Die Länderspielpause neigt sich jetzt stark dem Ende entgegen, denn diesen Sonntag wird Eintracht Frankfurt wieder in der Bundesliga antreten. Mit dem 1. FC Köln ist ein Gegner zu Gast im Frankfurter Waldstadion, der auf dem Papier schlagbar ist. Die Domstädter stehen nur auf dem 15. Tabellenplatz und warten seit acht Spieltagen wieder auf einen Dreier. Aber auch Frankfurt ist nicht in Bestverfassung. Das Team von Albert Riera gewann in den letzten fünf Spielen zwei Partien, spielte einmal Unentschieden und verlor zwei weitere Begegnungen. Zuletzt unterlagen die Adlerträger beim FSV Mainz 05. Richtig überzeugend war keiner der letzten Auftritte. Umso verwunderlicher, dass Riera seinen Jungs mitten in der Saison einen üppigen Sonderurlaub gewährte, anstatt zu trainieren. Auf der Pressekonferenz vor der Partie am Sonntag stellte sich der Spanier den Fragen der Journalisten.
Einblicke ins Lazarett
Für das Spiel am Sonntag stehen alle Spieler zur Verfügung, außer die Langzeitverletzten Rasmus Kristensen, Kaua Santos, Jean-Matteo Bahoya und Nnamdi Collins. Letzerer werde wohl den Rest der Saison ausfallen, so der Coach. „Der Rest ist verfügbar.“ Das schließt demnach also auch Can Uzun und Younes Ebnoutalib ein, die somit wieder für mehr Varianz in der Offensive sorgen könnten. „Bahoya haben wir schon im letzten Spiel gegen Mainz ausgewechselt. Er hat eine Sehnenverletzung. Die Ärzte sagen, dass es nichts schlimmes ist, daher ist es eine Vorsichtsmaßnahme, dass er am Sonntag nicht mit dabei sein wird, damit wir ihn nicht gegebenenfalls noch länger verlieren. Nächste Woche wird er wieder mit dabei sein.“ Bei Collins konkretisierte der Trainer noch einmal: „Nnamdi hat eine ähnliche Verletzung wie Kristensen. Er musste ja auch ebenfalls operiert werden. Wenn er in dieser Saison noch einmal spielen kann, dann vielleicht ganz am Ende. Es wird schwierig für ihn, aber Wunder gibt es ja immer wieder!“
Seine Mannschaft habe nicht nur an der Offensive, sondern an allen Bereichen des Spiels gearbeitet, gab Riera Einblicke in das Mannschaftstraining. „Wir müssen mehr Tore schießen, aber gleichzeitig auch weiterhin wenig Tore kassieren. Ich priorisiere nicht den einen Bereich über einen anderen. Alles ist wichtig.“ Worauf man aber einen Fokus gelegt hätte zuletzt, sei eine Balance zu finden zwischen kurzen und langen Bällen in die Offensive. „Wir arbeiten gerade mit den Spielern daran, zu entscheiden, wann man den langen Ball spielt und wann den kurzen Pass. Das ist je nach Gegner sehr unterschiedlich.“
Auf seiner Einstandspressekonferenz gab Riera preis, dass er kein Freund von Rückpässen sei. Angesprochen auf die vielen Pässe in den eigenen Reihen – oft eben auch nach hinten – antwortete der 43-Jährige, dass er immer noch derselben Meinung sei: „Meine Einstellung dazu ist immer noch genau die gleiche. Wenn die Presse schreibt, dass Eintracht Frankfurt nicht mehr offensiv spielen wolle, dann sehe ich das ganz anders. Wir wollen viele Tore schießen, aber man hat eben oft einen Gegner, der einem das Leben sehr schwer macht. Wenn der Gegner in einem Low-Block antritt, dann müssen wir sie in Bewegung bringen. Wir müssen rennen, Räume kreieren und dynamisch sein. Mein Job ist es, die richtigen Spieler dafür auszuwählen. Im Spiel werdet ihr einige Situationen sehen, in denen wir den Gegner überraschen wollen.“ Wenn ein Spieler dann nicht die richtige Leistung zeigen sollte, so sei Riera die erste Person, die er hinterfragen würde, weil es seine Verantwortung sei, den Spielern den richtigen Spielplan an die Hand zu geben. „Ich lerne meine Spieler immer noch kennen. Ich lerne, was ihr Leistungsmaximum ist. Und ich lerne, in welchen Situationen und Spielen ich sie einsetzen kann.“
Wie gewohnt wollte sich Riera nicht zu seiner Startformation äußern. Aber eine Doppelspitze wollte er nicht ausschließen. „Die zweite Halbzeit gegen Mainz haben wir mit zwei Stürmern gespielt. Das ist eine der Optionen. Das hängt aber immer vom Gegner ab. Wir müssen adaptieren und uns auf den Gegner einstellen. Ich weiß schon, wie ich aufstellen werde und morgen wissen es dann auch die Spieler.“ Gut möglich sei es auch, dass man die Formation in der Halbzeit wieder anpassen werde, um besser auf das Spielgeschehen reagieren zu können.
Riera erwartet keine großen Änderungen bei Köln – trotz Trainerentlassung
Der 1. FC Köln hat nach dem letzten Spiel auf die lange Sieglosserie reagiert und Chefcoach Lukas Kwasniok entlassen. Seitdem leitet René Wagner die Geschicke der Rheinländer. „Wenn man in die Situation kommt, dass der Gegner den Trainer gewechselt hat, dann gibt es zwei Optionen. Die erste Option ist, dass es ein komplett neuer Trainer ist, der vielleicht aus dem Ausland kommt. Dann analysieren wir die Spielweise der vergangenen Teams, die er trainiert hat. In diesem Fall ist es aber der ehemalige Co-Trainer. Ich gehe also davon aus, dass es keine riesengroßen Veränderungen in der Spielweise geben wird. Wir erwarten, dass sie im Großen und Ganzen ähnlich auftreten werden wie zuvor. Es ist ein Coach, der vorher schon im Verein war und eng mit dem Team zusammengearbeitet hat. Ich gehe nicht davon aus, dass sich viel ändert.“
Dass viele Eintracht-Spieler in den vergangenen Wochen für ihre Nationalmannschaften antraten, spiele natürlich eine Rolle für die Eintracht: „Gestern war der erste Tag, an dem alle wieder beisammen waren im Training. Ellyes Skhiri und Arthur Theate kamen zum Beispiel von langen Reisen aus Amerika zurück. Wir haben also alle gemeinsam das Mainz-Spiel noch mal analysiert und angeschaut, was wir gut gemacht haben, aber natürlich auch, was schlecht lief. Auch wenn wir verloren haben und nicht glücklich damit waren, so haben wir dennoch viele Dinge gut gemacht. Insgesamt hat Mainz das Spiel nicht wirklich gewonnen, sondern wir haben es verloren, weil wir ein paar schlimme Fehler gemacht haben.“






2 Kommentare
Die Headline sagt was ganz anderes aus als ARs o.g. Statement zum Kölner Trainerthema.
Vorausgesetzt die obigen Aussagen sind auch in der Übersetzung einigermaßen korrekt, dann geht es offenkundig um Formation, Spielweise, Taktik u.Ä. Ein "Trainerwechsel-Effekt", zeigt sich ja auch statistisch eher selten - und wenn, dann zuallermeist in Form eines Motivationsschubs, also insb. als mentale Leistungssteigerung... Und die könnte AR wohl kaum ausschließen - das wäre einfach nur anmaßend.
Bitte deutlich mehr Sorgfalt bei der Einordnung der Verlautbarungen unseres Chefcoaches, gab es die letzten 3 Wochen nicht genug diesbezügliches Maulzerreissen in Medien und Umfeld?
Sehe ich auch so.
Die Überschrift klingt nach arroganter Aussage. Der Inhalt widerlegt das aber.
Bei hessenschau ist der aktuelle Artikel auch wieder mal sehr negativ. Alle Worte werden unserem Trainer um die Ohren gehauen. Es nervt!
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