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Richter sieht bei der SGE noch Handlungsbedarf. Foto: IMAGO / Niklas Heiden

„Daran müssen wir noch arbeiten!“ Richter spricht über Potenziale des Eintracht-NLZ

Der Fokus auf die Jugendarbeit soll künftig noch weiter verstärkt werden. Das kündigte Sportvorstand Markus Krösche auf der Pressekonferenz zum Ende der alten Saison an. Das wäre auch ganz im Sinne von Alexander Richter, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Frankfurter Eintracht. Im zweiten Teil des Interviews bei „Eintracht-TV“ (die Zusammenfassung des ersten Teils lest ihr hier) spricht der 55-Jährige über die UEFA Youth League-Erfahrung der U19-Mannschaft und wie die SGE auch langfristig davon profitieren könnte.

Es müsse das Ziel aller U-Spieler der Eintracht sein, Einsatzzeiten bei der U21-Mannschaft der SGE zu sammeln, stellt Richter zunächst klar. „Du darfst die Spieler ab 16 Jahren einsetzen, auch bei den Profis. Wir müssen die da reinwerfen.“ Man habe in der vergangenen Saison insgesamt elf Spieler aus U19-Jahrgängen bei der zweiten Mannschaft eingesetzt. „Die waren teilweise erst 16, 17 oder 18. Das brauchen die aber auch für ihre Entwicklung! Das ist ein richtig guter Schritt!“

Die U19 schwebte in der vergangenen Saison zwischen Licht und Schatten. In der UEFA Youth League erreichte sie das Achtelfinale, im DFB-Pokal das Viertelfinale. Jedoch blieb sie in der Liga hinter den Erwartungen zurück. Die Qualifizierung für die A-Liga wurde verpasst, genau wie die Qualifizierung für den DFB-Pokal. „So eine Unbeständigkeit kann man damit erklären, dass es Jugendarbeit ist. Zwar ist es eine A-Jugend, bei der man etwas mehr hätte auffangen können. Damit sind wir alle sehr unzufrieden mit dem Abschneiden in der Nachwuchsliga.“ Stellenweise habe er sich schon mehr Konstanz gegen die Ligakonkurrenten erhofft, gibt Richter offen zu. „Es ist dann auch egal, ob Alex Meier draußen steht an der Linie oder Alex Richter. Wir brauchen Jungs auf dem Platz, die wissen, dass die Youth League die Kirsche auf der Torte ist, während man in der Liga seine Hausaufgaben machen muss. Da war die Diskrepanz zu groß teilweise und führte zu dieser Achterbahn-Saison. Dazu Verletzungen und dass Alex Meier eine Zeit lang bei den Profis als Trainer ausgeholfen hat.“ Während er mit dem Abschneiden in der Youth League vollumfänglich zufrieden sei, habe er das Erreichen der A-Liga durchaus erwartet. Daraus wurde jedoch nichts. Die U19 der Eintracht erreichte nur die B-Liga. „Das hätte schon ohne Probleme möglich sein müssen.“

UEFA Youth League als großes Highlight mit langfristigen Erträgen?

Die UEFA Youth League sei eine außergewöhnliche Bereicherung für die Jungspieler der SGE gewesen, legt Richter weiter dar. „Die Spieler freuen sich auf so etwas ungemein. Die sind heiß auf diese Spiele und wollen sich international messen. Training und Liga sind wichtig, aber die Reise hat darüber hinaus auch richtig gute Connections zu vielen Klubs gebracht.“ So habe man vor dem Spiel gegen Athletic Bilbao stundenlang mit Verantwortlichen des Klubs zusammengesessen und sich über Scoutingstrukturen, Kaderstrukturen und andere Konzepte ausgetauscht. „Die haben alles offengelegt. Wir dann auch. Umgekehrt gibt es Klubs, die an so etwas relativ wenig Interesse haben. Aber auch das merkt man sich für die Zukunft.“ Was die Eintracht eigentlich bräuchte sei mehr Infrastruktur für die Jugendarbeit, meint Richter. Dies sei aber schwer umsetzbar. „Man sieht das zum Beispiel bei Bilbao, die relativ viele Jungspieler zu den Profis weitergeben – da sind Jugendspieler, Profis, Mädchenmannschaften und die Frauen alle am gleichem Campus. Alle essen in der gleichen Kabine und sind im Austausch. Da müssen wir bei der Eintracht noch ein bisschen dran arbeiten.“ 

Insgesamt sei der Fokus des Frankfurter NLZ schon darauf, Talente aus der Rhein-Main-Region zu fördern. Nicht ausgeschlossen sie derweil mal ein deutschlandweiter Transfer. Die Balance müsse aber immer stimmen. „Wir sind unheimlich stolz darauf, dass diese erfolgreiche Youth League-Mannschaft aus so vielen regionalen Talenten bestanden hat und besteht. Das finde ich für die Eintracht super! Wenn wir jetzt noch auf Profi-Einsatzzeiten für diese regionalen Talente kommen, dann sind wir schon da, wo wir sein wollen!“

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