Im Kampf um die Champions-League-Qualifikation wollten die Frauen von Eintracht Frankfurt weiter nachlegen. Am 24. Spieltag der Bundesliga empfingen die Adlerträgerinnen den 1. FC Nürnberg im Stadion am Brentanobad. Tatsächlich ging der Plan auf, denn die SGE siegte mit 4:1 vor heimischer Kulisse.
SGE-Cheftrainer Niko Arnautis sah nach dem 3:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg keinen Bedarf für personelle Veränderungen in seiner Startelf. Kapitänin Laura Freigang konnte nach ihrer Erkältung allerdings wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen. Gegen Wolfsburg musste Arnautis auf die Nationalspielerin noch komplett verzichten. Folgende Elf schickte der 46-Jährige somit ins Rennen: Lina Altenburg – Nina Lührßen, Amanda Ilestedt, Sara Doorsoun, Nadine Riesen – Lisanne Gräwe, Elisa Senß, Géraldine Reuteler – Erëleta Memeti, Nicole Anyomi, Rebecka Blomqvist.
Früher Führungstreffer für die SGE
Gleich in der sechsten Spielminute wurden die Frankfurterinnen erstmals gefährlich. Anyomi fand auf der rechten Offensivseite die vorgestoßene Reuteler. Die Schweizerin spielte im Anschluss flach in Richtung des Elfmeterpunktes. Zentral kämpfte Gräwe um den Ball, bekam aber zu viel Gegenwehr für einen torgefährlichen Abschluss. Nur vier Minuten später erzielte die SGE dann doch das 1:0. Der lange Ball von Doorsoun fand Memeti, die den Ball mit einem Kontakt weiterspielte. Stürmerin Blomqvist nutzte das Zuspiel und schickte Anyomi mit einem Steckpass auf die Reise. Die 26-jährige Nationalspielerin vollendete souverän.
Kurz nach Wiederanpfiff schoss Gräwe aus der Distanz, traf jedoch lediglich die Querlatte. Insgesamt dominierte die Frankfurter Eintracht die ersten 20 Minuten der Partie. Doch in der 25. Minute sorgte Nürnberg für einen Rückschlag. Emőke Pápai setzte sich gegen mehrere Eintracht-Verteidigerinnen bis in den Strafraum durch. Dort angekommen legte sie den Ball quer zu Nürnberg-Stürmerin Meret Günster. Die 23-Jährige traf mit einem halbhohen Schuss zum Ausgleich. Die SGE wollte daraufhin direkt reagieren. Blomqvist versuchte es per Kopf, nachdem Doorsoun den Ball erneut aus der Verteidigungskette befreite. Den Torschussversuch parierte jedoch „Club“-Torhüterin Lourdes Romeo.
Eintracht-Stürmerin Anyomi mit Doppelpack
Die erfahrene Doorsoun agierte an diesem Montagabend als Dirigentin aus der hintersten Reihe. Denn auch in der 38. Minute leitete ein langer Ball der 34-Jährigen einen gefährlichen Angriff ein. Abnehmerin Lührßen flankte anschließend flach in den Nürnberger Strafraum. Keine Verteidigerin schaffte es, vor Anyomi an den Ball zu kommen, die mit ihrem Abschluss den Doppelpack schnürte. Somit gingen die Adlerträgerinnen erneut in Führung (2:1). So blieb es auch bis zum Halbzeitpfiff.
Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Gastgeberinnen zunächst spielbestimmend. Deshalb entschied sich „Club“-Cheftrainerin Isabel Bauer in der 56. Minute für einen Wechsel. Für Franziska Mai kam Fany Proniez in die Partie. Tatsächlich schaffte es wenig später Flügelspielerin Nastassja Lein, in eine torgefährliche Situation zu gelangen. Ihr Abschluss kam jedoch nicht platziert genug aufs Tor der Eintracht. Dann wechselte Arnautis seine nominelle Kapitänin ein. Vorlagengeberin Blomqvist wich für die 28-jährige Freigang. In der 69. Minute erspielten sich die Nürnbergerinnen einen Eckball. Die ausgeführte Standardsituation fand Innenverteidigerin Leia Varley, die das freie Tor verfehlte.
Doppelpackerin verletzt raus
Zur 76. Minute musste dann Doppelpackerin Anyomi verletzt raus. Die 26-Jährige tat sich in einem Zweikampf während eines Vorstoßes weh. Für die deutsche Nationalspielerin betrat Remina Chiba das Spielfeld. Zudem wechselte Arnautis in der Innenverteidigung: Marthine Østenstad ersetzte die starke Doorsoun. Auch Nürnberg wechselte daraufhin, denn für Luisa Guttenberger kam Aneta Polaskova auf den Platz. Mittlerweile fanden die Gästinnen immer besser in die Partie. Wirkliche Torchancen entstanden allerdings auf beiden Seiten nur noch selten.
Eine kleinere Diskussion entstand in der 86. Spielminute, nachdem Freigang vor dem letzten Drittel des Spielfelds gefoult wurde. Schiedsrichterin Levke Scholz entschied allerdings, dass Innenverteidigerin Varley nicht die letzte Nürnberger Verteidigerin war. Deshalb sah die Australierin lediglich die Gelbe Karte. Dennoch belohnte sich Freigang wenig später noch für ihre Laufbereitschaft. Die Star-Spielerin entschied mit einem sehenswerten Lupfer über Torhüterin Romero das Spiel. Somit führte die SGE ab diesem Zeitpunkt mit 3:1. Dabei sollte es aber nicht bleiben: Kurz vor dem Abpfiff kamen noch Hayley Raso sowie Noemi Ivelj in die Partie. Reuteler und Senß hatten damit Feierabend. Endgültig durfte dann die eingewechselte Raso das Spiel beenden, die Australierin traf nämlich noch zum 4:1-Endergebnis.
Die Frankfurter Eintracht behauptete sich mit dem Sieg auf Tabellenplatz drei. Während der Abstand nach oben auf Wolfsburg mittlerweile nur noch vier Punkte beträgt, müsste Bayer 04 Leverkusen fünf Punkte aufholen, um der Eintracht den dritten Platz streitig zu machen. Am kommenden Spieltag könnte das Team von Cheftrainer Arnautis also die Qualifikation für die Champions League sichern. Jedoch geht es dann gegen die Meisterinnen vom FC Bayern München.






2 Kommentare
Souveräner Sieg, wenn es auch enger war als das Ergebnis aussagt. Frage mich die ganze Zeit warum Gräwe zu Union wechselt. Wolfsburg oder Bayern hätte ich ja verstanden,aber Union? Können die so gut bezahlen? Auf jeden Fall ein herber Verlust. Schade.
Ja, Nürnberg wusste immer wieder Nadelstiche zu setzen und hätte auch mal eben ein 2:2 machen können. Trotzdem leider Chancenwucher bei uns, sonst hätten sie auch schon mal 3:0 führen können. Beeindruckend ist aber die Einstellung, bis zum Schlusspfiff Tore schießen zu wollen, statt den Vorsprung von einem Tor über die Zeit zu retten. Schön, dass Laura wieder mal getroffen hat, sie hat übrigens nicht IN Wolfsburg gefehlt. Das Spiel gestern vor einer Woche war auch ein Heimspiel. Ich hoffe Nicole Anyomi hat sich nicht erster verletzt, ich würde sie gerne als aktive Spielerin am 17.05. gegen Union zum Abschied sehen.
Gruß SCOPE
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