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Caio spielte knapp einhundert Mal für die SGE. Foto: IMAGO / Hartenfelser

Caio und die Eintracht: Eine Liebe, die bis heute hält

Ohne Frage war Caio eine der prägenden Figuren seiner Zeit in der Mannschaft der Frankfurter Eintracht. Der Brasilianer wandelte oft zwischen Genie und Wahnsinn, hatte immer wieder Zauber-Tore und -Aktionen zu bieten, ließ aber auch des Öfteren die Fitness und das Training schleifen, Zum 40. Geburtstag blickte er nun Caio auf „Eintracht.de“ auf seine Zeit bei Eintracht Frankfurt zurück. Der Brasilianer sprach über besondere Momente im Adlertrikot, seine enge Verbindung zu den Fans und seine Hoffnung, eines Tages wieder im Frankfurter Stadion zu sein.

Auch viele Jahre nach seinem Abschied sind die Erinnerungen an seine Zeit am Main für Caio lebendig. Besonders die Beziehung zu den Anhängern hat sich tief eingebrannt. „Ich erinnere mich vor allem an die Zuneigung, die mir die Fans entgegengebracht haben. Es war unglaublich, wie gut sie mich behandelt haben“, sagte der Publikumsliebling, der insgesamt 95 Pflichtspiele mit elf Toren und drei Torvorlagen für die Hessen absolvierte. Eine besondere Bedeutung misst der heute 40-Jährige auch dem Wiederaufstieg im Jahr 2012 bei. Obwohl seine Rolle auf dem Platz damals kleiner geworden war, stand für ihn der gemeinsame Erfolg über allem. „Das war sehr wichtig. Wir mussten unbedingt in die Bundesliga zurückkehren – an den Ort, den wir nie hätten verlassen dürfen“, erklärte Caio. Das Gefühl, gemeinsam mit der Mannschaft die Rückkehr ins Oberhaus geschafft zu haben, sei „einfach riesig“ gewesen.

Unvergessen bleibt für viele Eintracht-Fans vor allem sein Traumtor gegen Bayer Leverkusen im April 2010. Der Distanzschuss aus rund 33 Metern ging als „UFO-Tor“ in die Vereinsgeschichte ein. Auch für Caio selbst war es ein ganz besonderer Moment. „Ich glaube, das war das schönste Tor meiner Karriere“, sagte der Brasilianer. Die Bedeutung des Treffers ging dabei über das Sportliche hinaus: „Ich hatte kurz vorher erfahren, dass ich Vater werde, auch deshalb bedeutete mir dieses Tor sehr viel.“ Mit einem Lachen ergänzte er noch eine kleine Anekdote: „Ich dachte, ich wäre näher dran, deshalb habe ich geschossen.“ Zu den außergewöhnlichsten Spielen seiner Laufbahn zählt für ihn zudem das spektakuläre 6:4 im DFB-Pokal gegen Alemannia Aachen, bei dem er bereits in der ersten Minute traf. „Das Spiel war ziemlich verrückt“, erinnerte sich Caio. Nach seinem frühen Treffer habe er zunächst gedacht, „es würde ein ruhigeres Spiel für uns werden“, doch stattdessen entwickelte sich ein wahres Torfestival. Am Ende habe die Mannschaft den Sieg dennoch eingefahren.

Großen Einfluss auf seine Karriere hatte auch Trainer Michael Skibbe, unter dem Caio sowohl in Frankfurt als auch später beim FC Zürich spielte. Die Wertschätzung für seinen ehemaligen Coach ist bis heute spürbar. „Michael Skibbe schätze ich sehr! Er hat mir immer vertraut und ich bin sehr dankbar für die Jahre, in denen wir zusammengearbeitet haben“, sagte Caio. Über den heutigen 60-Jährigen fand er ausschließlich lobende Worte: „Er ist nicht nur ein hervorragender Trainer, sondern auch ein großartiger Mensch.“

Nach Stationen in Deutschland, Brasilien, Israel und der Schweiz gelang es dem Offensivspieler schließlich, die Verletzungsprobleme seiner Frankfurter Zeit besser in den Griff zu bekommen. Der Grund dafür sei vor allem seine gewachsene Erfahrung gewesen. „Das Geheimnis ist, dass ich besser auf mich geachtet habe“, erklärte Caio. Mit zunehmendem Alter sei es ihm leichter gefallen, „auf meinen Körper zu hören und zu achten“.

Ganz abgerissen ist der Kontakt zur Eintracht auch heute nicht. „Vor allem durch die Sozialen Medien habe ich noch Kontakt, überwiegend über Instagram“, verriet der frühere Spielmacher. Eine Rückkehr ins Stadion schließt er ebenfalls nicht aus. Sein bislang letzter Besuch liegt allerdings schon lange zurück. „Mein letztes Spiel, als ich im Stadion war, war tatsächlich auch mein letztes als Adlerträger“, sagte Caio. Gleichzeitig formulierte er einen besonderen Traum für die Zukunft: „Wer weiß, vielleicht spielt mein Sohn eines Tages in diesem Stadion und ich kann dabei sein – das wäre unglaublich.“ Tatsächlich gibt es bereits eine Verbindung zwischen seinem Sohn und Frankfurt. „Mein Sohn Cahel ist in Frankfurt geboren und spielt ebenfalls Fußball, aktuell in der Jugendmannschaft von Botafogo“, erzählte Caio.

Auch die bevorstehende Weltmeisterschaft verfolgte der Jubilar natürlich aufmerksam. Als größten Favoriten sieht er Frankreich. „Aber als Brasilianer hoffe ich natürlich, dass wir den Titel holen“, sagte er. Gleichzeitig traut er auch Deutschland einiges zu: „Ich glaube, dass auch Deutschland in der Lage ist, ein tolles Turnier zu spielen.“

Beruflich hat Caio ebenfalls klare Vorstellungen. Im Mittelpunkt steht aktuell ein Herzensprojekt. „In erster Linie fortführen, was ich angestoßen habe und ich derzeit mit Herzblut tue“, erklärte er. Gemeint ist seine Fußballschule für Kinder zwischen vier und 15 Jahren, die er weiter ausbauen möchte.

Zum 40. Geburtstag zeigt sich damit einmal mehr: Die Verbindung zwischen Caio und Eintracht Frankfurt ist auch Jahre nach seinem Abschied nicht abgerissen. Und vielleicht erfüllt sich eines Tages sogar sein Wunsch, erneut im Frankfurter Stadion zu sitzen – dann womöglich als stolzer Vater eines neuen Adlerträgers.

11 Kommentare

Fallback Avatar 1. frankfurter jung 30. Mai 26, 15:46 Uhr

Caio wurde nur per Video gescoutet und kam aus Brasilien ins relativ kalte Deutschland. Die Betreuung durch Eintracht Frankfurt im persönlichen Umfeld eines Spielers außerhalb des Platzes war damals ähnlich suboptimal, wie das Scouting. Trotz mäßiger Fitnesswerte/Grundschnelligkeit schaffte er es, zu einem Publikumsliebling zu werden. Beim "UFO-Tor", ich war dabei, Wahnsinn.
Alles Gute, Caio.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 2. SchobbeindeKopp 30. Mai 26, 16:04 Uhr

Der braucht mal drei vier Spiele am Stück….!

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Fallback Avatar 3. frankfurter jung 30. Mai 26, 16:11 Uhr

Ich gebe nicht viel auf die "Daumen runter, Daumen hoch". Aber, was doch verwundert, dass es bei auch bei ausschließlich positiven Beiträgen, Schilderungen, "Daumen nach unten" gibt. Vielleicht sind diese Personen prinzipiell gegen alles und können/wollen ihre eigene Meinung nicht mitteilen, schade für sie. So what

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bei dieser Causa hat man Wunschdenken mit Realität verwechselt....selten einen schlechteren Profi gesehen, der sich hinter mangelnder Unterstützung versteckt hat....sicherlich lief auch von Vereinsseite nicht alles gut, aber das hat ihn sicherlich nicht daran gehindert, sich wie ein Profi zu ernähren und zu leben.. Fitness eine reinste Katastrophe....dass dann Spieler wie Köhler und Meier wegen ihm angefeindet und verflucht wurden, kann man sich nicht ausdenken.....was war ich froh, als diese Pfeiffe endlich weg war....mal ganz drastisch aber ehrlich ausgedrückt

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Fallback Avatar 5. frankfurter jung 30. Mai 26, 16:47 Uhr Zitat - Italo-Hesse bei dieser Causa hat man Wunschdenken mit Realität verwechselt....selten einen schlechteren Profi gesehen, der sich hinter mangelnder Unterstützung versteckt hat....sicherlich lief auch von Vereinsseite nicht alles gut, aber das hat ihn sicherlich nicht daran gehindert, sich wie ein Profi zu ernähren und zu leben.. Fitness eine reinste Katastrophe....dass dann Spieler wie Köhler und Meier wegen ihm angefeindet und verflucht wurden, kann man sich nicht ausdenken.....was war ich froh, als diese Pfeiffe endlich weg war....mal ganz drastisch aber ehrlich ausgedrückt Path

Fehlende Fitness hatte ich angesprochen, genauso unumstritten, dass er trotzdem auch zu einem großen Publikumsliebling wurde. Ihn als Pfeife zu bezeichnen, naja, deine Wortwahl.
Ich möchte es nicht, weder in der Wortwahl, noch in seiner Beurteilung als Spieler, noch als Mensch.

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 6. Italo-Hesse 30. Mai 26, 16:52 Uhr Zitat - frankfurter jung Fehlende Fitness hatte ich angesprochen, genauso unumstritten, dass er trotzdem auch zu einem großen Publikumsliebling wurde. Ihn als Pfeife zu bezeichnen, naja, deine Wortwahl. Ich möchte es nicht, weder in der Wortwahl, noch in seiner Beurteilung als Spieler, noch als Mensch. Path

das ist auch nicht meine eigentliche Art und Weise über jemanden zu sprechen....bei ihm fällt mir aber nichts anderes ein...warum war er Publikumsliebling? Oder war eher der Wunsch nach etwas, der eigentliche Publikumsliebling? Nee nee du...ich hab mich auch sehr auf ihn gefreut aber dann sehr schnell erkannt, dass er nicht das ist, was alle wollten....einen Übersteiger und nen guten Schuss haben viele andere auch, die dann zusätzlich auch noch ne gute Einstellung haben

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Fallback Avatar 7. sge_michel59 30. Mai 26, 17:22 Uhr

Skibbe war ein Rohrkrepierer wie Heynckes und Schaaf! Nix gegen Caio aber gerissen hat der nicht viel.

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Fallback Avatar 8. Jay-Jay83 30. Mai 26, 22:10 Uhr

Diese Bude war einfach göttlich, wunderschöne Flugkurve.

Ich habe neulich in einem US Fußball-Podcast den Vorschlag gehört, eine 2-Tore-Linie im Fußball einzuführen und dachte mir erst, klar, die haben eine 3-Punkte-Linie im Basketball, naheliegend das dem nicht-amerikanischen Sport irgendwie überstülpen zu wollen - kein Fan.
Wenn man aber Caio's Tor sieht, finde ich den Gedanken mittlerweile gar nicht mehr soo absurd.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Der User ist ein Dauersupporter und drückt seine Wertschätzung gegenüber SGE4EVER.de durch einen monatlichen oder jährlichen Betrag aus - der Bembel ist also stets gefüllt - Prost! 9. Fozzi 30. Mai 26, 22:19 Uhr Zitat - Italo-Hesse bei dieser Causa hat man Wunschdenken mit Realität verwechselt....selten einen schlechteren Profi gesehen, der sich hinter mangelnder Unterstützung versteckt hat....sicherlich lief auch von Vereinsseite nicht alles gut, aber das hat ihn sicherlich nicht daran gehindert, sich wie ein Profi zu ernähren und zu leben.. Fitness eine reinste Katastrophe....dass dann Spieler wie Köhler und Meier wegen ihm angefeindet und verflucht wurden, kann man sich nicht ausdenken.....was war ich froh, als diese Pfeiffe endlich weg war....mal ganz drastisch aber ehrlich ausgedrückt Path

Völlig richtig. Stehgeiger dürfte es auch ganz gut treffen. Bis auf wenige Lichtblicke eine einzige Enttäuschung! Allerdings auch ein Opfer mangelnder Integration und überzogener Erwartungen. Dass er sich nie auf einem höheren Niveau durchgesetzt hat, hat mich nie überrascht. Aber schön, dass es ihm immerhin gelungen ist, einige Fans zu überzeugen!

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 10. Boris 30. Mai 26, 23:01 Uhr Zitat - sge_michel59 Skibbe war ein Rohrkrepierer wie Heynckes und Schaaf! Nix gegen Caio aber gerissen hat der nicht viel. Path

Thomas Schaaf haben die definitiv zu früh abgesägt, der hätte erst richtig Fahrt aufgenommen. Mit dem kleinen Bremen war über Jahre der Hauptkonkurrent der Bayern und er hätte die Eintracht dorthin gebracht.

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Schaaf hat einen guten (8ten?) Platz erreicht und viele Dinge angeregt, die später Kovac mit Bobic umgesetzt hat (zB Verzahnung Reha, Fitness, Physio, Trainer, Arzt usw. mit individuellem Training und Belastungssteuerung). Das war schon ein guter ... aber noch zu früh. Schaaf hat Maier zum Stürmer gemacht und dort die Kanone gewonnen. Hatte einfach zu wenig Rückendeckung, leider!

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