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Nathaniel Brown zeigte gegen Finnland eine engagierte und gute Leistung. Foto: IMAGO / Eibner

Brown startet und überzeugt gegen Finnland: „War WM-Feeling heute“

Für Eintracht-Linksverteidiger Nathaniel Brown hätte die heiße Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kaum besser beginnen können. Beim souveränen 4:0-Testspielsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland stand der Abwehrmann in der Startelf und wusste mit einem engagierten Auftritt zu überzeugen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 22-Jährige nach der Partie – und blickte dabei nicht nur auf sein eigenes Spiel, sondern auch auf die bevorstehende Weltmeisterschaft und die Situation bei Eintracht Frankfurt.

„Mir geht es sehr gut und ich bin froh, dass ich von Anfang an spielen konnte“, sagte Brown nach dem Abpfiff in der Mixed-Zone. Sein erstes Startelfmandat im Nationaltrikot habe er sichtlich genossen: „Hat mir riesigen Spaß gemacht.“ Dabei war die Vorfreude auf das Spiel deutlich größer als mögliche Nervosität. „Ehrlicherweise war ich nicht nervös, ich hatte nur Vorfreude“, verriet der Frankfurter. Schließlich sei es für jeden Fußballer etwas Besonderes, das DFB-Trikot zu tragen. „Es war einfach ein schönes Gefühl, für die Nationalmannschaft zu spielen.“

Auf dem Platz profitierte Brown unter anderem vom Austausch mit Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlović, mit dem er durch die Positionen der beiden eng zusammenarbeitete. „Wir haben ja in der Nähe gespielt und er hat mir gesagt, dass ich für das Pressing immer nach vorne schieben soll“, erklärte der Eintracht-Profi den Austausch, den man schon auf dem Platz gut beobachten konnte. Beeindruckt zeigte sich Brown zudem von der Atmosphäre im Stadion. Mit Blick auf die in Kürze beginnende Weltmeisterschaft sprach er sogar von einer besonderen Stimmung. „Es war auf jeden Fall eine Art WM-Feeling heute“, sagte der Linksverteidiger. Die Unterstützung der Zuschauer sei deutlich spürbar gewesen und pushe das Team: „Man hat gemerkt, dass uns die Fans unterstützen und das brauchen wir im Hinblick auf die WM.“

Offener Konkurrenzkampf gegen Raum

Durch seinen starken Auftritt dürfte Brown seine Chancen auf weitere Einsätze erhöht haben. Im Kampf um die Position auf der linken Abwehrseite konkurriert er vor allem mit David Raum vom Leipziger Bundesliga-Konkurrenten. Für den Frankfurter ist dieser Konkurrenzkampf allerdings keineswegs ein Problem. „Es ist ein offener Konkurrenzkampf. Es ist gut, dass wir uns immer pushen“, erklärte er. Das Verhältnis zwischen beiden sei hervorragend: „Wir verstehen uns sehr, sehr gut und es hilft uns einfach beiden.“ Sollte er nach dem Finnland-Spiel tatsächlich zu den Gewinnern gehören, nehme er das natürlich gerne mit: „Wenn die Leute sagen, dass ich heute einer der Gewinner bin, dann freut mich das sehr.“ Dass er überhaupt in der Anfangsformation stand, wusste Brown bereits am Tag vor der Partie. Die Nachricht teilte er sofort mit seinen Liebsten. „Ich habe einen Tag vorher gewusst, dass ich in der Startelf stehe und habe dann meiner Familie Bescheid gegeben“, erzählte er und sagte weiter: „Die haben sich extrem gefreut.“ Lobende Worte fand der Frankfurter auch für Youngster Lennart Karl, der ebenfalls auf sich aufmerksam machen konnte. „Lennart Karl traut sich sehr viel zu, er geht immer ins Eins gegen Eins“, sagte Brown. Besonders dessen Mut imponiere ihm: „Er hat ein sehr gutes Dribbling und einen guten Schuss. Er tut uns mit der Frechheit sehr gut.“

Die Vorfreude auf die WM, die am 11. Juni beginnt, sei in den vergangenen Tagen stetig gewachsen. „Ich bin schon die letzten Tage sehr heiß auf die WM“, erklärte Brown. „Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag und ich freue mich einfach, wenn es losgeht.“ Dass er im DFB-Team ähnlich offensiv interpretiert wird wie bei der Eintracht, kommt seinem Spiel entgegen. „Es gefällt mir gut, dass ich Freiheit auf meiner Position habe und nicht nur an der Linie stehe“, sagte der Linksverteidiger. Genau diese Rolle habe er bereits in Frankfurt ausgefüllt: „Das habe ich auch in Frankfurt so gemacht und ich glaube, dass das meinem Spiel liegt.“ Selbst seine Aufgabe als letzter Mann bei Standardsituationen scheint Brown inzwischen verinnerlicht zu haben. „Da fühle ich mich sehr wohl“, erklärte er schmunzelnd. Die Einteilung sei ohnehin nicht seine Entscheidung gewesen: „Das hat der Standard-Trainer eingeteilt.“ Einen kleinen Makel hatte sein ansonsten gelungener Abend allerdings doch noch. Kurz vor dem Halbzeitpfiff vergab Brown eine Großchance auf seinen ersten Treffer im Nationaltrikot. „Das ärgert mich ein bisschen, dass ich nicht getroffen habe“, gab er offen zu. Den Ball habe er „zu genau in die Ecke schießen“ wollen. Doch der Frankfurter blickte direkt nach vorne und schob mit einem Lächeln hinterher: „Bei der WM klappt es dann hoffentlich besser.“

Nach seinem starken Auftritt gegen Finnland dürfte Nathaniel Brown jedenfalls gute Argumente gesammelt haben, auch bei den kommenden Aufgaben eine wichtige Rolle im DFB-Team zu spielen. Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft ist ihm jedenfalls deutlich anzumerken.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. Reebok 01. Juni 26, 11:16 Uhr

Das war gestern ein runder Auftritt von Nene. Man hat sehr gut gesehen, was er auch im Unterschied zu Raum einbringen kann: Auf dem Weg nach vorne immer wieder auch mal die "Innenspur" nehmen, wenn Wirtz sich an die Außenlinie fallen lässt; mehrere sehr geschickt geführte Zweikämpfe (obwohl er sich einmal hat abkochen lassen - da war der Ball aber mMn auch im Aus); sehr sicher und passgenau auch auf engem Raum; drei oder vier sehr klare Aktionen zum Tor hin zu Ende gebracht (davon ein Abschluss - da war die Positionierung sehr gut, vielleicht etwas zu genau gezielt); sehr schnell - bei eigenen Ecken war er dadurch immer der "letzte Mann", der absichern und im Notfall auch mal das Sprintduell gewinnen kann.
Raum hat sicherlich Vorteile, was die Wucht angeht und ist auch eine Standardoption. Stand jetzt würde ich vermuten, dass Raum noch spielen würde, aber Nene sehr nahe dran ist. Gegen tiefstehende Gegner wie wahrscheinlich meist in der Gruppe vielleicht sogar die erste Alternative.

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