Das Wichtigste ist doch, dass wir als Eintracht-Familie in guten wie in schlechten Zeiten zusammenstehen.“ Dass die Konkurrenz im Kampf um Platz sieben parallel ebenfalls spielt, interessiert Chandler dagegen nur bedingt. „Ich persönlich schaue sehr selten auf die Tabelle oder das, was andere Klubs machen“, verrät er. Sein Fokus liege komplett auf der eigenen Mannschaft: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, dahingehend dürfen wir uns nichts vorwerfen lassen.“

Dabei erinnert sich der Verteidiger auch an frühere Endspiele der Eintracht – besonders an die Relegation 2016 gegen seinen Ex-Klub Nürnberg. Im Vergleich dazu sei die aktuelle Situation jedoch deutlich positiver. „Damals ging es um Existenzen, es ging um den ganzen Verein“, sagt Chandler rückblickend. Heute gehe es darum, eine schwierige Saison noch erfolgreich abzuschließen: „Wenn wir ein richtig gutes Spiel machen, drei Punkte holen und alles für uns läuft, können wir letztendlich als Gewinner im Rennen um den Europapokalplatz dastehen.“ Vom Gegner erwartet Chandler ein intensives Spiel. Schließlich kämpft auch Stuttgart noch um die Champions League. „Beide Teams müssen gewinnen, es wird richtig zur Sache gehen“, prognostiziert er. Gerade deshalb freue er sich auf die Partie. Besonders die Offensive des VfB imponiert ihm: „Ich rechne mit einem schnellen und körperbetonten Spiel, in dem es hin- und hergehen wird.“

Unter Trainer Albert Riera hat Chandler zuletzt wieder häufiger zum Spieltagskader gehört. Der Trainer habe ihm klar vermittelt, wie wichtig seine Rolle innerhalb der Mannschaft sei. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich sehr gut trainiere“, berichtet Chandler. Gleichzeitig wisse er natürlich auch, dass Spieler wie Robin Koch oder Rasmus Kristensen vor ihm stünden. Entscheidend sei aber etwas anderes: „Der Trainer hat mir zudem gesagt, dass er meine Erfahrung brauche – unter anderem, weil ich weiß, wie der Klub tickt.“ Gerade in einer komplizierten Saison sei seine Rolle als Führungsspieler wichtiger geworden. „Viel reden, viel kommunizieren und versuchen, Dinge in die richtige Richtung zu bewegen“, beschreibt Chandler seine Aufgaben in der Kabine. Das mache ihm aber auch Spaß: „Ich mache das gerne.“

Trotz aller Schwierigkeiten blickt der Routinier optimistisch in die Zukunft der Eintracht. „Klar, wir hatten ein schwieriges Jahr, aber das kann im Fußball mal passieren“, sagt Chandler. Für ihn steht fest, dass die Eintracht ihren Weg wiederfinden wird – solange der Zusammenhalt bleibt. „Wir können ruhig mal diskutieren“, erklärt er. „Aber am Ende müssen wir zusammenhalten, denn nur das bringt uns wieder dorthin, wo wir in den vergangenen Jahren schon waren.“

Auch persönlich scheint Chandler seine Zukunft längst geklärt zu haben. Sein Vertrag läuft zwar noch bis Sommer 2026, doch der Publikumsliebling macht kein Geheimnis daraus, dass er sich ein Karriereende in Frankfurt vorstellen kann. „Die Zukunft hält auf jeden Fall Eintracht Frankfurt für mich bereit“, sagt Chandler deutlich. „Wir sind in guten Gesprächen. Ich fühle mich topfit und ich will die Jungs noch nicht allein lassen – und die wollen das auch gar nicht.“

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