Neue Saison, neues Glück. Unter diesem Motto fieberten die Frankfurter Eintracht und die eigenen Fans der neuen Saison 2026/27 entgegen. Nach einem enttäuschenden Jahr und dem Verpassen von Europa will der hessische Bundesligist zurück in die Erfolgsspur und steckte dafür sich hohe Ziele. Zum Saisonauftakt bekam es die Mannschaft von Adi Hütter mit Oberligist SC St. Tönis in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals zu tun. Empfangen wurde seine Elf im Grotenburg-Stadion in Krefeld mit einer mal wieder hervorragenden Choreo der Anhänger. Mit einem gnadenlosen und schnörkellosen 11:0 legte der Vorjahresachte den Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit. Die Tore erzielten Jonathan Burkardt (3), Robin Koch, Can Uzun (2), Elias Baum, Younes Ebnoutalib, Mario Götze, Ayoube Amaimouni-Echghouyab und Farès Chaibi.
Furioser Start
Der Start hätte kaum besser laufen können für die Gäste aus der Mainmetropole. Bereits nach vierten Minute klingelte es im Kasten des Underdogs. Can Uzun trat einen Eckstoß von links, den Jonathan Burkardt per Kopf zur erwarteten Führung in die lange Ecke vollendete. Damit machte die SGE bereits in der Anfangsphase deutlich, wer der haushohe Favorit ist. Nur sechs Zeigerumdrehungen folgte schon der zweite Treffer. Wieder war es eine Uzun-Ecke, diesmal getreten von rechts, die Robin Koch fand. Die Kopfball-Bogenlampe des Kapitäns schlug rechts oben ein. Simon Sell im Kasten des Oberligisten gab dabei keine gute Figur ab (10.). Besser machte es der Keeper der Heimmannschaft in Minute 16. Frankfurt kombinierte sich über die rechte Seite durch. Ayoube Amaimouni-Echghouyab setzte im richtigen Moment Landsmann Younes Ebnoutalib in Szene. Der Angreifer schüttelte seinen Gegenspieler gekonnt ab, frei vorm Tor scheiterte er jedoch mit seinem wuchtigen aber zu zentral angesetzten Schuss (16.). Lange musste sich Ebnoutalib aber nicht ärgern, denn Amaimouni-Echghouyab machte es 60 Sekunden besser. Vorausgegangen war eine Flanke von links, die über Elias Baum bei Burkardt landete. Der Torschütze legte auf den marokkanischen Nationalspieler ab, der die Murmel per Flachschuss in die lange Ecke schlenzte (17.). Zuvor wurde der Ball abgefälscht. Und der Vorlagengeber markierte nach einer knappen halben Stunde seinen Doppelpack. Die Eintracht startete einen Angriff über links. Mario Götze bediente den durchgestarteten Keita Kosugi, dessen butterweiche Flanke Burkardt fand. Der ehemalige Mainzer köpfte das Leder wuchtig in den langen Winkel.
SGE gnadenlos
Keine Zeit zum Atmen. Frankfurts Torhunger war längst nicht gestillt. Das nächste Tor ließ nicht lange auf sich warten. Wieder griffen die Hessen nach gleichem Schema an. Der auffällige Kosugi legte an der Grundlinie in die Mitte ab zu Uzun. Der türkische Nationalspieler hatte alle Zeit der Welt, legte sich den Ball vor und busgierte ihn ins Gehäuse (34.). Und zwei Minuten später traf der Mann des Spiels sofort wieder. Ausgangspunkt war ein flacher Abstoß, den die Gäste eroberten. Über Baum, Götze und Burkardt landete das Spielgerät bei Ebnoutalib, der im Strafraum auf den schussbereiten Uzun ablegte. Der Offensivmann musste nur noch einschieben (36.). St. Tönis machte es dem Favoriten viel zu leicht. Die Mannschaft von Hütter hatte kaum Mühe und erhöhte in der 41. Minute sogar auf 7:0. Burkardt profitierte von einer schwachen Klärungsaktion von Maximilian Pohlig und setzte die Kugel ins lange Eck. Damit schnürte er einen astreinen Hattrick und kam nur drei Minuten später wieder als Assistgeber zum Zug. Das war aber noch lange nicht der Schlusspunkt. Drei weitere Treffer fielen noch in den letzten Minuten. Auch Elias Baum durfte sich mit dem 8:0 in die Torschützenliste eintragen. Dabei wurde das Eigengewächs von Burkardt klasse in Szene gesetzt (44.). Das 9:0 markierte Younes Ebnoutalib nach einer weiteren Ecke (45+1). Auch dem Deutsch-Marokkaner gelang damit sein erstes Tor. Den endgültigen Schlusspunkt der ersten Halbzeit setzte Götze. Eine diesmal kurz ausgeführte Ecke landete über Kosugi beim Weltmeister, der aus 16 Metern Maß nahm und die Murmel in die lange Ecke drosch. Wow, was für eine erste Hälfte. Mit einem 10:0 ging es für beide Kontrahenten in die Kabine, was gleichzeitig ein Novum darstellte. Ein Fakt für alle Freunde der Statistiken: Noch nie in der langen Historie des DFB-Pokals führte eine Mannschaft zur Pause mit diesem Spielstand. Der bisherige Bestwert lag bei 10:1.
Verwaltungsmodus nach dem Seitenwechsel
Hütter nutzte die Gelegenheit für den ersten Wechsel. Ansgar Knauff kam für Baum neu in die Partie. So furios die ersten 45 Minuten waren, so gemächlich begann die zweite Hälfte. Der Favorit schaltete ein paar Gänge runter und ließ es zunächst ruhig angehen. Für St. Tönis ging es nur noch um Schadensbegrenzung. In der 56. Minute hatten sie die erste große Chance auf den Ehrentreffer. Frankfurt stand hoch und ermöglichte den Gastgebern eine Kontersituation. Nach einem langen Ball nahm Lenni Castrop fahrt auf, wurde jedoch von Koch eingeholt. Zudem eilte Kaua Santos aus seinem Kasten heraus. Mit vereinten Kräften wurde die Situation entschärft. Das sollte aber die einzige Möglichkeit aufseiten der Heimmannschaft bleiben. Die SGE erhöhte wieder das Tempo und scheiterte in der 65. Minute knapp am elften Tor. Keeper Sell durfte sich auszeichnen und lenkte Amaimouni-Echghouyabs Schuss mit seinen Fingernägeln über den Querbalken. Für Hütter kam der perfekte Zeitpunkt, um die nächsten Wechsel zu vollziehen. Erst der Doppelwechsel in der 68. Minute: Die Torschützen Burkardt und Koch machten den Weg frei für Neuzugang Malik Pimpong und U21-Spieler Jeremiaha Maluze. 60 Sekunden danach durfte auch Farès Chaibi für Routinier Götze aufs Feld. Nach seiner Einwechslung kam Pimpong unmittelbar zu seiner ersten Gelegenheit. Nach einem Hakenpass von Uzun tauchte der Däne alleine vor Sell auf, scheiterte aber an den gut reagierenden Schlussmann (76.).
Für die Schlussphase wechselte Hütter ein fünftes und letztes Mal. Love Arrhov ersetzte den starken Amaimouni-Echghouyab. Auch Uzun wollte unbedingt einen Dreierpack schnüren. Der Deutsch-Türke setzte sich über links durch, zog nach innen und scheiterte mit einem guten Versuch an Sell (85.). 120 Sekunden später war der Keeper des Außenseiters aber machtlos. Der eingewechselte Chaibi setzte den Ball kraftvoll in die Maschen. Vorausgegangen war eine tolle Vorarbeit von Uzun. 11:0.
Mit einem Endstand von 11:0 egalisiert Eintracht Frankfurt den Rekord des höchsten Sieges in der Historie des DFB-Pokals. Gleichzeitig stellt dieser Erfolg den höchsten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte dar. Mit einem Torfestival startet das Team von Adi Hütter furios und erwartungsgemäß erfolgreich in die neue Saison und zieht in die zweite Hauptrunde ein.
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21 Kommentare
Theate nicht im Kader… Hab ich was verpasst?
Oder ist das ein sehr klares Signal in ungefähr diesen Worten: wir haben zwar Bedarf auf der Position, auf der du spielst, aber wir möchten nicht mit dir in die neue Saison gehen, bitte such dir einen neuen Verein!
Darauf deutet vieles hin. Vielleicht ist er auch schon mit anderen Vereinen in konkreten Verhandlungen, und man möchte keine Verletzung riskieren…