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SGE-Boss wählt drastische Worte. Foto: Imago / Jan Huebner

„Wir bilden zu schlecht aus“: Krösche kritisiert deutsche Nachwuchsarbeit scharf

Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche ist dafür bekannt, zentrale Probleme klar und deutlich anzusprechen und den Finger in die Wunde zu legen. Im Rahmen des Frühjahrsempfang 2026 im Frankfurter Palmengarten nutzte der Eintracht-Boss das große Publikum und die mediale Aufmerksamkeit, um sich einem wichtigen Thema im deutschen Fußball zu widmen. Auch in dieser Angelegenheit nahm Krösche kein Blatt vor den Mund. „Am Ende muss man ehrlicherweise sagen: Wir bilden einfach zu schlecht aus“, zitierte unter anderem die „Bild“ den 45-Jährigen. Krösche kritisierte die Nachwuchsarbeit und die Trainer. „Weil der Fokus der Trainer immer darauf ist, sich selbst zu entwickeln, irgendwie in die Bundesliga zu kommen. Dann stehen die Ergebnisse natürlich im Fokus, womit die individuelle Entwicklung von Spielern oft auf der Strecke bleibt“, lautete seine Begründung. Krösche fordert deshalb ein Umdenken, im Fokus soll vielmehr das Fördern von Talenten stehen. „Dass wir wieder diesen Fokus darauf legen, junge Spieler zu entwickeln und dafür das Ergebnis im Nachwuchs vielleicht nicht in den Vordergrund zu stellen.“ 

Wendepunkt 2014: „Wenn du erfolgreich bist, machst du meistens die größten Fehler“

Auch an der deutschen Nationalmannschaft ließ der Eintracht-Macher kein gutes Haar. Als Wendepunkt für die schlechte Entwicklung sieht Krösche die WM 2014, wo das DFB-Team das letzte Mal in einem großen Turnier triumphierte. Vor allem Mario Götze dürfte noch besondere Erinnerungen daran haben. Das goldenene Tor im Finale gegen Argentinien erzielte der ehemalige Bayern- und BVB-Profi. Seitdem ging es allerdings für das Nationalteam bergab. Sowohl bei der WM 2018 als auch bei der WM 2022 schied Deutschland jeweils in der Gruppenphase aus. Zudem tat man sich seit Ende der Klose-Ära lange schwer, neue Mittelstürmer auszubilden und damit einen würdigen Nachfolger zu finden. Auch auf den Außenverteidigerpositionen war der vierfache Weltmeister Zeitlang nicht optimal besetzt. „Ich glaube, dass wir seit diesem Moment so ein bisschen den Weg verlassen haben. Dass wir uns auf diesem Erfolg ausgeruht haben. Wenn du erfolgreich bist, dann machst du meistens die größten Fehler.“ Aus Krösches Sicht haben deswegen andere Länder klar die Nase vorn. „Weil wir es einfach die letzten Jahre viel zu schlecht gemacht haben, gerade auch im Verhältnis zu anderen Nationen. Deswegen hinken wir hinterher. Die Nationalmannschaft ist eigentlich in gewissen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber großen Nationen.“

Genau daran möchte die Deutsche Fußball Liga (DFL) ansetzen, indem sie zur Saison 2026/2027 den zusätzlichen Wettbewerb für alle U21-Mannschaften aus der Bundesliga und der 2. Bundesliga gründet. Für Krösche ist das aber zu wenig. „Wir haben zudem noch viele Entwicklungsfelder in der Trainerentwicklung und in der Spielerentwicklung, auch da haben wir zuletzt vieles einfach viel zu schlecht gemacht.“ Krösches Fazit: Dem deutschen Fußball steht noch ein langer Weg bevor, um dahin zu gelangen, wo Deutschland als große Fußballnation hingehört.

10 Kommentare

Fallback Avatar 1. frankfurter jung 06. März 26, 20:59 Uhr

Okay, MK hat bestimmt in vielem Recht.
Aber, ehrlich gesagt, interessiert mich eher, welche Fehler bei Eintracht selbst vermieden werden können, was selbst verbessert werden kann. Da gibt es wohl auch noch einiges zu tun.

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Fallback Avatar 2. PeKa 06. März 26, 21:37 Uhr

Ich glaube nicht, dass die Vereine schlecht ausbilden, obwohl etwas mehr Basics sicher nicht schaden würden. Aber wie entwickeln wir denn unsere jungen Spieler? Elias Baum z.B. wurde konsequent ignoriert und andere sind nur als Quotenboys im Kader.
Ich habe aber die Hoffnung, dass Albert da etwas einfallsreicher drangeht. Den Jungen muss mal einfach vertrauen.

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Fallback Avatar 3. stadtwaldadler528 06. März 26, 22:05 Uhr

Das Thema betrifft die Eintracht aber auch selbst, wer war denn der letzte der es aus der eigenen Jugend zu den Profis geschafft und dann regelmäßig und dauerhaft gespielt hat?

Mir fallen da spontan Timmy (sportlich seit Jahren nicht mehr relevant), Marco Russ und Sebastian Jung (spielt mittlerweile seit Jahren beim KSC) ein, vielleicht könnte Baum der nächste sein, ansonsten bedienen wir uns auch bei „fertigen Spielern“ aus dem Ausland, zuletzt vermehrt aus Frankreich, kaum zu glauben, dass es im eigenen Land diese Spieler nicht gibt…

Aber die Engländer und Franzosen zum Beispiel sind uns da einfach enteilt und uns um Welten voraus was die Durchlässigkeit und Dichte an qualitativ guten Spielern angeht.

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Fallback Avatar 4. frankfurter jung 06. März 26, 22:08 Uhr Zitat - PeKa Ich glaube nicht, dass die Vereine schlecht ausbilden, obwohl etwas mehr Basics sicher nicht schaden würden. Aber wie entwickeln wir denn unsere jungen Spieler? Elias Baum z.B. wurde konsequent ignoriert und andere sind nur als Quotenboys im Kader. Ich habe aber die Hoffnung, dass Albert da etwas einfallsreicher drangeht. Den Jungen muss mal einfach vertrauen. Path

Ich denke auch, dass wir hochqualifizierte Nachwuchstrainer haben, speziell bei Eintracht z.B. Alex Meier, auch vormals Alex Schur, etc.
Es ist jedenfalls komplexer, als von MK zu lesen war. Interessant fand ich von MK auch eine mögliche "Ergebnis-Vernachlässigung". Wir sind hier nicht bei den Bundesjugendspielen, sondern im knallharten Fußballgeschäft, das schon im Nachwuchsbereich anfängt.
Die beste Ausbildung kann jedoch Spielpraxis/Routine nicht ersetzen.
Jetzt kommt der wesentliche Faktor Zeit ins Spiel. Wenn es mitunter nur minimale Unterschiede zwischen den Platzierungen gibt, die über Wohl und Weh (Abstieg oder Klassenerhalt, Europa oder Niemandsland etc.) entscheiden, wird's für die meisten Clubs schwierig, Spieler mittel/langfristig ins Team einzugliedern. Denn im Business zählt das Ergebnis, der Erfolg.

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Fallback Avatar 5. frankfurter jungs 06. März 26, 23:54 Uhr

Bin ein großer Supporter von Krösche, aber trotz junger Spieler haben wir derzeit neben Elias Baum keinen Nachwuchsspieler im Kader. Hätte mir bei der Verletzungsmisere im Sturm den Einsatz von Staff im Profikader gewünscht, zumal er über großes Potenzial verfügt. Stattdessen hat Toppmöller auf Knauff und Riera sogar auf Dahoud im Sturm gesetzt. Trotz hoher Investitionen von rd. 20 Mio. p.a. in das NLZ (entspricht fast dem Etat eines Bundesliga Kaders) hat hier leider noch kein Nachwuchsspieler den Sprung in den Profikader geschafft. Die U21 ist in die Hessenliga abgestiegen. Einziger Lichtblick sind die Leistungen in der Youth League. Es müssen aber auch unsere Trainer mal den Mut haben Spieler wie Staff die Chance zu geben, zumal die Leistungen mit einem Spieler wie Lennard Karl vergleichbar sind. Aus den vorstehenden Gründen würde ich mir wünschen, dass er erstmal bei der eigenen Nachwuchsarbeit Erfolge nachweisen kann, bevor er die Nachwuchsarbeit in Deutschland kritisiert. Daneben sind solche Äußerungen für die Nominierung unserer Spieler in den WM-Kader, was sich auch positiv auf deren Marktwert auswirken würde, sogar kontraproduktiv!

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Fallback Avatar 6. deraldesack 07. März 26, 08:03 Uhr

Ich habe selbst Jugendfussball gespielt.
Immer eine Altersklasse höher.
Mit 15 war mein Traum vom Profifußball nach einer Muskelverletzung fertig.
Ich hatte die Aufnahmepapiere für die Eintracht A Jugend , nach Probetraining im Riederwald bekommen. Mein Vater war dagegen. Zu teuer ( ja damals musste man 400 plus Märker pro Monat Kostenbeitrag zahlen), zu viel Zeitaufwand.Ich war wütend, hab es mit dem Training übertrieben. Denn Ich wollte es unbedingt. Ich habe nie wieder gekickt nach der Verletzung.
Im Fussball musst du Talent immer mit den Körperlichen Vorraussetzungen kombinieren. Technik und Ballbehandlung sind ohne Schnelligkeit und Beschleunigung nichts.
Dann noch taktisches Verständnis ,Spielverständnis. Schusskraft und Präzision. Handlungsschnelligkeit. Disziplin, Ausdauer ( körperliche und geistige).
Die unteren Spielklassen sind voll mit Edeltechnikern, die jeden ausdribbeln können, aber niemanden davonlaufen.
Da sie zu langsam sind. Oder mit Leuten die an der Lebensdisziplin gescheitert sind.
Alkohol,Disco,Frauen.
Oder Geld( zu viel davon,und zu wenig Gehirn- tödlich für die Karriere).
Jeder Spieler , der es aus dem NLZ ins Profigeschäft schafft , ist ein Erfolg.
Um es aber bei uns in den Kader zu schaffen, und zu bestehen ,um so schwerer.
Wenn z.B. Staff so gut wäre, wie von manchen Behauptet, würde er auch bei uns Spielen. Ich denke er ist einfach noch nicht so weit. Oder wird es auch nie sein.

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Fallback Avatar 7. sge-ef 07. März 26, 08:15 Uhr

Wie oft will man diese falsche Aussage eigentlich noch wiederholen? Elias Baum wurde nie ignoriert....
"Das letzte halbe Jahr lief dann nicht so gut, vor allem mit immer wiederkehrenden kleinen Verletzungen“, erklärte Baum.

Kann man gern nochmal nachlesen.
https://www.sge4ever.de/elias-baum-ueber-schwieriges-erstes-eintracht-jahr-come-back-stronger/

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Fallback Avatar 8. einesgehtnochrein 07. März 26, 08:58 Uhr

Das wir im internationalen Vergleich zurückgefallen sind, betrifft nicht nur die Fußballnationalmannschaft. Das hat man ja zuletzt bei den Olympischen Winterspielen gesehen. Es mangelt nicht nur an der Ausbildung, sondern auch an Talenten. Sport scheint bei jungen Menschen immer mehr an Bedeutung zu verlieren, zumal wenn es mit viel Einsatz und Entbehrung verbunden ist. Wir haben vergleichsweise wenige Stadtviertel wie die Banlieues in französisch sprachigen Ländern oder die deprived areas in England, wo den Kids wenig anderes bleibt, als auf der Straße zu kicken. Von den wenigen in Deutschland aufgewachsenen Straßenkickern spielen darüberhinaus noch einige für die türkische Nationalmannschaft, siehe Uzun, Yildiz, Yilmaz. Ich fände es gut, wenn die FIFA diesbezüglich mal grundsätzlich die Regeln zur Spielberechtigung überdenken würde. In der bisherigen Form ist es nur ein Wettrennen, welches Land zuerst einen Spieler für ein paar Minuten auf den Platz bringt. Zu guter letzt halte ich die Kritik für berechtigt, dass bei uns zu viel Augenmerk auf Taktik, Athletik und Spielsystem gelegt wird und die spielerischen Fähigkeiten darunter leiden. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir taktische Vorgaben vom Spielfeld verbannen, sondern nur, dass wir sie besser dosieren sollten. In Frankreich und Spanien scheint das nach meiner Wahrnehmung recht gut zu funktionieren. Vielleicht kennt sich jemand hier im Forum mit deren System aus und könnte hier mal berichten.

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Fallback Avatar 9. einesgehtnochrein 07. März 26, 09:12 Uhr Zitat - frankfurter jungs Bin ein großer Supporter von Krösche, aber trotz junger Spieler haben wir derzeit neben Elias Baum keinen Nachwuchsspieler im Kader. Hätte mir bei der Verletzungsmisere im Sturm den Einsatz von Staff im Profikader gewünscht, zumal er über großes Potenzial verfügt. Stattdessen hat Toppmöller auf Knauff und Riera sogar auf Dahoud im Sturm gesetzt. Trotz hoher Investitionen von rd. 20 Mio. p.a. in das NLZ (entspricht fast dem Etat eines Bundesliga Kaders) hat hier leider noch kein Nachwuchsspieler den Sprung in den Profikader geschafft. Die U21 ist in die Hessenliga abgestiegen. Einziger Lichtblick sind die Leistungen in der Youth League. Es müssen aber auch unsere Trainer mal den Mut haben Spieler wie Staff die Chance zu geben, zumal die Leistungen mit einem Spieler wie Lennard Karl vergleichbar sind. Aus den vorstehenden Gründen würde ich mir wünschen, dass er erstmal bei der eigenen Nachwuchsarbeit Erfolge nachweisen kann, bevor er die Nachwuchsarbeit in Deutschland kritisiert. Daneben sind solche Äußerungen für die Nominierung unserer Spieler in den WM-Kader, was sich auch positiv auf deren Marktwert auswirken würde, sogar kontraproduktiv! Path

Na ja, Julian Nagelsmann hat so gesehen NC die Chance gegeben. Wir alle wissen, was daraus geworden ist. Man kann einen jungen Spieler auch verheizen. Ich vertraue diesbezüglich mal den Trainern, egal ob DT oder AR. Die können/solten die Fähigkeiten eines jungen Spielers normalerweise am besten beurteilen. JN konnte es offensichtlich nicht. Womit wir wieder bei DT wären. Meines Erachtens hätte/würde es ihm gut tun, mal anderen Trainern (als Co-Trainer) über die Schulter zu schauen. Durch JN ist er mE falsch konditioniert worden. Das mag bei einer gut eingespielten Mannschaft mit top Spielern funktionieren…

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Fallback Avatar 10. Werner 07. März 26, 10:06 Uhr Zitat - PeKa Ich glaube nicht, dass die Vereine schlecht ausbilden, obwohl etwas mehr Basics sicher nicht schaden würden. Aber wie entwickeln wir denn unsere jungen Spieler? Elias Baum z.B. wurde konsequent ignoriert und andere sind nur als Quotenboys im Kader. Ich habe aber die Hoffnung, dass Albert da etwas einfallsreicher drangeht. Den Jungen muss mal einfach vertrauen. Path

Bei Baum gebe ich dir recht, aber er war auch sehr viel verletzt.
Unter Dino ist mit der Integration von jungen Talenten vorangeschritten.
Ob hütter oder oli die haben immer ihren Kader gehabt.
Ich glaube unter Albert wird nur noch das leistungsprinzip gelten. Wenn es die Situation erlaubt (oder muss) werden die jungen auch ihre Zeit bekommen.
Ich finde es auch klasse das er die Abwehr rotieren lässt brown auf rechts dachte ich es wäre ein Tippfehler

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