Die Frauen von Eintracht Frankfurt sind derzeit kaum zu stoppen. Das Team von Niko Arnautis marschiert durch eine bislang nahezu makellose Saison. Auch im DFB-Pokal wollten die Adlerinnen ihre Erfolgsserie fortsetzen. Im Achtelfinale wartete mit dem 1. FC Nürnberg allerdings eine unangenehme Aufgabe. Gegen den Bundesligavorletzten setzte sich die Eintracht erst im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Zuvor waren im Max-Morlock-Stadion auch nach 120 Minuten keine Tore gefallen. Zur Spielerin des Spiels kürte sich SGE-Torhüterin Sophia Winkler, die einen Elfmeter parierte.
Arnautis rotiert auf drei Positionen
Im Achtelfinale setzte Cheftrainer Niko Arnautis auf folgende Startelf: Winkler – Lührßen, Östenstad, Ilestedt, Krumbiegel – Acikgöz, Bennison, Memeti – Mühlhaus, Freigang, Blomqvist. Im Vergleich zum Europa-Cup-Achtelfinalhinspiel bei der PSV Eindhoven nahm der Coach drei Veränderungen vor. Sophia Winkler, die bereits in der ersten Pokalrunde beim Karlsruher SC ihr Debüt für die Eintracht-Profis gefeiert hatte, stand erneut zwischen den Pfosten. Zudem rückten Rebecka Blomqvist für Hayley Raso und Dilara Acikgöz für Noemi Ivelj in die Anfangsformation.
Der 1. FC Nürnberg begann mit folgender Elf: Adamcyk – Homann, Varley, Lobanova, Bleil – Meroni, Miller, Papai, Proniez – Lapassouse, Lein.
Frankfurt mit mehr Ballbesitz, aber ohne Durchschlagskraft
Als Tabellendritter der Bundesliga wollte die Eintracht gegen den Vorletzten ihrer Favoritenrolle gerecht werden und verbuchte nach zehn Minuten die erste Gelegenheit. Rebecka Blomqvist spielte von der linken Strafraumkante einen scharfen Ball in die Mitte. Zunächst verpasste Larissa Mühlhaus, anschließend blieb Ereleta Memeti mit ihrem Abschluss hängen. Auch Blomqvists Nachschuss aus der Drehung stellte Nürnbergs Torhüterin Rebecca Adamcyk vor keine Probleme. Die Frankfurterinnen hatten deutlich mehr Ballbesitz, taten sich jedoch schwer, die kompakte Nürnberger Defensive in Bedrängnis zu bringen. Erst nach einer halben Stunde wurde es gefährlicher: Memeti dribbelte stark in den Strafraum und legte quer auf die freistehende Laura Freigang. Die Kapitänin zielte auf die kurze Ecke, doch Adamcyk parierte den Flachschuss und lenkte die Kugel zur Ecke.
Allerdings offenbarte auch die Frankfurter Defensive einige Unsicherheiten. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Paulina Krumbiegel setzte Louna Lapassouse Nastassja Lein in Szene. Die Nürnberger Mittelstürmerin verfehlte mit ihrem Schlenzer aus rund 15 Metern das Tor nur knapp (34.). Auf der Gegenseite ließ Blomqvist eine weitere gute Möglichkeit ungenutzt. Nach Zuspiel von Mühlhaus kam die schwedische Nationalspielerin am Elfmeterpunkt zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (40.). So ging es trotz hessischer Überlegenheit torlos in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel fehlt die Effizienz
Zur Pause reagierte Arnautis und brachte Pia-Sophie Wolter für Krumbiegel. Am Spielverlauf änderte sich zunächst wenig: Die SGE dominierte weiterhin, fand aber kaum Mittel gegen die aufmerksame Nürnberger Abwehr. In der 65. Minute näherten sich die Gäste aus der Mainmetropole dem Führungstreffer. Die unermüdliche Memeti setzte zu einem starken Sololauf an, konnte diesen jedoch mit einem überhasteten Flachschuss nicht krönen. Nur zwei Minuten später ergab sich die nächste Gelegenheit: Acikgöz fing an der Mittellinie einen langen Ball von Lapassouse ab und trieb das Spiel schnell nach vorne. Links lief Freigang mit, die nach dem Zuspiel auf das lange Eck zielte. Ihrem Abschluss fehlte allerdings die nötige Präzision (67.).
Eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit brachte Arnautis mit Hayley Raso eine frische Offensivkraft. Die Australierin hatte in der Schlussphase die bis dahin beste Möglichkeit der Eintracht: Nach starkem Pressing eroberte Freigang den Ball und spielte ihn zur rechts positionierten Raso. Die Angreiferin hätte die freistehende Kapitänin bedienen können, entschied sich jedoch für den eigenen Abschluss. Dieser segelte deutlich am Tor vorbei (81.). Da auch in den verbleibenden Minuten kein Treffer mehr fiel, ging es nach torlosen 90 Minuten in die Verlängerung.
Winkler verhindert Nürnberger Führung in der Verlängerung
In der ersten Hälfte der Verlängerung passierte zunächst wenig. Arnautis reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Noemi Ivelj sowie Danique Tolhoek für Mühlhaus und Acikgöz. Nach dem Seitenwechsel kam Nürnberg zu seiner besten Gelegenheit des gesamten Spiels. Weil die gegnerische Abwehrkette hochstand, tauchte Fany Proniez nach einem Pass in die Tiefe plötzlich frei vor Sophia Winkler auf. Die Eintracht-Torhüterin erkannte die Situation rechtzeitig, eilte heraus und parierte den Abschluss. Da die Gefahr noch nicht gebannt war, schaltete sich anschließend Ilestedt ein und klärte zur Ecke. Kurz vor dem Ende der Verlängerung nahm Arnautis seinen letzten Wechsel vor und brachte Ainhoa Alguacil für Memeti (113.). Doch auch nach 120 Minuten hatte keine Mannschaft den Weg ins Tor gefunden. Die Entscheidung musste somit im Elfmeterschießen fallen.
Winkler pariert – Bennison schießt die SGE ins Viertelfinale
Den Auftakt vom Punkt machte Jonna Brengel für den 1. FC Nürnberg. Die ehemalige Frankfurterin scheiterte jedoch am linken Pfosten. Winkler hatte zudem die richtige Ecke geahnt. Damit war die Eintracht direkt im Vorteil. Danique Tolhoek trat als erste Frankfurter Schützin an und verwandelte souverän ins linke obere Eck. Für Nürnberg wurde der Druck anschließend größer. Julia Pollak musste treffen, scheiterte jedoch an Winkler. Die Torhüterin parierte den zu schwach und zu zentral geschossenen Elfmeter und brachte ihre Mannschaft damit endgültig auf die Siegerstraße.
Auch Amanda Ilestedt behielt anschließend die Nerven und verwandelte sicher. Damit führte Frankfurt bereits mit 2:0. Auf Nürnberger Seite traf Lein im dritten Versuch mit etwas Glück: Winkler war zwar noch am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Im Anschluss stellte Ainhoa Alguacil mit einem sicher verwandelten Elfmeter ins linke obere Eck den alten Abstand wieder her. Nachdem Emöke Papai für Nürnberg getroffen hatte, lag es an Hanna Bennison, die Entscheidung herbeizuführen. Die Schwedin übernahm Verantwortung und hämmerte den Ball sehenswert unter die Latte. Damit war der 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen perfekt und der Einzug ins Viertelfinale besiegelt. Bei den Frankfurterinnen brachen alle Dämme. Die Spielerinnen wussten genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten: Sophia Winkler avancierte mit ihrem parierten Elfmeter zur Matchwinnerin und wurde von ihren Mitspielerinnen ausgelassen gefeiert.
Nach dem Pokalkrimi wartet der VfL Wolfsburg
Nach dem nervenaufreibenden Pokalabend richtet sich der Blick der Eintracht wieder auf die Bundesliga. Dort wartet ein Spitzenspiel: Am kommenden Freitag, den 6. November, empfangen die Adlerinnen den VfL Wolfsburg. Anpfiff der mit Spannung erwarteten Begegnung ist um 18:30 Uhr.






Ein Kommentar
Winkler stark und hinten die Null gehalten, wenn sie vorne nix reißen. Mit den 120 min haben sie sich keinen Gefallen getan. Wolfsburg hat Hoffenheim verdroschen und kommt mit viel Selbstvertrauen zu uns. Gerne mal wieder 3 Punkte gegen den Rivalen um Platz 2.
Gruß SCOPE
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.