Kevin Trapp war heute ein nahezu unüberwindbarer Rückhalt für die Eintracht. (Foto: IMAGO / MIS)

Mit einem Sensationserfolg geht die Frankfurter Eintracht in die Länderspielpause. Der erste Saisonsieg erfolgte ausgerechnet auswärts gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Seit über 20 Jahren gelang dies den Hessen nicht mehr. Nicht  zuletzt wegen dem enorm starken Kevin Trapp im Tor und der heute überraschend effektiven Offensive erkämpfte sich die SGE diesen Erfolg. Was die Akteure beider Seiten dazu zu sagen hatten, haben wir wie immer für euch zusammengefasst:

Kevin Trapp: “Ich glaube nicht, dass viele daran geglaubt haben, dass wir hier heute was holen. Vor Allem wenn man die Bayern in den letzten Wochen gesehen hat. Wir haben es wirklich sehr gut gemacht. Wir sind gut mit einem Standard zum 1:1 zurückgekommen. Ein bisschen Glück hat dann heute auch dazu gehört. Wir haben heute gegen eine Bayern-Mannschaft gespielt, die in einer unglaublichen Verfassung ist. Wir haben immer an uns geglaubt. Wenn du in so ein Spiel reingehst und überlegst, wie viele Tore du heute fängst, dann kann es nicht funktionieren. Wir haben mit unseren Mitteln heute das Maximum rausgeholt. Es war heute unser Plan mit unseren schnellen Spielern wie Lindström oder Kostic hinter die Linie zu spielen und das ist heute sehr gut aufgegangen. Der Trainer hat gestern noch gesagt, dass wir einen guten Torhüter brauchen und den wollte ich ihm heute geben. Dieses Spiel heute kann uns extrem Auftrieb geben. Der Glaube an unsere Stärke, den wir zwar nie verloren haben, aber bislang nicht über 90 Minuten zeigen konnten, wurde heute sicherlich gefestigt.”

Martin Hinteregger: Jedes Spiel in der Allianz-Arena ist intensiv. Bayern hat uns kaum Luft zum Atmen gelassen und waren sehr, sehr gut im Gegenpressing. Die haben uns immer in der eigenen Hälfte festgehalten. Nichts desto trotz hatten wir unsere wenigen Chancen und die haben glücklicherweise gereicht. Wir waren heute defensiver ausgerichtet als sonst. Außerdem haben wir Filip Kostic heute eine andere Position gegeben, damit er besser ins Umschaltspiel kam. In solchen Situationen ist er wirklich sein Gewicht in Gold wert. Das hat er sehr, sehr, sehr gut gemacht. Es gab die eine oder andere Situation, wo wir noch mehr draus hätten machen müssen, aber wir haben auch viele Möglichkeiten zugelassen. Das Gefühl einen Fehler gegen die Bayern zu machen in der Abwehr ist nicht zu geil, aber im Endeffekt war dann das 0:1 für uns wie ein Weckruf und dann kamen wir ja auch nach der Ecke zurück ins Spiel. Insofern war das vielleicht sogar ein wichtiger Fehler von mir. Dass wir jetzt gewonnen haben ist sehr wichtig für die ganze Mannschaft. Dass es ausgerechnet gegen die Bayern war, ist Fußball wie man ihn kennt. Das ist umso schöner!”

Thomas Müller (FC Bayern München): “Wir sind enttäuscht. Das ist ein Spiel das wir keinesfalls verlieren mussten. Aber es hat an der Effektivität gemangelt. Ich habe noch keine Statistik gesehen aber gefühlt hatten wir schon sehr viele Torchancen. Der entscheidende Zentimeter hat häufig gefehlt. Dass wir direkt nach dem 1:0 das 1:1 fangen mit der ersten Aktion von Frankfurt überhaupt ist sehr ärgerlich.  Wir waren sowohl vorne als auch hinten nicht effektiv. Die wenigen Chancen, die Frankfurt hatte, haben zu zwei Toren gereicht. Dementsprechend stehen wir jetzt hier bedient. Wenn wir schnell wieder in Führung gehen noch vor der Pause oder direkt danach, dann gewinnen wir vielleicht 3:1, möglicherweise 4:1 und dann singen wieder alle ‘Super-Bayern’. Jetzt ist nichts mit Super-Bayern. Jetzt haben wir zuhause verloren. Das ist eine ungewohnte Situation und ein ungewohntes Gefühl ehrlich gesagt. Trappo (Kevin Trapp, Anm. d. Red.) hatte heute auch einen warmen Handschuh, der hat heute richtig gut gehalten.”

Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen, wie sie heute gefightet hat. Ich denke, der Plan relativ defensiv zu spielen und auf Umschaltmomente zu warten, war ganz gut. Wir haben im Vorfeld gesagt, wir brauchen eine Teamleistung von 1 bis 20 und einen überragenden Torhüter. Den haben wir mit Kevin Trapp gehabt. Dann werden unsere Kontersituationen kommen. Das Filip Kostics Rolle genauso aufgeht, ist top. Was die Jungs reingeworfen haben um als Sieger vom Platz zu gehen, freut mich mega. Die Bayern hatten ein Chancenplus. Der Ballbesitz war uns heute egal. Man muss unsere Konstellation sehen. Tuta und Stefan Ilsanker haben wochenlang nicht gespielt. Wir haben kein einziges Training mit dieser Abwehr bestritten, weil gestern noch Makoto Hasebe ausgefallen ist. Wenn du hier gewinnen willst, muss einfach alles zusammenpassen. Heute hat unsere kämpferische Leistung und unsere Organisation über weite Strecken gepasst. Am Ende, hatte ich das Gefühl, haben es die Bayern nur noch mit Chipbällen versucht. Darauf waren wir sehr gut vorbereitet. Dann hatten wir viele Konterchancen, die wir nicht gut ausgespielt haben. Wir wussten, dass die Bayern-Verteidiger sehr hochstehen. Wir haben gegen Kiew gesehen, dass sie mit ihren Innenverteidigern manchmal 20 Meter über der Mittellinie stehen. Das war auch so. Und deshalb brauchten wir Spieler, die diese Räume attackieren. Und Filip Kostic hat nicht nur Tempo, sondern ist auch sehr clever im Zweikampf. Wie er gegen Upamecano den Körper reinstellt, so ist auch die entscheidende Situation entstanden.
Ich habe den Jungs vor der Länderspielpause gesagt: ‚Das Wichtigste ist es jetzt diesen Sieg gegen Hertha zu vergolden. Wir können nicht sagen, es ist alles Eitel Wonne. Wir haben viel Arbeit vor uns. Es gab viel Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne. Aber ich habe ihnen auch gesagt: Es ist mein erster Sieg als Trainer in München. Und das erste Mal vergisst man ja bekanntlich nicht.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): „Die Niederlage schmerzt. A weil sie die Erste war, B weil sie total vermeidbar war. Wir haben ähnliche Dinge schon in den vergangenen Wochen nicht richtig gemacht, da hat es der Gegner nicht ausgenutzt. Heute wurden wir bestraft. Wir hatten trotzdem genug Chancen um Tore zu machen. Es ist das klassische Kostic-Tor, was er ständig schießt. Man sieht, dass wir ein bisschen pennen und Frankfurt gut nachsetzt beim Tor.“

Quellen: DAZN

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55 Kommentare

  1. Ich war gestern vor Ort im Stadion und ja die Bayern waren überlegen, aber das Spiel von uns auf die 2 Tore und einen überragenden Kevin Trapp zu reduzieren, wird unserer Leistung nicht gerecht.

    Vor der Pause hätte auch wir bei etwas mehr Präzision auf 1:3 stellen können und auch in der 2. Halbzeit hatten wir gute Chancen.

    Der Matchplan ist aufgegangen, mit dem Quentchen Glück, einem tollen Torwart und einer giftigen Abwehrarbeit.

    Trapp hat die Pfiffe der Erfolgsfans aus Süddeutschland richtig gehend in sich aufgesogen und sich damit motiviert, um diese Leistung zu bringen. Er hat sich fast aufreizend immer wieder etwas mehr Zeit gelassen, um noch mehr von diesem „Treibstoff“ zu bekommen.

    Es war gestern einfach als SGE Fan in einem komplett roten Block, von Schönwetterfans, so geil, ich habe den Frust der ganzen 1:1 Spiele aus mir rausgeschrien.

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  2. Zwei Tage weniger Regeneration, nach dem ersten richtigen Erfolgserlebnis in dieser Saison, bester Abwehrspieler nicht dabei, Ersatz auch noch ausgefallen, Defensivverbund – aber quasi komplette taktische Aufstellung – neu, und dann gegen den unbesiegten eingespielten Tabellenführer in dessen Stadion, in dem der letzte Erfolg 21 Jahre her ist … Wahnsinn!!
    Ich hoffe ja nicht nur, dass uns das den lang ersehnten Auftrieb gibt, sondern dass auch andere Mannschaften nun mit aller Macht versuchen werden, die Meisterschaft spannend zu gestalten.

    In der PK danach lobte Nagelsmann die Eintracht und lamentierte kaum … Bayern lernfähig? 😉

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  3. An alle Lammers-Basher:
    ER hat das 2:1 mit einem Steilpass auf Kostic eingeleitet und war sofort am 16er wieder anspielbar.

    Der zwischenzeitliche Ballverlust resultierte meiner Meinung nach hauptsaechlich aus einer zu harten (kniehohen) Hereingabe von Kostic auf Hauge, welcher den Ball nicht kontrolliert zu Lammers bekommt.
    Lammers verliert ihn, setzt aber nach, was den Ball wieder freigibt, so dass Sow ihn sich schnappen kann und direkt die Torvorlage zu Kostic spielt.

    Das sah zwar tollpatschig aus von Lammers, aber meiner Meinung nach hat er die Situation eingeleitet und gerettet. Und das, 5 Minuten nachdem er eingewechselt wurde.

    Insgesamt hat er ja nur 12 Minuten (+Nachspielzeit) gespielt. Ich denke, er hat gestern geliefert, wenn auch nicht so offensichtlich wie die, die gerade (zu Recht) in den Schlagzeilen stehen.

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  4. @45 Scheppe Kraus
    Du kommst jetzt auch nicht gerade unsachlich daher 🙂 Klingt nicht so als wenn Du extrem verkatert wärst. Übrigens traf am Donnerstag meine EL Eintracht Jacke ein. Was soll ich sagen, zwei Siege 🙂

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