Der Matchwinner – Ante Rebic (imago images /Thomas Frey)

„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ – Die erste Station bei Waldhof Mannheim stand im Zeichen des legendären Spruchs von Kult-Trainer Otto Rehhagel. Die Eintracht stand nach gut zehn Minuten schon mit dem Rücken an der Wand, erkämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand zur Halbzeit noch den Ausgleich, ehe man kurz vor der Schlussviertelstunde erneut in Rückstand geriet. Ein aufdrehender Ante Rebic sorgte mit dem schnellsten Hattrick der Eintracht im DFB-Pokal dann für die glückliche Wende.

Im Vergleich zum Vaduz-Spiel unter der Woche brachte Adi Hütter drei neue Kräfte. Rückkehrer Kevin Trapp nahm den Platz von Felix Wiedwald ein. Ante Rebic und Dejan Joveljic bildeten das Sturmduo an Stelle von Mijat Gacinovic und Goncalo Paciencia. Alle drei nahmen ausgetauschten Spieler nahmen auf der Bank Platz.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen Waldhof Mannheim der vierzehn zensierten Spieler den Wert 3,11. Die Spieler werden zukünftig in Noten-Kategorien eingeteilt. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie. Die Einzelnoten der über 560 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Spieler des Spiels- Ante Rebic: Ante Rebic zeigte beim Pokalspiel zwei völlig konträre Gesichter. In Halbzeit eins wirkte er lethargisch und mitunter lauffaul. In Halbzeit zwei zeigte er dann endlich seine Stärken. Und die sind, wenn er seine Leistung auf den Platz bringt, eben schwer zu stoppen. Binnen zwölf Minuten schoss er nicht nur einen Hattrick, sondern seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Provozieren der gegnerischen Fans und Wappenküssen inklusive. So ist er der kroatische Vize-Weltmeister.

Daichi Kamada: Mit seinem ersten Pflichtspieltreffer konnte sich Daichi Kamada belohnen. Der Japaner war einer der wenigen Lichtblicke in den ersten 45 Minuten und brachte mit seiner spielerischen Qualität den Drittligisten immer wieder in Bedrängnis. Teilweise noch etwas hektisch, aber sein Grundverständnis vom Fußball ist ein deutlicher Qualitätsgewinn.

Erik Durm: Frischen Wind brachte Weltmeister Erik Durm. Der ehemalige Dortmunder kam in der zweiten Hälfte für den schwachen Danny da Costa und fügte sich blendend in das Spiel der Hessen. Zug zum Tor, hinten mit der nötigen Konzentration und Souveränität beim Verteidigen und immer wieder anspielbar, wenn seine Kollegen in Nöte kamen.

 

Filip Kostic: Mit einem 20 Meterschuss brachte er die SGE kurz vor der Halbzeit wieder ins Spiel. Ansonsten gab es bei Filip Kostic zeitweise Phasen in denen er untertauchte. Vor allem machte er aber mit Frustfouls auf sich aufmerksam als es für seine Mannschaft nicht wirklich lief.

 

Mijat Gacinovic: Mijat Gacinovic kam erst zur Schlussviertelstunde in die Partie. Dort drehte man allerdings so richtig auf. Zwar gelang ihm kein Scorerpunkt aber er fügte sich deutlich engagierter ins Spiel ein als es zuletzt der Fall war.

Goncalo Paciencia: Goncalo Paciencia blieb ohne Torerfolg. Seine Kopfballstärke wurde von Mannheim allerdings gezielt unterbunden und mit dem Ball am Fuß klappte es nicht so wirklich vor dem Tor. Mit zwei tollen Pässen leitete er aber das 3:3 und das 5:3 ein. Auch so kann Paciencia wertvoll für die Mannschaft sein.

Makoto Hasebe: Makoto Hasebe war in der Defensive mit Sicherheit der beste. Vor allem nach den Gegentoren nahm er lautstark das Zepter in die Hand. Ordnete seine Nebenmänner, schlug sich in die Bälle und versuchte das Spiel schnell zu machen. Der Japaner ist schon wieder in beachtlicher Frühform.

Dominik Kohr: Sein Fehler war der Beginn des katastrophalen Starts in die Partie. Danach wirkte der Leverkusener-Neuzugang doch deutlich verunsichert. Dieser Zustand normalisierte sich erst ziemlich spät. Den letzten Treffer von Rebic legte er dann auf.

Martin Hinteregger: „Hintiii“ hallte es aus der Frankfurter-Fankurve sobald Martin Hinteregger am Ball war. Defensiv musste er aber häufig ordentlich ackern, weil er sich gerne mal austanzen ließ. Mit einem starken Kopfball hätte er in Halbzeit zwei allerdings wieder seine Fehler ausbügeln könnte. Der Keeper parierte diese Chance aber stark.

Dejan Joveljic: Dejan Joveljic hatte einige Chancen, musste sich aber immer wieder geschlagen geben. Wie viele andere bekam er zum Start des Spiels kein Bein an den Boden. Steigerte sich dann.

Kevin Trapp: Seine Rückkehr hätte sich Kevin Trapp mit Sicherheit anders vorgestellt. Drei Gegentore gegen einen Drittligisten ist sicherlich ein Zustand, über den sich kein Erstliga-Torwart freut. Wirkliche Schuld trifft ihn an den Gegentreffern aber nicht. Danach konnte er sich aber auch nicht mehr Auszeichnen und blieb deshalb am Ende des Spiels, trotz des Weiterkommens, etwas frustriert zurück.

Gelson Fernandes: Leider war der Auftritt von Gelson Fernandes nicht zufriedenstellend. Der Schweizer hatte Probleme im Mittelfeld den Überblick zu behalten. Spielte viele Fehlpässe. Konnte auch im Zweikampf nicht immer überzeugen. Das ist steigerungsfähig.

David Abraham: Ähnlich erging es David Abraham. Der Kapitän ließ sich zu oft einfach ausdribbeln. Wirkte unsicher und nur selten mit der nötigen Souveränität. Der 33-Jährige ist aktuell noch nicht in der Form, die ihn zurecht als Chef in der Abwehr bezeichnete.

Danny da Costa: Das war leider nichts – Danny da Costa musste deshalb in der Halbzeit in der Kabine bleiben. Man hatte das Gefühl, dass der Rechtsaußen in der Rückwärtsbewegung zu häufig schlief und beim Gang nach vorne nicht die nötige Präzision liefern konnte.

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14 Kommentare

  1. Da hat sich Ante mit der ersten Halbzeit wohl die Note „1“ selbst zerstört?

    Zu dem noch fehlendem Stürmer: Hat Ben dieses Jahr schon geliefert?
    Meines Erachtens höchsten Jovelic, also sollte da noch was kommen……:-)

  2. Trapp bekommt eine 3,5 und ist an 2 Toren beteiligt, hat in der zweiten Halbzeit einen Bock bei einem langen Ball und nicht viel zu tun.
    Da Costa ein 4 und geht zur Halbzeit raus.
    Und der entscheidende Mann Rebic bekommt eine 2, wie Durm…..ist irgendwie komisch

  3. Also… Kostic sah ich deutlich schlechter (war im Stadion)… Das 2:3 hat er mitverschuldet durch ne taendelei… Und sonst auch mega unkonzentriert und nicht nach hinten arbeitend in Hz 1…und Noch was :so sehr ich ante mag und wir ihn brauchen… Diese scheiss Provokationen soll er lassen… Ich erinnere mich an Hz 1, da werfen die Zuschauer nen Ball wieder ins Spielfeld (völlig harmlos, an der Mittellinie)… Und ante rebic ballert ihn mit vollspann in die Menge zurück … Was ne asoziale Situation.. Gottseidank hat er keinen wirklich verletzt damit… Aber das war mehr als gefährlich… Man kann frustriert sein, ja, aber so den Ball in die Zuschauer zu schießen, finde ich zum k….. Ich hab mich geschämt für ihn, mann, das waren fans von nem befreundeten Club!!!!! Ich haette ihn ausgewechselt dafür!!!

  4. Die drei richtigen sind vorne.
    Durm hat sich für einen Stammplatz auf RA angeboten. Hier kann ein produktiver Konkurrenzkampf enstehen.
    Abraham hingegen mit einem katstrophalen Spiel. Er war selten auf der Höhe. N’Dicka könnte für ihn reinrotieren.
    Generell standen die Außen (DDC, Kostic) sehr hoch. Die Mannheimer spielten gezielt lange Bälle hinter die beiden. Da brauchen wir einen besseren Absicherungsmechanismus oder wir müssen etwas tiefer stehen.

  5. Das ist zwar immer ganz nett mit diesen Spielerbenotungen, aber es ist ein Mannschaftssport. Klar kann man ein paar herausstellen, an denen es nicht unbedingt gelegen hat. Sicher. Insgesamt war das aber mannschaftlich, und darauf kommt es an, eine absolut gruselige Nummer, die man am besten archiviert und tief im Keller versteckt. Hoffentlich nicht der Arroganz geschuldet, aber das könnte man glatt meinen. Und das auch noch mit der Nummer gegen Ulm im Gedächtnis. Als wüsste man es nicht besser. Einfach nur zum Kopfschütteln.

    Und damit das nicht wieder an mir alleine hängenbleibt, zitiere ich Adi Hütter aus dem Kicker:

    „Wissen Sie, was mir gefehlt hat? Alles. Wirklich alles. Sowohl im Spiel mit dem Ball, als auch im Spiel gegen den Ball, die taktische Disziplin, die Leichtsinnigkeit bei Ballverlusten, so stelle ich mir das nicht vor. Auch wie wir ins Spiel gegangen sind: Das war träge, und das ist dementsprechend bestraft worden“, bemängelte Hütter. An anderer Stelle monierte er: „Wir waren einfach zu lauffaul, die Räume zu schließen, die zweiten Bälle besser zu attackieren, deshalb sind wir hinten in Bedrängnis gekommen.“ Außerdem kritisierte er die fehlende Bereitschaft seiner Spieler. „Wenn von der Dreierkette hinten bis zum vordersten Spieler 50 Meter Platz sind, ist es schwierig, alles verteidigen zu können. Wir haben nicht synchron gearbeitet, nicht nach vorne verteidigt, aber auch nicht die Wege nach hinten gemacht, wenn wir überspielt worden sind. Das lag für mich ausschließlich an der Bereitschaft“

    Also wie gesagt, ich sehe es genau so. Da kann sich Ante von mir aus ein Ei auf den Hattric backen. Das war insgesamt nix. Nen Drittligisten lässt man sich ca 60min gegen eine Erstligistenmauer abarbeiten und schenkt ihm in den letzten 20min 2-3 Dinger ein, wenn er nicht mehr kann. Aber nach vorne laufen, den Ball verlieren, um nicht mehr nach hinten zu kommen, das ist…. naja, siehe oben Zitat Hütter. Weiß der Geier, was mit denen im Moment los ist. Ich versteh`s nicht.

  6. na ja, ffm71… man hätte schon den Rest von Adi’s Aussagen mitposten können, aber das beinhaltet ja auch positives ( scheint nicht so dein Ding zu sein, oder?)

    „Hütter hackte aber natürlich nicht nur auf seiner Mannschaft herum, er strich auch die positiven Aspekte hervor. „Die zweite Halbzeit war bedeutend besser. Kompliment an meine Mannschaft. So zurückzuschlagen, war sehr wichtig. Wie die Mannschaft nach diesem schweren Spielstand versucht hat, zurück ins Spiel zu kommen, hat mir imponiert. So einfach ist das nicht“, lobte Hütter. Mit einem Hattrick binnen zwölf Minuten drehte der in der ersten Hälfte noch ziemlich lethargische Ante Rebic die Partie. „Entscheidend war, dass sich nicht nur Ante gesteigert hat, sondern die komplette Mannschaft. Anfang der zweiten Hälfte hatten wir das Spiel klar in der Hand. Die Möglichkeiten muss man konsequenter nutzen, dann wird es nicht bis zum Schluss so spannend“, resümierte der Trainer. In der Phase zwischen dem Wiederanpfiff und Waldhofs 3:2-Führungstreffer in der 73. Minute vergab Frankfurt vier hochkarätige Torchancen, wobei sich Mannheims Keeper Markus Scholz mehrfach auszeichnete. Unterm Strich zog Frankfurt verdient in die zweite Runde ein, das Chancenverhältnis betrug am Ende 11:6 für die Hessen.“

  7. Da hast Du natürlich recht. Was soll er auch machen ? Die Mannschaft dafür loben, dass sie sich aus dem Dreck gespielt hat, den sie in HZ 1 verzapft hat. Das ist sicher nicht sein Anspruch. Ich sage: Leistet Euch so ein Ding am Sonntag (und das muss der Masstab sein) und ihr kommt nicht mehr in der zweiten Halbzeit zurück. Das muss jedem klar sein. Dieses Verhalten, das er kritisiert, das geht einfach nicht. In der Buli fährst Du dann mit Null Punkten heim. Jemand anderer Meinung ?

  8. Due ersten 30 Minuten gruselig zbd due zweite Hälfte eine gute Antwort. Wie viele andere Erstligisten nicht geglänzt aber weiter. Samstag sieht das besser aus

  9. @9
    Ja bin anderer Meinung!

    ‚Die Mannschaft dafür loben, dass sie sich aus dem Dreck gespielt hat, den sie in HZ 1 verzapft hat.‘ Ja genau dafür loben! Das ist Mentalität, das zeichnet Fußball aus! Es wird immer Phasen geben bei denen man sich aus den vielfältigsten Gründen in den ‚Dreck‘ gespielt hat. Sei es das der Gegner sich perfekt auf uns eingestellt hat, oder extrem hoch motiviert ist (Mannheim) oder einfach besser ist. Da wieder raus zu kommen ist Mentalität, ist Willensstärke und meiner Meinung nach absolut lobenswert.

  10. Danke @8 , Danke @11.
    Daher meine Frage in einem anderen Thread , ob das nicht der verkappte NRW Adler sei.

  11. @7 ffm71:

    Aus den Einzelnoten der Spieler ergibt sich eine Gesamtnote der Mannschaft.
    Das weisst du schon oder?
    Wie willst du sonst die mannschaftliche Leistung bewerten?

    Ich finde das Benotungssystem in Ordnung.
    Geht schnell und im nachhinein kann man sich ja immer noch ausführlicher zu den Leistungen äussern.

    Ich selber habe dieses mal nicht mitbenotet, weil ich das Spiel nicht gesehen habe.
    Aber mit deiner vernichtenden Kritik kann ich trotzdem nicht konform gehen, da wir in Summe uns aus 2 Rückständen zurückgekämpft haben.

    Ich hab die Zusammenfassung gestern gesehen.
    Die Jungs haben wohl einen Teil der 1.HZ verpennt.
    Das kann und darf man kritisieren.

    Aber man muss auch bedenken, dass wir nur 2 Tage Pause hatten und im Pokal immer alles passieren kann.
    Da darf man keine Mannschaft unterschätzen, auch wenn es “nur“ ein Drittligist ist.
    Soweit ich das anhand der Zusammenfassung beurteilen kann, hat Mannheim streckenweise 1.-Liga Niveau gezeigt.
    Finde ich auch in Anbetracht der Waldhofer Leistung etwas arrogant und respektlos, wenn einer meint, wir könnten die in ihrem eigenen Stadion mal ohne Probleme ausschalten.
    Und dann noch mit solchen Fans im Rücken.
    Die haben, genauso wie wir, keines ihrer Pflichtspiele verloren.

    Wir waren überrumpelt und wohl auch etwas überrascht. Das darf man kritisieren.

    Aber wenn man sich danach zusammenrafft, Moral und Willen zeigt, die vorher begangenen Fehler so gut wie einstellt und dann ein schönes Spiel zeigt und es dann verdient gewinnt, dann verstehe ich deinen Pessimismus nicht.

    Wir haben am Ende nicht knapp gewonnen, sondern anhand der gesteigerten Leistung verdient mit 3 Toren Vorsprung.

    Adi hat zur Trinkpause anscheinend die richtigen Worte gefunden und auch die richtigen Spieler eingewechselt.

    P.S.:
    #antebleib

  12. Bis runter zur 3.Liga wird auch moderner professioneller Fussball gespielt. Teilweise in der Regionalliga auch.
    Der Unterschied zu Erstligisten ist natürlich da, durch individuelle Klasse einzelner Spieler und durch ein insgesamt höheres taktisches und spielerisches Niveau in der Breite des Kaders.
    Das wird von den „Underdogs“ in der 1. Runde aber immer mal wieder durch Einsatzwillen und unbändiger once-in-a-lifetime-Motivation ausgeglichen. Oft gepaart damit, dass der Gegner vom Erstligisten unterbewusst halt doch oft unterschätzt wird, egal wie sehr der Trainer vorher warnt.
    Von daher bin ich zumindest halbwegs zufrieden, dass die SGE gegen die echt starken Mannheimer noch das Ruder rumreissen konnte, statt komplett zu versagen.
    Man sieht ja, wie viele Erst- und Zweitligisten heuer noch größere Probleme wieder hatten. So wie wir letztes Jahr in Ulm genauso.

    #antebleib

    Forza SGE!

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