Eine insgesamt ernüchternde Saison ist für die Eintracht aus Frankfurt zu Ende gegangen. Mit nur 44 Punkten beenden die Hessen die Spielzeit auf Platz 8. Das bedeutet, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Teilnahme am internationalen Geschäft möglich sein wird für die SGE. Intern laufen die Aufarbeitungsprozesse längst. Kürzlich trennte man sich von Cheftrainer Albert Riera, um den Verein für die neue Saison neu aufzustellen. SGE4EVER.de nutzt diese Zeit, um einmal auf den Kader zu schauen. Wer performte wie in der letzten Saison? Wer könnte bleiben, wer wird vermutlich Verkaufskandidat? Die Prognosen, die wir zu den Spielern abgeben sind derweil gestützt auf Gerüchte und die gezeigten Leistungen. Daher sind sie im Bereich der Spekulation anzusiedeln. Im ersten Teil der Kaderanalyse schauen wir auf die Defensive, das heißt: Die Torwartposition.
Tor
Kaua Santos: Es sollte die Durchbruchssaison für SGE-Keeper Kaua Santos werden. In der vorletzten Saison ersetzte der junge Brasilianer den verletzten Kevin Trapp zum Teil brillant. Daher entschied man sich im vergangenen Sommer, Routiner Trapp abzugeben, um voll auf den talentierten Santos bauen zu können. Im Nachhinein kann man diesen Schritt als Fehler bezeichnen, denn Santos hat eine Spielzeit zum Vergessen hinter sich. Mit der Durchschnittsnote 4,0 zeigt sich schon, dass es nicht gut lief für den Youngster im Tor. In wettbewerbsübergreifenden 16 Spielen musste er insgesamt 42 (!) Mal hinter sich greifen. Im Schnitt fing er also 2,6 Gegentore. Freilich waren ihm nicht alle dieser Tore zuzurechnen, jedoch fiel er immer wieder durch Patzer auf, die dann im direkten Gegentor endeten. Santos konnte nur 54 Prozent aller Bälle abwehren, die auf sein Tor kamen. Das ist eine furchtbare Quote. Zum Vergleich: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes konnte 67 Prozent parieren, Finn Dahmen vom FC Augsburg 63 Prozent und Diant Ramaj vom FC Heidenheim immerhin 60 Prozent. Santos konnte in dieser Saison nur selten Sicherheit ausstrahlen. Gerüchten zufolge will man in Frankfurt dennoch an ihm festhalten. Ob es dann auch so kommt, wird die nächste Saison zeigen.
Prognose: Die SGE wird Santos halten. Ob er direkt zur „Nummer 1“ aufsteigt, wird allerdings der Sommer zeigen.
Michael Zetterer: Als solider Backup für Santos war Zetterer von Werder Bremen eingeplant. Nachdem Santos aber äußerst wackelige Auftritte zeigte, stand relativ zügig Zetterer im Kasten und machte seine Sache insgesamt ordentlich. Über die Saison hütete der Keeper 28 Spiele über das hessische Tor. Dabei fing er 45 Gegentore. Mit durchschnittlich 1,6 Gegentreffern kassierte er also ein ganzes Tor weniger im Durchschnitt als Santos. Auch seine SGE4EVER.de-Durchschnittsnote von 3,0 belegt, dass er in dieser Saison ein sichererer Rückhalt war, als sein brasilianischer Kollege. Dennoch patzte auch Zetterer das eine oder andere Mal und fiel zusätzlich nicht unbedingt durch brillantes Aufbauspiel auf. Auch hielt er wenige „unhaltbare“ Abschlüsse auf sein Tor. Aber er konnte 66 Prozent der Bälle abwehren, was ein solider Wert ist.
Prognose: Es werden immer wieder Gerüchte laut, nach denen Zetterer mit einer Rückkehr nach Bremen liebäugelt. Er soll mit seiner Rolle bei der SGE nicht vollständig zufrieden sein. Die Zeichen könnten auf „Abschied“ stehen, wenn der neue Trainer nicht zum Umdenken anregen sollte.
Jens Grahl: Grahl wird früh in der neuen Saison seinen 38. Geburtstag feiern. Langsam aber sicher steuert der erfahrene Torhüter also auf sein Karriereende zu. Noch ist es allerdings nicht so weit und eben jene Erfahrung wird der SGE auch in der kommenden Saison helfen. Als hoch angesehener Spieler in der Kabine ist sein Wert für die Mannschaft weit über dem anzuordnen, was er auf dem Platz leistet. Als Torwart Nummer 3 ist seine Einsatzzeit natürlich auch überschaubar. Einen Einsatz hatte Grahl in der vergangenen Saison im DFB-Pokal. In der ersten Pokalrunde gegen den FV Engers 07 behielt Grahl seine weiße Weste. Neben seiner Rolle als erfahrenem Spieler geht es bei Grahl natürlich auch darum, die Trainingsqualität so hoch wie möglich zu gestalten.
Prognose: Jens „Jenson“ Grahl wird der SGE auch in der kommenden Saison zur Verfügung stehen. Er ist und bleibt eine solide „Nummer 3“ zwischen den Frankfurter Pfosten. Sein Vertrag läuft bis zum Sommer 2027 und es ist davon auszugehen, dass er diesen Vertrag (mindestens) erfüllen wird.
Amil Siljevic: Auch einen Vertrag in Frankfurt hat der junge Amil Siljevic. Der in Frankfurt geborene Schlussmann spielt derzeit für die zweite Mannschaft der SGE. Dort weiß er durchaus zu überzeugen. In 26 Spielen bekam er nur 21 Gegentore, spielte sogar zehn mal zu Null. Profierfahrung hat Siljevic noch nicht, sein Talent hat er aber schon das eine oder andere Mal bewiesen. Nicht auszuschließen, dass er den Schritt irgendwann ins Profiteam machen könnte – vielleicht ja sogar schon in der kommenden Saison?
Prognose: Siljevic wird den Schritt ins Profi-Geschäft schaffen. Ob das in Frankfurt passieren wird, hängt davon ab, ob die Eintracht ihm eine Perspektive bieten kann. Das Zeug zum guten Torhüter hat er.






8 Kommentare
Siljevic ins Tor! Oder eventuell noch den talentiertesten Zweitligakeeper dazu holen bzw einen aus Österreich oder der Schweiz holen.
Bei Kaua Santos , habe Ich das Gefühl das er immer etwas besonderes machen will.
Das "Besondere" im Torwartspiel muss aber aus den sicheren und soliden Grundtugenden kommem.
Heutzutage müssen Torhüter, die bei einem Spitzenverein spielen wollen, auch gute Feldspieler sein. Das Spiel lesen können. Angriffe des eigenen Teams einleiten. Libero spielen. Aber halt auch: sichere Ballfänger, Straufraumbeherrscher, Motivatoren verbal und durch das halten von schwierigen Bällen sein.
Das sehe Ich bei Ihm nicht.
Er kann schwierige und "unhaltbare " halten. Das hat er schon mehrmals bewiesen.
Bei allem anderen das Ich aufgezählt habe, hat er das bei weitem nicht bewiesen.
Zetterer ist ein durchschnittlicher Bundesligatorhüter. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Wir waren die letzten Jahre verwöhnt, mit Lucas Hradecky, der uns den DFB Pokal gewonnen hat und Kevin Trapp der uns die Euroleague gewonnen hat. An beiden müssen sich die Nachfolger messen lassen.
Der neue Trainer wird da sicherlich eine Entscheidung treffen, auf wen er zählt.
Wenn sich aber auch der dritte Trainer pro Kaua entscheidet, und er das, was die Trainer in ihm sehen nicht auf den Platz bringt, ist das definitiv die letzte Saison bei uns für Ihn.
Denke, auch das man mit Santos weitermacht. Wenn er aber in den vielen Denkpausen nichts dazu gelernt hat, spllte man auch den Torwarttrainer hinterfragen. Santos verlässt sich auf seine Körpergröße, dass ist so, als wenn ein 3 m Stürmer bei Flanken nicht mehr hochspringt und nicht mehr an der Sprungkraft arbeitet. Er findet es scheinbar cool mit herunterhängenden Armen ohne Körperspannung zu spielen. Null Ausstrahlung bei Ecken. Viel Spekulation bei seinen Abwehrversuchen, Stürmer können ihn auskucken. Das Fußballerische wird m. E. überbewertet. Allgemein und auch bei Santos. Ein Torwart sollte schon die Befähigung haben, auch eine Art Libero zu spielen, den abgefangenen Ball zum nächsten
Mitspieler zu bringen und notfalls Langholz spielen. Es trägt sicherlich zu einem guten Nervenkostüm bei, wenn die Fans auch noch wegen den Fehlversuchen murren, weil es misslingt oder gerade nochmal gut geht. Erdabstösse kommen selten an, liegt in der Natur der Sache. Bei Einwürfen ist ähnlich, dass hinterfragt such keiner. Im Gegenteil, es wird als taktisches Mittel eingesetzt. Dem Gegner in seiner Hälfte den Einwurf zu geben. Fragt nsch bei Kloppo!
Zetterer nach Bremen hat sich ja seit heute erledigt, denke ich... Bremen bezahlt bis zu vier Mio. an Arsenal für Hein, da werden sie nicht auch noch Zetterer holen.
"trägt sicherlich NICHT zu einem guten Nervenkostüm bei" meintest du sicher 😅
Dem Gegner den Ball geben um dann zu kontern najaaa das hat Toppmöller ja übertrieben, kaum anzuschauen manchmal..
Einer der besten Zweitligakeeper ist beispielsweise Dennis Seinen von Paderborn, der bereits 10 Mio. wert ist, ein Viertel des Gesamtmarktwertes von Paderborn. Im Relegationshinspiel gegen Wolfsburg hat er sehr gut gehalten, die zweite Liga ist irre umkämpft und eine harte Schule. Der ist erst 20, wenn man zu lange wartet, dann ist er unbezahlbar. Santos sollte man stattdessen in die zweite Liga verleihen, der muss noch durch diese Schule. Gerade bei einem Torwart finde ich es generell auch nicht verkehrt, wenn er den deutschen Fußball und die Sprache kennt. Deswegen käme eventuell auch ein Schweizer infrage, denn jeder Schweizer träumt von der großen Bundesliga. Marvin Keller von Young Boys Bern ist 23 und mit 7 Mio. auch einer der wertvollsten Spieler im Kader. Eine starke Konkurrenz für Zetterer und Santos ist notwendig, wenn Santos erstmal irgendwo hin verliehen wird, wo er Spielpraxis kriegt, wäre mir das auch sehr Recht.
Ein guter Keeper macht mindestens 10 Punkte Unterschied. Insbesondere auf der Torwartposition und auch im DM kann man echt mal Geld in die Hand nehmen, Krösche ist vermutlich der Einzige, der das anders sieht. Allerdings traue ich Siljevic das irgendwann tatsächlich auch zu, der macht sich gut. Allerdings sollte er vielleicht zunächst mal die Leistung in der Regionalliga und dem neu geschaffenen U21-Turnier bestätigen.
Vorab: Hört mal auf, Spieler danach zu bewerten, ob sie wichtig für die Kabine sind.
In der letzten Saison hatten wir mit Grahl, Chandler und mit Abstrichen Götze 3 solcher Personen.
Zirkus gabs trotzdem, bringt also nichts.
Zum Thema: Kaua ist für mich nicht geeignet, der Abwehr Sicherkeit zu geben, daher schwamm sie oft, Zetterer ist solide, mehr aber leider nicht.
Wir brauchen eine Nr. 1, die eine Bank ist, die Genannten sind das nicht.
Daher jemand Neues holen und Ilisevic als Nr. 2 etablieren.
Ich würde tatsächlich mal Gerry Ehrmann versuchen, in den Staff zu holen. Da kommt das mit dem Durchsetzungsvermögen ganz von alleine. Deutsch lernen wäre dann aber bei dem Pfälzer Dialekt schon schwieriger. Spaß .... 😉😉
Stand Bremen je zur Debatte? Zetterer ist ja unter anderem nach Frankfurt geflüchtet, da klar war, dass er in Bremen nur Backhaus' Backup sein würde, nachdem dieser sich in Holland bewiesen hatte.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.