Am letzten Spieltag dieser Bundesliga-Saison kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart. Beide Teams wollen sich noch für einen jeweils anderen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Die Eintracht will noch den Einzug in die Conference League schaffen, der VfB strebt die Qualifikation für die Champions League an. Dabei werden die Schwaben auch zwei alten Bekannten begegnen, die am Samstag auf Frankfurter Seite stehen werden. Auch in der Vergangenheit sind viele Spieler für die SGE aufgelaufen, die auch schon für die Schwaben gespielt haben. Einige haben wir uns vor dem direkten Duell der Traditionsvereine genauer angeschaut.
Der spätere Bundestrainer und Weltmeister Joachim Löw absolvierte während der Anfangszeit seiner spielerischen Laufbahn jeweils eine Saison beim VfB und bei der Eintracht. Nachdem der damalige Mittelstürmer 1980/81 in Stuttgart kaum zum Zug kam, wechselte er im folgendem Sommer nach Frankfurt. Gerade während der ersten Saisonhälfte kam Löw bei der SGE auf regelmäßige Spielzeit und stand häufig in der Startelf. Gegen Ende der Rückrunde nahm der heute 66-Jährige jedoch eine immer unwichtigere Rolle im von Lothar Buchmann ein, bevor er nach Ablauf der Saison zurück in seine Heimat zum SC Freiburg wechselte.
Weltmeister wird Profi in Frankfurt Profi
Ebenfalls in den 80ern für die Eintracht aktiv war Thomas Berthold, der 1982/83 aus der Frankfurter Jugend in den Profikader befördert wurde. In diesem konnte der Verteidiger zunächst noch nicht auf sich aufmerksam machen, absolvierte in der Rückrunde dann aber als gerade mal 18-Jähriger bereits fünf Bundesligaspiele über die vollen 90 Minuten. Ab der kommenden Saison war er fester Bestandteil der Stammmannschaft und blieb den Adlern bis 1987 erhalten, als er für die damals stolze Ablösesumme von 2,92 Millionen € in die Serie A zu Hellas Verona wechselte. Nach Deutschland kehrte der 1990 Weltmeister gewordene Berthold im Sommer 1991 zurück. Von Bayern München wechselte er 1993 zum VfB Stuttgart. Bei den Schwaben blieb der Verteidiger, bis er ab Januar 2001 nochmal ein halbes Jahr lang bei Adanaspor in der Türkei unter Vertrag stand.
Axel Kruse stürmte insgesamt zweieinhalb Jahre lang für die Eintracht. Im Winter 1991 wechselte der gebürtige Ostdeutsche, der im Sommer 1989 bei einem Auswärtsspiel von Hansa Rostock in Kopenhagen nach Westdeutschland geflüchtet war, von Hertha BSC nach Frankfurt. Für die SGE erzielte Kruse in 54 Spielen 14 Treffer, bevor er für die Saison 1993/94 nach Stuttgart wechselte. Dem VfB blieb er, mit Ausnahme einer viermonatigen Leihe nach Basel im März 1994, drei Jahre lang erhalten.
Aus unter Heynckes
Maurizio Gaudino wechselte 1987 von Waldhof Mannheim zum VfB Stuttgart, bei dem er auf Anhieb zum Leistungsträger wurde. Am letzten Spieltag der Saison 1991/92 entriss er der Eintracht im Fernduell die Deutsche Meisterschaft, bevor er sich der SGE im Sommer 1993 selber anschloss. In seinem ersten Jahr als Adlerträger wusste der offensive Mittelfeldspieler direkt zu überzeugen und steuerte in 42 Spielen insgesamt zehn Tore und elf Vorlagen bei.
Nachdem es sich Gaudino in der darauffolgenden Saison wie seine Mitspieler Anthony Yeboah und Jay-Jay Okocha mit dem damaligen Eintracht-Trainer Jupp Heynckes verscherzte, folgte für ihn im Dezember eine Leihe zu Manchester City. Auch in der Abstiegssaison 1995/96 wurde er nach einem halben Jahr verliehen, diesmal nach Mexico zu CF America. Anschließend absolvierte er noch das erste Zweitligajahr der Eintracht, verabschiedete sich danach aber in Richtung FC Basel.
Bevor Ioannis Amanatidis ein Adlerträger wurde, war er im Trikot mit dem Brustring einer der Hauptbeteiligten an einer der größten Blamagen der SGE-Vereinsgeschichte. Bei der 6:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart II in der ersten Runde der DFB-Pokals 2000/2001 erzielte der Grieche den fünften und sechsten Treffer für die Zweitvertretung des VfB. Auch mit seinem Auftritt bei diesem Spiel schien er aber die Eintracht beeindruckt zu haben. Nachdem er den Sprung in den Stuttgarter Profikader verpasste, wechselte er im Januar 2004 wechselte er nach Frankfurt. Noch in derselben Saison stiegen die Hessen in die 2. Bundesliga ab.
Es folgte ein Transfer zum 1. FC Kaiserslautern, bei dem der Stürmer jedoch nur ein Jahr blieb, bis er zur wieder aufgestiegenen Eintracht zurückkehrte. 2007 erhielt er unter Friedhelm Funkel die Kapitänsbinde, die ihm Michael Skibbe 2009 wieder entzog. Bis zum Ende von Skibbes Amtszeit hatte Amanatidis ein schwieriges Verhältnis zum Ex-Eintracht-Trainer. Erst fehlte er in der Saison 2009/10 zum Großteil verletzungsbedingt, dann blieb ihm 2010/11 meist nur der Platz auf der Bank. Im Juli 2011 wurde sein Vertrag aufgelöst, nachdem Neu-Trainer Armin Veh ihn aus dem Profikader aussortiert hatte.
Erst zwei Abstiege, dann der Europa-League-Sieg
Filip Kostic ist ohne Zweifel eine der größten Legenden der jüngeren Vereinsgeschichte der Eintracht. Seine ersten Schritte in der Bundesliga macht der Serbe aber beim VfB Stuttgart. Von 2014 bis 2016 war er unangefochtener Stammspieler bei den Schwaben, verabschiedete sich nach dem Stuttgarter Abstieg aber in Richtung Hamburger SV. Nachdem 2018 auch der Ex-Bundesliga-Dino den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste, schloss sich Kostic der SGE an. In den folgenden vier Jahren blühte er in der Rolle des linken Schienenspielers regelrecht auf. Einen besonders großen Anteil hatte er am Europa-League-Sieg 2022. Im Finale bereite er den Ausgleich von Rafael Borre vor und verwandelte beim Elfmeterschießen. Für seine Leistungen belohnte er sich im anschließenden Sommer mit einem Wechsel in die Serie A zu Juventus Turin.
Während die Eintracht die Europa League gewann, lief der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Omar Marmoush ein Jahr lang für den VfB Stuttgart auf. Beim VfB nahm der Ägypter eine wichtige Rolle ein. Nach seiner Rückkehr in die Autostadt reichte es für ihn unter Niko Kovac aber meist nur für Einsätze als Joker. Die SGE wusste die Unzufriedenheit Marmoushs bei seinem damaligen Arbeitgeber für sich zu nutzen und verpflichtete ihn ablösefrei für die Spielzeit 2023/24. Als Frankfurter gelang dem Stürmer in den nächsten anderthalb Jahren der große Durchbruch. Marmoush spielte so überzeugend, dass die Eintracht ihn im Januar 2025 nicht mehr halten konnte: Manchester City verpflichtete den Ägypter für eine Ablösesumme von rund 75 Millionen €.
Ex-Stuttgarter im aktuellen Eintracht-Team
Aktuell stehen bei der SGE zwei Ex-Stuttgarter im Kader. Jens Grahl wechselte 2016 von der TSG Hoffenheim zu den Schwaben, bei denen er es innerhalb von fünf Jahren nie über die Rolles des Ersatztorhüters hinaus schaffte. Auch in Frankfurt wird ihm wenig Spielzeit zuteil. Die Aufgabe des mittlerweile 37-Jährigen besteht seit 2021 hauptsächlich daraus, jüngere Torhüter mit Hilfe seiner Erfahrung zu unterstützen und bei möglichen Ausfällen bereitzustehen.
Mo Dahoud wurde im Januar 2024 vom Premier-League-Club Brighton & Hove Albion für ein halbes Jahr zum VfB ausgeliehen, bei dem er zwar auf viele Kurz- aber nur auf einen Startelfeinsatz kam. Anfang vergangener Saison verpflichtete ihn dann die Eintracht, die er nach Ablauf dieser Spielzeit wieder verlassen wird. Dahouds im Sommer auslaufender Vertrag wurde aufgrund zu weniger Einsätze nicht verlängert.






Ein Kommentar
Boah doch ziemlich viele, gut recherchiert
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