Eintracht Frankfurt geht ab der Saison 2026/27 neue Wege in der Talentförderung. Mit der neu geschaffenen „Bundesliga Talent Series“ startet ein zusätzlicher U21-Wettbewerb, der den größten Talenten im deutschen Profifußball mehr Spielpraxis auf hohem Niveau ermöglichen soll. Die DFL hat am heutigen Dienstag die finalen Rahmenbedingungen veröffentlicht. Insgesamt 26 Klubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga sind in der Premieren-Saison dabei, darunter auch die SGE.
Mehr Spielzeit für Frankfurts Top-Talente
Für die Eintracht ist die Teilnahme an der neuen Liga ein wichtiger Schritt, um Talente im Übergangsbereich zwischen Nachwuchs- und Profifußball gezielter zu fördern. Gerade in dieser Phase fehlt vielen Spielern regelmäßig Wettkampfpraxis auf hohem Niveau. Auch im Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum wurde zuletzt die Herausforderung thematisiert, Talenten ausreichend Spielpraxis auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Genau dort will die „Bundesliga Talent Series“ ansetzen und den Übergang in den Profibereich erleichtern.
Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche war als Mitglied der DFL-Expertengruppe direkt an der Entwicklung des Formats beteiligt. Gemeinsam mit weiteren Experten arbeitete er an Lösungen, um die Ausbildung junger Spieler in Deutschland gezielt zu verbessern. Der 45-Jährige betont die Zielsetzung des neuen Wettbewerbs: „Es war unser Ziel, Maßnahmen zu treffen, um Spielern unbürokratisch und schnell mehr Praxis auf höchstmöglichem Niveau zu verschaffen. Die Bundesliga Talent Series ist ein erster Baustein, um den Leistungsträgern von morgen diese Möglichkeit zu bieten.“ Für Frankfurt bedeutet das vor allem zusätzliche hochwertige Spiele für die vielversprechendsten Nachwuchsspieler und damit bessere Bedingungen auf dem Weg in den Profibereich.
Flexibles Format als Ergänzung zur Bundesliga
Wichtig aus Frankfurter Sicht: Der neue Wettbewerb ersetzt nicht den etablierten Spielbetrieb der U21-Mannschaft, die in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest antritt, sondern ergänzt ihn. Alexander Richter, der Leiter des Frankfurter Nachwuchsleistungszentrums, sieht in der neuen Liga deshalb vor allem eine wertvolle Erweiterung des bestehenden Ausbildungskonzepts. Entscheidend sei, dass die Spieler sich ihre Einsätze weiterhin über Leistung verdienen und zusätzliche Chancen auf hohem Niveau erhalten. Der 55-Jährige stellt klar: „Essentiell ist, dass es sich dabei um ein zusätzliches Format handelt, das den Ligabterieb nicht ersetzt. Die Teilnahme an der Regionalliga und die damit verbundenen Erfahrungen im Männerfußball sind für die Ausbildung unserer Talente im Übergangsbereich unersetzlich.“ Teilnahmeberechtigt sind primär Spieler aus den Altersklassen U17 bis U21. Zusätzlich dürfen pro Mannschaft bis zu vier ältere Akteure eingesetzt werden, etwa für Spieler nach längeren Verletzungspausen oder zur gezielten Belastungssteuerung.
So läuft die „Bundesliga Talent Series“ ab
Gespielt wird in zwei voneinander getrennten Serien nach dem Schweizer Modell. Die erste Serie läuft von September bis Dezember 2026, die zweite von Februar bis April 2027. Jeder Klub entscheidet selbst, wie viele Partien pro Halbserie absolviert werden. Vorgesehen sind zwischen drei und sechs Begegnungen. Die Tabelle wird über den Punkteschnitt ermittelt, während erzielte Tore in ihrer tatsächlichen Summe gewertet werden. Dadurch soll ein Anreiz geschaffen werden, möglichst viele Spiele zu absolvieren und den Talenten zusätzliche Einsatzminuten zu geben. Die jeweils zwei besten Teams jeder Serie qualifizieren sich für das Finalturnier im Frühjahr 2027.
Wer sich die Partien des neuen Wettbewerbs vor Ort anschauen möchte, wird allerdings enttäuscht werden. Die Spiele finden nämlich zunächst ohne Zuschauer in den Leistungszentren oder auf neutralen Plätzen statt. Für das Finalturnier ist dagegen ein größerer Rahmen in der Öffentlichkeit vorgesehen. Die DFL will in den kommenden Monaten hierzu ein entsprechendes Konzept mit einer eventuellen medialen Übertragung ausarbeiten.






2 Kommentare
Klingt nach einem vernünftigen Weg, die Spielpraxis zu erhöhen und Durchmischung mit Älteren Spielern zu fördern. Hoffe das Konzept geht auf für alle!
Tolle Sache, bin sehr gespannt, ich hoffe doch, dass es wenigstens nachträglich Vids gibt. Ich weiß auch gar nicht, was wirklich dagegen spricht, das öffentlich zu machen, wie die Collegeteams in den USA. Wenn man Publikum schon gewöhnt ist, ist doch der Übergang zu den Profis eher leichter.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.