Mit gerade einmal 17 Jahren verließ Love Arrhov seine schwedische Heimat und wagte bei Eintracht Frankfurt den nächsten großen Schritt seiner noch jungen Karriere. Inzwischen ist der Mittelfeldspieler 18 Jahre alt, hat sein Bundesligadebüt gefeiert und sich in der Vorbereitung unter Cheftrainer Adi Hütter immer wieder zeigen dürfen. Eine Leihe ist aktuell kein Thema, stattdessen soll sich das Talent bei den Profis weiterentwickeln und Druck auf die etablierte Konkurrenz ausüben. Im Klubmagazin „Eintracht vom Main“ blickte Arrhov nun ausführlich auf seinen bisherigen Weg zurück – von den Fußballplätzen Stockholms bis in den Deutsche Bank Park.
Dass Fußball einmal einen derart großen Stellenwert in seinem Leben einnehmen würde, deutete sich früh an. Arrhov wuchs im Stockholmer Stadtbezirk Kungsholmen auf und begann bereits mit fünf Jahren mit dem Fußball. „Ich habe immer gegen Ältere aus einem örtlichen Team gespielt“, erinnerte sich der Schwede. Seine Position stand ebenfalls früh fest: „Ich war mein Leben lang Mittelfeldspieler, das hat sich nie geändert.“ Dabei gehörte Arrhov körperlich nicht unbedingt zu denjenigen, die ihren Altersgenossen überlegen waren. Ganz im Gegenteil: „Ich war immer der Kleinste, doch ich glaube, das war ein Vorteil für mich. Ich habe gelernt, meinen Körper richtig zu nutzen.“
„Ich liebe Fußball“
Große Teile seiner Kindheit verbrachte Arrhov mit Freunden auf dem Fußballplatz. Nach der Schule wurde gekickt, anschließend ging es häufig direkt weiter zum Vereinstraining. „Ich war als Kind sehr viel mit meinen Freunden draußen“, erzählte der 18-Jährige. Dass der Fußball mit zunehmendem Alter auch Verzicht bedeutete, nahm er früh in Kauf. „Natürlich muss man auch etwas aufgeben, kann nicht immer bis spät in die Nacht mit Freunden abhängen“, erklärte Arrhov. Für ihn habe allerdings nie wirklich zur Debatte gestanden, ob er diesen Weg gehen wolle: „Für mich war klar, dass ich meine Ziele erreichen möchte. Die Freude am Fußball kam für mich natürlich, ich hatte Spaß am Spielen, es war also ganz einfach. Schon seit ich klein war, wollte ich Fußball spielen. Ich liebe Fußball.“ Zu dieser Freude gehört allerdings auch ein ausgeprägter Ehrgeiz. Niederlagen kann Arrhov bis heute nur schwer akzeptieren. „Ich mag es nicht, zu verlieren“, stellte er klar.
Trotz seines Ehrgeizes beschreibt sich Arrhov innerhalb einer Mannschaft nicht als jemanden, der ausschließlich sich selbst in den Mittelpunkt stellt. „Derjenige, der unterstützt“, antwortete er auf die Frage nach seiner Rolle im Team. Dahinter steckt eine einfache Überzeugung: „Wenn man Spaß hat, spielt man gut, also habe ich immer versucht, eine gewisse Positivität auszustrahlen.“
Eintracht-Anfrage kam „sehr plötzlich“
Seine fußballerische Ausbildung erhielt Arrhov bei IF Brommapojkarna. Dort gelang ihm bereits als 16-Jähriger der Sprung in den Profifußball. Wenig später meldete sich Eintracht Frankfurt. Mit einem Wechsel nach Deutschland hatte der Schwede zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht gerechnet. „Es kam sehr plötzlich, aber es hat mich glücklich gemacht“, erinnerte sich Arrhov an das Frankfurter Interesse. Besonders viel wusste er zunächst noch nicht über seinen möglichen neuen Arbeitgeber. Eine Sache war ihm allerdings bereits bekannt: „Ich wusste nicht viel über den Verein, nur, dass die Eintracht sehr großartige Fans hat.“
Arrhov begann daraufhin, sich intensiver mit der SGE auseinanderzusetzen. Die Entscheidung ließ anschließend nicht lange auf sich warten: „Dann schaute ich ein paar Spiele und mir wurde schnell klar, dass ich dorthin wechseln möchte.“ Gemeinsam mit seinen Eltern reiste er zweimal nach Frankfurt. Beim ersten Besuch lernte die Familie die Stadt kennen, beim zweiten wurde es ernst. „Das war ein ganz besonderer Tag. Das Gebäude zu betreten, alle Leute kennenzulernen – ich war sehr glücklich“, sagte Arrhov über seine Vertragsunterschrift.
Zum 1. Januar 2026 ging es für den damals 17-Jährigen schließlich endgültig nach Deutschland. Sportlich bemerkte Arrhov schnell, dass ihn in Frankfurt ein anderes Niveau erwartete. „Es ist eine ganz andere Liga. Anfangs war es hart, doch ich konnte mich sehr schnell anpassen“, erklärte der Mittelfeldspieler. Eine wichtige Rolle bei seiner Eingewöhnung spielte ein Landsmann. Hugo Larsson nahm den jungen Schweden unter seine Fittiche. Auf die Frage, von welchem Mitspieler er bislang am meisten gelernt habe, musste Arrhov deshalb nicht lange überlegen: „Hugo Larsson, mein schwedischer Teamkollege.“ Larssons Unterstützung beschränkte sich dabei nicht auf den Trainingsplatz: „Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und er hat mich sehr herzlich willkommen geheißen, auch außerhalb des Klubs.“
„Es war ein Gänsehautmoment“
Der bisherige Höhepunkt seiner ersten Monate in Frankfurt folgte im Frühjahr. Gegen Borussia Mönchengladbach durfte Arrhov erstmals in der Bundesliga auf den Platz. Ein Moment, den der Schwede nicht so schnell vergessen dürfte. „Es war ein Gänsehautmoment, ich war so glücklich“, erinnert sich das Talent. Als ihm mitgeteilt wurde, dass er eingewechselt werden würde, habe sich zunächst Nervosität breitgemacht. Diese verschwand allerdings schnell: „Als ich dann auf dem Platz stand, fühlte ich keinen Druck und habe versucht, Spaß zu haben.“ Auch seine Familie erlebte den besonderen Tag mit. Arrhovs Mutter befand sich im Stadion, sein Vater bekam unmittelbar nach dem Abpfiff einen Anruf: „Nach dem Spiel habe ich sofort meinen Papa angerufen. Meine Mama war im Stadion, das war schön.“ Die Kulisse in Frankfurt ist für den Schweden weiterhin etwas Besonderes. Aus seiner Heimat war Arrhov derartige Dimensionen schließlich nicht gewohnt. „Ich mag es, es gibt dem Team Energie“, sagte er über die Atmosphäre im Waldstadion.
Familie fehlt Arrhov in Frankfurt
Der frühe Schritt ins Ausland hat allerdings auch seine Schattenseiten. Auf die Frage, was ihm in Frankfurt am meisten fehle, musste Arrhov nicht lange überlegen: „Zunächst mal meine Familie. Ich bin ihnen sehr dankbar.“ Seine Eltern hätten ihn auf seinem gesamten bisherigen Weg unterstützt, zu weit entfernten Trainingseinheiten gefahren und ihm geholfen, mit dem zunehmenden Druck umzugehen. „Sie waren immer da für mich und haben mir geholfen, ruhig zu bleiben, mein Ding zu machen und dabei Spaß zu haben.“ Auch heute vertraut der 18-Jährige auf ihren Rat: „Sie wissen, was für mich am besten ist, also höre ich auf sie.“ Und dann gibt es noch einen ganz alltäglichen Grund, weshalb er seine Heimat vermisst: „Ganz speziell vermisse ich das Essen meines Vaters, er kocht sehr gut.“
Arrhov will seine Chance unter Hütter nutzen
Sportlich richtet sich der Blick mittlerweile längst nach vorne. In der Vorbereitung auf die neue Saison erhielt Arrhov unter Hütter regelmäßig Einsatzzeit und durfte sich bei den Profis präsentieren. Der Eintracht-Coach machte bereits deutlich, dass eine Leihe des Schweden derzeit nicht vorgesehen ist. Stattdessen soll Arrhov in Frankfurt bleiben, sich weiterentwickeln und im offensiven Mittelfeld den Konkurrenzkampf annehmen. Das passt zu den eigenen Vorstellungen des 18-Jährigen. Arrhov möchte sich nicht damit zufriedengeben, bereits sein Bundesligadebüt gefeiert und den Sprung in den Frankfurter Profikader geschafft zu haben. Sein Ziel für die neue Spielzeit ist entsprechend klar: „Ich möchte so viel spielen, wie ich kann, und dem Team helfen, eine gute Saison zu spielen.“
Der Weg vom kleinen Fußballkäfig in Kungsholmen bis in ein Bundesliga-Stadion mit mehr als 55.000 Zuschauern ist für Arrhov innerhalb weniger Jahre erstaunlich schnell verlaufen. Angekommen sieht sich der Schwede deshalb noch lange nicht. Nun geht es darum, aus ersten Bundesliga-Minuten regelmäßigere Einsätze zu machen – und sich bei der Eintracht Schritt für Schritt seinen Platz zu erarbeiten.






Ein Kommentar
wir werden noch viel spaß an dem jungen mann haben
da bin ich überzeugt von,bin froh das er bei uns ist
immer weiter dran bleiben und dann kommt das von selber
nur die SGE
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