Nach der schmerzhaften 0:3-Niederlage der Frauen von Eintracht Frankfurt im Europa Cup unter der Woche, gewann das Team von Trainer Niko Arnautis am Samstagabend in der Liga knapp mit 2:1 gegen den 1. FC Köln. Dabei gingen die Gastgeberinnen aus der Domstadt vor 2.050 Zuschauern früh in Führung, weshalb Sara Doorsoun im Anschluss von einer „starken Charakterleistung“ sprach. „Wenn man mittwochs 0:3 verliert und dann heute nach zwei Minuten hinten liegt, macht das schon was mit einem. Wir haben dann versucht das Spiel an uns zu reißen und die Kontrolle nicht verloren. Von daher war es ein verdienter Sieg“, bewertete die erfahrene Verteidigerin.
Im Vergleich zur Europa-Schlappe gegen BK Häcken wechselte Arnautis auf gleich fünf Positionen: In der Abwehr durften Jella Veit und Dilara Acikgöz für Marthine Östenstad und Elisa Senß beginnen. Außerdem ersetzten Lisanne Gräwe und Noemi Ivelj im Mittelfeld Ereleta Memeti und Nina Lührßen. Im Sturm kehrte Asien-Cup-Siegerin Remina Chiba zurück, für die Rebecka Blomqvist vorerst auf der Bank Platz nahm.
Harmlose erste Hälfte der Eintracht
Die Kölnerinnen erwischten also den Traumstart, als eine Ecke in der zweiten Spielminute Kapitänin Marina Hegering fand, die ins lange Eck zur Führung köpfte. Zum ersten Mal wurden die Gäste in der sechsten Minute gefährlich, als FC-Torhüterin Irina Fuchs den Ball an Nicole Anyomi verlor. Im Anschluss war Chibas Heber über Füchs allerdings zu lasch, die Torfrau konnte den Ball noch vor der Linie wieder aufsammeln. Ansonsten fiel der Eintracht-Offensive gegen kompakt stehende Kölnerinnen in Durchgang eins nicht allzu viel ein.
In der 32. Minute kam es zu einer strittigen Szene, als Kölns Anna Lena Stolze Laura Freigang im eigenen Strafraum erwischte. Schiedsrichterin Fabienne Michel zeigte allerdings nicht auf den Punkt. Rund drei Minuten später köpfte Freigang nach einer Flanke von Nadine Riesen knapp über das FC-Gehäuse. Insgesamt also zu wenig von den Frankfurterinnen, was auch Kapitänin Freigang im Nachgang monierte: „Wir haben ein schwieriges und hartes Spiel in den Zweikämpfen erwartet. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht zwingend genug zum Tor hin. Das haben wir uns für die zweite Halbzeit vorgenommen und auch gut umgesetzt.“
„Weltklasse-Abschluss“: Freigang-Traumtor ebnet Weg zum Sieg
Das merkte man, denn die Gäste kamen besser aus der Pause. In der 58. Minute war es dann Freigang selbst, die sehenswert zum Ausgleich traf: Anyomi legte den Ball an die Strafraumkante ab, von wo Freigang den Ball gefühlvoll in den Winkel schlenzte. Ein „Weltklasse-Abschluss“, lobte Trainer Arnautis. Die Torschützin selbst musste zugeben: „Das habe ich schon oft geübt, aber sonst ging der nie rein. Deswegen bin ich froh, dass es heute geklappt hat.“ Nach dem Dreierpack gegen den HSV ist es der neunte Saisontreffer für die immer wieder medial in der Kritik stehende deutsche Nationalspielerin.
Jetzt wollte die SGE ihr Momentum nutzen und sich für den Aufwand belohnen: Doorsoun schlug den Ball einfach mal lang in den Kölner-Strafraum, wo Amelie Bohnen am Ball vorbeisäbelte. Chiba profitierte und traf zum 2:1 (63.). Spiel innerhalb von sechs Minuten gedreht! Auch danach blieben die Hessinnen das bessere Team. Riesen verpasste mit einer mutmaßlich abgerutschten Flanke, die Keeperin Fuchs über die Latte lenken musste, auf 3:1 zu erhöhen (69.). Auch die eingewechselte Blomqvist hatte nochmal die Gelegenheit endgültig den Deckel drauf zu machen (83.), schloss bei ihrem Konter aber etwas überhastet ab. Fuchs konnte abermals parieren. So blieb es bei der knappen Führung, die sich die SGE vor allem durch eine verbesserte zweite Halbzeit erarbeitete und somit auch verdient die drei Punkte einfuhr. „Am Ende ist nicht mehr viel vor unserem Tor passiert, deswegen war es ein schwer erkämpfter, aber nicht unverdienter Sieg“, zog Arnautis ein Fazit.
Doorsoun will Schwung für „heißen Tanz am Donnerstag“ mitnehmen
Für die Adlerträgerinnen geht es also am Donnerstag (18:30 Uhr) mit dem Rückspiel im schwedischen Göteborg weiter. Mit Blick auf das Spiel sagte Doorsoun: „Es war einfach wichtig heute, dass wir verstanden haben, dass man ein Spiel drehen kann. Das wollen wir mitnehmen. Wir müssen einfach bei uns bleiben und an uns glauben. Am Mittwoch hatten wir auch viel Kontrolle, diese müssen wir aber in Torgefahr und Dominanz umwandeln. Wenn uns das gelingt, wir vielleicht ein frühes Tor machen, dann wird das ein heißer Tanz am Donnerstag.“
Sollte die Eintracht am Donnerstag ausscheiden, wäre auch der letzte Titeltraum geplatzt. Den dritten Platz in der Liga konnte man durch den Sieg in Köln dennoch festigen, hat nun sieben Punkte Abstand auf Hoffenheim (ein Spiel weniger). Mit 22 geholten Punkten in der Rückrunde ist man in der Rückrundentabelle Zweiter, wie Arnautis feststellte. Freilich kann sich das Team davon nichts kaufen. Aber immerhin das Minimalziel dritter Platz scheint vier Spiele vor dem Ende der Spielzeit greifbar, wenngleich mit den Duellen gegen Bayern München und Wolfsburg noch schwere Brocken warten.






4 Kommentare
Das einzig gute an dem Spiel ist das Ergebnis. Ich weiß nicht wieviel Bälle Freigang unbedrängt ins Aus gespielt hat. Ich hab mich gefragt ob Arnautis ein Gelübde abgelegt hat nie vor der Siebzigsten zu wechseln war ja am Mittwoch genauso. Aber dafür das es das 6te. Spiel in 2 Wochen war sollte man nicht ganz so hart urteilen.
Warum ist jetzt schon wieder so lange Pause? 😔 Das nervt.
Gruß SCOPE
Na ja, für unsere Mädels kommt die Pause gerade recht. Irgendwie hab ich das Gefühl das alle Mannschaften hinter uns nen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben, nur unsere Mädels treten auf der Stelle, wohlwollend ausgedrückt.
Ich hatte den Eindruck letzte Saison auch schon, außer Turbine war da kein Team haushoch unterlegen. Darum war es für mich auch eine der letzten Chancen auf den Titel, man hätte halt Platz 1 verteidigen müssen. In dieser Saison sind Bayern und Wolfsburg gleich marschiert ohne dass man eine Chance hatte. Von hinten drängen die anderen Teams und auf lange Sicht kommen auch immer weitere Mannschaften etablierter Bundesligateams wie Stuttgart und Dortmund mit entsprechenden Ansprüchen hinzu. Die Eintracht wird dann wohl abgehängt, wenn man denkt mit dem Sparplan reicht es für Platz 3.
Gruß SCOPE
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