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Die SGE-Frauen setzen ihre Siegesserie fort. Foto: Imago / HMB-Media

Sieg im Topspiel: Eintracht-Frauen düpieren Wolfsburg und schielen auf Platz 2

Saisonendspurt in der Frauen-Bundesliga. Die Länderspielpause ist vorbei. Nach dem bitteren Ausscheiden im DFB-Pokal-Viertelfinale und im Halbfinale des neu eingeführten Women’s Europa Cup kann die Frauenmannschaft der Frankfurter Eintracht zumindest in der Liga für einen versöhnlichen Saisonabschluss sorgen. Dort sieht die Lage dank eines starken Laufs von sechs Siegen in sieben Spielen inzwischen sehr rosig aus. Der geliebte und anvisierte dritte Tabellenplatz ist mit 42 Punkten und vier Punkten Vorsprung auf die TSG Hoffenheim manifestiert. Vier Spieltage vor Schluss hat das Team von Niko Arnautis Lust auf mehr, denn am 23. Spieltag empfingen die Hessinnen den Tabellennachbarn VfL Wolfsburg, der mit sieben Zählern Unterschied Stand jetzt auf Kurs Vizemeisterschaft ist. Mit einem Dreier kann die SGE den Rückstand auf vier Punkte reduzieren und ihren engsten Konkurrenten auf die Pelle rücken. Gesagt, getan: Mit einem hochverdienten und souveränen 3:1 unterstreicht Frankfurt seine Ambitionen und verkürzt den Abstand auf Wolfsburg auf nur noch vier Zähler.

Für das heutige Spitzenspiel musste Cheftrainer Niko Arnautis allerdings aufgrund einer Erkältung auf Topstürmerin Laura Freigang verzichten. Auch Ainhoa Alguacil stand nach einem Schlag auf den Fuß nicht zur Verfügung. Zudem waren die Zwillingsschwestern Ilayda und Dilara Acikgöz nicht Teil des Spieltagsaufgebots. Insgesamt änderte Arnautis gegenüber dem Europa Cup-Rückspiel gegen BK Häcken auf lediglich zwei Positionen. Für Freigang rotierte Lisanne Gräwe in die Startelf und Amanda Ilestedt ersetzte Marthine Östenstad positionsgetreu. Folgende Elf schickte der Deutsch-Grieche ins Rennen: Lina Altenburg – Nina Lührßen, Amanda Ilestedt, Sara Doorsoun, Nadine Riesen – Géraldine Reuteler, Elisa Senß, Lisanne Gräwe – Nicole Anyomi, Rebecka Blomqvist, Ereleta Memeti.

SGE dominiert schwaches Wolfsburg

Nach einer Abtastphase zu Beginn der Partie verbuchten die Gastgeberinnen die erste nennenswerte Aktion. Nicole Anyomi bediente Géraldine Reuteler auf rechts. Die Schweizerin setzte eine verunglückte Hereingabe auf den Querbalken (8.). Der erste gut ausgespielte Angriff folgte in der 12. Minute. Einen langen Ball aus der Frankfurter Hälfte konnte Ex-Adler Sophia Kleinherne nicht kontrollieren. Nach ihrem Stockfehler schnappte sich Rebecka Blomqvist die Murmel, nahm Tempo auf und scheiterte mit ihrem zu schwach angesetzten Schuss an Abwehrspielerin und ebenfalls Ex-Frankfurterin Camilla Küver (12.). Die Schwedin übersah dabei die besser postierte Anyomi. Ebenjene Anyomi hatte fünf Zeigerumdrehungen danach die nächste große Chance auf dem Fuß. Nach einem wunderbaren Steckpass von Blomqvist lief die deutsche Nationalspielerin aufs Wolfsburger Tor zu. Beim Versuch, Nelly Smolarcyk zu umkurven, scheiterte sie an der gut reagierenden Wölfe-Keeperin. Die Eintracht blieb die aktivere und spielbestimmendere Mannschaft. 60 Sekunden später war es wieder Anyomi, diesmal verzog sie deutlich aus spitzem Winkel (18.). In der 27. Minute belohnte sich die Heimmannschaft für eine bisher starke und dominante erste Halbzeit. Vorausgegangen war ein langer Ball von Reuteler, der unglücklich in die Füße von Anyomi geklärt wurde. Die Torjägerin nutzte den freien Raum vor sich, nahm Tempo auf und verlagerte auf die vorgerückte Nadine Riesen. Die Rechtsverteidigerin behielt die Übersicht und bediente im richtigen Moment Anyomi, die nur noch einschieben musste.

Memeti setzt Schlusspunkt der ersten Hälfte

Eine Führung, die sich längst abzeichnete und hochverdient war. Und sie wäre fast ausgebaut geworden. In der 34. Minute stresste die SGE die Hintermannschaft der Wölfinnen erneut. Zunächst war es Blomqvist, die in den Strafraum drang, den Ball behauptete und auf rechts auf Reuteler ablegte. Nach einem Rückpass setzte die schwedische Nationalspielerin einen gefährlichen Schlenzer aufs Wolfsburger Gehäuse. Keeperin Smolarczyk kratzte mit ihren Fingerspitzen die Kugel an die Latte. Glück für die Gäste. Das hätte das 2:0 sein können/müssen. Fünf Minuten danach meldete sich zum ersten Mal der Tabellenzweite gefährlich vorm Frankfurter Kasten. Eine gut getretene Ecke von rechts setzte Linneth Beerensteyn per Volley knapp übers Tor. Im Gegenzug hatte Ereleta Memeti die große Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen. Die Kosovarin versuchte es aus zentraler Position knapp vor dem Sechzehner. Ihr Schuss flog am rechten Pfosten vorbei, da fehlte nicht viel. Besser machte es Memeti in der 45. Minute. Der Zugang von der TSG Hoffenheim leitete mit einem Pass auf Blomqvist das Tor selbst ein, die auf die kosovarische Nationalangreiferin zurückspielte. Vor Torhüterin Smolarczyk behielt sie die Nerven und bugsierte das Spielgerät über die Linie. Die Hintermannschaft des VfL Wolfsburg gab in dieser Situation keine gute Figur ab und mit diesem Spielstand ging es zum Pausentee. Die SGE führte zu diesem Zeitpunkt hochverdient mit 2:0. Ein hervorragender Auftritt, mit dem Chefcoach Arnautis hochzufrieden sein konnte.

Kurz nach Seitenwechsel: Riesen mit der Vorentscheidung

Das Bild nach dem Seitenwechsel blieb unverändert. Das führende Team dachte nicht daran, nach dem 2:0 paar Gänge runterzuschalten, ganz im Gegenteil. Der Tabellendritte legte los wie die Feuerwehr und erhöhte in persona Riesen auf 3:0. Die Schweizer Nationalverteidigerin setzte direkt nach Wiederanpfiff nach einer Blomqvist-Flanke von links zum Schuss an, der eigentlich harmlos war. Smolarczyk im Kasten der Niedersachsen stellte sich unglücklich an, beim Zupacken legte sich die 19-jährige Deutsch-Polin den Ball selbst ins Tor (46.). Ein Treffer mit Vorentscheidungscharakter, denn es spielte nur eine Mannschaft und das war die Eintracht. Das 3:0 schien für die Wölfinnen der K.-O.-Schlag gewesen zu sein, die keine Antwort mehr parat hatten. Das Spiel begann zu verflachen, weil die Frankfurterinnen ein wenig Tempo rausnahmen und in den Verwaltungsmodus schalteten. In der 75. Minute nahm Arnautis die ersten Wechsel vor. Die beiden Torschützinnen Memeti und Riesen machten Platz für Hayley Raso und Ex-Wolfsburgerin Pia-Sophie Wolter. Zwei Zeigerumdrehungen danach war Lina Altenburg zum ersten Mal wirklich gefordert. Svenja Huth legte über rechts auf die freistehende Thea Bjelde auf. Die Wolfsburgerin probierte es aus dem Stand und zwang die Schlussfrau der Hessinnen zu einer Glanzparade, die den gut angesetzten Schuss über die Latte lenkte. In der 81. Minute folgte der nächste Doppelwechsel: Noemi Ivelj und Remina Chiba betraten für die starken Anyomi und Senß das Feld.

Raso verschuldet Handelfmeter – Minge verkürzt

In der Schlussphase kamen die Gäste aus der Autostadt unverhofft zu ihrem Treffer. Ausgangspunkt war ein Handspiel von der eingewechselten Raso, das Schiedsrichterin Miriam Schwermer sofort ahndete. Janina Minge nahm sich der Sache an und verlud Keeperin Altenburg mit einem strammen Rechtsschuss. Nur noch 3:1 aus Adler-Sicht. Ein Treffer, der aber aus Sicht des VfL Wolfsburg deutlich zu spät kam, denn die große Aufholjagd blieb aus. Die SGE spielte ihren Stiefel souverän runter und ließ nichts mehr anbrennen. Daran änderte auch die fünfminütige Nachspielzeit nichts. Die Elf von Niko Arnautis fährt damit den vierten Ligasieg in Folge ein und erhöht mit nur vier Zählern Rückstand den Druck auf den VfL Wolfsburg.

 

 

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3 Kommentare

Fallback Avatar 1. zauberhuf 26. April 26, 16:36 Uhr

Glückwunsch meine Damen. Es sah lange Zeit nicht unbedingt danach aus, aber am Ende doch noch souverän den dritten Platz fest zu machen nach dem großen Umbruch ist ein starkes Zeichen. Da könnten sich unsere Herren mal eine Scheibe abschneiden.

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Avatar 2. SGE-SCOPE 26. April 26, 18:00 Uhr

Was ein konzentriertes Spiel, die Wolfsburgerinnen wurde geschickt ihrer Stärken beraubt. Und bis auf die Torfrau war da ja nicht die B-Elf angereist, sondern namhafte Nationalspielerinnen. Trotzdem muss man nicht auf Platz 2 schielen, auswärts in München wird es wohl keine Punkte geben. Vizemeister wäre wohl etwas zu viel des Guten.
Gruß SCOPE

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 50 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. keineahnungvieldavon 26. April 26, 18:13 Uhr

Sehr schönes Ergebnis nach dem Umbruch und mit Platz 3 kann man leben.
Nächstes Jahr müsste halt mal irgendetwas mehr herausspringen.
Randnotiz die Hoffnung gibt, bei den Herren führt Dortmund gerade schon 3:0 gegen Freiburg nach 32 Minuten.
Der zweite mentale Dämpfer für Freiburg, kann gerne so weiter gehen.

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